Damit in Zukunft Aquakulturen noch umweltfreundlicher werden, arbeiten Wissenschaftler der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg http://www.landwirtschaft-mlr.baden-wuerttemberg.de an der Entwicklung von innovativem Fischfutter, das den Fischkot schwimmfähig und damit leicht abschöpfbar macht. Da der globale Fischkonsum stetig ansteigt und weltweit 75 Prozent der natürlichen Bestände überfischt oder teilweise erschöpft sind, kommt der kontrollierten Fischzucht in Aquakulturen steigende Bedeutung zu. Die deutsche Bundesstiftung Umwelt DBU http://www.dbu.de fördert umweltschonende Aquakultur in Kreislaufanlagen mit 350.000 Euro.
"Da die vollständige Reinigung und Aufbereitung des Wassers technisch schwierig ist, haben wir nach neuen Lösungen gesucht", so Alexander Brinker von der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg im pressetext-Interview. Die sichere und nahezu vollständige Entfernung der Ausscheidungsstoffe aus dem Kreislaufsystem sei allerdings eine echte technische Herausforderung. Die feinen Fischkotpartikel verteilen sich gleichmäßig im gesamten Wasser und lassen sich nur bedingt und mit großem Energieaufwand herausfiltern. "Die Filterung ist aber notwendig, da sonst die Wasserqualität beeinträchtigt wird", so der Forscher. "Im schlimmsten Fall gerät das gesamte Kreislaufsystem aus dem Gleichgewicht und der Betrieb der Anlage lässt sich aus Sicherheitsgründen nicht mehr aufrecht erhalten." Mit einem dem Fischfutter beigefügten pflanzlichen Polysaccharid ist es den Forschern gelungen, das Problem zumindest teilweise zu lösen. "Damit konnten wir den Kot stabilisieren und dann leichter filtrieren."
"Wir arbeiten nun allerdings daran, ein spezielles Futtermittel für Forellen zu entwickeln, nach dessen Aufnahme die Fische schwimmfähigen, festen Kot erzeugen, der sich leicht von der Wasseroberfläche abschöpfen lässt", so Brinker.
Schwimmender Fischkot ist Forschung in Deutschland
Nein, so einen Blödsinn denkt sich Duckhome wirklich nicht aus. Dafür haben wir weit besser bezahlte Kräfte, Alexander Brinker von der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg macht solche Dinge für uns und lässt uns dann bepressemitteilen, was er denn so an wichtigen Erkenntnissen gewonnen hat.
Ja, ja, schon wieder so ein langer Text als Zitat. Aber wo es doch so schön ist. Selbstverständlich sind künstliche Polysaccharide vollständig ungefährlich, während der böse Fischkot ja geradezu eine Todesgefahr darstellt. Als Bestandteil von extrazellulären polymeren Substanzen (EPS) arbeiten Polysaccharide ja sogar bei der Abwasserreinigung mit.
Während in menschlichen Abwässern aber jede Menge für den Menschen gefährliche Keime vorkommen, ist dies bei Fischkot, vor allem bei kontrollierter und nicht-kannibalistischer Ernährung, kein Problem. Das Wasser muss nur vom Kot befreit werden. Normalerweise ist es beim Kot nicht so wie in der menschlichen Gesellschaft, in der die größte Scheiße ja am weitesten oben schwimmt, sondern es gibt erst eine gleichmäßige Verteilung im Wasser, bis der Fischkot absinkt und Mulm bildet, der z.b. im Aquarium und der Natur ein idealer Nährboden für positive Bakterien und Einzeller ist, wovon sich Triopsnauplien und junge Fische ernähren können
Tatsächlich geht es aber meist um einen Überhang an Futter, der ja ein schnelleres Wachstum fördern soll. All dies mechanisch zu entfernen, ist ein echtes Problem, weil es Geld kostet. Es ist daneben auch noch ziemlich dämlich. Wer Fischzucht betreiben will, muss einen Kreislauf schaffen. Wer das nicht macht, schädigt sich selbst und andere. Frank Schaefer, Chef des Unternehmens Caviar Creator, der mit Störzucht und Kaviar aus Demmin die Welt glücklich und sich selbst reich machen wollte, ist jetzt wegen Anlagebetruges angeklagt, und Hans Raab, der sogar meint, einen eigenen Fisch in St. Gallen zu züchten, hatte zwar selbst 40 Millionen Franken für seine Anlage, aber kein Geld für artgerechtes Töten.
Aquakultur von Fischen kostet viel Geld, wenn man es nicht richtig macht. Egal, ob man einen Teil der Kosten dadurch los wird, dass man die Umwelt belastet, oder einfach die Tiere falsch hält, kommen die Gesamtkosten früher oder später doch wieder auf einen zu. Deshalb muss von vornherein in Kreisläufen gedacht werden.
