Vor der Beantwortung dieser Frage stellt sich zunächst eine andere Frage: Wollen wir den Kapitalismus überhaupt retten? Vordergründig eine schwierige Frage. Aber nur so lange, wie man so tut, als ob es eine Alternative gäbe. Da schreit sofort einer Kommunismus, der andere Sozialismus, und da hinten aus Bayern will einer die Feudalherrschaft zurück. Ein paar verirrte Sozialdemokraten reden noch von der sozialen Marktwirtschaft, werden aber von geifernden FDPlern verjagt, die den Begriff für sich reklamieren und bei denen sozial ist, was dem Großkapital nützt.
Schauen wir uns doch einfach mal die Lösungen an. Im Feudalismus ist es einfach. Das war ein reiner rücksichtsloser Kapitalismus, der nur dadurch gebremst wurde, dass die Menschen sich erhoben und ihre Fürsten oder deren Beauftragten einen Kopf kürzer machten. Übrigens ein über lange Zeit probates Mittel beider Seiten, den jeweiligen Unmut über die Haltung des anderen kundzutun. Gebremst wurde die Willkür nur dadurch ein wenig, dass es viele Feudalherren gab, die ein ganz klein wenig miteinander im Wettbewerb standen.
< Der Sunderaner hat jegliche Bodenhaftung verloren | "Man sollte sie aus ihren Chefetagen zerren und mit einem Genickschuss erledigen" >
Weltwirtschaftskrise: Ist der Kapitalismus noch zu retten?
Zwischendurch versuchten immer wieder Könige und Kaiser alle Macht auf sich zu vereinen, was aber langfristig meist scheiterte, weil der Feudalherr sich auf andere niedere Feudalherren verlassen musste, die ihn dann genau so betrogen wie die Bürger. Das endete allmählich, als der Alte Fritz das Berufsbeamtentum einführte, das nur dem Recht verpflichtet war. Er war der erste Monarch, dem dann sein Recht in den Hals geschoben wurde, als ein Müller einen Prozess gegen ihn gewann.
Aber es blieb nicht nur bei dem Müller. Aus den Zünften, dem bürgerlichen Händlertum und einer bürgerlichen Oberschicht in Verwaltung und Geldmanagement entwickelte sich die industrielle Revolution, in der neben dem Herrscher immer mehr die Kapitalherren die Macht übernahmen. Der Staat wurde auf repräsentative Zwecke und die Außenpolitik beschränkt, der Herrscher als Auftraggeber vor allem für militärisches Gut verstanden, das Volk war der Esel, der die Kosten zahlen und die Arbeit leisten musste. Das Ergebnis war der oft beschriebene Manchesterkapitalismus und daraus erfolgten diverse Aufstände.
Formal erreichten die Menschen viel. Wahlrecht, Menschenrechte und allerlei schicken Tand, der aber nur in den Regalen landete und, ähnlich wie die kirchliche Monstranz, nur an seltenen Feiertagen dem Volk zur Bewunderung gezeigt wird. Daran änderten auch der Sozialismus und die Sozialdemokratie nichts. Als der Kaiser keine Parteien mehr kannte, latschten die deutschen Sozialdemokraten freudig in den ersten Weltkrieg. Danach ließen sie sich, von den Herren der Industrie, die Republik zerstören und schlugen sich ein wenig mit den Kommunisten die Schädel ein, weil die ja den falschen Glauben hatten.
Die Nazis durften unter dem Kapital herrschen. Krupp und IG-Farben sind ja nur Beispiele für die mörderische Komplizenschaft. Dann aber kam der Große Wandel. Im Westen gab es angeblich Demokratie, im Osten Sozialismus mit dem Ziel des Kommunismus. Der Kommunismus wurde nie erreicht. Er ist also eine rein theoretische Größe und deshalb nicht zu beurteilen. Der Sozialismus der erreicht wurde, widersprach sich selbst. Hatte Karl Liebknecht noch postuliert:
Sozialismus und Demokratie sind nicht dasselbe, aber sie sind nur ein verschiedener Ausdruck desselben Grundgedankens; sie gehören zueinander, ergänzen einander, können nie miteinander in Widerspruch stehen. [...] Der demokratische Staat ist die einzig mögliche Form der sozialistisch organisierten Gesellschaft.
zeigten sich im real existierenden Sozialismus schnell die Probleme. Die Meinung der Bevölkerung, also Demokratie, war im Westen wie im Osten nicht gefragt. Während des Wirtschaftswunders fraßen sich die im Westen erst einmal voll, und im Osten wussten sie sehr genau, dass sie auch ohne Wirtschaftswunder die Schnauze zu halten haben. Natürlich gab es überall Kämpfer für Demokratie. Die gibt es ja heute schließlich auch noch, aber die Systeme waren und sind halt nicht demokratisch. Beide nicht.
