Natürlich fällt einem sofort der arme Norbert Blüm ein, der in Ruhe seine Pensionen verfressen könnte und an dessen Unfähigkeit sich niemand mehr erinnern würde, hätte er nicht den Satz mit den sicheren Renten geprägt. Dieser eine Satz aus dem Berg an Gelaber des Herz-Jesu-Marxisten Blüm ist das, was ihn unsterblich gemacht hat: "Die Renten sind sicher!". Ein fast so berühmter Satz wie Nietzsches "Gott ist tot."
Bald wird es einen weiteren Satz geben. Im Januar und Februar hat unser Bankhaus profitabel gearbeitet! Nein! Nein, das ist ganz sicher nicht einfach nur eine freche Lüge. Das ist, genau wie bei Norbert Blüm, schlicht einfach nur eine Teilwahrheit: Seine Rente ist sicher, die der anderen hingegen wird immer prekärer. Aber damals gab es das Wort Prekariat ja auch noch gar nicht. Zumindest nicht in der Öffentlichkeit.
Profitabel arbeiten ... Auch ein Ein-Euro-Jobber arbeitet profitabel. Zumindest für die Leute, die ihn ausbeuten. Für sich selbst macht er Verluste an Kleidung und Fahrtkosten, aber das interessiert ja niemanden. Wie ist es eigentlich, wenn Banken profitabel arbeiten? Machen die dann Gewinn? - Sicher machen die Gewinn! Aber nur beim EBITDA, also vor Steuern und Abschreibungen. Denn das reicht, um profitabel gearbeitet zu haben.
Wenn jemand also eine Würstchenbude aufmacht und tatsächlich drei Würstchen für 2 Euro verkauft, kann er profitabel gearbeitet haben. Wenn er keinen Lohn braucht und Strom und Gas sowie die Würstchen nicht oder aus einem Kredit bezahlt, hat er 6 Euro im EBITDA erwirtschaftet. Toll. Der Laden rentiert sich. Dass der gute Mann am Tag Schulden von minimal 150 Euro zurückbezahlen muss, interessiert im EBITDA nicht.
Profitabel arbeiten ist also eine Definitionsfrage. Der erste, der Profit meldete, war ja Josef Ackermann. Wenn er also beim EBITDA profitabel gearbeitet hat, dann bedeutet das, dass er, nachdem er Löhne, Mieten, Strom und sonstiges bezahlt hat, einen Überschuss erwirtschaftete. Kein Wunder. Er leiht sich das Geld billig beim Staat und gibt es nur sehr teuer weiter. Da muss man Gewinne machen.
Dummerweise weiß aber jedermann, dass er so ungefähr 90 Milliarden Euro an toten Wertpapieren, Giftmüll oder wie auch immer man diesen Abfall nennen will, in den Büchern hat. Solange diese Beträge nicht abgeschrieben sind, ist das profitable Arbeiten ein Trugschluss. Dass die Banken rechtlich ihre Buchhaltung nach der Methode "
Wie ich es gerade brauche" handhaben dürfen, hilft natürlich bei dem Selbstbetrug. Niemand muss die Wahrheit bilanzieren, jeder darf lügen, wie es ihm gefällt. Die Lüge wird offiziell zur Wahrheit erklärt.
Der normale Mensch hat nur dann profitabel gearbeitet, wenn er am Ende einer ehrlichen Buchhaltung einen echten Gewinn geschafft hat. Dabei ist es nicht erforderlich, alle Abschreibungen sofort zu tätigen, aber sie müssen zumindest anteilig enthalten sein. Dann hätten unsere Banken allerdings ein Problem. Sie wären eben nicht profitabel und die schönen Scheingewinne an der Börse wären nicht möglich gewesen.
Egal, ob Deutsche Bank, JPMorgan Chase, Citigroup, Bank of America und all die andern tollen profitabel arbeitenden Banken. Es ist eine Scheinblüte. Eine Halbwahrheit. Eine Art Leimrute, um die ganz Dummen zu fangen. Die Wahrheit oder zumindest einen weiteren Teil davon hören wir erst bei den nächsten Quartalszahlen, und auch da werden noch einige lügen. Andere können nicht lügen, weil sie dringend neues Geld vom Steuerzahler brauchen. Bis die ganze Wahrheit herauskommt werden aber wohl noch Jahre vergehen.
Da sind die Hypo Real Estate, Fannie Mae und Freddie Mac doch viel ehrlichere Kaliber. Die kommen regelmäßig an den Futtertrog, da ist klar, dass die tot sind und nur noch als lebende Leichen durch die Gegend rennen und Geld verbrennen. Die HRE ist billig, sie will diesmal nur 10 Milliarden Euro, aber Freddie Mac braucht 30,8 Milliarden Dollar. - Keine Sorge. Die kommen wieder. Immer wieder. Da gibt es kein Halten mehr.
Oder nicht schützen konnte - weil er nicht genügend eigene Wählerstimmen hatte. So eine Aussage hängt immer von den Umständen ab. Hätte Blüm die Politik allein bestimmen können, würde es heute anders aussehen.
Es klingt zwar schön groß, ihn deshalb als Lügner zu bezeichnen, ist aber deshalb nicht richtig. Nicht mit dieser Begründung!
mfg zdago
Ein hartes Urteil!
Ich bin Deutscher, Wähler und Bundesbürger. Aber ich ziehe mir den Schuh nicht an, für die Verbrechen der aktuellen Regierung verantwortlich zu sein.
Nach ihren Maßstäben müßte ich das - es ist nichts anderes. Fühlen sie sich verantwortlichß - oder ist es bequemer, nur über unbeteiligte zu reden und da besonders harte Maßstäbe anzulegen?
mfg zadgo
da kann ich Ihnen leider nicht folgen. Nicht die Rot-Grün-Verbrecher oder die Große Koalition haben die Renten zerstört. Das hat das deutsche Rentensystem von ganz alleine geschafft. Denn so wie es aufgebaut konnte es nie auf Dauer funktionieren. Das mußte Blüm damals auch schon gewusst haben. Also hat er gelogen.
Was anderes wäre es, wenn Blüm seinerzeit gar nicht die Renten kommender Generationen meinte. Es könnte natürlich auch sein, er meinte lediglich die Renten seiner damaligen Wählerschaft. Dann hat er natürlich nicht gelogen. Seine Denkweise wäre aber dann auch nicht weniger verwerflich.
Mit vielen Grüßen
Natürlich meinte nur die Rente seiner damaligen Wählerschaft. Zumindest konnte man es so verstehen, wenn man seine Aussagen in den damals schon vorhandenen politischen Fernsehsendungen und Foren dazu heran zieht.
Herr Blüm hat niemals behauptet, daß meine Rente sicher wäre. Und dies hätte ich ihm auch niemals geglaubt!
MfG
Fakten gibt es hier: http://www.nachdenkseiten.de/?cat=39