Gestern brachte der
ddp Deutscher Depeschendienst eine Nachricht über den starken Rückgang der Schwalben in Deutschland. So ist in bestimmten Gebieten in den letzten 20 Jahren ca. ein Drittel des Bestandes verlorengegangen. Rauch- und Mehlschwalben sowie die Mauersegler mögen angesichts der vielen Dinge, die um uns herum schiefgehen, vielleicht nebensächlich erscheinen. Aber wer nicht auch das vermeintlich Nebensächliche im Auge behält, könnte das Wesentliche eventuell falsch interpretieren.
Bei den Schwalben ist die Sache einfach. Die Versiegelung der Landschaft führt dazu, dass die Schwalben keine lehmigen Pfützen mehr finden aus denen sie das Baumaterial für ihre Nester holen können. Da ist jedoch leicht Abhilfe zu schaffen. Ein flacher Mörtelkübel aus dem Baumarkt, ein paar Schaufeln Lehm und viel Wasser bieten Baustoff genug. Es gibt ein hübsches Bild, wenn sich die Schwalben um den Lehm streiten und wem es zu laut zugeht, der kann ja zwei Kübel aufstellen, um die Sache etwas zu entzerren. Hilfreich ist auch ein Angebot von Stroh oder Heu in einem kleinen Ballen.
Das zweite Problem ist der Kot der Vögel, der so gar nicht mehr in unsere durchstrukturierten Gärten passt. Unordnung ist dem deutschen Hausbesitzer ein Greuel und die Nester der Schwalben sind eben im menschlichen Auge auch keine herausragende Architektur. An vielen Fassaden bleiben die Nester überhaupt nicht mehr hängen, weil die Putze und Anstriche so konstruiert sind, dass sie jede Anhaftung verhindern, oder die Qualität des vorhandenen Lehms einfach nicht ausreicht, sodass die Nester schon durch die Erschütterung eines LKWs wieder abfallen können.
Das Kotproblem lässt sich leicht mit
einem Kotbrett lösen. Mit etwas gutem Willen könnten wir den Flugkünstlern also leicht eine neue Heimat bieten. Wir hätten nicht nur etwas für die Natur und das eigene Auge getan, sondern auch etwas für uns. Eine einzige Schwalbe frisst rund 10 kg Insekten im Jahr.
Insekten, die die Schwalben gefressen haben, muss man nicht selber bekämpfen. Tatsächlich schaffen genügend Schwalben an einer Mauer so etwas wie eine Ruhezone. Sie sind in der Lage, auch eine ganze Pferdekoppel bis zu 200 Metern von ihrem Nistplatz entfernt praktisch insektenfrei zu halten, und es ist ein großes Vergnügen sie beim Flug zu beobachten. Ein paar Mal im Jahr die Kotbretter reinigen, am Ende der Saison die Nester kontrollieren, tote Vögel entfernen - und man hat etwas für sich und für die Natur getan.
Wer nicht in der Lage ist, den Lehm und Stroh für den Nistbau bereitzustellen, der kann auch mit künstlichen Nestern arbeiten, die aus Holzbeton hergestellt werden und wer die Nester nicht am Haus haben will, kann den Schwalben ein
Schwalbenhaus für ca. 4.500 Euro bieten, eine Bausatz kaufen oder einfach das
Baubuch Schwalbenhaus für 25 Euro kaufen.
All diese Mühe nutzt aber nur den Mehlschwalben. Die Rauchschwalben sind auf Viehställe angewiesen, und durch die völlig verblödete europäische und deutsche Bürokratie werden sie genau aus diesen Ställen ausgesperrt. Angeblich aus Hygienegründen. Das ist die gleiche Art von Hygiene, die Spinnennetze im Stall unhygienisch findet, dafür aber Lampen aufhängen lässt, in denen Insekten für teures Geld verbruzzelt werden.
Deshalb ist es wichtig, zumindest alle anderen Stallungen, die nicht dem Bürokratiewahn unterliegen, für die Rauchschwalben zu öffnen. Wer den bereits genannten Maßnahmen mit den Kotbrettern folgt, der wird nie Hygieneprobleme bekommen. Eher das Gegenteil. Im Stall herrscht im Sommer viel mehr Ruhe, weil die lästigen Insekten die Tiere nicht immer wieder hochtreiben, und die Tiere stehen auch nicht ständig kopf- und schwanzschlagend in der Box oder im Ständer. Einfluglöcher für die Schwalben gehören in jede gute Stallplanung. Die Rauschschwalbe macht manchen Tierarztbesuch unnötig und spart so Geld.
Es ist wie immer. Wenn man im Einklang mit der Natur arbeitet, gehen viele Dinge leichter und effizienter; wenn man gegen die Natur arbeitet, erreicht man ein schlechteres Ergebnis mit viel mehr Aufwand.
Im Übrigen war ich auch entsetzt, als ich erfuhr, dass die EU verlangt hätte Schwalbennester in Viehstählen zu zerstören. Das ist nämlich nicht mal den Planwirtschaftlern im Kommunismus eingefallen, die zwar auch wenig Ahnung von richtiger Landwirtschaft hatten, aber wenigstens litten sie nicht an solchem Bürokratiewahn und wurden nicht durch Lobbyisten beeinflusst, denen ohnehin alles im Weg ist, was ihren Profit mindert.
Derzeit findet ein Artensterben statt, was vorher noch nie da gewesen ist!
Neulich habe ich einen Beitrag gesehen, wo es im Pazifik auf einer Insel eine äußerst seltene Echsenart gibt und bald gab und wo sich ein Deutscher sehr aufopferungsvoll um die Rettung dieser Echsen kümmerte. Die Einheimischen jagen und essen diese Echsen zuhauf und kümmern sich nicht darum, dass es die Tiere eines Tages nicht mehr geben könnte. Und als ein kleiner Hoffungsschimmer am Horizont auftrat, hat die Inselverwaltung dem Bau eines Großflughafens zugestimmt, wodurch der Lebensraum der Echsen fast komplett zerstört wurde.
Um wieder nach Deutschland zurückzukehren:
Ist es schon bemerkt worden, dass es auch fast keine Spatzen mehr gibt? Früher waren sie fast eine Plage. Und heute?
Das schönste, was man sich denken kann.
Von den Dachfenstern aus über den Nestern den Schwalben beim Anflug zuzusehen.
Die Kotbretter sind 75 cm unter den Nestern und 30 cm breit und in der gleichen Farbe wie das Haus gestrichen. Wenn man Besucher nicht extra darauf hinweist, fällt das nicht einmal auf.
Und einmal im Herbst mit einem 40 cm breiten Malerspachtel den Vogelkot abheben, in einen normalen Putzeimer (am linken Arm gehalten) abkippen, geht einfach und schnell.