Der Sozialismus brachte den Monopolkapitalismus des Staates. Der Staat war Erzeuger und Verteiler aller Güter. Also versuchte er, die Güter nach einem Plan zu erzeugen, da ja scheinbar ein echter Wettbewerb nicht benötigt wurde. Das ging schief. Also gab es eine Reihe absurder Wettbewerbsmodelle, die aber auch nicht viel änderten. Die Leistungskraft der Industrie und allen Gewerbes wurde bei steigenden Kosten immer schwächer. Eine Zeitlang halfen Kredite, aber das Ende war absehbar.
Im Westen wurde mittels der Gastarbeiter eine künstliche Konkurrenz geschaffen, die zum Lohndumping bis heute benutzt wird. Aber beide Systeme sind kapitalistische Systeme. Solange beide existierten, es also theoretisch einen Wettbewerb gab, wurde in beiden Systemen wenigstens etwas für die Menschen und die Zukunft getan. Als der real existierende Sozialismus, mangels Masse, nicht mehr existierte, war diese Bremse raus und der Kapitalismus kehrte wieder zu Manchester zurück.
Das nächste Kapitel waren die gierigen Irren, die Renditen forderten, die niemand erwirtschaften konnte, die aber Trillionen Euro an Blasen erzeugten und immer noch erzeugen und die Weltwirtschaft in den Untergang führten, ohne auch nur ein Mindestmaß an Schuld oder Verantwortung zu empfinden. Was geht das Großkapital das Elend der Menschen an.
Die Frage lautet also gar nicht, ob wir den Kapitalismus erhalten wollen. Wir haben kein anderes Modell. Zumindest zur Zeit nicht, was aber nicht heißt, dass es keines gäbe. Theoretisch gibt es viele interessante Ansätze. Aber keiner kann den Kapitalismus ersetzen, weil der Kapitalismus eine Urtriebfeder hat, die sich nicht stilllegen lässt oder, wenn sie zwangsweise stillgelegt wird, zum totalen Leistungsverlust führt. Diese Triebfeder ist Wettkampf der Menschen untereinander.
Wer auch immer erzählt, dass Dabeisein alles sei, der will nur davon ablenken, dass er nicht gewinnen kann. Alle Menschen wollen gewinnen, obwohl es nur wenige wirklich schaffen. Zum Glück gibt es eine fast unbegrenzte Zahl an Feldern, auf denen dieser Wettbewerb stattfinden kann, so dass die Stärken des Einzelnen eigentlich immer herausgearbeitet, vor allem aber anerkannt werden könnten.
Tatsächlich haben wir aber diesen Wettbewerb nur auf eine einzige Sache reduziert. Den Besitz von Geld - oder Dingen, die man für Geld kaufen kann. Mein Haus, mein Auto, mein Swimmingpool, mein Boot, meine Pferde und meine Pferdepflegerinnen. Es geht nur um schnödes Geld; nichts Edles, nichts Ehrenhaftes und keine Treue haben daneben bestand. Es gibt nur noch einen Messwert: Was hat es gekostet? - Eine ziemlich arme Gesellschaft.
Vor allem aber eine Gesellschaft, die sich in einer Sackgasse befindet. Was soll nach einem Auto für ein Million Euro folgen? Eines für zwei Millionen? - Irgendwie ziemlich blödsinnig. Wir haben die Dinge von ihren Funktionen befreit. Ein Haus ist nicht zum Wohnen sondern zum Angeben, die Pferdepflegerinnen sicher nicht fürs Bett sondern Statussymbol. Ein Ersatz, ein Surrogat. Erdbeeren im Dezember, Trauben im Februar und Tomaten rund ums Jahr. Immer billig, immer verfügbar.
Die Currywurst wird mit Blattgold aufgewertet und Trüffel kommen aufs Himbeereis. Warum lassen wir uns so leicht mit Ersatz befriedigen? Weil es einfach ist. Vergleichen sie doch mal die Leistung eines Springreiters mit einem Dressurreiter, einen erfolgreichen Autor mit einem Rechtsanwalt, einen verantwortungsbewussten Autoschlosser mit einem Arzt. Das ist mühsam. Da müsste man die Leistungen als Leistung an sich anerkennen. Könnte nicht ausdifferenzieren.
