Wie hier unter anderem berichtet wird:
Stahlbranche beklagt Kreditklemme
sind zum Konjunkturpaket I gerade mal bisher rund 0,9 Mrd. Euro von 15 Mrd. Euro beantragt worden! Meistens von der Großindustrie und weniger vom Mittelstand oder gar den „kleinen Krautern“.
Als Ursache wird u.a. beschrieben, dass die Hausbanken sehr restriktiv mit der Vergabe sind und zu “harte“ Bonitätsbedingungen an den Tag legen.
Ich will es gar nicht weiter beschrieben, weil es hier nicht das Thema sein soll. Dennoch ist daraus aber ersichtlich, dass sich alles wiederholt oder zumindest sich sehr ähnelt. Erwiesenermaßen funktioniert die Zwangskopplung Staat <-> KfW <-> Hausbanken nicht! Dennoch wird es genauso wieder veranstaltet! Erinnern wir uns an die Zeiten nach der Wende bis zum zweiten Drittel der 90-ziger Jahre in Ostdeutschland, als die unsägliche KfW (die es schon lange nicht mehr geben dürfte) auch dort Programme um Programme anbot, die aber alle über Hausbanken beantragt und abgewickelt werden mussten und wo sich hektisch auch des Öfteren die Bedingungen und Konditionen änderten, aber vor allem man viel, sehr viel Zeit und Ausdauer mitbringen musste. Und im Gegensatz zum Spruch, dass dem Emsigen das Glück winken wird, war fast nie ein Schema erkennbar, sondern stand vielmehr nach außen scheinbare Willkür oder komplette Inkompetenz aller Banken und Förderinstitutionen Pate! Die Banken „zwangen“ damals sogar in nicht wenigen Fällen, Förderberechtigte zu teuren Zwischenfinanzierungen! Natürlich nur in solchen Fällen, wo die Antragsteller genug Sicherheiten mitbrachten und wo noch Großvaters Unterhose herhalten musste!
Und genauso ist es heute. Zumindest für die Klein- und Mittelständler!
Beispiele aus der Zeit in Ostdeutschland, die sich sicher mehrfach wiederholten und symptomatisch waren:
Im Jahre 1991 wollte eine Bekannte einen bestehenden Friseursalon kaufen. Es sollte als Existenzgründung über ERP Programme etc. laufen. Es ging um das „geringe“ Volumen von ca. 60.000 DM! Das sahen aber die Banken offensichtlich anders! Denn sie veranstalteten einen Antragsmarathon, der sich über 9 Monate hinzog! Die Frau erfüllte alle Bedingungen, konnte den Laden jedoch nicht mehr kaufen, weil dieser bereits anderweitig verkauft war, als sie den Bewilligungsbescheid hatte!
Ein mir bekannter und sehr engagierter Stahlbauer hatte sich gleich nach der Wende selbständig gemacht, jedoch ohne große Programme in Anspruch zu nehmen, weil er viel an Sachvermögen inkl. Immobilien mit einbrachte. Als die Auftragslage sich sehr gut entwickelte, benötigte er Mitte der 90-ziger eine neue, größere Betriebsstätte. Er wollte in einem neu erschlossenen Gewerbegebiet (die ja damals wie Pilze aus dem Boden geschossen waren – nur für wen?) ein Grundstück kaufen und dort einen neuen Hallenkomplex errichten. Die Banken gaben ihm alle möglichen Kredite, die aber alle mehr oder weniger keine Fördermittel enthielten. Weil aber die Zeiten aus Sicht der Banken schon damals als kritisch(!) eingeschätzt wurden, bekam der Stahlbauer zu zeitlich eng gestrickte Darlehen (sprich kurze Laufzeiten), dass der Kapitaldienst ihn von vornherein absehbar überforderte! Er hatte praktisch die Wahl zwischen der Cholera oder der Pest! Entweder sofort den Betrieb liquidieren oder sich bösartig verschulden und später den Bach runtergehen. Da die meisten Leute aber damals noch an etwas glaubten, hatte er eben die Pest gewählt. Konsequenz: die Firma ging trotz guter Auftragslage den Bach runter und kein Rettungspaket stand zur Verfügung! Heute ist die Immobilie verfallen und kein Geld der Welt mehr wert, nur daran zu denken, dort irgendwas jemals wieder anzufangen. Der Stahlbauer ist bis zum Mond und zurück verschuldet und nun Hartz IV Rentner!
