Schulden als Ausdruck moderner Sklaverei
Deutschland ist eine Konsumgesellschaft und für die meisten Menschen ist es normal, daran beteiligt zu sein. Aber ein immer größer werdender Teil unserer Gesellschaft kann sich nur eingeschränkt am Konsum beteiligen.
Es sind verschiedene Ursachen, die zum Niedergang der „Konsumgesellschaft“ Deutschland geführt haben. Irgendwann wurde der „Sättigungsgrad“ für Konsumgüter wie z.B. Kühlschränke, TV oder Waschmaschinen erreicht. Die Nachfrage nach gehobenen Konsumgütern wie PKW, Motorrad oder Jachten wurde ebenfalls befriedigt. Im Zuge der Verteuerung von Konsumgütern einerseits und den sich stark veränderten Arbeitsmarktbedingungen (nach dem Zusammenbruch des „Ostblocks“ als Kontra Gesellschaft zur westlichen Konsumgesellschaft), mit starken Lohnabsenkungen führte dazu, dass die Konsumnachfrage, nach einer Phase der Steigerung Anfang der 90er Jahre (der Nachholbedarf in den neuen Bundesländern), Mitte der 90er Jahre zurückging und sich auf einem niedrigeren Niveau einpendelte.
Geringere Kaufkraft wird in den Industriestaaten häufig durch Konsumkredite kompensiert. Allerdings mit der negativen Folge, dass sich immer mehr Konsumenten verschulden. Dies wiederum führt zwangsläufig dazu, dass noch weniger konsumiert wird. Um mehr Konsumnachfrage zu kreieren wurden neue Kreditmodelle entwickelt um mehr Menschen zur Konsumentenhaltung zu „überreden“. Mittlerweile kann alles über Kredite finanziert werden. Viele Menschen haben aber dabei das Problem, dass sie den Überblick über ihre tatsächliche wirtschaftliche Situation verlieren. Der Konsumindustrie ist das schlicht egal und sie lehnt jede Verantwortung dafür ab. Sie will auch für die sozialen Folgen von Verschuldung nicht aufkommen.
Konzerne und Banken lehnen nicht nur jede Verantwortung ab, im Gegenteil, sie fordern stärkere Auswahlkriterien dafür, wer Kredite bekommen soll und wer nicht. Verschärfte Kreditvergaberichtlinien für Privatkredite, als BASE II bezeichnet, wurden vor mehreren Jahren bereits eingeführt. Kreditgeber sollten damit vor Verlusten geschützt werden, weil deren wirtschaftlicher Schaden durch nicht beglichene Kredite beträchtlich ist und stetig gestiegen ist. Wie hoch die Kreditausfälle wirklich sind, wird wie ein peinliches Geheimnis gehütet.
Schätzungen gehen aber von mehreren Milliarden Euro jährlich aus, die bei Kreditinstituten und Warenhäusern durch geplatzte Schecks, gesperrte Konten und Kreditkarten aufgelaufen sind. Die Bank haftet für „faule Kredite“ oder Geldforderungen aus Krediten. Die Verzinsung von geliehenem Geld ist ein sehr profitträchtiges Geschäft für Kreditanstalten und Banken überall auf der Welt. Ohne Kreditgeschäfte würde der Kapitalismus vermutlich zusammenbrechen und bei konsequenter Umsetzung von Base II würde die Zahl „kreditwürdiger“ Kunden erheblich abnehmen. Damit würden die Kreditgeber ihre wichtigste Einnahmequelle verlieren.
Ein Grund, warum viele „kreditunwürdige“ Bürger dennoch Kredite erhalten, ist auch im Bezahlungssystem für die Beschäftigten zu suchen. Denn Banken geben ihren Beschäftigten Abschlussprämien für Kreditgeschäfte.Dabei besteht die Gefahr, dass diese ihre Gehälter durch Prämien aufzupeppen versuchen. Auch über diese Problematik will die Kreditwirtschaft nicht sprechen. Denn worin sollte die Motivation der Banker sonst liegen, potentiellen Kunden Kredite zu verkaufen. Ohne Kreditgeschäfte wäre keine Bank überlebensfähig. Und genau darin liegt die Begründung, warum Banken dann versuchen, auch noch ihre Risiken gewinnbringend zu verhökern.
