Es ist eine bestechende Idee. Man drückt auf den Reset-Knopf und das ganze System startet von unten fehlerfrei durch. Bei Windows-Betriebssystemen klappt das häufig nicht, aber die User sind geduldig. Sie drücken den Knopf, bis sie dann neu installieren müssen. So ähnlich ist auch der Traum der Neoliberalen, der Handlanger des Großkapitals und der Leute, die mit Dienstleistungen für die Finanzindustrie ihr Geld verdienen. Neustart.
Seltsam schweigend verhält sich das Großkapital. Es investiert wie wild in alte und neue Industrien. Natürlich passiert das vorsichtig und nur selten hört man, wie bei Frau Klatten aus dem Hause Quandt, dass sie hier oder dort ihren Anteil ausgebaut habe, oder wie von Abu Dhabi, die einen Haufen Mercedes gekauft haben. Aber die Fluchtbewegung in reale Werte ist deutlich spürbar. Natürlich weiß niemand von diesen Investoren, ob die Preise, zu denen sie nun kaufen, wirklich einen realen Wert darstellen.
Aber das Großkapital sieht die Alternativen und die sind schrecklich. Selbst wenn die Industrie noch fünf Jahre braucht, um auf ihrem Tiefpunkt anzukommen, wird immer noch einiges vom Investment übrigbleiben. Wo der Dollar in fünf Jahren steht, das britische Pfund oder der Euro, möchte niemand so richtig laut aussprechen. Denn die Milliarden, Billiarden oder gar Trilliarden, die jetzt verschwendet werden, sind weg. Sie dienen ja nur als Ersatz für Geld, das bereits einmal verloren wurde.
Während das Kapital bereits auf der Flucht aus den Währungen ist, versuchen die Politiker sich an allerlei Träumen über eine neue Weltwährung. Meist dreht sich die Diskussion um die
Sonderziehungsrechte (SZR) des Internationalen Währungsfonds (IWF).
Der Wechselkurs eines Sonderziehungsrechts ist durch einen Währungskorb wichtiger Weltwährungen definiert. Seit Januar 2006 enthält dieser Korb 0,632 US-Dollar, 0,410 Euro, 0,0903 Pfund Sterling und 18,4 Yen.[
Die SZR bilden also einen Mix aus bestehenden Währungen ab und könnten so ohne weiteres als eigenständige Währung am Markt gehandelt werden. Solch ein Handel wird sicherlich durch die
G20-Länder während ihres Londoner Treffens Anfang April zumindest vorbereitet, vielleicht sogar verabschiedet.
Das ist nicht vernünftig, aber wie all das, was Politiker zur Zeit machen, auch völlig wirkungslos. Die SZR sind ein Abbild bestehender Währungen und damit je nach den Anteilen, in denen diese Währungen in den SZR vertreten sind, auch von diesen Währungen abhängig. Fällt der Dollar, fallen auch die SZR. Sie sind aufgrund des hohen Dollaranteiles im Grunde nur eine durch den Euro gemilderte Form des Dollars, und das englische Pfund ist im Grunde genommen bedeutungslos.
Nachdem die USA bereits erklärt hatten, dass sie vorsichtshalber und mangels anderer Käufer ihre Schuldverschreibungen einfach selbst kaufen, bekamen auch die Briten ihre letzten Bonds nicht mehr los und bleiben auf einem großen Teil von 1,75 Milliarden Pfund sitzen. Das ist dumm, denn sie müssen, nur um ihre Altschulden zu verlängern, jährlich rund 150 Milliarden in Papieren verkaufen. Bei all den Rettungspaketen könnte sich der Betrag aber locker verdoppeln. Damit ist sicher, dass Dollar und Pfund immer weiter verwässern.
Sie tun das aber sowohl in der eigenen Währung, als auch in den Sonderziehungsrechten. Deshalb sind die SZR eine Nullnummer. Sie lösen keines der Probleme. So gerne das auch manch einer hätte. Man kann sich nicht an den Haaren aus dem Sumpf ziehen. Dazu benötigt man einen festen Punkt, an dem man sich halten kann, oder einen Siemens-Lufthaken. Weder fester Punkt noch Lufthaken sind zu sehen, wenn man mal vom Euro absieht.
Deutschland exportiert rund 75 Prozent seiner Güter nach Europa, während 72 Prozent aus Europa kamen. Weitere 12 Prozent gingen nach Asien und 10 Prozent in die USA, 8 nach Australien und Neuseeland und nur 2 Prozent nach Afrika. Man könnte also in einem Punkt protektionistisch handeln und seine eigene Währung schützen, zumindest in der Eurozone. Aufwerten, Banken sterben lassen und das eigene Finanzwesen strikten Regeln unterwerfen.
