Erst mal vorab und auf Grund dessen, dass ich das Thema Althaus (auch vom Umfeld her) relativ ausführlich beleuchten möchte, jedoch die einzelnen Teile übersichtlich bleiben sollen, komme ich an einem Teil III+ nicht vorbei! Also werde ich hoffentlich weiter für interessante Lektüre sorgen!
Die doch nun schnelle Veröffentlichung des zweiten Teils hängt vor allem damit zusammen, dass ich gewisse Entwicklungen nicht mehr abwarten wollte, vor allem die, ob es Althaus tatsächlich „drauf hat“, in die Politik bzw. seine Funktion zurückzukehren. Da das aber sehr wahrscheinlich ist und eine wundersame, weil beschleunigte Heilung eintrat, die ihn in wenigen Tagen vom vernehmungsunfähigen Patienten zum nun doch antretenden Spitzenkandidaten der CDU zur anstehenden Landtagswahl in Thüringen machte, der laut einschlägiger Äußerungen sogar bald in der Lage sei, zwei Wahlkampfreden*) pro Tag zu führen, ist es höchste Zeit, diesen Herrn weiter und zeitnah zu beleuchten. Außerdem überschlagen sich ja täglich die Meldungen zu ihm, in den beiden letzten Tagen sogar stündlich.
*) Zitat
sueddeutsche.de vom 5.2.09:
Unterdessen sitzt der unsichtbare Patient am Bodensee. Die Ärzte bescheinigen ihm, dass er noch keine komplette Zeitung lesen kann und die Fernsehnachrichten nur als unbeteiligter Zuschauer sieht. Wahlkampfreden werde er auch nur allenfalls zwei am Tag halten können. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Althaus im Moment eher das Opfer des Stückes ist.
Zuvor sollten aber alle, die den ersten Teil nicht gelesen haben, diesen bitte hier zur Kenntnis nehmen:
Und nochmal und gerade Dieter Althaus – Teil I
Einleitend möchte ich noch kurz auf folgendes aufmerksam machen: da der erste Teil bei manchem Kommentator die Emotionen etwas überkochen ließ, verweise ich nochmal explizit darauf, dass wir keine Kommentare mehr veröffentlichen werden, wo Althaus, Verursacher des tödlichen Skiunfalls, als Mörder oder Verbrecher tituliert wird. Ich hoffe, dass jeder lesen kann, was damit gemeint ist: Althaus wurde rechtskräftig wegen fahrlässiger Tötung verurteilt!
Nun aber zur Sache:
Dieter Althaus als Kreisschulrat, Dezernent und Kultusminister
Wie schon im Teil I nachzulesen war, stieg Althaus sehr schnell vom stellvertretenden Schuldirektor und Lehrer einer sozialistischen, polytechnischen Oberschule in die Funktion des sog. Kreisschulrates (also im Prinzip der Chef aller Lehrer eines Kreises) des Kreises Heiligenstadt auf. Dazu kann man sagen, dass damals über Nacht ohne Ansehen oder Prüfung der Person alle staatsnahen bzw. parteipolitischen Funktionäre der sogenannten ersten Reihe von oben nach unten und von unten nach oben von einem Tag auf den anderen ausgewechselt wurden! Man kann also wirklich und fast wörtlich von Nacht- und Nebelaktionen reden. Bei den meisten hat ausgereicht, dass sie in der SED waren, und dies über Jahre.
Also waren die Blitzablösungen typische Erscheinungsbilder einer Revolution, eines Umsturzes bzw. einer organisierten Konterrevolution. Mit der damals wie später hoch propagierten BRD-Rechtsstaatlichkeit hatte das rein gar nichts zu tun. Man könnte sogar so weit gehen zu fragen, ob die Nachfolger, also auch ein Althaus, zu rechtens in die jeweilige Position kamen oder sich diese mit ihren Seilschaften nur erschlichen haben - oder sich moralisch und bei einer „anderen“ Rechtsstaatlichkeit nicht sogar strafrechtlich schuldig gemacht haben … Aber das wird in diesem System niemand mehr zu prüfen haben! Fest steht, dass viele der Geschassten über Nacht ohne Tätigkeit (Arbeitsämter gab es ja in dem Sinne noch nicht) und teilweise über Monate ohne irgendein Einkommen dastanden! Einige haben dann nur den Ausweg im Selbstmord gesehen!