Der ewige Ersatz, das Surrogat soll uns taub machen. Uns unsere Urteilsfähigkeit nehmen. Der Beweis ist einfach. Man nehme die kalten Erdbeeren aus dem Supermarkt und fahre hinaus auf ein sonniges Erdbeerfeld. Man muss sich nicht blamieren und andere testen lassen. Der Test ist schnell selbst gemacht, aber bitte die weitgereisten Erdbeeren und die Plasteschale nicht auf dem Acker entsorgen.
Es lässt sich nämlich nichts ersetzen. Alles ist einzigartig und alles muss zu seiner Zeit genossen werden. Das würde aber bedeuten, der ständigen Verführung durch Ersatz und Surrogat zu widerstehen, und würde viel Kraft kosten. Deshalb ist es wichtig, ein Korsett aus Regeln zu schaffen, das es den Menschen leicht macht, ein gerades Rückgrat zu bewahren.
Regeln sind Gesetze und sie müssen sowohl allgemein verständlich, als auch leicht kontrollierbar sein. Man kann eine Erdbeere nicht zweimal essen, deshalb kann man Geld auch nur einmal verleihen und nicht mehrfach. Boden ist, wenn man von Aufschüttungen im Meer absieht, nicht vermehrbar. Gut, es gäbe noch die Raumfahrt, aber auch da ist er letztendlich eben doch endlich. Deshalb kann man Boden nicht besitzen - man kann ihn nur nutzen und muss dabei den Nutzen aller berücksichtigen. Auch den zukünftiger Generationen.
Das gleiche gilt für Bodenschätze. Man kann sie nicht besitzen, aber natürlich kann man sie bergen. Während der Acker jedes Jahr wieder Früchte trägt und auf den Wiesen immer wieder Kälber heranwachsen, sind Bodenschätze endlich. Deshalb muss die Allgemeinheit den höchsten Profit an ihnen haben. Das gilt natürlich auch für Luft und Wasser. Niemand kann die Luft oder das Wasser besitzen. Es gehört allen und eigentlich weltweit gleichermaßen.
All diese Dinge kann man mit einfachen, leicht verständlichen Sätzen klären und in ebenso einfachen Gesetzen für jeden verständlich niederschreiben. Dann braucht es nur noch ein Gesetz, das demjenigen, der gegen die Gesetze verstößt, seinen Ertrag und Mittel, also das Kapital nimmt, mit dem er diesen Verstoß finanzierte.
Das Schwierigste zum Schluss. Jetzt stehen sich noch zwei Produktionsfaktoren gegenüber. Arbeit und Kapital. Bisher ging dieser Konflikt immer zuungunsten der Arbeit aus. Mal sorgten Gewerkschaften für höhere Löhne, aber meist hatte das Kapital schon vorher die Preise erhöht. An der Ausbeutung änderte sich nichts. Dabei ist die Antwort verblüffend einfach. Kapital und Arbeit könnten leicht gleichberechtigte Partner sein.
Das Kapital stellt die Betriebsstätte, die Maschinen und das Material. Der Arbeiter stellt seine Arbeitskraft, sein Wissen und seine Kreativität. Damit gäbe es eine gleiche Ausgangslage. Natürlich kann nie der ganze Ertrag verteilt werden, ständig müssen Anlagen und Maschinen ausgetauscht und Mitarbeiter weitergebildet werden. Dazu kommen noch die Kosten für Vertrieb und den laufenden Materialbedarf. Aber das, was übrigbleibt, können sich Kapital und Arbeit teilen.
Eine Utopie. Vielleicht. Aber wir stehen vor dem totalen Zusammenbruch des aktuellen Systems. Da wird man schon einmal über neue Lösungen nachdenken müssen. Ansonsten geht es wie schon immer in der Geschichte. Wenn das Kapital nicht weiterweiß, gibt es einen Krieg, und diese Kriege werden immer mörderischer. Da ist eine freundliche Utopie sicher besser.
Tags für diesen Artikel: arbeit, ertrag, feudalismus, gewinne, kapitalismus, sozialismus, weltwirtschaftskrise
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SaarBreaker am
03/26/09 um 07:33
Weltwirtschaftskrise: Ist der Kapitalismus noch zu retten?
Von Jochen Hoff - Duckhome Vor der Beantwortung dieser Frage stellt sich zunächst eine andere Frage: Wollen wir den Kapitalismus überhaupt retten? Vordergründig eine schwierige Frage. Aber nur so lange, wie man so tut, als ob es eine Alternative gä... ...
Von Jochen Hoff - Duckhome Vor der Beantwortung dieser Frage stellt sich zunächst eine andere Frage: Wollen wir den Kapitalismus überhaupt retten? Vordergründig eine schwierige Frage. Aber nur so lange, wie man so tut, als ob es eine Alternative gä... ...



