Das ist aber leider nicht möglich. Sarkozy hatte Angst, dass der deutsche Einfluss in Europa zu groß wird, und hat sich wie ein wimmernder Welpe vor der Nato auf den Rücken geworfen, um nur ja wieder mit den Großen mitspielen zu können. Sie haben ihn nicht gebissen, sie haben ihn wieder in die Kommandostruktur der Nato aufgenommen. Aus der Grande Nation wurde ein willfähriger Sklave. Aber darüber darf sich ein Deutscher nicht aufregen. Merkel, Steinmeier, Steinbrück und Westerwelle gieren doch alle nur danach, einmal im Weißen Haus aus den Näpfen der Hunde schlürfen zu dürfen. Sie machen alles mit, was die USA befiehlt.
Obama ist allerdings kein Gott, er ist nicht einmal mächtig. Er ist eine nette Handpuppe der FED und des alten Geldes der Wallstreet, das vor allem in der Finanzindustrie steckt und sich eine andere Welt nicht mehr vorstellen kann. Aber diese Welt stirbt. Zu tief sitzt der Schreck und selbst gute Zahlen rufen unter den
Marktteilnehmern nur noch schallendes Gelächter hervor.
Natürlich hätten China und Russland gerne eine neue Weltwährung. Sie träumen von einer Währung, in die sie ihre wertlosen Dollars ohne Verluste in wertvolles Geld umtauschen können. Diese Möglichkeit wird es jedoch nicht geben. Keine Chance. Das Geld ist weg.
Natürlich könnte man einen Goldstandard einführen. Gar keine Frage. Wo lagert das meiste Gold der Welt, wenn es nicht schon unter der Hand verhökert wurde? In den USA! Da liegt ja auch das deutsche Gold. Winken wir ihm hinterher. Wir werden es nie wiedersehen. Für einen Goldstandard braucht man aber Gold. Das würde ein lustiger Standard. Aufgebaut auf Luftgold zu Luftpreisen.
Die USA kann den Nationen ihr Gold nicht zurückgeben. Sie haben es ja eingesammelt, um damit die eigenen Schulden zu bezahlen, auch wenn sie behaupteten, es sei nur ein Faustpfand für das Wohlverhalten der Deutschen nach dem Kriege. In Deutschland liegen nach seriösen Ansichten 2 Prozent des deutschen Goldes, der Rest liegt bei der Federal Reserve Bank New York, der Banque de France und der Bank of England. Wir winken dem Gold noch einmal fröhlich hinterher.
Dummerweise besitzen aber weder die Deutschen, noch die USA, die Franzosen oder gar die Engländer das deutsche Gold noch. Sie alle haben es verliehen, als Sicherheit hinterlegt oder in Zertifikate verwandelt. Das wurde natürlich nicht nur mit deutschem Gold gemacht, sondern mit allem Gold der Erde. Teilweise sogar mit noch nicht gefördertem Gold. So entstand ganz viel Papiergold, mit Hebeln, mit denen Archimedes oder jeder Säugling die Welt aus den Angeln heben könnte.
Wir winken nun auch zum letzten Mal der Idee einer goldgestützten Währung nach. Was also bleibt? - Das was immer blieb. Erst Krieg, dann Währungsreform. Unseren Politikern wird nichts einfallen, und wenn Frau Klatten sich auch diesmal geschickt herausredet oder herausschleimt, wie es ihr
Vater tat, werden auch sie und ihre Kinder ungeschoren davon kommen.
Nach Einschätzung von Benjamin Ferencz, der bei den Nürnberger Prozessen für die Anklagebehörde arbeitete, wären Herbert Quandt und sein Vater Günther ebenso wie Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, Friedrich Flick und die Verantwortlichen der I.G. Farben als Hauptkriegsverbrecher angeklagt worden, wenn die heute zugänglichen Dokumente den Anklägern damals vorgelegen hätten. Die entscheidenden Dokumente zu ihrem Wirken im Dritten Reich lagen den Behörden in der britischen Besatzungszone vor. Die Briten hielten das Material zurück, weil sie erkannt hatten, welche Bedeutung die Batterieproduktion der AFA auch nach dem Krieg hatte, und die Eigentümer deswegen schonen wollten.
Auf die einfachen Menschen wird natürlich niemand Rücksicht nehmen. Wozu auch. Es geht doch immer nur um die ganz Großen. Die Reichen und die von ihnen erwählte "Elite" von Hofschranzen - als Experten, Wissenschaftler, Politiker oder Berater getarnt. Es wird wieder einmal eine Frage des Überlebens.
Was man tun kann, ist klar. Mann und Frau muss aufstehen und sehr laut "
Nein" sagen. Wir müssen raus auf die Straße und diese Politiker hinwegfegen. Helfen kann nur noch eine Revolution. Die lassen sich nicht aufhalten, die werden es wie Althaus immer wieder tun. Ohne Rücksicht. Ohne Verantwortung. Ohne Ehre. Und vor allem ohne Moral.
Wirklich? Die wechseln stillschweigend ihr Papier- und Buchgeld in feste Werte, weil beim Zusammenbruch Papiergeld zu Müll und Buchgeld gelöscht wird - aber mit dem Anspruch auf materielle Dinge - Land, Gebäude, Firmen - bleibt ihre Herrschaftsposition nciht nur erhalten, sondern wird insgesamt sogar noch gesteigert gegenüber heute.
mfg zdago