Der Kredit- und Finanzwirtschaft ist das kurzfristige Geschäft wichtiger als Moral, Anstand oder soziale Verantwortung. Im Zusammenspiel mit der Konsumindustrie (oftmals sind Konzerne auch Bankinhaber) wurde so „künstlich“ die Konsumnachfrage hoch gehalten, obwohl das Risiko der Überschuldung von Kunden offensichtlich ist. Solange die Gesellschaft für die Folgeschäden aufkommen muss, ohne die Kredit- und Finanzwirtschaft in geeigneter Weise an den Kosten zu beteiligen, läuft es für diese Branche wunderbar.Wer sind die Schuldner?
Die USA als Konsumschlaraffenland haben für lange Zeit anderen Industriestaaten vorgemacht, wie man mit Konsumkrediten „künstlich“ eine Nachfrage schafft, und die meisten Finanzprodukte die wir heute kennen, wurden anfänglich auch dort entwickelt.
Mittlerweile beschäftigen die Finanzkonzerne, Banken, Kreditvermittler und Versicherungen, hochbezahlte Angestellte, die nur dazu beschäftigt werden, neue Produkte zu kreieren, um eine Nachfrage zu schaffen.Wäre es nicht zu dem breit angelegten Ausbau von Finanzierungsmodellen gekommen (Kredite für jedermann), hätten die USA bereits vor Jahrzehnten eine tiefe Rezession erlebt, die sich dauerhaft auf die gesamte Wirtschaft gedrückt hätte. Denn die Mehrzahl der US-Amerikaner besitzt kaum Vermögen und verdient zu wenig.
Die Verteilung zwischen Geld und Vermögen verläuft zuungunsten der breiten Mehrheit der US-Amerikaner.In unserer heutigen „modernen“ Gesellschaft ist die gesellschaftliche Stellung des einzelnen meist über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bestimmt und für viele hängt sogar der Familienwunsch daran.
Wirtschaftliche Spielräume bieten die Chance, unabhängig zu sein oder Entscheidungen ohne finanziellen Druck zu schaffen.
Politische Entscheidungen bestimmen mit, wie sich gesellschaftliche Verhältnisse entwickeln oder verändern. Verfehlen gesetzliche Grundlagen ihre Katalysatorfunktion in der kapitalistischen Weltordnung, spüren das alle.
Die, die von Erwerbsarbeit leben und genauso die, die nicht in der Lage sind, für ihren Broterwerb selbst zu sorgen.
In diesem Zusammenhang sind Vergleiche zu Lebensbedingungen anderer Industriestaaten interessant.Besonders die USA geraten zwangsläufig in die Betrachtung, weil es dort Besonderheiten gibt, die es in dieser Form nirgendwo anders gibt. Schon seit einigen Jahrzehnten ist es in den USA üblich, dass die Bevölkerung ihren Konsumbedarf über Kredite finanziert. Ratenkauf, Leasing und Konsumkredite sind weit verbreitet und nichts besondere. Der Konsument kann fast alles über einen Konsumkredit finanzieren und sogar Dienstleistungen werden geleast. Entscheidend ist, ob er kreditwürdig und kreditfähig ist.
Aufgrund der sozialen Zusammensetzung der amerikanischen Bevölkerung ist den Kreditinstituten schon lange bewusst, dass sich viele Amerikaner aufgrund ihrer Einkommenssituation eigentlich am Konsum nicht beteiligen könnten. Aber was zum üblichen Lebensstandard gehört, wird angeschafft. Autos, Kühlschränke, Klimaanlagen und vor allem Wohnraum, aber anders als in Deutschland sind Mietwohnungen selten, weil der Amerikaner üblicherweise ein Haus oder eine Wohnung als Eigentum besitzt.
Speziell der Hausbau wurde vielen Amerikanern, trotz kleiner Einkommen, durch Kredite ermöglicht.
Kaum einer von ihnen hatte ernsthaft geglaubt, dass er die Raten nicht zahlen könne – im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kam die Realität dann schneller als erwartet. Weil Kreditfinanzierer ihre Risiken begrenzen wollten, wollten sie die Kreditschulden ihrer Kunden weiterverscherbeln und erhöhten die Zinsen.
Durch Jobverlust haben viele US-Amerikaner ihrer Ratenzahlungen nicht mehr leisten können, die Finanzierer blieben auf den Immobilien sitzen, infolgedessen fielen die Immobilienpreise ins Bodenlose.
Wo steht Deutschland?
Statistiken vieler namhafter Institute und Einrichtungen (HBS, FES, DESTATIS etc.) belegen sehr deutlich, dass wir in Deutschland bereits seit mehr als 10 Jahren eine gewaltige „Umverteilungspolitik“ erleben, die zu Ungunsten der überwiegenden Erwerbsbevölkerung sowie der Nichterwerbsfähigen läuft. Während wenige Menschen über „immer mehr“ Kapital verfügen, hat die breite Masse des Volkes immer weniger Kapital.