Solltest du Pfeife aber noch einmal behaupten ich träume von einer Welt in der Lamm und Löwe gemeinsam grasen, dann trete ich dir in einen blöden Arsch.
Ich sprach von Gesetzen und harten Regeln, also Zäunen, die das Lamm vor dem Löwen schützt.
Ansonsten darfst du weiter Karl Marx anbeten. Mir sind Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg lieber. Die wussten nämlich wovon sie sprachen.
Sie saßen nicht im feudalen Exil. Verstanden.
Überdies ist deine Argumentation sachlich schlicht falsch: Arbeit und Kapital sind keineswegs 'Produktionsfaktoren'. Vielmehr ist das Kapital der prozessierende Wiederspruch, unter dem Menschen mangels (Privat)Eigentum an brauchbaren Sachen aufs (Privat)Eigentum an ihrer eigenen Person reduziert werden (was sie wesentlich von leibeigenen Bauern oder Sklaven unterscheidet).
Die Folge davon ist, dass sie gezwungen sind, um sich selber am Leben zu erhalten, ihre Fähigkeit, zu arbeiten, wie die sachlichen Eigenschaften eines quasi verzichtbaren Gegenstands zu behandeln. Dieser Gegenstand ist als Arbeitskraft zwar nicht von ihnen zu trennen, lässt sich aber als Ware hergeben. Wie bei jedem Warentausch wechselt das Eigentumsrecht am getauschten Gegenstand, folglich geht das an der Arbeitskraft auf den/die Eigentümer der Produktionsinstrumente über, wodurch sie Teil derselben wird. Menschen werden zu Instrumenten der Produktion, statt dass diese ihren Zwecken diente.
Die Vernutzung der Arbeitskraft im Produktionsprozess kommt daher quasi der Konsumtion von deren Gebrauchseigenschaften durch den/die Eigentümer der Produktionsinstrumente gleich — das Resultat derlei Arbeit folglich deren Privateigentum. Der Widerspruch daran ist der, dass es gesellschaftlicher Arbeit bedarf, um tatsächlich Privateigentum zu produzieren und der Zweck der ganzen Angelegenheit eben darin besteht, dieses Privateigentum zu erhalten und zu vergrößern. Daran ändert sich nicht so furchtbar viel wenn, gleichgültig ob im Osten oder Westen, der Staat als Eigentümer der Produktionsinstrumente auftritt.
Um Privateigentum konkurrieren die Menschen trotzdem, und zwar unter den gegebenen (gesellschaftlichen) Bedingungen zwangsweise. Der Haken daran ist freilich, um zu produzieren, sind sie in immer größerem Maße gezwungen, miteinander zu kooperieren
Mein Vorschlag zwingt das Kapital mit der Arbeit in gleicher Augenhöhe zu kooperieren, weil ein Verstoß gegen die Regel den Einzug des Kapitals durch den Staat bedeutet, der die Firmenanteile dann z.B. zur Hälfte den Arbeitnehmern übergeben kann und die andere Hälfte vermarktet.
Es ist einfach nur denkbare Praxis. Ich habe leider keine Utopie zu bieten, möchte aber wenn möglich noch vor dem Zusammenbruch fertige Pläne vorliegen haben.
Denn während du theoretisch einwandfrei bist, lieferst du den Menschen da draußen keine Lösung, nicht einmal einen Fingerzeig dort hin.
Das unterscheidet eben auch den reinen Theoretiker Marx vom Praktiker Liebknecht. Liebknecht brauchte praktikable Lösungen und nicht reine Religion.
Das ist übrigens bis heute das Dilemma der Linken. Entweder reine Religion oder Exkommunikation. Immer alles und wenn das nicht geht, dann eben nichts nehmen. Schön doof und ineffizient.
Das ist übrigens der Punkt, an dem sich die einstmals 'staatstragenden' Sozialisten ganz praktisch von Marx unterschieden. Während dieser den (nachrevolutionären) Staat als relativ kurze 'Übergangsperiode' betrachtete, gingen die wirklichen Praktiker seit Lenin daran, sich als Staat an der Staaten-Konkurrenz zu beteiligen. Ulbricht bspw. betrachtete den Sozialismus als 'eigenständige' Formation.
Die eigentliche (praktische?) Frage ist, was wäre unter den gegebenen Umständen dagegen zu sagen, wenn der Staat ein tatsächliches Interesse daran entwickelte, meinetwegen die Leute zu versorgen und unter dieser Prämisse, Produktion wie Distribution 'verstaatlich', statt händeringend nach 'Investoren' Ausschau zu halten, deren Interesse(n) genau gegenteilig sind?
