Die kleine schmutzige Handybude aus Finnland, die erst in Bochum mit der Anzahl der Mitarbeiter betrog, dann die Subventionen einstrich und nach Rumänien aufbrach, um dort die
Arbeiter in die Lohnsklaverei zu pressen, hat in Finnland erneut zugeschlagen.
Mit der Drohung, die Werke in Finnland zu schließen, erpresste Nokia vom finnischen Staat ein Gesetz, das es finnischen Unternehmen erlaubt, ohne konkreten Verdacht Empfänger, Zeitpunkt und die Größe eventueller Dateianhänge von geschäftlich versandten E-Mails zu ermitteln und daraus angeblich auf Industriespionage zu ermitteln. Offiziell bleiben die Inhalte der Mails zwar unberührt, aber das kommt wahrscheinlich in der nächsten Runde.
Die finnische Polizei hatte sehr deutlich vor einem solchen Gesetz gewarnt, weil es nur der Schnüffel- und Kontrollsucht eines Unternehmens wie Nokia dient und die so gewonnenen Daten keine Aussagekraft haben. Aber darum geht es Nokia ja gerade nicht und es geht auch nicht um Industriespionage: Nokia hat das Problem, dass immer mehr Mitarbeiter erkennen, wie sehr sie ausgenutzt und betrogen werden.
Deshalb möchte Nokia soviel Kommunikationshoheit wie eben möglich. Gewerkschafter berichten unter der Hand darüber, dass bereits Mitarbeiter verwarnt wurden, weil sie am Werkstor mit Journalisten gesprochen haben sollen oder gar sich privat mit Journalisten getroffen haben. Nokia möchte das Bild nach außen wieder geraderücken, welches eigentlich mit der aktuellen Führung und dem aktuellen Stil von Nokia nicht mehr geradezurücken ist.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Nokia noch mehr Kontrolle will - und diese Kontrolle wird nicht an den Werktoren haltmachen. Sie wird sich über die Nokia-Produkte bis in die letzte Ecke der Welt erstrecken. Nokia kennt kein Maß und kein Gesetz mehr. Wie das Beispiel Finnland zeigt, ist ein kleiner Nationalstaat nicht mehr in der Lage, sich mit solch einem Unternehmen anzulegen.
Was Nokia mit dem Schnüffelgesetz geschafft hat, schafft es auch mit anderen Gesetzen und in anderen Ländern. Es ist deshalb immer noch wichtig, keine Nokia-Produkte zu kaufen und, so leid es mir auch tut, auf den Einsatz der Open-Source-Software KDE zu verzichten, weil Nokia Troll Tech aufgekauft hat und damit über die Basis von KDE, nämlich die Programmiersprache und Umgebung QT verfügt. Dass es eine angeblich sichere und freie Version von QT gebe, ist ungefähr so relevant wie die Arbeitsverträge und die Subventionsabsprachen in Bochum.
Nokia hält sich nicht an Verträge, Absprachen oder geltende Gesetze. Nokia ist ein Moloch, den man nur dadurch in die Knie zwingen kann, dass man seine Produkte einfach nicht kauft. Da ergibt sich demnächst eine schöne Gelegenheit, wenn Nokia mit Notebooks und Netbooks auf den Markt will. Einfach nicht kaufen. Es gibt andere Firmen, die weit fairer operieren und den Umsatz auch gebrauchen können.
Andererseits ist es schon richtig, dass Nokia in Gutsherrenart versucht, seine Interessen ohne Rücksicht auf Verluste durchzupeitschen. Beispielsweise hat das Rumänienwerk letztes Jahr (Stand aktuell unbekannt) nicht wirklich produziert, sondern lediglich ganz wenige niedrigpreisige Handys aus angelieferten/vormontierten Einzelkomponenten nur zusammengebaut, was aber keinesfalls mit einer Endmontage zu vergleichen wäre. Auch gibt's dort zuhauf Probleme in allen möglichen Bereichen. Mit Rumänien ist Nokia nicht glücklich, gar nicht glücklich. Letzten Sommer hat noch jemand, der das Werk wohl von innen kennt, gesagt, dass die dort nur die Handys verpacken...
Aber auch die höher und hochpreisigen Geräte sind in den letzten Jahren qualitativ unterirdisch geworden. Das neue N96 ist z.B. ein kompletter Reinfall bzw. in Teilbereichen fehlkonstruiert!
Auch versucht Nokia eigene Dienste, die nicht (richtig) funktionieren als Betaversionen am Markt durchzudrücken. Z.B. werden für alle aktuell und neuen Modelle der E-Serie keine Blackberry Clients mehr angeboten. Bei Business- bzw. Profismartphones ein Unding!
Nokia scheint sich seiner Marktführerschaft absolut sicher zu sein und der immer wiederkehrende Verkaufserfolg gibt ihnen recht. Ich würde sofort allein auf Grund der Überheblichkeit auf Nokia verzichten. Es gibt selbst für bessere Kunden keine Hotline und auf Emails antwortet Nokia seit Bochum auch nicht mehr. Der Nokia Club ist ein Witz. Leider wie geschrieben, gibt's keine Alternative.
Und wenn jetzt wieder ganz Schlaue belehrende Ideen haben sollten: ich schreibe u.a. Testberichte und habe immer jeweils fast alle Geräte der E- und N-Serie parallel in der Nutzung... Damit ich einen Vergleich ziehen kann, natürlich auch die Profigeräte der anderen Hersteller: HTC, BB, iPhone usw.
Mit Nokia ist meiner Kenntnis nach zuerst in der sog. freien MArktwirtschaft der Fall eingetrteten, dass man keine Produktwahl hat und nach dem Motto leben muss, sich die grundsätzliche Frage zu stellen: Nokia oder kein Mobilfunk?
Natürlich gilt das nicht oder nur sehr begrenzt für die Masse der Mobilfunknutzer, die "nur" telefonieren und SMS schreiben wollen. Die haben noch eine Wahl, aber auch nur in Richtung Asien...
Nokia gehört mit zu den ersten Handyherstellern die RFID - Funktionen in ihre Handys eingebaut haben. "Mit ganz vielen Vorteilen für den Benutzer." Für wen noch? Ein Handy ist zur Vertrauenssache geworden. Kann man von Verfolgungswahn besessenen Managern Vertrauen entgegen bringen?
Bei genauer Betrachtung bleiben viele Funktionen der Handys weit unter den Möglichkeiten spezialisierter Geräte.
Es ist leider so, ich muss als Verbraucher in gut und böse und vielleicht nicht so böse einteilen.
Und, dann muss man auch jedes Auto, welches fabrikseitig mit einem Navi ausgestattet wurde, genauso meiden.
Übrigens auch hier etwas interessantes:
Netzzeitung
Ich werde NIE wieder Nokia-Produkte kaufen.
Und wenn da einer sagt, das es keine Alternative zu diesen Schrott-Handys von Nokia gibt, der hat nicht alle an der Waffel.
Hier muss ich doch entschieden widersprechen. Die Qt-Bibliotheken sind nicht angeblich,sondern tatsächlich über einen Vertrag mit KDE e.V. abgesichert. Wenn Nokia die bisherige quelloffene Entwicklung aus irgendwelchen Gründen einstellen sollte (was nicht in seinem Interesse wäre), könnte man für KDE auf Basis der letzen freien Version einen Qt-Fork weiterentwickeln, Nokia könnte absolut nichts dagegen machen.
Ach ja: An KDE verdient Nokia keinen Cent.