Man könnte es natürlich im Nachhinein mit den sogenannten freien und letzten Kommunalwahlen der DDR begründen, was aber ein absolut lächerliches Argument der Umstürzler/Einvernehmer wäre, die all diesen Vorgängen den Mantel der geschichtlichen und demokratischen Korrektheit umwerfen wollten und wollen. Denn eines ist Fakt, der allergrößte Teil der DDR-Bevölkerung hätte damals auch den Mann vom Mond und die Marsmenschen gewählt, wenn diese zur Wahl gestanden und den goldenen Westen versprochen hätten. Man kann davon ausgehen, dass auch diese Wahlen im weitesten Sinne nicht frei waren. Nicht frei im Sinne von moralisch-politischen Emotionen! Denn wer von der breiten DDR-Bevölkerung wusste damals wirklich, was mit den (zwar bekannten Namen) Parteien anzufangen war. CDU klang gut, weil CDU (West) BRD, Kohl und vor allem die harte Deutsche Mark bedeutete. In meinen Augen damals schon eine indirekt gekaufte Wahl!
Ich möchte mich natürlich hier von einer Verklärung der DDR distanzieren. Die Zeit der DDR war abgelaufen, was aber noch viele andere Gründe hatte. Für
ALLE Deutschen war es schlussendlich sehr gut, dass trotzdem alles friedlich über die Bühne ging! Und es war ein sehr eng begrenztes, geschichtliches Zeitfenster, das sich damals öffnete! Und genau durch dieses Zeitfenster sprang nun auch ein Dieter Althaus, von wem oder was auch immer gepusht (siehe Teil I, Thema Sleeper).
Leider findet sich rein gar nichts an unabhängigen Quellen aus und über diese Zeit zu Althaus. Wie ich schon schrieb, ein weißer Fleck! Gleiches gilt für die Zeit als Dezernent. Das einzige, was in dieser Zeit bis 1992 anzunehmender Weise geschehen sein wird, ist das, dass sich das Einkommen von Althaus (wie das auch anderer Emporkömmlinge) entsprechend sichernd entwickelt hat, dafür aber z.B. dutzende nunmehr untragbare Lehrer und kleine Pionierleiter in Thüringen aus dem Schuldienst flogen! Auch wissen viele verbliebenen Staatsdiener aus Polizei, Feuerwehr, aber auch Lehrer usw. zu berichten, dass sie schon mal ein oder mehrere Monate keine bzw. verspätete Bezüge bekamen, also sehen mussten, wie sie über die Runden kamen. Heute lapidar als Wendezeitchaos bezeichnet. Ich möchte wetten, dass die Bezüge eines Dieter Althaus regelmäßig auf seinem Konto waren! Vielleicht wird einmal in Zukunft ein wie auch immer geartetes Gericht über diese Zeit der Schande von Deutschen gegen Deutsche urteilen. Dann müssen aber Namen auf den Tisch! Ich bin mir sicher, dass dabei der Name Althaus auch erscheinen würde!