Btw, der Osten ist keineswegs am Plan gescheitert, sondern am Versuch den Mehrwert zu vergesellschaften (um das zu klären, bedarfs aber einer theoretischen Diskussion). Als sichtbar wurde (oberflächlich an allerlei 'Mängel'), dass mit explizit kapitalistischen Methoden die Konkurrenz um Privateigentum nicht zu überwinden ist, aber die Chefs weniger hatten als ihre Pendants im Westen, wurde der Laden von eben jenen Chefs 'demokratisiert'.
Btw, zu *glauben*, der 'Markt' werde richten, was bei der Konkurrenz um Privateigentum (gesellschaftlich) schiefgeht, ist auch eine Art 'Fundamentalismus'. Im Gegensatz zu religiösen, der sich immerhin darauf berufen kann, die 'Nichtexistenz' Gottes sei nicht bewiesen, ist derlei Glaube freilich längst praktisch widerlegt ...
Ich hatte in meiner Jugend einen reinen Wolf, als Hund. Er wurde aber nicht dadurch zum Hund, das ich ihn wie ein Hund hielt. Er blieb immer Wolf. Aber ich war sein Rudelführer und bewies ihm das immer wieder, bis er sich an die Situation gewöhnte. Trotzdem konnte ich ihn zwar wie einen guten Hund lieben, ihm aber nie endgültig vertrauen.
Ich denke nicht dass es um Systeme geht. Es geht um Menschen und die Menschen sind dem Menschen Wölfe. Homo lupus. Ja sie wedeln und freuen sich, sind aber immer bereit zuzuschlagen. Jeder.
So wie ich in einem Rudel Regeln habe, damit das Rudel überlebt, brauche ich unter den Menschen Regeln.
Vielleicht werden die Menschen ja in tausenden von Jahren irgendwann so domestiziert sein, dass man sie ohne enge und harte Regeln miteinander leben lassen kann. Dann magst du mit Marx und dem Kommunismus kommen. Bis dahin beleibt das ganze nur ein Wunschtraum, eine schöne Theorie.
Also bitte sag mir nicht das ich falsch liege und beweise es mir nicht mit toten Theoretikern sondern, zeige mir Lösungen die wir morgen umsetzen können.
Es ist keine Zeit mehr für Theorie. Die machen uns sonst den Laden über dem Kopf zu und wir beiden können dann in den neuen KZ darüber philosophieren, was Marx wohl dazu gesagt hätte. Vielleicht treffen wir uns auch in den Strafkompanien, irgendwo im Iran, Irak, Afrika oder Russland.
Wir müssen jetzt ändern oder wir haben verloren. Heute ist der Tag. Gestern wäre besser gewesen.
Unter der 'totalitären' Herrschaft der 'staatstragenden' Kommunisten galt es als Mangel, im Winter keine Erdbeeren bekommen zu können — bei dir wird daraus ein Rezept, die Krise zu überwinden ...
Gib doch einfach zu, dass du gar keine Idee hast, und dir schon alleine deshalb meine nicht gefällt. Oder setz dich hin und heul. Aber jammere mich nicht voll. Ich habe Arbeit, ich möchte an einer neuen Welt mitarbeiten.
Man darf im übrigen gern nachweisen, das der 'real existent Gewesene' in die Hose gegangen ist - wenn man das noch für nötig hält. Ich wehre mich nur - und zwar wie gesagt ua mit den Argumenten Liebknechts - dagegen, damit schon den ganzen Komplex 'Sozialismus' als abgehakt zu betrachten.
Aber bau halt weiter an deinem Wolkenkuckuckslaufställchen...
Dein ideeller Sozialismus ist wie ein ideeller Hühnerstall. Es gibt viel Gegacker aber keine Eier und keine Hühner und der Mist der übrig bleibt ist nicht zu verwenden.
Bei der Machtfrage waren die Herrschenden noch nie zimperlich. Die erste Option war immer, existenzielle Probleme mit dem Militär zu lösen. Wie so etwas endet, kann sich jeder selbst ausmalen.
Die zweite Option ist alles im Chaos versinken zu lassen, um dann als "weißer Ritter" die Welt mit einer allumfassenden Diktatur zu beherrschen.
Die dritte Option ist die Herrschaft der besten Köpfe, zum Wohle der Völker. Der Wettbewerb um die Macht wird die Konkurrenz der besten Ideen. Gewissermaßen die dauernde Defragmentierung der Gesellschaft in ihren Angelegenheiten zu deren Nutzen. Auch des Betriebssystems, das die Macht über die Gesellschaft hat. Aus der Black Box der Macht wird eine offene Organisation.