Das Vermögen ist in Deutschland noch erheblich ungleicher verteilt als die Einkommen: Das oberste Zehntel vereinte 2002 etwa 56 Prozent aller Vermögen auf sich. Dagegen besaß die untere Hälfte der Bevölkerung gerade 2 Prozent des Gesamtvermögens (Quelle Destatis).
Niedriglohn durch Lohndumping, fehlende Lohnanpassungen an die Teuerungsraten haben in den letzten 10 Jahren bei vielen Erwerbstätigen dafür gesorgt, dass Auslandsurlaube oder überhaupt Konsum nur begrenzt möglich ist. Dies spüren fast alle Branchen, aber besonders der Einzelhandel leidet darunter.Immer mehr Menschen können von ihrer Vollerwerbstätigkeit allein nicht leben. Der Niedriglohnsektor betrifft in Deutschland mittlerweile etwa 13 Millionen Menschen. Prekäre Arbeit ersetzt zunehmend die „Normalbeschäftigung“ mit tariflicher Bindung. Befristete Beschäftigung und Leiharbeit sind die Bereiche mit der höchsten Wachstumsrate. Fast 800.000 Leiharbeitern gab es im November 2008, und mittlerweile ist jedes zweite neue Arbeitsverhältnis ein befristeter Arbeitsvertrag.
Jeder achte Leiharbeiter war zusätzlich auf Leistungen vom Staat angewiesen, weil dessen Lohn so gering ist.
Zusammengenommen sind in Deutschland also fast 20 Millionen Menschen nur eingeschränkt in der Lage, Konsum außerhalb des „zum Leben notwendigen“ umzusetzen. Dies hat erhebliche Auswirkungen für die Wirtschaft. Das Deutschland zum Exportweltmeister wurde, liegt auch daran, dass die Industrie mangels inländischer Nachfrage, ihre Produkte außerhalb der BRD anbieten muss, um ihre Gewinne zu sichern.
Bereits seit mehr als 10 Jahren erlebt der Einzelhandel in Deutschland einen nie gekannten Abschwung. Nach Schätzungen von Verdi und der Hans-Böckler Stiftung wurden allein in den letzten 6 Jahren fast 5 Millionen Arbeitsplätze im Einzelhandel überflüssig. Das Sterben des Einzel- und Fachhandels wurde durch die aggressive Marktpolitik der Discounterketten, die sich mit ihrer restriktive Preispolitik durchsetzen, eingeläutet.
Die hohe Verdichtung im Einzelhandel wurde und wird mit massivem Arbeitsplatzabbau erkauft.
Die Verschuldung durch Konsum sind maßgebliche Kennzeichen der Überflussgesellschaft und Ausdruck der fehlenden Handlungsfähigkeit der Politik zu einem konsequenten Gegensteuern. Die Verquickung der Beteiligten zwischen politischen und wirtschaftlichen Interessen führt zu erheblichen Problemen.
Wer verschuldet ist, lebt in sozial prekären Lebensumständen, und damit gehen gesundheitliche Gefahren einher.Wer verschuldet ist, wird am Arbeitsplatz eher bereit sein, negative Entwicklungen mitzutragen, weil er ja den Job zur Begleichung der Schulden braucht. Treten dann noch familiäre Probleme hinzu oder verliert der Betroffene seine Arbeit, ist der gesellschaftliche Abstieg vorprogrammiert.
Wie wirken sich Schulden aus?
Verschuldung ist destruktiv für die Menschen, vor allem wenn sie Erwerbstätig sind. Überwiegen die Geldnöte, sinkt die Motivation zur „Maloche“ überdurchschnittlich. In der Folge ergibt sich ein Kreislauf des wirtschaftlichen Abstiegs, der meist mit dem sozialen gepaart ist. Nach den wirtschaftlichen kommen oft Familienschwierigkeiten hinzu, das Chaos ist perfekt.Manche Unternehmen kündigen ihren Beschäftigten, wenn sich Lohnpfändungen häufen. Wer eine Arbeit sucht und gleichzeitig von Pfändungen bedroht ist, hat oft keine Chance am Arbeitsmarkt.
