Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung (CDU), kündigte es die vergangenen Tage bereits an.
Kompetente Kräfte aus dem Handwerk und der Wirtschaft sollen in Schulen als zusätzliche Lehrkräfte - mit ein Grund: Lehrkräftemangel und dadurch bedingter Unterrichtsausfall - beschäftigt werden. Was bei Schavan noch wie ein unausgegorener und kurioser Gedankengang klingt, hat nun der Ministerpräsident von Niedersachsen umgesetzt.
Christian Wulff (CDU) meint damit Probleme lösen zu wollen und die Teilzeitarbeit auflösen zu können.
Feuerwehrlehrer, Pensionäre sowie vorzeitig geprüfte Referendare sollen ab Sommer 2009 in Schulen eingesetzt werden - selbstverständlich bei voller Vergütung. Alle Beschlüsse zusammengefasst, soll dies für 2000 belegte Lehrerstellen sorgen, falls die Ziele erreicht werden.
Um die Lehrkräfte zusätzlich zu entlasten - anders kann man es nicht nennen -, sollen Hauptschüler der Klassen 9 und 10 zweimal pro Woche am Berufsschulunterricht teilnehmen.
So vorschnell der Ministerpräsident gewillt ist, Probleme lösen zu wollen, so unausgegoren sind seine Lösungswege.
Seit Jahren ist es an niedersächsischen Grundschulen gang und gäbe, bei Lehrerausfall selbst Hausmeistern den Job des Lehrers aufzubürden. Mit dem Unterschied, dass der Hausmeister lediglich einer Aufsichtspflicht nachkommt, die schulgesetzlich sowie rechtlich allerdings nicht geregelt ist - zumindest nicht im Pflichtenheft eines Hausmeisters enthalten ist. Die Kinder lernen in dieser Zeit nichts.
Auch ist das Versicherungstechnische bislang öffentlich ungeklärt.
Die neuen Beschlüsse Niedersachsens umfassen zwar die Unterrichtsausfall-Problematik, nicht aber das vorgegebene Lernziel der Schüler und Schülerinnen. Allenfalls entsteht nachträglich ein erhöhter Leistungsdruck. Zudem kommt hinzu, dass die Rentenansprüche für einzustellende Pensionäre zu klären sind. In der Regel wird ein zusätzlicher Lohn, neben dem Renteneinkommen, mit der Rente verrechnet.
Wir, Duckhome, verlangen eine umfassende Aufklärung.
Komische Dinge tun sich gerad in Deutschland auf. So stolperte ich über einen Blog¹, der es als "sozial" bezeichnet, wenn Schüler nun mehrmals wöchentlich zum putzen verdonnert werden. Hintergrund ist nicht etwa das Stärken sozialer Kontakte, sondern sc ...