Was hatten wir doch für eine schöne Woche. Ist es nicht beruhigend endlich wieder regiert zu werden? Zumal sich aus den Regierungserklärungen jeder raussuchen kann, was ihm gerade in den Kram passt. Lächelnde Unverbindlichkeit und feste Zusage für das Jahr irgendwann. Alle Regierungsmitglieder haben auch schon diesen Regierungsbankblick. Dümmlich arrogant grinsend überhörten sie, wie ihre fadenscheinigen Plänchen wenigstens ab und an von der Miniopposition angekratzt wurden. Dieser Leck-mich-am-Arsch-Blick, den wir seit Jahrzehnten ständig von der Regierungsbank gewöhnt sind, wie mag er wohl hergestellt werden. Ob es da kleine bunte Pillen gibt, die ihn erzeugen, ob es am Wasser in den Gläsern liegt oder daran, das in Deutschland nur Leute in die Regierung kommen, die nichts mehr begreifen, man weiß es nicht.
Dann der Franz neben der Angela. Sind sie nicht ein herziges Paar. Wenn die sich Hunde anschaffen, sollten die englische Bulldoggen nehmen, dann haben die beiden zumindest den gleichen Gesichtsausdruck wie ihre Hunde. Natürlich haben sie dieses Gesicht nur wenn sie sich unbeobachtet glauben. Dann hängen den Mundwinkel und die Augen kippen weg. Grauenhaft. Amtsmüde bevor sie angefangen haben.
Am Freitag hat dann der Müntefering so richtig losgelegt. Er ist ja Fizzelchenkanzler. Fizzelchen sind im Sauerland so kleine Sachen, die überall rumliegen mit denen man aber nichts anfangen kann und bei denen es sich auch nicht lohnt den Staubsauger anzuwerfen. Fizzelchen eben.
Dafür ist der Franz jetzt zuständig. Angemessen der Größe seiner Aufgabe, war auch seine Regierungserklärung, eigentlich auch nur ein paar Fizzelchen. Also das mit den vielen Arbeitslosen gefällt dem Franz nicht unbedingt. Aber die entsprechenden Weichenstellungen hat ja schon Herr Clement gestellt, also muss er da nichts tun. Trotzdem will er im Frühjahr überlegen was er mit den Niedriglöhnen macht, von denen niemand menschenwürdig leben kann. Der gute Franz will natürlich das die Menschen von ihrer Erwerbsarbeit würdig leben können. Aber erst im Frühjahr.
Durch das erste Konzil von Nizäa (325 n.Chr.) wurde festgelegt, dass - nein, nicht dass der Franz erst im Frühjahr mit seiner Arbeit anfangen darf - Ostern auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond, frühestens auf den 22.3., spätestens auf den 25.4. fallen soll, wobei als Frühjahrsanfang stets der 21.3. gilt. Dummerweise wird aber am 26.3. in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt gewählt. Da kann er also gar nicht anfangen zu überlegen, wobei es überhaupt fraglich ist ob Politiker denken können. Dann kommt Ostern und die Sommerpause, es wird also noch etwas dauern, zumal im Herbst in Berlin und dann im Frühjahr in Bremen gewählt wird.
Aber trotzdem. Der Franz geht den Kampf gegen die Arbeitslosen mutig an. Doch zuerst einmal hilft er den Dax-Konzernen mit ihren Supergewinnen noch einmal zur Gewinnmaximierung. Die dürfen alle nochmal kräftig frühverrenten. Da kann und will der gute Franz nichts gegen tun. Für das Protokoll murrt er zwar ein wenig, aber dann lächelt er seine Lieblinge an und sagt augenzwinkernd. „Na, das eine mal noch – und vielleicht zwei, dreimal noch. Aber dann ist Schluss, ihr kleinen Racker.“. Dann freuen sich die Shareholder und die Schweizer Konten wachsen kräftig an. Das macht den guten Franz glücklich. Zumal er es ja von den Ärmsten nehmen kann, und die wehren sich in Deutschland ja nicht.
Irgendwann wird uns das Fränzchen dann den Kombilohn zusammen mit der Kopfprämie im Gesundheitswesen präsentieren. Das ist einfach. Die beiden dümmsten Lösungen lassen sich in der deutschen Politik immer durchsetzen. Sie leuchten unseren Politikern ein. Mit der Kopfprämie werden die Arbeitgeber von der Krankenversicherung befreit und mit dem Kombilohn subventioniert das Fränzchen sie dann gleich noch einmal. Da geht dann das fröhliche Lohnabsenken erst richtig los. Bis alle nur noch Hartz IV und den einen Euro pro Stunde haben. Aber dann wird Hartz IV halbiert.
Der Franz hat auch keine Angst mehr vor den Menschen in Deutschland die er betrügt und belügt. Er hat ja jetzt neue Freunde, die ihm die Bürger schon vom Hals halten werden.
Der Wolfgang Bosbach baut seine als Sicherungshaftanstalten getarnten Konzentrationslager und der Wolfgang Schäuble verfolgt alle Bewegungen der Menschen in diesem Land mit seinem Mautsystem. Wenn die Menschen dann immer noch nicht in Ehrfurcht erstarren, dann holt der Wolfgang Schäuble die Bundeswehr und lässt sie auf die Bürger schießen. Die beiden Wolfgangs als Freunde zu haben, das macht dem Fränzchen Mut.
Außerdem hat ihm die Angela ja versprochen das die Arbeitslosenzahlen schon alleine dadurch sinken, weil sie zusammen mit ihrem Friedbert Pflüger schon dafür sorgen wird, das unsere jungen Deutschen an die Front kommen. Es ist nur noch nicht klar, wen wir mit den Amerikanern im nächsten Jahr zusammen überfallen. Das erfährt die Angela erst, wenn sie zum Befehlsempfang beim amerikanischen Präsidenten war.
So schaut unser Fizzelchenkanzler beruhigt in die Zukunft und mit ihm die gesamte SPD. Mindestlohn und Bürgerversicherung, Bildungschancen für alle, soziale Gerechtigkeit und Sicherheit in Frieden, aller hat sich in Luft aufgelöst, für ein paar Plätzchen in der Sonne der Macht. Sie nennen es Realpolitik, weil sie lieber Frau Merkel gegen die arbeitende Bevölkerung unterstützen wollten, als in schwierigen Verhandlungen mit der Linkspartei und den Grünen zu neuen Konzeptionen zu kommen. Aber vielleicht kriegt das Fränzchen jetzt von seinem neuen Freund Wolfgang Schäuble auch das eine oder andere Geldköfferchen. Vielleicht ist das der Kern dieser Koalition. Einen Sinn hat sie jedenfalls nicht.
dpa meldet gerade das Müntefering seine Niederlage gegen Beck zugibt: Müntefering gibt Niederlage in SPD-Führungsstreit zu Frankfurt - Im SPD-Führungsstreit um eine längere Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes für Ältere hat Bundesarbeitsmin ...
So richtig traut man sich ja nicht, von Münteferings letzter Rede als Parteivorsitzender zu sprechen. Er ist ja so eine Art politischer Wiedergänger, ein Untoter, die den Lebenden meist böse gesinnt sind und deren Seele auf ...