Der Anspruch der Wirtschaft muss der Bedarf sein. Eine öffentliche, durch keine Beschränkungen behinderte Bewertung der Produkte durch den Verbraucher zwingt den Produzenten auf die Wünsche der Konsumenten einzugehen.
Konkurrenz belebt das Geschäft. Tatsache ist, der Aufwand sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, übersteigt oft den Aufwand für die Herstellung des Produkts. Die Kreativität und das Wissen der Werbung kann dann sehr gut im Bildungssystem eingesetzt werden.
Die Konkurrenz innerhalb des Kapitalismus, als Triebfeder des Fortschritts, wird als guter Dienst an der Menschheit hinterbracht. Diese These muss vorurteilsfrei hinterfragt werden.
Beim Aufbau einer neuen Gesellschaft war Ideologie noch nie ein guter Ratgeber. Ideologie ist nichts anderes als die Religion der Herrscher. Das einzige was zählt, ist das es den Menschen gut geht und sie frei im Denken sind. Ideen für eine neue bessere Welt hat jeder. Ob sie gut sind kann nur die Gesellschaft entscheiden.
Verfolgt man deine Idee weiter bleibt allerdings nur ein Schluß zu ziehen und das ist der Aufstand der Masse der Lämmer gegen die handvoll Löwen, um eben diesen die erwähnten "Zäune" aufzudrücken.
Solange das nicht passiert werden die Lämmer auf immer engerem Territorium zusammenschloßen bis sie sich schlu0endlich gar nicht mehr bewegen können und Stück für Stück gerissen werden, wenn es notwenig ist.
Zum Glück zeigt uns die Geschichte immer wieder, dass die Gier der Löwen irgendwann zu groß ist und die Zäune niedergerissen werden.
Leider werden dann auch die ehemaligen Lämmer zu Löwen und das wird vermutlich auch so bleiben.
Auch Lämmer lassen sich vor der Verwandlung schützen, nicht nur davor gefressen zu werden.
warum machst Du nach dieser Feststellung im Blog überhaupt weiter? Nicht jammern und picheln sondern hammern und sicheln. Lamentieren ist scheiße und doof. Wenn Du keine Lösung weißt, dann schweige doch und gehe in die Linkspartei. Da bist Du dann gut aufgehoben. Deren Stossgebet abends im Bett lautet:"Lieber Gott, lasse keine revolutionäre Situation entstehen, dann hört unser ruhiges Leben auf!"
Schöne Grüße von Gysi. Bisky, Lafo und Sahra Wagenknecht und freue Dich auf die nächsten Tal(g)ks mit Ihnen in der Medienwunderlandschaft
Die Frage lautet also gar nicht, ob wir den Kapitalismus erhalten wollen. Wir haben kein anderes Modell. Zumindest zur Zeit nicht, was aber nicht heißt, dass es keines gäbe. Theoretisch gibt es viele interessante Ansätze. Aber keiner kann den Kapitalismus ersetzen, weil der Kapitalismus eine Urtriebfeder hat, die sich nicht stilllegen lässt oder, wenn sie zwangsweise stillgelegt wird, zum totalen Leistungsverlust führt. Diese Triebfeder ist Wettkampf der Menschen untereinander.
Und Sport kann man nun mal nur in privat betriebenen Stadien ausüben...?
Ich wünsche mir nicht den Kapitalismus, ich habe nur nichts was ich ihm real und praktisch morgen entgegen setzen könnte.
Aber es ist witzlos es kommt ja doch nur Getrolle von dir, nie Vorschläge, weil du eben keine Hast. Du willst nur meine Zeit vergeuden und damit ist jetzt Schluss.
"Ich wünsche mir nicht den Kapitalismus, ich habe nur nichts was ich ihm real und praktisch morgen entgegen setzen könnte."
Ein Umbau der Wirtschaft in kooperierende, koordinierte 'Genossenschaften' ist nicht gerade 'rocket science'. Und der Umfang an 'Gegenmacht' den es braucht auch nicht größer als wenn jetzt tatsächlich mal die Lämmer die Zäune bauen sollten. Nur warum sollten sie, wenn sie schon mal so weit sind bzw wären, an ihrer Ausbeutung festhalten...? Aus der in den allermeisten Fällen völlig unbegründeten Hoffnung heraus, sie könnten selbst zum Löwen mutieren?
Warum also sich mit 'Halbheiten' abgeben statt gemeinsam darüber nachzudenken, wie ein tatsächlich demokratischer 'Sozialismus' (wie man es nennt, ist auch mir egal) konkret aussehen könnte und müsste?
Du laberst um nichts tun zu müssen und dafür ist mir meine Zeit zu schade. Geh wieder in deinen linken Zirkel und diskutiere. Zu nichts anderem bist zu gebrauchen.
