Mir kommt ja immer Brechreiz, wenn unsere Junta behauptet, ihnen ginge es um den Schutz der Kinder. Wie sehr das nicht zutrifft kann man ganz gut an einem aktuellen Fall aus Bonn sehen: Gerichtsnotorischer Kindervergewaltiger entführt 15jährige, wird von Zeugin beobachtet, die ruft sofort die Polizei und gibt denen das Autokennzeichen und die Polizei macht — gar nichts. Das war am 28 Februar. Und was hat die ach so unabhängige Staatsanwaltschaft getan? Nichts.
"Wir haben noch kein Ermittlungsverfahren eingeleitet, aber wir prüfen, ob unterlassene Hilfeleistung im Spiel war."
Und da haben wir es mal wieder schwarz auf weiß: die Polizei kann sich daneben benehmen wie sie will, die haben genau nichts zu befürchten in unserem "Rechtsstaat".
Fefe regt sich über Fred Apostel auf
Das schöne an Fefe ist, dass er sich noch ehrlich und aufrichtig aufregt, und witzig daran ist, dass er fast twittermäßig bloggt. Das eine ist Haltung, das andere eine Gabe.
Der Hinweis auf den Staatsanwalt ist gut. Er ist sogar sehr wichtig. Der Name des Staatsanwaltes lautet Fred Apostel. Fred Apostel ist das Negativ-Beispiel eines deutschen Staatsanwaltes. Er ist ein Staatsanwalt, der Ermittlungsziele hat. So wollte und musste er wohl auch Jan Ullrich Doping nachweisen, und er erklärte auch offen, wie er solche "Ermittlungen" auftragsgemäß und zielorientiert führt.
„Wir warten weiter frohen Mutes. Unser Angebot an die Ullrich-Seite besteht ja seit langer Zeit“, sagte er weiter. Das Nachrichtenmagazin „Focus“ hatte von einer angestrebten Einigung berichtet, nach der die Ermittlungen wegen Betrugsverdachts gegen ein Schuldeingeständnis und die Zahlung einer hohen Summe eingestellt werden sollen. Die „Bild“-Zeitung schrieb am Montag, Ullrich habe ein entsprechendes Entgegenkommen abgelehnt. „Angebote können angepasst werden, aber grundsätzliche Eckpfeiler sind nicht zu verrücken“, sagte Apostel.
Er hat Jan Ullrich damit praktisch erklärt, dass er, Fred Apostel, kraft seiner Macht als Staatsanwalt so lange weiter ermitteln und kleine Köstlichkeiten aus dem Ermittlungsverfahren an die Presse weiterreichen wird, bis Jan Ullrich entweder nachgibt oder persönlich vollständig zerstört ist. Gestehe oder ich mach dich fertig. In anderen Ländern würde man das Erpressung nennen, bei uns ist das Ermittlungstaktik.
Natürlich hat Fred Apostel nie gegen die Telekom wegen der Förderung des Dopings ermittelt. Die Telekom ist nämlich der größte Arbeitgeber in seinem Beritt, und Telekomiker sind von Hause aus unschuldig. Da war es auch egal, was die Untersuchungen der Universität Freiburg ergaben. Fred Apostel hatte mit Jan Ullrich seinen Schuldigen, der die arme Telekom durch Doping betrogen hatte.
Ein wesentliches Ergebnis des Kommissionsberichts ist die Aufdeckung der gängigen Praxis der Rennställe, die das Team betreuenden Ärzte zusätzlich und ohne Kenntnis des Universitätsklinikums zu entlohnen.
Diverse Unterlagen lassen den Schluss zu, dass neben Dr. Heinrich auch Prof. Dr. Schmid sowie Dr. Andreas Blum und Dr. Stefan Vogt entsprechende Zahlungen erhalten haben.
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Auch wenn bislang keine Aussagen von Radrennfahrern für den Zeitraum 2001 bis 2005 vorliegen, hält es die Kommission für wahrscheinlich, dass auch in dieser Zeit gedopt wurde. Dafür sprechen nicht nur die zusätzliche Vergütung von Ärzten durch die Rennställe, sondern auch die vom Universitätsklinikum Anfang Dezember 2007 aufgedeckten Datenmanipulationen durch Anlage „fiktiver“ Patienten.
Aber die Wahrheit kann einen Auftragsstaatsanwalt wie Fred Apostel ja nicht erschüttern. Wozu auch. Beim langen Daten- und Abhörskandal der Telekom ermittelt er erst in alle Richtungen, nur nicht in Richtung der Verantwortlichen, und die Hausdurchsuchungen bei Exverantwortlichen der Telekom dienen vermutlich auch nicht der Aufklärung, sondern sind eher reine Signale, siehe Volk, ich tue etwas, auch wenn ich nichts tue.
Fred Apostel ist ein Staatsanwalt, für den Duckhome schon im März 2008 nur noch einen Posten in der Wegereinigung bei den Gartenbaubetrieben der Stadt Bonn als möglich angesehen hat. Aber die Justiz in NRW scheint solche Staatsanwälte zu lieben. Er ist immer noch im Amt.
Der letzte Fall, der sogar die mehr als staatstragende Rheinische Pest irritierte, ist eine typische Folge eines solchen Rechtsverständnisses und des finanziellen Mangels in der Ausstattung der Polizei.
Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Fred Apostel hatte sich der Fall bereits am 28. Februar ereignet. Der Tatverdächtige soll das Mädchen in Bonn in sein Auto gezerrt und dann in seine Wohnung in Euskirchen-Flamersheim gebracht haben. Dort soll er die Jugendliche etwa 18 Stunden festgehalten und sich an ihr vergangen haben. Anschließend brachte er das Mädchen zurück nach Bonn. Das Mädchen meldete die Tat bei der Polizei.
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Im Zusammenhang mit der Tat an dem Mädchen aus Bonn prüft die Staatsanwaltschaft nun mögliche Versäumnisse der Polizei. Laut Apostel hatten Zeugen der Polizei über Notruf gemeldet, dass ein Unbekannter das Mädchen in ein Auto gezerrt habe. Dabei gaben sie auch das Kfz-Kennzeichen weiter. Die Beamten kontrollierten jedoch nicht die Wohnung des Mannes in Euskirchen.
Laut Apostel wurden noch keine Ermittlungen gegen Beamte eingeleitet. Bislang gebe es keinen konkreten Verdacht gegen einen der beteiligten Beamten, die Polizisten seien deshalb auch bislang nicht vom Dienst suspendiert.
Ja, so ist der Gesetzeshüter Fred Apostel. Ein jahrelanger Kleinkrieg gegen Jan Ullrich, ständiger Schutz der Telekom, und dann soll er sich auch noch dafür interessieren, dass ein 15-jähriges Mädchen entführt und vergewaltigt wurde. Natürlich gibt es kein Versehen der Polizei. Wieso soll die die Wohnung des Täters kontrollieren. Vielleicht kommt der dann gar nicht mehr zur Vergewaltigung und Apostel hätte nur eine versuchte Vergewaltigung zu verfolgen. Das macht doch keinen Spaß.
Natürlich wäre es etwas anderes, wenn irgendjemand den Herrn Oberstaatsanwalt beleidigt oder auf dessen Parkplatz parkt. Dann käme das SEK und würde wahllos um sich schießen und Türen eintreten. Aber ein 15-jähriges Mädchen ist doch nicht so wichtig. Da muss sich bei unserer Polizei nichts mehr regen. Wahrscheinlich hatten die in Euskirchen ihr Spritkontingent für Februar schon bei der blödsinnigen Suche nach nichtexistenten Terroristen verfahren. Da konnten die gar nicht mehr zu der Wohnung fahren.
Fred Apostel wird kein Ermittlungsverfahren einleiten und wenn, dann schlägt er es schnell wieder nieder. Allerdings geht unser Staat so schnell in die Brüche, dass dies jetzt auch schon egal ist. Nach einer Revolution wird es Leute geben, die sich an Fred Apostel erinnern, und eine freie und ehrliche Justiz wird sich mit ihm beschäftigen. Auswerten, was und wie er es tat - und dann wird es einen Prozess geben. Danach wird er wohl für lange Zeit in einer Zelle verschwinden, in die er schon heute gehört.
Tags für diesen Artikel: doping, fred apostel, justiz, missbrauch, nrw, polizei, staatsanwaltschaft, telekom, ullrich
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Und nochmal. Wie weit leben wir eigentlich schon unter Bedingungen, die einer Diktatur nahe kommen? Kann es sein, daß wir heute eine moderne Form der Diktatur erleben, die ihre Brutalität möglichst verschleiert, damit es nicht soviel Ärger mit der Bevölkerung gibt, bzw. damit die Bevölkerung es nicht merkt?
Auch wenn ich es im Kopf weiß. Ich erschrecke mich immer wieder aufs Neue wenn ich so was lese. Wahrscheinlich weil ich dann jedesmal merke, der Prozeß hin zur Diktatur ist schon wieder ein Stück weiter fortgeschritten. Aber irgendwann kommt doch der Punkt, wo wir nicht mehr "hin" zu einer Diktatur gehen, sondern wo wir bereits "da" sind. Wie soll man das anders nennen, wenn aus der Bevölkerung heraus Hilfe bei der Polizei angefordert wird - und diese verweigert ihre Arbeit? Und der übergeordnete Staatsanwalt findet daran nichts zu beansanden? Worin sieht eine solche Polizei denn ihre Aufgabe?
Nichts gegen Theorie, und nichts gegen eine organisierte Demo. Hat alles seinen Sinn. Aber ich glaube, es kommt ganz stark darauf an, Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Für jeden einzelnen und natürlich für alle gemeinsam.
So nach dem alten Motto: Widerstand ist machbar, Herr Nachbar.
Da haben wir noch einiges an Arbeit vor uns!
Luise
Ich glaub, das kann Dir niemand beantworten, aber solange die Mehrheit sich bei Bloed und Co. informiert, stimmt Deine Befuerchtung. Ihr schreibt Eure Artikel aufgrund von Recherechen im Netz, passt schon, zitiert auch Totholzmedien, passt auch, nur die Masse fuerchte ich interessiert das nicht mal ein Iota. Also wird sie auch nicht sehen wohin das fuehrt. Das Web als Wissensnetz - vielleicht, ich weiss es nicht - gescheitert, auf der anderen Seite es vergisst nichts - auch ein Vorteil, der genutzt werden kann - wenn es denn nicht durch z.B. voellig sinnlose Massnahmen kastriert (sorry) wuerde. Genaugenommen steh ich da guck mir die Muppets in B an und weiss nicht, ob ich (hysterisch?) Lachen oder Weinen soll...
Danke für die Klarstellung.