Auch hier nochmal vorsorglich, ich will niemanden verteidigen, der in der DDR andere Menschen aus politischen Gründen, Wichtigtuerei, Karrieregeilheit oder gar materiellen Gründen in Probleme oder gar ins Gefängnis brachte. Diese Figuren waren genauso Arschlöcher und meine Familie hatte unter solchen Verhältnissen auch nicht zu knapp (inkl. Gefängnis wegen politischer Verurteilung beim Großvater) zu leiden! Aber so war nicht die Masse der Systemmitläufer in den späten Jahren der DDR, wie es immer so schön heutzutage geschichtsverfälschend offeriert werden soll. Schon gar nicht die Masse der tausenden „Funktionäre“ war so, wovon viele ohne fragen nach einer zusätzlichen Entlohnung „Tag und Nacht rannten“, wie es damals in diesen Kreisen hieß. Es gab so viele „Funktionärsfamilien“, wo beispielsweise die Kinder auch von frühen Tagen an auf eigenen Füßen stehen mussten. Natürlich gab es bei solchen Familien kein echtes Familienleben und so passierte es nicht zu knapp, dass „Funktionärskinder“ kleine und große Probleme bereiteten oder gar mit der Justiz aneckten. Damals wurde aber im Gegensatz zu heute (gell Herr Althaus!) ohne Ansehen der Person vorgegangen (Ausnahmen bestätigen wie in jedem System die Regel). Aber lassen wir das. Ich wollte nur mal in diesem Zusammenhang den Leuten eine kleine Plattform geben, die die Verlierer der Wende sind, aber trotzdem vielfach gute und anständige Menschen, manchmal auch echte Freunde waren. Heute findet man bei den Systemschranzen keine Freunde mehr, wenn man sich nicht dazuzählt oder dazuzählen will!
Nun kam das Jahr 1992. Am 5. Februar 1992 wurde Vogel als Nachfolger des zurückgetretenen Josef Duchač zum Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen gewählt. Schon am 11. Februar war dann Althaus zum neuen Kultusminister unter Vogel berufen!
Hier nochmal wichtige und allgemein bekannte Zeitschienen und Daten in Bezug auf Althaus aus der Wende-/Nachwendezeit, was man sich so deutlich ohne Kommentar vor Augen führen muss:
- Am 23. Oktober 1989 organisierte Althaus mitverantwortlich die Montagsdemonstration in Heiligenstadt.
- Am 9. November 1989 schrieb Althaus den im Teil I benannten „Jugendweihebrief“, in dem er forderte, dass die Jugendweihe wieder eine marxistisch-leninistische Ausrichtung haben sollte.
- Anfang 1990 wurde Althaus Kreisschulrat.
- Im Mai 1990 wurde Althaus Dezernent.
- Am 11. Februar 1992 wurde Althaus Minister.
Interessant ist auch am Rande, dass sich auf der Webseite von Althaus keinerlei Hinweis in seinem Lebenslauf auf die Mitorganisation der Montagsdemos findet, geschweige denn, dass es was zum Nachlesen vom Jugendweihebrief gibt. Andererseits ist
dort sehr interessant zu sehen, dass Althaus im Jahre 2004 die Auszeichnung „Großes Silbernes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich“ erhielt. Welche Ironie des Schicksals!
Über die Zeit von 1992 bis 2003 lässt sich über Althaus als Minister nicht viel und schon gar nichts Herausragendes berichten. Eben ein Abziehbild und ein systemvereingenommener Funktiokrat. Aus der Anfangszeit ist mir nur in Erinnerung, dass z.B. viele Lehrer in persönlichen Kontakten schäumten, was für unsinnige Neuerungen im Schulwesen durchgepeitscht wurden. Was das aber alles im einzelnen war, entzieht sich heute meiner Erinnerung. Informierte Leser sind aufgerufen, entsprechendes zu kommentieren, was als zeitgeschichtliches Zeugnis sehr wichtig wäre!
Nun ein paar Gedanken persönlicher Auffälligkeiten in der Amtszeit von Althaus als Minister:
- Insgesamt war unter Althaus ein relativer Niedergang/Stillstand der traditionellen Kulturlandschaft in Thüringen zu verzeichnen. Natürlich kann das Althaus nicht allein angelastet werden, weil es im ganzen BRD-System begründet liegt. Althaus trägt aber nun mal die Verantwortung (die er natürlich im Systemauftrag ausgeführt hat) dafür in Thüringen. Im Nachgang ist alles wegen Geldmangel begründbar. Auf Grund dessen, dass Thüringen traditionell durch seine ehemalige Kleinstaaterei vielerlei an Kulturellem vorzuweisen hat(te), war es natürlich mehr eine Insolvenzverwaltung, die Althaus ausführen musste, ohne es natürlich zuzugeben! Auch hatten die Menschen mittlerweile ganz andere Probleme, als sich mit Kultur zu beschäftigen. Und natürlich fehlte nicht nur dem Land Thüringen Geld, sondern vor allem den Menschen selbst. Was leidet zuerst in schlechten Zeiten? Die Kultur! Alles möglich wurde umstrukturiert und geändert. Allein die mehrfache Gebietsreform war ein Tohuwabohu.
