Die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) hat den deutschen Qualitätsjournalisten mal wieder ihren Konsumklimaindex in die Feder diktiert. Wie man es bei der GfK erwartet, kann sie das allgemeine Krisengerede so nicht bestätigen.
Werte Gesellschaft für Konsumforschung
Normalerweise habe ich es aufgegeben, mich mit Ihrem Konsumklimaindex weiter zu beschäftigen. Denn schon wenn man sich mit nutzlosen Dingen beschäftigt, vertut man Zeit. Wenn man sich aber mit dummen Sachen abgibt, ärgert man sich erst richtig. Welcher Art die "akademische Forschung" ist, auf der Ihre regelmäßigen Lach- und Spaßgeschichten beruhen, möchte ich gar nicht wissen. Generell ist es ja so, dass dort grundsätzlich nur Positives vermeldet wird. Da können die kleinen und großen Einzelhändler einer nach dem anderen schließen. Bei Ihnen in Nürnberg sieht man nur fröhliche und kaufgelaunte, deutsche Konsumenten. Selbst wenn es die "Grossen" trifft, wie beispielsweise Hertie oder SinnLeffers. Die GfK weiß nur Gutes zu berichten. Selbst wenn die Warenkreditversicherer auch den Arcandor-Konzern als potenziellen Pleitekandidaten sehen und immer mehr Einzelhändlern die Deckung versagen. Den Konsumklimaindex der GfK ficht soetwas nicht an.
Nun, wir beide wissen ja, warum das so ist. Denn schließlich ist ja der Name Gesellschaft für Konsumforschung eigentlich ein Relikt aus der Vergangenheit. Und nachdem die alten Gründungsväter tot waren zeigte es sich, dass bloßes Jubelpersertum wesentlich einträglicher ist als aufwendige Marktforschung. Daraus haben Sie denn ein wirklich gewinnbringendes und einfaches Geschäftsmodell entwickelt. Bitte erlauben Sie mir, dieses dem mitlesenden Publikum kurz zu erklären.
Also: Damit so ein Manager eines großen Einzelhandelskonzerns weiterhin für seinen schlecht gemachten Job gut bezahlt wird, muss er einige entscheidende Leute bei Laune halten. Da wären zum ersten die Eigentümer (beispielsw. die Aktionäre). Dann hätten wir da noch die Banken. Und zu guter Letzt die Lieferanten.
So lange, wie die Konjunkturmaschine ordentlich läuft, ist das auch kein Problem. Seine Verkäufer verkaufen viel an die Kunden. Er kann sich dadurch gut an die Eigentümer und Banken verkaufen. Mit den Lieferanten kann er machen, was er will. Denn wer will schon so einen Kunden verlieren.
In Krisenzeiten sieht die Sache dann ganz anders aus. Denn wenn der Umsatz einbricht, deckt der Ertrag daraus nicht mehr das Missmanagment wohlwollend zu. Da muss der Manager versuchen, ein paar Nebelgranaten zu werfen. Dafür ist dann die GfK zuständig. Sie beschwichtigt die Eigentümer und tischt den Banken eine ihrer heissgeliebten Lügengeschichten auf. Für die Lieferanten ist sie dann das Luftbläschen, das deren Hoffnung am Leben erhält.
Für diese "Dienstleistung" lässt sich die GfK, unter dem Deckmantel der Marktforschung, fürstlich bezahlen. Selbstverständlich nicht von dem Manager persönlich und aus seinem Vermögen. Für die GfK findet sich immer ein Budget in den leeren Kassen eines Kaufhauskonzerns.
Soweit für unsere Mitleser. Nun wieder zu Ihnen, werte GfK. Wie ich gelesen habe, ist Ihre Art von Dienstleistung ja sogar international ein Renner. Da sage noch einer, die weltweite Krise habe keine Vorteile. Da wird aus einem Institut erst eine GmbH und dann eine Aktiengesellschaft. Sogar international mit "SE". Respekt, es ist schon beeindruckend wie man mit den immer gleichen Textbausteinen wirtschaftlich so erfolgreich sein kann.
Weil mich Dieses nun auch so fasziniert habe ich auch ein kleines Geschenk für die GfK. So quasi mein Präsent zur erfolgreichen AG-Werdung. Ich habe mir erlaubt, schon einmal Ihre Pressemeldung zum Konsumklimaindex für die zweite Jahreshälfte 2009 zu formulieren.
Hier nun also von mir für Sie völlig gratis:
Wie die GfK mitteilt hat sich das Kaufverhalten der Deutschen auch in der ersten Jahreshälfte 2009 positiv entwickelt. Bedingt durch den Anstieg der Arbeitslosigkeit und die sich herausstellende Wirkungslosigkeit der Kurzarbeit sind die Deutschen in einer Phase der wahren Kaufeuphorie. Viele Deutsche planen für die zweite Jahreshälfte 2009 und die Weihnachtseinkäufe größere Anschaffungen. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum rechnet die GfK mit weiteren Umsatzsteigerungen im deutschen Auto- und Einzelhandel.
Na, wie ist das? Ich gebe zu, es hat nicht wirklich viel Mühe gemacht. Sie wissen ja selbst, wie einfach man solche Dummheiten hinschmiert. Schließlich machen Sie das ja schon länger als ich.
Nun also, Gesellschaft für Konsumforschung:
Viel Ertrag beim Maul-Vermieten
wünscht
J. Fuhrmann
P.S: 2007 war übrigens ein gutes Jahr. Zwar nicht für den deutschen Handel, aber für den Muskateller. Dazu brauche ich nicht einmal die Worthülsen der GfK. Das kann man sich sehr gut selbst beweisen. Beispielsweise mit dem Muskateller "Classic" 2007 von Adam Lieleg aus Leutschach/Südsteiermark.