Ach ja du könntest Politiker werden. Egal wo.
Unser Problem ist nicht der "Kapitalismus", sondern der "US-Kapitalismus" und dieser basiert auf dem 100 Jahre alten FED-Plan, bzw. auf dem Denken des Rothschild-Gründers.
"Gib mir die Macht über die Währung eines Landes (seit 65 Jahren :"der Welt") und es interessiert mich nicht mehr, wer dessen Gesetze macht."
Erst durch die von Anfang an geplante Aufhebung des Dollar-Goldstandards wurden die weiteren Pläne der Rothschild-Fed zur Weltübernahme möglich. Erst dadurch kam es zur ungerechten Verteilung des von der Weltbevölkerung erwirtschafteten Vermögens.
Jetzt steht die Welt vor einem Schuldenloch von geschätzt 150.000 Mrd. USD, während das Rothschild-Vermögen auf > 450.000 Mrd geschätzt wird.
Wenn man diese verborgene Umverteilung beseitigt, dann ist die Schuldenblase des "US-Kapitalismus" beseitigt und "die Welt" hat immer noch ein Vermögen von 300.000 Mrd. USD, das sind immerhin 50.000 pro Erdenbürger.
Nicht der Kapitalismus ist also das Problem, sondern der geschickt verborgene Verteilungsmechanismus, der zu beseitigen ist.
Und beim Sozialismus ist es nicht viel anders:
Es gab durchaus Leute wie Dubzek, die einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" ausprobieren wollten und dieser wäre auch in einem vernünftig konstruierten System denkbar. Es lag nur überhaupt nicht im Interesse des US-Kapitalismus, dass irgendjemand ein gut funktionierendes, dem Allgemeinwohl nützliches Wirtschaftsmodell ausprobiert, damals nicht sowenig wie man wollte, dass die DDR nach Fall der Mauer einen "eigenen Weg" beschreitet.
Von daher: wir müssen nicht den Kapitalismus abschaffen und ein vernünftiges Modell enthält immer Elemente von "Sozialismus", (z.B. eben infrastrukturelle Aufgaben) und "Kapitalismus", es gibt gar kein entweder/oder.
Das wurde uns nur vom System als Doktrin übergestülpt.
Man muss also nur die Verbrecher aus dem Weg räumen, die das Wirtschaftsmodell so gestaltet haben, dass ihnen allein alle Profite zufliessen und schon funktioniert das System, das dann vielleicht Sozialkapitalismus heisst.
Wie sich etwas schimpft und was zu tun ist um welchen Umstand zu ändern solte nebensächlich sein.Wichtig ist das Ziel und das vereint dann wiederum.
Wie "lupa cattivo" geschrieben hat gibt es diverse Doktrinen des Systems.Diese alle aufzuzählen lohnt nicht.Fakt ist aber eines.Niemand hat die Weissheit mit denn Löffeln gefressen.Niemand ist besser als der andere.Niemand vollkommen.Wenn Wir aber nur immer danach fragen und sich letztlich immer alles genau daraum dreht dann drehen Wir Uns ständig im Kreis und es passiert letztlich das was niemand von Uns will.Es regieren die welche nicht alles hinterfragen und nicht mal ansatzweise so intiligent sind wie die welche doch immer nur denn perfekten Weg beschreiten wollen.
Ich z.B. bin weder rechts noch links.Dennoch durchaus als konservativ und rebellisch zu bezeichnen.Hinzu kommt mein Bezug zum Vaterland und mein Glaube an Gott denn allmächtigen.Wenns nun also nach der Doktrin ginge die jeder von Uns irgendwie im Kopf hat dann wäre ich eindeutig der rechten Ecke zuzuordnen.Letztlich ist mir aber auch das Wurscht.Zählt nicht immer das auf was Uns trennt sondern das was Uns vereint.Und das ist da kommt auch der Linkeste der Linken nicht drum herum die Herkunft.Vieles mag Uns trennen aber Unser "Urpsrung" vereint Uns.Auch solltet Ihr nicht ständig von schlauen Menschen sprechen welche irgendwann mal etwas schlaues geschrieben bzw. gesagt haben.Niemand ist vollkommen dumm und niemand vollkommen schlau.Jeder kann seinen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten.Das ist es was zählt und nichts anderes das bestreben nach einer gerechteren Welt.Wie sich diese nennt sollte und wer vielleicht mal was richtiges als welchem Grudn auch immer geschrieben hat sollte zweitrangig sein.Diese Menschen wie Liebknecht,Marx und Co. hatten Ihre Chance oder auch nciht.Ist auch egal.Jetzt sind Wir jedenfalls dran und nur das ist es was zählt.Gerechtigkeit ist der Weg aus dem Sumpf und Gerechtigkeit ist keine Sache der Auslegung sondern der menschlichen Logik sowie des menschlichen Verständnises.
