Die Bundesregierung hat sich unter Führung von Angela Merkel und Peer Steinbrück dazu entschieden, die Banken zu retten, die ihr Geld verspekuliert haben. Es werden also die Verantwortungslosen, die Raffgierigen und Maßlosen gefördert. Das ist typisch für eine neoliberale Gesellschaft, in der alles Geld von unter nach oben verteilt werden soll. Typisch ist auch das Ergebnis.
Die Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenbanken verlieren zunehmend Einlagen, weil die vom Steuerzahler subventionierten privaten Großbanken die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel dazu nutzen, um den Privatkunden höhere Zinsen zu bieten, als dies ordentlich und kaufmännisch geführte Banken real machen können. Das Geld des Steuerzahlers wird also dazu benutzt, den Wettbewerb zu verzerren.
Da bietet eine Bank of Scotland, die Teil der Lloyds Banking Group ist, 4,5 Prozent aufs Tagegeld und die VW-Bank folgt mit 4,0 Prozent. Zu Lloyds braucht man wohl niemandem etwas zu erklären. Ohne den englischen Steuerzahler wären die schon tot, sie werden es vermutlich aber auch mit dem englischen Steuerzahler über kurz oder lang sein. Nur dass sie dann ganz England mitnehmen.
Die Autobanken wollen mit dem Geld des Staates, also des Steuerzahlers, billige Kredite und Leasingangebote finanzieren. Wohin das führen kann, sieht man an GM, Opel, Ford und jetzt auch BMW. Natürlich hat Angela Merkel all diese Einlagen für sicher erklärt. Das bedeutet in Wahrheit, dass der deutsche Steuerzahler alle Anlagen auch zu unsinnig hohen Zinsen absichern darf - und die Superzinserträge einiger weniger von der Allgemeinheit, die gar kein Geld zum Anlegen mehr hat, subventioniert werden.
Natürlich ist auch die Commerzbank im Rennen, und sobald die Deutsche Bank die Macht in der Postbank hat, wird sie sich auf diesem Wege auch mit neuen liquiden Mitteln versorgen. Grundsätzlich gilt bei Zinsen jedoch eines. Derjenige, der das größte Risiko darstellt, muss die höchsten Zinsen bezahlen. Dieses Risiko wird jedoch durch Merkels voreilige Blindabsicherung aufgehoben, und gleichzeitig werden durch Staatsgarantien und direkte Hilfszahlungen auch noch die überhöhten Zinszahlungen subventioniert.
Der Staat hat es wieder einmal geschafft. Da, wo er mit Subventionen Sicherheit schaffen wollte, schaffte er Unsicherheit für viele. Die Berichte diverser Medien über die Einlagenverluste der Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben dazu geführt, dass verunsicherte Sparer nachfragen, ob sie ihr Geld auch von dort abziehen sollen. Das wäre natürlich grundfalsch.
Zwar möchten die staatlich geschützten Banken genau dies erreichen. Sie hatten den Versuch ja auch schon vorher gemacht, als im Rahmen der neoliberalen Falschideologie gefordert wurde, auch die Sparkassen und Genossenschaftsbanken zu privatisieren, weil ja nur privatisierte Banken sicher und profitabel seien. Das Ergebnis ist bekannt, all die privaten und angeblich profitablen Banken sind praktisch pleite oder doch nur ein paar Buchungstricks davon entfernt.
Die neoliberalen Renditeversprechen haben sich als reine Lüge erwiesen, die Weltwirtschaft ging wegen diesen gierigen und verantwortungslosen Bankern vor die Hunde. Das sind genau die, die heute mit dem Geld des Steuerzahlers die Banken der einfachen Leute durch einen unfairen Wettbewerb erledigen wollen. Wer sich seine Sparkasse, seine Raiffeisenbank oder seine Volksbank nehmen lässt, ist ein Idiot.
Müsste die Commerzbank ohne Staatshilfe eine ordentliche Buchhaltung abliefern, wäre sie pleite. Das gleiche dürfte auch auf die Deutsche Bank zutreffen - und der Rest steht nicht besser da. Mal ganz im Ernst. Würden sie ihr Geld bei einem Pleitier anlegen? Doch wohl eher nicht. Wieso wird ein Pleitier besser, wenn eine unfähige Regierung für ihn bürgt, die die Tragfähigkeit dieser Bürgschaft gar nicht einschätzen kann?
Banken muss man nach ihrer Leistung und ihrer Perspektive beurteilen. Dabei ist die langfristige Perspektive wichtiger als kurzfristiger Ertrag. Eine lange vertrauensvolle Zusammenarbeit sichert auch die Kredite der Zukunft. Die, die heute mit hohen Zinsen werben, wollen keine langfristige Bindung. Sie brauchen einfach im Moment Geld, dass ihnen außer dem uninformierten Privatanleger niemand gibt. Nein, ich sage nicht Kaupthing. Aber es könnte Kaupthing werden, und sehr schnell könnten sich Frau Merkels Garantieversprechen als heiße Luft erweisen.
Darum sollte nun endliche mal wirklich die freie Marktwirtschaft eingeführt werden. So wie sie sich gehört, und wie die Neoliberalen sie immer vor sich salbadert haben. Dann sind wir nämlich dieses Pack schneller los als wir zu hoffen gewagt hätten.
Einen guten Morgen und einen schönen Tag noch.
die Frage ist nur wann die Mehrheit der Bevölkerung erkennt was los ist?
Ich bin sehr vorsichtig mit, Zitat meines Vorgängers: Es war vorhersehbar.
Aber hier stimme ich zu - SIE lernen es nie, vielleicht, weil die Meisten die Zusammenhänge wirklich nicht begreifen?!
Aber Gleich und Gleich gesellt sich gern, weshalb die vorliegende Handlungsweise von neoliberalen Regierungen ins Schema passt.
Die Diskussion um Frau Merkel bekommt so eine neue Dimension. Mit der Entsorgung von Frau Merkel ist auch das Garantieversprechen aus der Welt.
Es ist mit einer Schiffskatastrophe vergleichbar. Soll das sinkende Schiff gerettet werden? Oder die Menschen mit ihrem Hab und Gut? Die Regierung hat sich für das Schiff entschieden, obwohl das Leck vom Bug bis zum Heck reicht.
Die derzeitigen Geldabflüsse haben noch lange nicht das Volumen der Zuwächse der Einlagen der Sparkassen im November erreicht. Es sind die unbelehrbaren die ihr Geld wieder abziehen, wegen ca. 2% Zinsvorteil.
Also Ziel erreicht - es ist Absicht, kein Unglück.
mfg zdago