Heribert Rech ist der Innenminister von Baden-Württemberg, und die meinen ja alles außer Hochdeutsch zu können. Der Rech kann nicht nur kein Hochdeutsch, er kann auch sonst nicht viel. Dafür hat er aber mit einem ständigen Harndrang zu kämpfen. Normalerweise werden ältere Herren in seiner Verfassung mit Kürbiskernen und Produkten daraus kuriert. Leider hat Rech den Harndrang auf der Zunge. Er kann sein Maul nicht halten und muss sich wichtig tun.
Im Lande von Günther Oettinger ist das egal, da weiß ja auch der Ministerpräsident meist nicht, was er gerade schwätzt, und Nazimordrichter wie Filbinger werden zu Opfern und guten Menschen hochstilisiert. Da muss doch auch der Rech mal müssen dürfen, wenn er denn muss. Nur leider muss er in letzter Zeit ständig, und egal, was auch immer er dampfplaudert, es fällt ihm schon Minuten später auf die Füße.
Erinnern wir uns kurz an die Tragödie von Winnenden. Kaum war der Pulverdampf verflogen, wusste Rech schon alles. Fröhlich trompete er in jede erreichbare Kamera, dass der Täter seine Tat im Internet angekündigt hatte und ein böser Computerspieler gewesen sei. Mit den Computerspielen hatte er recht, weil alle Kids diese Spiele mehr oder weniger häufig spielen. Mit der Ankündigung im Internet lag er voll daneben, aber er hatte den bösen Computer als Mordanlass und brauchte sich deshalb nicht über die Waffen aufregen und die Frage, wie der Junge an solche Munitionsmengen kam. Wozu auch. Ihm ging es darum, sein Trara in die Medien zu bringen.
Dann kam das Phantom von Heilbronn. Ein paar Verschwörungstheoretiker hatten ja schon gemutmaßt, dass die Polizei alle Taten, bei denen sie nicht weiterkommt, nun dem Phantom zuweise. Das war eine nette Idee, aber die Mühe machen die sich nicht. Wozu auch. Dass viele Ermittlungsbeamte, Gerichtsforensiker und Spurensicherer ihre eigene DNA-Auswertung im Schreibtisch haben, um sich nicht selbst verhaften zu müssen, ist ja vielen bekannt.
Genauso bekannt ist, dass die Polizei immer mehr leisten soll und finanziell immer schlechter ausgestattet wird. Vor allem wird sie in einem Kampf gegen den angeblichen Terror verheizt, der nur dazu dient, Bürgerrechte in Deutschland abzubauen. Da ist es nur logisch, dass von allem das billigste Material genommen wird. Vor allem bei Wattestäbchen. Die Wattestäbchen, die garantiert DNA-neutral sind, kosten ungefähr das 15-fache des Preises für einfache Wattestäbchen. Was hat die Polizei überall bekommen? - Den billigen Dreck!
Als bekannt wird, dass die DNA an den vielen Tatorten vermutlich von einer bayerischen Packerin stammt, die diese Wattestäbchen verpackt hat, geht Heribert Rech gleich in die Offensive und will die Firma verklagen. Trötet auf allen Kanälen, wie wütend er sei. Die Firma winkt ab. Sie zeigt den Beipackzettel für die Wattestäbchen. Auf dem steht, dass sie für DNA-Tests nicht geeignet seien. Das ist Pech für die Kuh Elsa und Heribert Rech.
Wieder einmal kam außer großer Schnauze und völligem Blödsinn nichts aus ihm heraus, was es als sinnvoll erscheinen lässt, einen solchen Wichtigtuer auf dem Amt des Innenministers zu belassen. Selbst in Baden-Württemberg haben die Bürger besseres verdient und jeder Hartz-IV-Empfänger könnte ihn sofort ersetzen. Nichts können kann nämlich jeder.
Aber es ist ja nicht nur Heribert Rech, der völlig neben der Spur steht. Der Leiter der Sonderkommission zum Phantom, Frank Huber in Stuttgart, erklärt fröhlich, dass die jahrelange Festlegung auf das Phantom die Ermittlungen im Heilbronner Polizistenmord nicht belaste. Er meint, sie hätten ja genug Spuren. Das ist natürlich Blödsinn und soll die Blamage und ihre Folgen verkleinern.
Tatsächlich wurden die Ermittlungen in einem Mordfall durch die Verwendung billiger Wattestäbchen in die falsche Richtung gelenkt, und es wird sehr schwer sein, Spuren, die man erkalten ließ, heute noch wieder aufzunehmen. Denn im stillen hatte man ja die ganze Zeit gehofft, das Phantom mit Kommissar Zufall irgendwo aufzugreifen, ohne selbst arbeiten zu müssen.
Ungesühnte Polizistenmorde sind selten. Aber hier hat der Geiz der Politik, der mangelnde Charakter der Leute, die die Beipackzettel zwar gelesen hatten, aber zu feige waren, einen Tipp an die Presse zu lancieren, wenn sie sich schon nicht trauten, ihren Chefs zu widersprechen, zu einem sehr schlimmen Ergebnis geführt. Es ist typisch für den Neoliberalismus, der ja genau solche Sparmaßnahmen ständig fordert, dass keiner verantwortlich ist. Rech wird weiterreden und weiter Mist bauen.
Hm, das finde ich ein wenig äh unglücklich formuliert. Man könnte ja auf die Idee kommen, du wolltest Hartz-IV-Empfänger mit Taugenichtse gleichsetzen.