Die soziale Verantwortung vieler Unternehmen hört dort auf, wo der Papierkrieg beginnt, und für die Betroffenen schließt sich damit der Kreislauf des sozialen Abstiegs.Unerträglich wird die Situation besonders derer, die nicht mehr erwerbsfähig sind und gleichzeitig verschuldet. Ihr Lebensschicksal ist fast unausweichlich durch Armut gekennzeichnet, aus der sie sich kaum befreien können. Infolge ihrer Resignation und dem Verlust des Glaubens an die Gesellschaft, im Sinne der sozialen Gemeinschaft, führt dies auch zur Politikverdrossenheit.
Wer überschuldet ist, wird möglicherweise „sein Leben lang“ daran abzahlen müssen. Immer mehr Teile der Bevölkerung drohen unter ihrer Schuldenlast zu ersticken, und den Ausstieg schaffen nur wenige.
Für die größer werdende Anzahl der Klienten wurde das Privatinsolvenzrecht geschaffen, das die Chance bietet, innerhalb weniger Jahre die Schulden abzutragen. In fast allen Industriestaaten wurden in den letzten Jahren Modelle erarbeitet, um für verschuldete Privatkunden einen „Neustart“ in den Konsum zu bieten. Nach einer aktuellen Schuldenermittlung von 50 deutschen Grosstädten sind zwischen 9 bis 20 Prozent der jeweiligen Stadtbevölkerung überschuldet. Es herrscht ein großes Nord-Süd- und Ost-West-Gefälle. Überdurchschnittlich viele Schuldner sind in der Stadt Halle/Saale zu finden, mit fast 20 Prozent, während in Freiburg nur 8,7 Prozent der Bevölkerung überschuldet sind (Quelle: Men's Health 2009).
Seit 1999 bis heute haben fast 500.000 Verbraucher einen Insolvenzantrag in der Erwartung gestellt, ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu bewältigen. Die Anzahl der Verfahren stieg von Jahr zu Jahr, bis auf rund 105.000 Anträge im Jahr 2007, von denen auch nur wenige abgewiesen wurden. Zum Jahresende 2007 und in der ersten Jahreshälfte 2008 zeichnet sich jedoch erstmals seit Einführung der Insolvenzordnung 1999 eine Beruhigung ab. 48.000 Verbraucherinsolvenzen gab es im ersten Halbjahr 2008 und damit 7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 2007 betrugen die durchschnittlichen Schulden mit 59.000 Euro nur noch rund ein Drittel der Durchschnittssumme des Jahres 2001. 41 Prozent der beratenen Personen waren 2007 mit weniger als 10.000 Euro bei ihren Gläubigern im Rückstand. Nur bei knapp 8 Prozent der beratenen Personen überstiegen die Verbindlichkeiten die 100.000 Euro-Grenze. Bei Personen, die weder Verpflichtungen aus Hypothekarkrediten hatten noch selbstständig sind oder waren, entfielen knapp die Hälfte aller Schulden auf Banken in Form von Raten- und Dispositionskrediten. Mit deutlichem Abstand folgten die Schulden bei Inkassobüros (12 %), öffentlichen Gläubigern (7 %), bei Privatpersonen (4 %) sowie bei Vermietern (4 %). Arbeitslosigkeit wird als häufigster Auslöser (29 %) für eine Überschuldungssituation genannt. Ein weiterer Auslöser ist die unwirtschaftliche Haushaltführung (9 %), wobei die gescheiterte Immobilienfinanzierung (4 %) nur in relativ wenigen Fällen der Hauptauslöser für Überschuldung genannt wird. Die durchschnittliche aktuelle Kreditverpflichtung (Restschuld) bei Konsumentenkrediten ist 2007 (8.078 Euro) im Vergleich zum Vorjahr (2006: 8.087 Euro) nahezu unverändert. (Quelle Schufa Privat-Schulden-Index 2008).
Vom Schuldner zum Sklaven
Die unausweichliche Abhängigkeit zum Kapital und das Bemessen der eigenen Möglichkeiten, die unverrückbar mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit verknüpft sind, bilden einen Zusammenhang, der durchaus mit der Sklaverei vergangener Jahrhunderte verglichen werden kann. Die Folgen der Abhängigkeit von Gläubigern kann für die Betroffenen zum Desaster werden, das nicht selten mit dem Tod des Klienten endet.
Wer Kreditraten nicht bezahlen kann, dem droht schnell die Zwangsvollstreckung für das „Gepumpte“.Etwa 5 Millionen Amerikaner haben inzwischen ihre Immobilie verloren, für viele bleibt am Ende nichts.