- Seit 1994 ist der Sitz der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten das Schloss Heidecksburg in Rudolstadt. Dieses Schloss ist ein mächtiger Barockbau, der, wie es sich eben für ein Schloss gehört, über der ehemaligen Residenzstadt (Klein Weimar) thront, in der sich übrigens Goethe und Schiller das erste Mal trafen und kennenlernten! Von innen zählt das Schloss mit seinen Fest- und Wohnsälen der Fürsten zu den schönsten Barockschlössern überhaupt. Ein wahrlich nicht unpompöser Märchenkönig aus Bayern kann sich im Vergleich dazu beispielsweise verstecken (ohne dass ich die Märchenschlösser niedermachen will – ich habe sie alle mehrfach gesehen und war natürlich begeistert). Althaus und andere haben sich beispielsweise zu diesem einzigartigen Schloss Heidecksburg rein gar nicht in Punkto Förderung des Tourismus engagiert. Genau wie z.B. in Neuschwanstein müssten eigentlich auch auf der Heidecksburg (und einigen anderen Thüringer bzw. überhaupt ostdeutschen Schlössern) jeden Tag mehrere Buskonvois stehen, die hunderte Touristen aus der ganzen Welt herankarren. Nichts dergleichen passiert bis heute dort (natürlich gibt’s ein paar „verirrte“ Tagestouristen)! Man könnte den Eindruck haben, dass es die Stiftung gar nicht will, dass sie „unnötig“ mit Touristen belästigt wird! Außerdem befindet sich im Berg unterm Schloss das Thüringer Staatsarchiv, was wohl auch keiner zu wissen braucht! Auch findet man im Internet komischerweise fast keine hochauflösenden Bilder von den hochprächtigen und sensationellen Räumlichkeiten! Auch die Webseite des Schlosses selbst ist technisch veraltet und wird in keiner Weise dem Schloss gerecht! Alles in allem liegt hier der Verdacht nahe, dass man absichtlich keinen „Rummel“ um eines der schönsten Barockschlösser Deutschlands machen will!
- Zum Kultusministerium gehört auch der Sport. Was hatte da Thüringen früher vorzuweisen! Natürlich ging vieles auch aus Geldmangel einfach den Bach runter! Vom Fußball will ich erst gar nicht anfangen. Aber als vielleicht bekanntestes Beispiel sollen die Stadt Oberhof und der ostdeutsche traditionelle Wintersport dort in all seinen Facetten (schon lange vor 1945) dienen. Oberhof ist heute nur noch einmal im Jahr für ein paar Tage als Biathlonaustragungsort bekannt. Der Rest des Jahres liegt es im Tiefschlaf. Von der ehemaligen internationalen Touristenhochburg (St. Moritz des Ostens) ist nicht mehr viel übrig. Schlussendlich wurde sogar ein Anfang der 70-er Jahre gebautes Hotel mit über 300 Betten abgebrochen. Sensationell war es damals deshalb, weil es neben einem anderen bekannten Hotel den absolut ungewöhnlichen Charakter eines „Hochhauses“ hatte, was so im Thüringer Wald einmalig war und wohl nie wieder kommen wird. Viele behaupten, dass es eineindeutig den Status eines Baudenkmals hatte (Denkmalschutz bestand ja) und der Abriß nicht hätte stattfinden dürfen. Es reicht eben nicht, wenn der Kultusminister selbst ein ach wie ambitionierter „Super“sportler ist! Andere möchten dem vielleicht auch mal nachgehen, Althaus! Mangels Geld und Möglichkeiten können es viele aber nicht mehr!