In Europa haben wir ein Problem mit zu kaltem Wasser, in anderen Gebieten mit zu warmem Wasser oder insgesamt zu hohen Temperaturen. Dazu kommt ein erheblicher Energieaufwand für Pumpen und ähnliches. Deshalb muss unbedingt eine Grundversorgung an Energie ohne Abhängigkeit von Dritten erfolgen. Windkraftanlagen, Solare Warmwasserversorgung, Photovoltaik und vor allem Biogasanlagen können diese Grundlast bringen.
Es dürfen nicht mehr als fünf Prozent der gesamten im System enthaltenen Wassermenge gegen Frischwasser ausgetauscht werden, was entweder einen unendlichen Energieaufwand für die Filterung bedeutet oder ein erweitertes System benötigt. Als einfachste Möglichkeit bieten sich in diesem Zusammenhang Algen an, die sich eben vom Fischkot ernähren. Die Algen selbst können als Grundlage für Biodiesel dienen, in der Kosmetik oder als Nahrungsmittelergänzung Verwendung finden. Das kommt alleine auf die Art der Alge an.
Aber auch die Algen würden nicht alle Stoffe aus dem Wasser filtern. Deshalb braucht es eine weitere Stufe, die z.B. aus hochwertigen Küchenkräutern, aber auch Salat und anderen Pflanzen bestehen, die in Treibhäusern ohne Erde gehalten werden. Erst am Ende der Treibhäuser stehen die Filteranlagen, die über biologische Klärung wieder Trinkwasserqualität liefern.
Natürlich würden ein Teil der Algen als Fischfutter dienen, die Fischreste in einen Vergaser in Energie umgewandelt und die Pflanzenreste in die Biogasanlage wandern, wie auch die Reste aus den Filtern. Ein Kreislauf. Die Algen würden die Jungfische und die Brut schützen und gegen Krankheiten immun machen, wären aber auch für die Bestandsfische ein gutes Futter.
Geht man dann noch so weit, die Erde aus der Biogasanlage auf den Äckern als Dünger zu verstreuen, auf denen auch das Nahrungsgetreide für die Fische angebaut wird, dann ist man am Ziel. Dann kann man das Stroh und die Spelzen wieder in die Biogasanlage geben und hat einen fast geschlossenen Kreislauf. Gut wäre es auch, neben den Fischen auch Edelkrebse mit einzubeziehen, weil sie einen Teil der nicht zu verwertenden Fischmasse nach dem Schlachten gerne und schmackhaft verwerten würden.
All dies ist nicht etwa Herrschaftswissen sondern allgemein bekannt. Fischzucht kann dauerhaft nur so funktionieren. Irgendwann ist der letzte Fjord an den Lachsfarmen erstickt und die Meere sind leer. Wieder einmal geht es nur darum, den Willen zu haben. Die Kunden sind da und die Preise auf dem Weltmarkt machen daraus schon heute ein lukratives Geschäft. Man muss sein Geld nicht an den Börsen verblasen oder traumhaften Kaviarrenditen hinterherrennen.
Ein wenig Vernunft, dazu etwas Risikobereitschaft, weil es auch Verluste geben wird, und viel Liebe zu sich selbst und den Menschen sind die Voraussetzungen. Das Risiko wird übrigens kleiner, je mehr man auf Sicherheit baut und ständig prüft. Ein vom Menschen gesteuertes System macht menschliche Fehler, denen begegnet man am besten mit Überwachung durch Messgeräte und Menschen die den Mut haben, rechtzeitig um Hilfe zu schreien. Zum Glück hat man bei Fischen meist 1 - 2 Tage Zeit, bevor es für die Fische tödlich wird, bei Atomkraftwerken geht das deutlich schneller schief und tötet dann auch die Menschen und die Fische.
Es werden also kein schwimmender Fischkot und keine fliegenden Kühe benötigt, sondern nur Verstand, Verantwortung und Mut. Aber wo Verstand, Verantwortung und Mut fehlen, da lässt man eben Fischkot schwimmen und Kühe fliegen. Welch schöne Welt.
Tags für diesen Artikel: algen, aquakultur, biogas, edelkrebse, fische, fischzucht, gemüse, kräuter, kreislaufsystem, ökologie, windenergie
Artikel mit ähnlichen Themen:



















ne is klar. so beginnt also einflußnehmende bewußtseinsveränderung. überqualifiziert für diesen job, der mann :-D
endlich mal Einer, der zwar zugibt das Fische züchten Spass machen kann ,aber die Meisten a la Schäfer daraus ein Renditemärchen machen.
Die Menschheit wird nicht ohne Aqua kulturen in Zukunft auskommen. Wenn es richtig gemacht wird und umweltverträglich, kann man als Unternehmer sogar davon leben. Multi-Millionäre wie Herr Schäfer entstehen dabei aber nur, wenn viele gutgläubige Anleger ihr Geld in Richtung Fischzucht leiten ohne die Kontrolle zu behalten!