Die Schweizer Flugsicherungsbude Skyguide hat angekündigt, 30 Millionen Euro im Jahr einsparen zu wollen, weil weniger Flugbewegungen ihr auch weniger Umsatz bescherten. Selbstverständlich soll dabei nicht zu Lasten der Sicherheit gespart werden. Ganz sicher nicht. Oder vielleicht auch nicht ganz so sicher, wenn man an den 1. Juli 2002 denkt, als ein Lotse von Skyguide eine russische Tupolew-Passagiermaschine und eine Fracht-Boeing im von Skyguide kontrollierten Luftraum bei Überlingen (Deutschland) kollidieren ließ und dabei insgesamt 71 Insassen starben, unter ihnen 49 Kinder aus der russischen Teilrepublik Baschkirien.
Damals hatte Skyguide nur einen überforderten Lotsen ohne Telefonverbindung und mit reduzierten Systemen im Einsatz, weil ja auch Wartungsarbeiten so billig wie nötig durchgeführt werden müssen, um möglichst viel Geld als Gewinn zu generieren. Nach allgemeiner Auffassung hatte Skyguide damals aus lauter Gier sämtliche Sicherheitsvorschriften außer Acht gelassen.
Es war die gleiche Gier, die Skyguide daran hinderte, mit den Angehörigen der Opfer vernünftig umzugehen. Um ja alle Folgekosten für Schadensersatz zu verhindern und natürlich auch um der Schweizer Justiz keinen Anlass für ernsthafte Ermittlungen zu geben, wurden die Opfer praktisch verhöhnt und die Ursachen verschleiert. Das Schweizer Rechtssystem spielte freundlich mit, wie es das bei Schweizer Geld und Schweizer Bürgern immer wieder tut.
Fünf Jahre nach den Morden von Überlingen kam es zu einem läppischen Urteil mit mehr als milden Bewährungsstrafen.
Finanziell ist die Schweiz auch nicht betroffen, weil schon im Juli 2006 das Landgericht Konstanz feststellte, dass
Deutschland für den Schadensersatz zuständig ist, weil der Unfall ja innerhalb des deutschen Luftraumes passierte. Denn natürlich haftet Deutschland, wenn es die Schweizer deutschen Luftraum kontrollieren lässt, weil diese sonst gar keinen Luftverkehr in der Nordschweiz haben könnten, bzw. diesen von Deutschland kontrollieren lassen müssten.
Wenn also Skyguide von Sparen spricht, dann ist Vorsicht geboten. Der Luftraum über der Schweiz und der mit Segen der deutschen Bundesregierung okkupierte Luftraum über Deutschland entwickeln sich da höchstwahrscheinlich zur Hochrisikozone, die man als vernünftiger Mensch besser meiden sollte. Wenn Skyguide mit Sparen droht, dann wird Skyguide sparen. Sparen lässt sich bei der Flugüberwachung am leichtesten am Personal. Die Urteile zu Überlingen haben Skyguide praktisch einen Freifahrtschein für die unsinnigsten und gefährlichsten Sparmanöver gegeben.
Es ist deshalb sinnvoll, den von Skyguide kontrollierten Luftraum zu meiden. Wer das kann, sollte sich bei seiner Luftfahrtgesellschaft erkundigen, ob sein Flug durch ein von Skyguide vermutlich nicht sicher kontrolliertes Luftgebiet führe und - wenn das zutrifft - vielleicht eine längere, aber sichere Route oder ein anderes Verkehrsmittel wählen.
Für die Bundesregierung stellt sich angesichts dieser Sparandrohung von Skyguide die Frage, ob die Überlassung deutschen Luftraumes nicht noch einmal überdacht werden muss. Allerdings müssten dann wahrscheinlich erst Leute in die Bundesregierung, die denken könnten. Es bleibt wieder einmal dem Bürger selbst überlassen, für sich zu sorgen.
Von Jochen Hoff - Duckhome Die Schweizer Flugsicherungsbude Skyguide hat angekündigt 30 Millionen Euro im Jahr einsparen zu wollen, weil weniger Flugbewegungen ihr auch weniger Umsatz bescheren. Selbstverständlich soll dabei nicht zu Lasten der Siche... ...
Daniel Weder ist der Vorstandsvorsitzende der Schweizer Flugsicherungsbude Skyguide, die dafür verantwortlich ist, dass am 1. Juli 2002 eine Tupolew der Bashkirian Airlines mit einer DHL-Frachtmaschine vom Typ Boeing 757 kollidierte ...