- Im Jahre 1999 war Weimar (die Klassikerstadt der deutschen Dichter und Denker) Kulturhauptstadt Europas. Ich war damals viel vor Ort, aber ein Kultusminister Althaus ist mir nie aufgefallen.
Es ließen sich sicher noch eine Menge anderer Dinge in kulturpolitischer Richtung anführen, was aber hier den Rahmen sprengen würde. Ich persönlich werfe Althaus vor, dass er von 1992 bis heute als Verantwortlicher für die kulturelle Wertschöpfung Thüringens nichts, rein gar nichts Verwertbares oder Anzuerkennendes vorzuweisen hat! Aber so ist es eben, wenn eine austauschbare und beliebige Untergewöhnlichkeit an den Schalthebeln sitzt! Aber Hauptsache, er hat ausländische Orden vorzuweisen!
Und falls jetzt übermütige Besserwissende meinen zu vermelden müssen, was alles neu entstanden sei, dann weise ich dieses größtenteils als einseitig zurück. Beispielsweise ist es kein Verdienst, etwas und dauernd in Erfurt oder Jena vorzuweisen, weil Thüringen aus weit mehr als diesen beiden Städten besteht! Die verblödete Politikersprechblase von wegen Leuchttürmen etc. ist unterirdisch, weil die Sonne immer aufs ganze Land scheint und nicht nur auf einzelne Städte, und wenn auch alle Politikernasen jeden Tag die Sonne aufs Neue ermahnen, wird sie trotzdem jeden Tag wieder aufs ganze Land leuchten! Da brauchst keine Leuchttürme, die als Funzeln gegen eine alles überstrahlende Kraft einer Sonne ersatzweise antreten sollen! Respekt und danke liebe Sonne!
Althaus als Ministerpräsident
Nun trat am 5. Juni 2003 Vogel aus Altersgründen vom Amt des MP zurück. Althaus wurde als neuer MP ins Amt gehoben! Mal abgesehen davon, Herr Vogel, dass das Volk eine Partei und damit ihren Spitzenkandidaten für die komplette Dauer einer Legislaturperiode wählt und dass man vielleicht besser nicht mehr antreten sollte, wenn man sich (auch gesundheitlich) nicht sicher ist, die Periode zu überstehen, ist es wohl auch klar, dass man prima dazwischen einen ungewählten Ministerpräsidenten ins Amt hieven kann! Das ist nicht nur ein Thüringer Phänomen! Am 12.11.99 wählten die Thüringer CDU/Vogel. Erst am 13.06.04 wurde wieder die CDU und Althaus „offiziell“ gewählt, zumindest von denen, die auch zur Wahl gegangen sind und CDU gewählt haben! Und da war ganz, ganz vorn sehr auffällig der Eichsfelder Kreis dabei, wie alle Wahlen seit 1990 vorher auch! Zur Erinnerung: das Eichsfeld ist die Heimat von Althaus! Fürsten, Grafen und Gutsbesitzer und dieses andere adlige Gesocks hatten die Thüringer doch schon mal früher zur Genüge zu ertragen, und wo entstand dann nochmal die erste deutsche (Weimarer) Republik und wo wurde die erste deutsche Verfassung unterzeichnet? Denn anders kann man diese
Auffälligkeiten nicht beschreiben. Eine relativ unterbedeutende Region in Thüringen lässt die CDU am höchsten steigen. Sehr suspekt! Kann es sein, dass sich Geschichte doch rückwärts drehen kann?
Althaus war aber nun nicht nur Ministerpräsident, sondern dann auch (weil Thüringen an der Reihe war) Bundesratspräsident. Öfters sah man nun Althaus im Fernsehen etwas von sich geben. Das war so wichtig, dass man es am nächsten Tag schon wieder komplett vergessen hatte. Rund ein Jahr später war dann auch noch der Platzeck der SPD-Vorsitzende geworden, so dass ich über die Figuren der Ossipower-Figürchen nur noch prustend lachen konnte. Wohin fuhr Deutschland mit diesen Kapitänen? Aber das änderte sich ja bekannt schnell wieder!