Nicht immer sind die kompliziertesten Thesen auch die besten zumal diese kaum jemand wirklich nachvolziehen kann insofern hat Jochen Hoff wie mit vielem absolut Recht.Wirklich ändern tut sich aber auch dadurch nichts das man einen Plan hat.Wenn man gleichzeitig nicht in der Lage ist diesen Umzusetzen dann hilft auch das nichts.Und da sind wir wieder beim "Urpsrung" angelangt und der Frage was Uns eint.
Einiges wiederum was Du zum Thema Kirche etc. geschrieben hast teile ich definitiv nicht.Ich finde es überheblich Menschen nur wegen Ihres Glaubens zu Gott als schwach und fehlgeleitet zu betrachten.Gerade der Glaube an Gott stärkt einen und lässt einen nicht abheben.Mir jedenfalls sind Menschen suspekt welche meinen selbst die Kronne der Schöpfung zu sein.Ob das auf Dich zutrifft vermag ich natürlich nicht zu beurteilen da ich dich nicht persönlich kennen tue.Im übrigen glauben die wenigsten an die Kirche und denn Papst an sich.Das sind nur Symbole des Glaubens und Symbole müssen mächtig daher kommen ansonsten wirken diese albern.Der wirkliche Gläubige ist der welcher nichts fordert und nichts erwartet und dennoch glaubt.Das ist genauso wie in der Politik.Die Menschen die ohne Hintergedanken einen bestimmten Weg verfolgen und fest daran glauben, dass dies der richtige ist, diese Menschen werden über kurz oder lang zum Ziel finden davon bin ich fest überzeugt.Ideologie ist wichtig für die Menschen sowie der Glaube an etwas.Das lässt Du leider ausser acht und wertest es als denn falschen Weg.In Warheit ist es aber so das nur wenn man beides mit berücksichtigen tut man eine wirkliche Chance hat die Menschen unter einer "Fahne" zu versammeln.Denn wenn Sie nicht an Deine Idee glauben dann wird Dir auch niemand folgen.
Ich jedenfalls werde auch weiterhin Deine Beiträge lesen und hoffe das Du noch kein biblisches Alter erreicht hast.Es wäre nämlich schade drum da Wir schon genug alte Männer und Frauen in diesem Lande haben welche Ihre Chance verpasst haben und nun dennoch krankhaft nach einer neuen ausschau halten welche jedoch niemals wiederkommen wird.Du scheinst mir aber auf dem richtigen Weg zu sein wenn ich mir dieses Zugeständniss erlauben darf.Ich wünsche Dir das Du auch denn richtigen Zeitpunkt appassen tust und bis dahin nicht vorschnell handelst.Aber dies ist nicht erlernbar sondern wurde einem von Geburt an mit auf denn Weg gegeben oder ebend nicht.Früher glaubte man fest daran das einem Menschen bestimmte Fähigkeiten quasi angeboren sind (Stichwort in die Wiege gelegt),insofern obliegt es nicht allein Deinem Handeln und denken und seien es noch so gute Ideen.Aber vielleicht hast Du ja genügend Glück und Feingefühl um zu sehen wann der Zeitpunkt für eine Wende gekommen ist.Momenatan jedoch ist Er es aus meiner Sicht aber definitiv noch nicht.Wer jetzt schon loslegt und vorprescht wird scheitern.Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen auch wenn ich nicht überzeugt davon bin das sich an linkgerichteter Weg (leider wieder eine Doktrin welcher auch ich mich nicht so recht entziehen kann auch wenn ich um diesen Umstand weis) durchsetzen wird.
Leute wie Ratzinger und seine Kinderschänder die sich hinter ihrem Glauben verstecken, Islamisten die anderen erzählen, sie bekämen 99 Jungfrauen im Paradies, wenn sie sich und andere in die Luft sprengen, Evangelikale die Armageddon wollen, damit sie entrückt werden und nicht sterben müssen, Zeugen Jehovas die Bluttransfusionen verbieten und die Gehirnwäscher von Schientology bringen dem Menschen gar nichts, oder nur Unheil.
Die Liste lässt sich beliebig verlängern. Der einzelne Glaubende, die kleine freie Gemeinde mit demokratischen Strukturen finde ich völlig in Ordnung.
Aber die große Masse der Glaubenden wird bewusst mit Lügen gefüttert, schwach und dumm gehalten um leichter ausgebeutet werden zu können. Und dagegen bin ich.