Das Cleverle Späth übernahm bekanntlich als Statthalter die Stadt Jena mit Zeiss und allem drum und dran. Ein anderer Bekannter, der ein ostdeutsches Wohnungsbaukombinat über die Wirren der Wend gerettet hatte und anfänglich tausenden Bauarbeitern in Ostdeutschland Lohn und Brot gab, wollte u.a. in Jena gleich im Jahre 1993 ein neues großes Wohnbaugebiet mit über 120 Wohnungen, Uni Appartements und notwendigen Gewerbeeinheiten errichten. Späth plante mit Fördermitteln und einer Zeiss-Bauträgertochter dann in Konkurrenz am anderen Ende der Stadt gleichfalls ein für Jena gigantische Wohnbaugebiet (die sog. Fuchslöcher) und saß natürlich am längeren Hebel, vor allem finanziell! Das ehemalige Wohnungsbaukombinat ging mit allen Bauarbeitern in Konkurs:
Berliner Zeitung
Das waren stellvertretend nur drei Beispiel quer Beet, wie sich damals alles in Punkto Banken und Finanzierungen/Fördermittel zugetragen hat!
Und nun geht es wieder los! Wieder spielen diese Bankster wieder die Plage und setzen durch ihre Spielchen und Machenschaften tausende Arbeitsplätze aufs Spiel! Und die Berliner Mietmäuler können sich ja zurücklehnen und sagen, sie hätten ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt! Wenn sie nur niemand abruft, können sie ja niemanden etwas aufzwingen. Scheinheiligkeit pur!
Deshalb an dieser Stelle der Aufruf, die Banken endlich zu enteignen oder zumindest unter eine staatlich neutrale und vor allem absolut fachgerechte Zwangsverwaltung zu stellen (am besten ohne Politiker im Aufsichtsrat…)!
Sonst werden die Bankster bis zum jüngsten Tag ihr schändliches Werk treiben! Denkt immer an den sinnigen Spruch, dass Autos keine Autos kaufen können. Auch können wir uns nicht ständig gegenseitig die Haare schneiden!
AdF = Armee der Finsternis = der Film
Potentieller Partner ist mittlerweile wohl woanders glücklich geworden, Geschäftsidee wurde nie umgesetzt. Meine Firma ist bis heute kleiner als möglich gewesen wäre. Geld leihe ich mir bei Bedarf von der Familie (wir haben uns alle lieb) zu Null%. Das kann ich im Mißerfolgsfall immer noch abstottern und bin im Erfolgsfall gern großzügig mit einem satten Aufschlag an den Geldgeber. Die Banken können mich in Zukunft sonst wo!
Dennoch haben mir viele Bekannte aus alten BRD-Zeiten bestätigt, dass man früher sinnbildlich mit einer Gewerbeanmeldung und einer einigermaßen "weiße Weste" ein erster Dispo mit sofortiger Verfügbarkeit bis 30 TDM gar kein Probkem war (im Zonenrandgebiet sogar zu Dumpingzinsen)! Mit der Wende war das allerdings auch im Westen vorbei! Es muss damals etwas komplett vom System hinterm System umentscheiden worden sein:
Aus dem Schaufenster Westdeutschland (was nach der Vereinigung nicht mehr notwendig war) wurde wieder das ganz normale "Gesamt" Deutschland, welches politisch und damit finanziell keinerlei "Privilegien" mehr hatte! Damit durfte ein kleiner Unternehmensgründer /Handwerker etc. oder gar eine Idee nicht mehr zum Erfolg kommen!