Leider dankte Althaus nicht ab, wie es Platzeck als SPD-Chef tat! Auch hatte Althaus noch diverse Parteiämter inne, die ich aber hier aus Desinteresse nicht aufführen will. Althaus regierte nun Thüringen. Wie auch immer und es zu erwarten war natürlich keinerlei Auffälligkeiten erkennbar.
Um nun mal etwas „Besonderes“ der Regierungstätigkeit des Ministerpräsidenten und ehemaligen Kultusminister Althaus anzubringen, kam man vor ein paar Jahren auf die Idee, dass Tafelsilber Thüringens zu verramschen! Und was hatte Thüringen u.a. als Schatz zu bieten? Klar, seine Schlösser und Burgen! Und schon fand sich was in der Effektenkammer der landeseigenen Entwicklungsgesellschaft, LEG genannt! Die LEG ist ja sowieso so ein Gemischtwarenladen der Landesregierung. Die „macht“ in allem, was irgendwo mit Immobilien zu tun hat! Gewerbegebiete ehemaliger Wehrmachts- bzw. Sowjetarmeekasernen, wo man schon mal gern ein Wohngebiet zusammen mit städtischen Entwicklungsgesellschaften (eine öffentliche Hand reicht ja nicht im absolut seit Jahren „boomenden“ Thüringer Immobilienmarkt aus) entwickelt und erschließt, wo dann die Bauherren beim Kelleraushub kistenweise Munition finden oder wo man ehemals riesige Hubschrauberflugplätze der Roten Armee zu super Gewerbegebieten „entwickelt“ hatte, wo sich keine Sau ansiedelte und wie üblich entsprechende Summen versenkt wurden und man dann schlussendlich ein Naturschutzgebiet oder so daraus machte! Diese tolle LEG hat also nun auf einmal ein paar Burgen in ihrem Besitz gefunden! Man darf nicht vergessen, dass zwar Thüringen eines der schloss- und burgenreichsten Länder in Deutschland ist, man also denken könnte, was macht es schon, wenn eben ein paar alte Gemäuer weg kämen. Aber mitnichten, die LEG hatte ja ein paar echte Perlen, wie eben auch die Perle des Saaletals, die Leuchtenburg (das steingewordene Klischeebild einer deutschen Burg aus frühester Zeit), im Gepäck. Nun versuchte man zu einem, nun ja aus Sicht eines Scheichs oder Oligarchen, den man gern empfangen hätte, guten Preis das gute Stück wegzuverkaufen! Es war dabei die Rede von einem Betrag von unter einer halben Million Euro! Natürlich fand sich kein Scheich und auch kein Oligarch, weil eben Ostdeutschland für Scheichs nicht so schick ist, und die Russen kannten Thüringen zur Genüge aus den Tagen des Kalten Kriegs und wollten nun lieber was in Südfrankreich oder St. Moritz. Also versuchte man seitens der LEG mit allen möglichen Interessenten ins Geschick zu kommen. Um es abzukürzen: glücklicherweise konnte der eigene Burgverein das Gemäuer kaufen, der sich seit Jahren redlich und aufopferungsvoll mit Engagement um die Burg kümmerte! Man muss sich das mal ganz langsam zum Mitdenken vorstellen: ein Land verkauft seine Nationalgüter! Das wäre so, als ob Bayern ein Ludwigschloß verkauft! Der Aufstand der Bayern wäre da, in Thüringen interessierte es keine Sau! Nein, im Gegenteil, die Schranzen trafen sich zu einer sog. Benefizgala auf der Burg, natürlich mit Althaus und Vogel, die in allen möglichen regionalen Zeitungen ihre Tat begrinsten:
Und die Leuchtenburg war nicht das einzige antike Gemäuer, das in den letzten 18 Jahren in Thüringen „privatisiert“ wurde. Und wie auch geschrieben, meine ich keinen alten Raubritterstall, sondern historische Juwelen. Für ein paar Pimperlinge einfach und vielleicht für lange Zeit oder für immer unwiderruflich weg! Wenn nun so ein kleiner Burgverein platt geht und die Burg beim Amtsgericht zur Versteigerung ansteht (wie natürlich auch schon geschehen), dann kauft vielleicht doch noch jemand für den symbolischen Euro dann sein Gemäuer und macht vielleicht einen Puff daraus! Und alles unterm Ex-Kultusminister Althaus!
