Der gute Ben Bernanke ist doch immer wieder für eine Überraschung gut. Mal sieht er Licht am Ende des Tunnels und wundert sich dann, wenn das nur die offenen Feuerstellen der vielen Obdachlosen in den amerikanischen Zeltstädten sind. Jetzt will er sich an seinen eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen. Das dürfte schwierig werden, wie das Bild beweist.
Es sind einfach nur noch sehr wenig Haare, an denen er sich aus dem Sumpf ziehen könnte, selbst wenn er einen Siemens-Lufthaken kaufen konnte.
Aber Helikopter-Ben will ja nicht nur sich selbst, sondern gleich die ganzen USA mit aus dem Sumpf ziehen. Und er hat dazu auch ein tolles Instrument gefunden. Er kauft einfach die amerikanischen Schatzanleihen. Zunächst einmal nur für 300 Milliarden - aber wie alle anderen Notseile kann auch dieses Lasso beliebig verlängert werden.
Wenn die bösen Chinesen und Europa die tollen US-Schuldscheine nicht kaufen können oder wollen, kaufen die USA sie eben selbst. Ben Bernanke zieht sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf. Es ist niedlich. Man kann förmlich den Siemens-Lufthaken sehen an dem alles hängt. Was das bedeutet. Nichts.
Die Geldmenge wird erhöht. Folgerichtig fallen der Dollar und die Renditen bei den US-Staatsanleihen. Das wird so weitergehen. Nur das Tempo wird sich erhöhen. Eigentlich hätten all die tollen amerikanischen Ratingagenturen, die auch schon den Anfang der Krise verschlafen haben, die USA längst herabstufen müssen. Aber das System ist wohl eher dazu gedacht, amerikanische Interessen zu verfolgen, als die Wahrheit zu sagen.
Wenn die Ratings nur für andere Länder zurückgesetzt werden, vorzugsweise für Länder im Osten und in Europa, dann zeigt sich, dass die Ratingagenturen nur Waffen der Propaganda sind. Propaganda, die vom schnellen Tod der USA ablenken soll. Der neoliberale Raubtierkapitalismus wird sich aber nicht retten lassen. Das Ende ist schon in Sicht.
Und zu den Ratingagenturen: erinnern mich inzwischen an die klassischen Marktschreier. Oder wie heißen die Herren, die vor den Puffs stehen um Besucher anzulocken?
Luise
Schon 2001 regte sich Dr. Kurt Richebächer, früher Chefökonom der Dresdner Bank, über diesen Selbstbetrug auf, bei dem es wie du richtigerweise wohl mehr um Propaganda als um Wahrheit geht:
"Ich bin groß geworden in einer Zeit, als die Volkswirte die Aufgabe hatten, nachzudenken. Sie müssen bedenken: Die alte Generation hatte wenig Statistik zur Verfügung, und schon das zwang zum Denken. Aber besonders unter amerikanischem Einfluß hat die Statistik so sehr um sich gegriffen, ist so überwältigend geworden, daß das Denken vollkommen aufgehört hat. Das intellektuelle Niveau in der ökonomischen Diskussion ist heute für mich das niedrigste seit 200 Jahren (vor etwas über 200 Jahren erschien Adam Smith mit seinem Wealth of Nations). Die Amerikaner haben schon in den 20er Jahren die Theorie aufgegeben."
Quelle:http://miprox.de/Wirtschaft_allgemein/Wahn_und_Wirklichkeit-Kurt_Richebaecher.html
Vielleicht ist ja diesmal auch nicht der eigene Schopf -mit dem es bei Ben in der tat nicht weit her ist- sondern der Bart des Propheten, der Gewährleisten soll, dass das mit dem Gelddrucken ganz bestimmt funktioniert. Eigentlich kann man nur hoffen das der taumelnde Riese umfällt, ohne dabei wild um sich zu schlagen.
Jeder kann es sehen, dass der "Repräsentant" von Macht und Ordnung die USA, abgewirtschaftet hat. Die Mitwirkenden werden es auch wissen. Es einzugestehen würde den eigenen Machtverlust und Untergang bedeuten.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemand ruft: Der Kaiser ist ja nackt.
Bernankes frisch gedüngter Geldacker wird für die Kapitalisten wohl trotzdem zum Gottesacker.
Richebächers Ausführungen ist nichts hinzuzufügen!