Wissenschaftler haben eine Methode entwickelt, mit der sie ohne Einsatz eines Virus menschliche Zellen dauerhaft in vielseitig einsetzbare Stammzellen verwandeln können. Bisher werden dazu sogenannte Virus-Genfähren eingesetzt: Die Viren dringen in die Zelle ein und platzieren die gewünschten Gene an verschiedenen Stellen des Erbgutes. Dieses Verfahren ist jedoch mit Risiken verbunden, da dabei etwa versehentlich ein lebenswichtiges Gen ausgeschaltet werden kann, was wiederum die Gefahr beinhaltet, dass die Zelle entartet. Jetzt haben gleich zwei Arbeitsgruppen eine sicherere, neue Methode entwickelt: ein Team um den in Edinburgh tätigen Keisuke Kaji und eines um den in Kanada arbeitenden Knut Woltjen.
Die Wissenschaftler um Kaji verwendeten eine abgewandelte Genfähre, die ursprünglich aus Bakterien stammt und Plasmid genannt wird. Sie schleusten die vier bereits früher für die Reprogrammierung von Hautzellen verwendeten Gene – c-Myc, Klf4, Oct4 und Sox2 – in einer einzigen Genfähre in Bindegewebszellen der Maus ein, die dadurch zu pluripotenten Stammzellen wurden.
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Die kanadischen Forscher schleusten ebenfalls alle vier Gene zusammen mit dem Transposon in Bindegewebszellen des Menschen und der Maus ein. Ihnen gelang es zudem, die Genfähre zusammen mit den eingeschleusten Genen komplett aus dem Erbgut der induzierten Stammzellen wieder herauszuschneiden. Bei der Methode von Kaji ohne das Transposon verbleiben nach dem Herausschneiden noch Reste der Genfähre im Erbgut.
Stammzellen, Klone und Chimären
Im Bereich der Stammenzellenforschung scheint zur Zeit ein Durchbruch nach dem anderen zu gelingen. Das könnte in vieler Hinsicht Hoffnung machen, ist aber eben auch nicht ganz ohne Probleme.
Bei diesen Forschungsergebnissen geht es nur um das bessere und sichere Transportmittel. Die eingesetzten vier Gene sind technisch schon längst absolute Vergangenheit wie Duckhome bereits am 10. Februar berichtete:
Zunächst waren 4 Gensequenzen notwendig, von denen zwei die Gefahr eines Karzinoms boten, um ipS-Zellen zu programmieren, dann kam man mit zwei und nur einem Karzinomgen aus. Jetzt geht es mit einem ohne erhöhte Tumorgefahr. Vermutlich kann bald ganz auf die Einschleusung von Genen verzichtet werden, die immer ein Risiko bedeuten.
Die Entwicklung scheint schneller zu gehen als noch vor wenigen Monaten gedacht. Das ist auf der einen Seite gut so. Auf der anderen Seite steigert es die Mißbrauchsgefahren. Egal ob es um Chimären, Klone, die nur ein Transplantationslager, Klone die geliebte Menschen und Tiere ersetzen sollen, oder um Transplantation geht. Wir brauchen Regeln. Dies ist ein Markt, der sich nicht selbst regeln kann, weil Geld, Gefühle und Machtmissbrauch hier nahe bei einander liegen.
Würde dieser Markt sich selbst überlassen, wie es der Markt der Finanzwirtschaft war, würde es noch dramatischere Folgen geben. Sklavenwesen wären nur ein Aspekt. Es würde auch wahrscheinlich Vernichtungskämpfe gegen normale Menschen geben, weil die ja weder für Arbeit, Krieg noch Lust gebraucht würden. Es lauert dort an der Grenze ein riesiges Potential, aber eine noch viel größere Gefahr.
Um die verqueren Hoffnungen, die da bedient werden sollen, noch einmal deutlich zu machen, sei auf diesen Artikel aus dem April 2008 verwiesen. Gerade die schnellen Fortschritte sollten die Menschen vorsichtig machen, denn sie zeigen mit wie viel Geld und Elan dort geforscht wird.
Addiert man die Möglichkeiten von Klonen, Stammzellen und die Beeinflussung von Stammzellen, wird vieles möglich, das man bisher kaum denken konnte. Lustsklaven mit einem blauen, leuchtenden Fell sind ebenso denkbar wie tumbe Arbeitssklaven und alles mögliche dazwischen. Ähnlich wie die Bankster in der Finanzkrise werden sich die Firmen, die dann die entsprechenden Patente besitzen, nicht aufhalten lassen.
Monsanto hat ja schon normale Schweinegene patentieren lassen, was die Schweinezucht bald weltweit unmöglich machen könnte. Denn genau wie die USA und das Geld von Monsanto den tödlichen Genmais und andere genveränderte Pflanzen nach Europa zwingen, werden auch veränderte Menschen ohne menschliche Rechte zugelassen werden. Gekaufte Politiker haben keine Scham. Verantwortung und Politik passen schon lange in keinen Satz mehr.
Wer übrigens glaubt, dass mit der Entscheidung der EU, die Mitglieder nicht zur Einfuhr und zum Anbau von Monsanto-Gendreck zu zwingen, etwas erreicht wäre, verkennt die Lage. Die USA werden als Reaktion europäische Produkte nicht in die USA lassen und dann gibt es ein neues Handelsabkommen, welches uns den Gendreck doch aufzwingt. Es ist nur etwas Zeit gewonnen. Die Deutschen werden aber weiter Monsantos-Dreck anbauen lassen. Deutschen Politikern ist alles egal.
Wenn man das Undenkbare aber konsequent weiterdenkt, dann ist klar, was passieren wird. Arbeitssklaven, ohne Rechte und natürlich ohne Lohn, werden die Produktion übernehmen - wie gestern die Chinesen ausgebeutet wurden. Die chinesischen Wanderarbeiter hatten und haben ja zumindest noch eine theoretische Chance sich zu wehren. Sklaven werden nicht einmal mehr die Fähigkeit dazu haben.
Mit einer solchen Sklavengesellschaft stellt sich allerdings die Frage, wozu man die anderen Menschen noch braucht, die kein Geld haben, um Kunden zu sein. Die Antwort ist einfach. Man braucht sie nicht mehr. Wenn die neoliberale und wirtschaftsfaschistische Gesellschaft des Raubtierkapitalismus jemanden nicht mehr braucht, vernichtet sie ihn. Das Großkapital braucht keine Menschen, wenn seine Bedürfnisse befriedigt werden. Darin steckt eine große Gefahr.
Vor Jahren wurde diese Gefahr schon einmal in einer Kurzgeschichte angedacht. Aber die damalige Lösung wird nicht mehr funktionieren, wie sie es ja auch in der Geschichte nicht tat. Es ist wichtig, dass sich die Menschheit auf das Kommende vorbereitet. Dafür brauchen wir aber mit Sicherheit neue und verantwortungsvollere Politiker, als wir aktuell weltweit haben.
Die Firmen die ihren Profit machen wollen, brauchen hingegen Diktaturen. Unser Kampf gegen jede Art von Diktatur ist also ein Kampf für unsere langfristige Freiheit. Solche Forschungsergebnisse dürfen einfach nicht Firmen oder Staaten gehören, sondern müssen im Besitz der gesamten Menschheit sein. Open Source in der Wissenschaft ist eine der dringendsten Zukunftsforderungen.
Tags für diesen Artikel: basf, gentechnik, krieg, monsanto, neoliberal, stammzellen, wirtschaftsfaschist
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