Und weiter, immer weiter klemmte die Säge im Bock der sich stark verändernden Zeit. Auch für Althaus blieb sie nicht stehen. Um ein weiteres Kapitel kurz anzureißen, sind seine
Personalien. Mal schließt er Personaländerungen aus, dann werden eben urplötzlich 6(!) von 9 Ministern „ausgetauscht“.
Auch ist Althaus ein toller Populist, indem er mal, wie schon erwähnt, das bedingungslose Bürgergeld forderte:
Populismus mit Reformvorschlag "Solidarisches Bürgergeld".
Wie beliebig ist dieser Althaus eigentlich? Was zählt für ihn noch ein Wort, vor allem sich selbst gegenüber? Am 28.12.08 schranzte er noch, dass in der aktuellen Legislaturperiode „kein Spielraum“ für steuerliche Entlastungen mehr vorhanden sei. Genau wie alle anderen Politverräter, Mietmäuler und Nichtskönner nur immer gegen, und immer wieder gegen das Volk, immer gegen irgendwelche Zugeständnisse, gegen für einige bitter nötige Erleichterungen oder Zuwendungen, immer gegen irgend welche Rücknahmen von schreienden Ungerechtigkeiten, aber immer wieder Apelle für Vernunft, um schlussendlich die Menschen noch zu verhöhnen!
Man erinnere sich: 4 Tage später war dann eine Mutter tot!
Letztendlich muss es Althaus in den rund 18 Jahren in der Staatskanzlei in Erfurt derart gut ergangen sein, dass er regelmäßig ein hyperaktiver Sportler sein konnte. Nein, nicht nur irgend ein Freizeitsportler, der mal läuft oder im Urlaub in den Bergen kraxelt, nein, Althaus ist nach eigener Aussage ein omnipräsenter Sportsmann als Jogger, regelmäßiger Fußballer, begeisterter Motorradfahrer, Taucher, Mountainbiker und Skifahrer! Der Mann ist demnach mehr ein Profimehrfach-Sportler/Kämpfer als ein deutscher Ministerpräsident, dessen Amt er aus reinen Gründen eines nur möglichen 24-h-Tages wohl doch in einer zweiten Dimension ausführt! Denn zumindest das Motorradfahren, Tauchen und Skifahren erfordern regelmäßige Übungen, wenn nicht Training!
Teil III folgt bald!
AdF = Armee der Finsternis = der Film
Quellen:
http://www.welt.de/politik/article1930780/Landeschef_Althaus_wechselt_sechs_Minister_aus.html
http://www.mein-parteibuch.com/wiki/Dieter_Althaus
http://www.d-althaus.de/persoenliches/mein-lebenslauf.html
http://www.mdr.de/thueringen-journal/archiv/139850.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Heidecksburg
http://de.wikipedia.org/wiki/Wahlergebnisse_und_Landesregierungen_in_Th%C3%BCringen#Wahl_zum_zweiten_Th.C3.BCringer_Landtag
http://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Reichsverfassung
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzburg
Dieter Althaus oder Jörg Haider?
In meinem Althaus die Pistensau
http://bloegi.wordpress.com/2009/01/03/althaus-die-pistensau/
meldete sich ein(e) gewisse(r) susiq:
Schade nur dass er Althaus mit Haider vergleicht. Woher weiß Blögi, dass Haider betrunken mit 140 Sachen unterwegs war… War er dabei?
Es ist doch wohl mehr als eindeutig, dass Jörg Haider nicht durch einen Unfall ums Leben kam.
Dagegen im hiesigen Althaus die Pistensau
http://www.duckhome.de/tb/archives/4781-Althaus-die-Pistensau.html
empörte sich Daniel Weigelt:
Toll, das er den Fall mal eben so geklärt hat. Da kann man ja die polizeiliche Ermittlung beenden. Und was bitte soll dieser Satz: "Je mehr ein Mensch sich für Sport begeistert, desto deutlicher zeigt sich sein Mangel an Intelligenz." Mir scheint eher, hier zeigt sich bei bloegli ein Mangel an Intelligenz.