In den USA ist anders als bei uns der Besitz von Grund und Boden Normalität und es gibt kaum Chancen, Wohnraum anzumieten. Dadurch entstehen andere Besitzstände als bei uns und andere Sorgen.
In den letzten Jahren stieg zwar die Zahl der Mietschulden nach offiziellen Angaben nicht mehr an. Aber deutschlandweit werden Vermietern Milliardensummen geschuldet (für die auch Schuldzinsen auflaufen).
In Berlin beliefen sich diese 2007 bei etwa 135 Millionen Euro (Quelle Verband der Berlin Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU)). Die Mietschulden sind 2005 weiter zurückgegangen - von 720 Millionen Euro im Vorjahr auf 627 Millionen Euro bundesweit, so der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW).
Mit der Verschuldung steigt die Zahl von Inkassounternehmen und Schuldeneintreibern, die ihren Kunden versprechen, dass wenigstens der größere Teil von Forderungen beigebracht wird.
Mittlerweile kann von einer Industrie gesprochen werden. In allen Industriestaaten ist für diese Firmen seit einigen Jahren ein sprichwörtlicher Boom ausgebrochen mit dem Schuldengeschäft. Auch die Privatisierung der Schuldenberatung hat ein lukratives Geschäft etabliert. Schuldeneintreiber sind häufig beanspruchte „Dienstleister“ - mittlerweile eine „seriöse“ Branche.
Das Geschäft der Schuldeneintreiber gibt es schon sehr lange und mindestens ebenso lange besteht der damit verbundene schlechte Ruf. Im Mittelalter ging diesen „Schergen“ der Großgrundbesitzer, Adeligen und der Kirche der Ruf der Mordbrenner, Vergewaltiger und Halsabschneider voraus. Während heutzutage die Mehrzahl der Firmen im Geldeintreiber-Gewerbe seriös arbeitet, gibt es auch wieder Schattenseiten.Einige Unternehmer versuchen allein schon mit ihren Firmennahmen wie „Moskau Inkasso“ oder „Polen-Inkasso“ von ihrer „Unnachgiebigkeit“ zu überzeugen. Einige schrecken auch nicht vor Drohungen, Erpressungsversuchen oder körperlicher Gewalt zurück. Die gerichtlichen Klagen gegen solche mafiaähnliche Vorgehensweisen mehren sich. Für Gläubiger stellt diese „Dienstleistungsbranche“ oft die scheinbar überzeugendste Variante dar, um an ihr überfälliges Geld heranzukommen.
Verschuldung ist die Sklaverei des 21.Jahrhunderts!
Wer in die Schuldenfalle gerät ist quasi ausgeliefert. Ausgeliefert allen, die darüber bestimmen, wie mit Schuldnern umzugehen ist. Wer z.B. in Kreisen der Mafia verschuldet ist, wird entweder getötet oder muss niedrige „Frondienste“ ableisten. Und was unterscheidet unsere Gesellschaft davon?
Bonität und Schuldenfreiheit des einzelnen Bürgers entscheiden in unserer Gesellschaft darüber, ob er Zugang zu guter Bildung oder Erziehung für die hat und wieweit die Kulturangebote genutzt werden.Der soziale Status wird über den Zugang zu Geld bestimmt. Sogar die Beziehungsfähigkeit wird oft an dem „Marktwert“ des anderen bemessen. Der Status der Erwerbsfähigkeit entscheidet nicht selten darüber, ob der Wunsch nach Kindern erfüllbar ist oder nicht. Wer z.B. erwerbslos ist, wird Probleme haben, eine Partnerin zu finden oder zu behalten. Geldbesitz und Gelderwerb sind also zwingend die Voraussetzungen in der modernen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Demzufolge bedeutet also Verschuldung im Umkehrschluss „Unfreiheit“!
Der Entzug einer Erwerbsarbeit stellt quasi einen Schaden für die Volkswirtschaft dar, haften tut dafür aber meist der Erwerbstätige.
Dem Erwerbszwang wird nicht die Erwerbsfähigkeit im Sinne eines Anspruchs auf Arbeit gleichgestellt oder ein Recht auf Arbeit vorangestellt. Der Zwang zur Arbeit ist durch das Grundgesetz zwar verboten, aber der wirtschaftliche bzw. soziale Druck auf Menschen dazu ist es nicht.