Und der Vergleich mit Haider hingt auch heftig.
"Jugendweihebrief" einzig und allein in der Absicht verfasst,
die gerade bei den Christen (die es auch in der DDR gab)un-
tragbare (weil als DDR-Antwort auf die christliche Firmung)
Jugendweihe aus dem Gesammtsystem zu isolieren, und als ein-
deutig sozialistisches Fest auch offiziell darzustellen.
Nur so konnte einer Überrummelung der Christen mit der sich als
harmlos und als völlig normal dargestellten Jugendweihe ver-
hindert werden, die immer weiter um sich griff. Dieser Brief
zeugte in der damaligen Zeit (und den Unmittelbaren Fall der
Mauer konnten nur Hellseher vorhersehen) von Mut und Ver-
handlungsgeschick, in einem solchen DDR-System konservative Standpunkte wieder zu festigen, wahrscheinlich hart am Rande
des damals politisch vertretbaren!!!
"Als Tradition der freireligiösen Vereinigungen (seit 1859) sollte die JW wieder den Inhalt einer marxistisch-leninistischen Weltanschauung haben. Sie sollte allen nichtreligiösen Schülern die Möglichkeit zu einem Bekenntnis geben."
des damals politisch vertretbaren!!!
Mitnichten, denn zu dieser Zeit um den Mauerfall ging alles schon mehr oder weniger "drunter und drüber". Die Leute waren schon länger auf den Straßen und jeder sagte was ihm passte und das ganz offen! Ich wage zu bezweifeln, dass es in dieser Zeit nur noch eine einzige politische Verhaftung gab!
Was Althaus auch immer mit dem Brief erreichen wollte, wird wahrscheinlich nie ans Licht kommen. Die offizielle Erklärung von ihm und seinen Vasallen ist Bullshit! Denn es ist genauso falsch, wenn Althaus heute sagt, das niemand am Tag des 9.11.89 den abendlichen Mauerfall erahnen konnte. Die Spatzen pfiffen es von den Dächern, dass etwas passieren wird. Tage vorher schon. Jeder wusste mehr oder weniger, es kann nur was mit "Westreisen" zu tun haben!
Mir persönlich hat damals ein ziviler Mitarbeiter des Paß- und Meldewesens 3 Tage vor der Grenzöffnung gesagt, dass ich mir schleunigst einen Paß besorgen soll, weil man bald frei reisen dürfe, weil er wusste, dass meine damaligen Schwiegereltern die DDR vorher für immer verlassen hatten und ich sie nun in der BRD besuchen kann!!!
Union (CDU), und im Eichsfeld, wo er im besagten Zeitraum
Verantwortung trug, waren sehr wohl eine Mehrheit an Schülern,
wie auch die Gesamtbevölkerung überwiegend katholisch also
religiös. Und es war sein Anliegen, eben diesen Jugendlichen
und deren Familien eine Möglichkeit in diesem Staat zu legi-
timieren, die Jugendweihe abzulehnen und sich für christliche
Werte entscheiden zu können, ohne in der Öffendlichkeit de-
formiert zu werden. Es ging letzlich darum, zu verhindern, das
sozialistische und staatlich zellebrierte Fest Jugendweihe
nicht weiter die christliche Werteanschauung (Weltanschauung)
unterlaufen zu lassen, denn dass war das ware Ziel der DDR -
Demagogen. Und das öffendlich zu fordern, war durchaus mutig!!
Übrigens ist Althaus schon wieder gut bei Kräften:
Spiegel.Online
was bescheinigt ,dass er wohl doch einen Draht nach "oben" hat, so wundersam ist die schnelle Entwicklung vom vernehmungs- und prozessunfähigen Patienten zum 4 km/Tag Läufer.
Der Mann hat ausgedient, da kann er machen was er will!