Der Grundsatz, die deutsche Gesellschaft sehe ihre materielle Grundlage in einer Erwerbsbevölkerung, so wie im Grundgesetz der Bundesrepublik verankert, ist ein Trugschluss – denn wir haben keine Vollbeschäftigung!Auch oder gerade unter der Betrachtung, dass Vollbeschäftigung immer noch den Dreh- und Angelpunkt der Wirtschafts- und Sozialpolitik bildet, verblendet dies den Blick dafür, dass es in Deutschland immer noch keine verbindliche, einklagbare Grundlage gibt, die eine Vollerwerbsarbeit mit einem Entlohnungsgegenwert verbindet, der es den Arbeitenden ermöglicht, ohne weitere Zusatzleistungen der Gesellschaft (des Staates) einen angemessenen Lebensstandard zu erreichen. Weiterhin bleibt die Frage unbeantwortet, unter welchen Aspekten eine Erwerbsarbeit stattfindet (im Sinne humanistischer, ethischer und sozialer Betrachtung), weil diese sonst nur dem Zwecke der Ausbeutung oder Verwertung entspräche (und dafür haben wir schlechte historische Beispiele in der deutschen Geschichte).
Die heutigen Entwicklungen führen dazu, dass die inhaltliche Bedeutung von Erwerbsarbeit und Verdienst neu definiert werden müsste, wenn sie einen ehrlichen Charakter haben sollte. Aber dass geschieht bisher nicht!
Arbeit muss neu verteilt werden, wenn jeder, der erwerbstätig sein will, eine Erwerbsarbeit bekommen soll.Verschuldung macht unfrei! Geld- und Finanzmärkte, Macht und Profit dürfen nicht mehr dazu führen, dass Menschen in Abhängigkeit, gleichbedeutend der Leibeigenschaft oder Sklaverei, kommen. Sklaverei wurde geächtet und verboten - wann werden Zinssysteme auf Schulden geächtet und abgeschafft? Wann werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, die Unfreiheit durch Schulden zu beseitigen – weltweit!























Da gibts noch was. Banken gehen in zunehmenden Maße bei der Kreditvergabe mit entsprechenden Rankings vor.
1. wieviele male umgezogen, gleich aus welchen Grund, auch wenn sich die persönliche Situation / Einkommen / Job verbessert!
Also Minuspunkt im Scoring der Schufa
( Schufa... auch so ein Verein )
Der Oberhammer und Überbrüller ist der,
dass bereits jetzt der Wohnort UND die Strasse im Scoring berücksichtigt wird!!
Alles klar oder?
Demnächst muss man noch Angaben zum Handgelenkknochen der Uroma machen, wenn der zu groß ist fällst Du eben durch...
Vollkommen durchgeknalle Bankenwelt, Wahnsinnige und Kranke unterwegs!
Stellt man sich die Frage wo das Ende der Fahnenstange ist.
"während in Freiburg nur 8,7 Prozent der Bevölkerung überschuldet sind"
Das nur finde ich fehl am Platz. Fast einer von 10 ist überschuldet. Das finde ich persönlich ziemlich viel.
"Wann werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, die Unfreiheit durch Schulden zu beseitigen – weltweit!"
Das ist ein hohes Ziel. Es geht mit einem enormen Machtverlust einher. Aus diesem Grund denke ich, dass es noch eine Weile dauern wird. Es würde viele Menschen eingeredet werden, dass eine Änderung sie zu Verlierern macht. Schließlich verlieren sie ja vielleicht ihre üppigen 0.5-3% Zinsen auf ihr Erspartes. Das sie schon zu den Verlierern gehören will keiner einsehen. Schließlich müssen die Zinseinnahmen der oberen 10% von den restlichen 90% getragen werden. Das heißt automatisch, dass man bis 80% definitiv draufzahlt.
Reichtum saugt die Menschen aus, nimmt letztendlich deren Leben.
(Einseitiger)Reichtum führt zu Zerfall.
Gruß
Alex
nun zur Anmerkung, mein Artikel sei destruktiv und keine Antworten bzw. Lösungsansätze enthält.
Es war nicht Kernpunkt meines Artikels, persé Lösungsansätze anzubieten, sondern ein Schritt davor, indem ich darauf hinzuweise, dass Konsumabhängigkeit und das konsumieren "auf Pump" in die wirtschaftliche Zwangsabhängigkeit, von mir als Sklaverei bezeichnet, führen.
Letztendlich hoffe ich mit der Herstellung von Zusammenhängen verdeutlichen zu können, wie in der Gegenwart eine "neue" moderne Form der Sklaverei praktiziert wird.
Worin Lösungsansätze liegen wäre umfänglich einen eigenen Artikel wert.