So langsam macht sich Josef Ackermann von der Deutschen Bank
lächerlich.
Berlin (ddp). Aus Sorge vor möglichen sozialen Spannungen im Sog der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann für gemeinsames Handeln aller gesellschaftlichen Kräfte ausgeprochen. «Wir sitzen alle in einem Boot», sagte Ackermann der «Bild»-Zeitung (Montagausgabe). Seine Sorge sei, dass es in vielen Ländern zu sozialen Spannungen kommen könnte. Deshalb sei es wichtig, «dass wir jetzt gemeinsam Lösungen finden, die uns aus der Krise führen». Hoffnung mache ihm, dass «die Menschen bisher sehr vernünftig reagiert haben und nicht in Panik verfallen sind».
Für Josef Ackermann ist es wichtig, sein Vertragsende bei der Deutschen Bank zu erreichen. Dazu braucht er den schönen Schein einer angeblichen Rettung aus der Krise. Es geht ihm wie Angela Merkel. Die braucht aber nur bis zur Bundestagswahl im Oktober ihre Unfähigkeit zu Lösungen zu verschleiern. Josef Ackermann muss es immerhin bis Mai 2010 schaffen, denn erst dann endet sein Vertrag und er kann erhobenen Hauptes gehen. Dass nach ihm die Wahrheit zu Tage treten wird, ist klar, aber er kann die Schuld auf seine Nachfolger schieben.
Ackermanns vermutlicher Nachfolger, der Finanzvorstand der Deutschen Bank Hugo Bänziger, hat auch schon einen möglichen Schuldigen gefunden, auf den er dann sein Versagen abschieben kann: Auf die Politik, von der er jetzt rasche Reformen für die Finanzmärkte erwartet, weil die Krise noch lange nicht vorbei sei. Sicher weiß auch er, dass noch nicht einmal das erste Drittel der Bankenkrise vorbei ist. Bisher wurden 1,2 Billionen Dollar abgeschrieben. Vermutlich werden zwischen 3,8 und 4 Billionen anfallen.
So wie Ackermann uns alle im gleichen Boot sehen möchte, beschimpft Bänzinger die anderen Banken, die angeblich ihren Vertrag mit den Bürgern gebrochen hätten. Klar ist, wohin die Reise gehen soll. Dass die Deutsche Bank und Josef Ackermann allen anderen Banken die irrsinnigen Renditeziele vorgegeben haben, soll verschleiert werden. Aus einem Anführer und seiner Bankster-Bande soll ein Mitläufer gemacht werden.
Genau das darf nicht passieren. Ackermann und die Deutsche Bank sind für Deutschland die Hauptschuldigen an der Weltwirtschaftskrise. Sie müssen zur Verantwortung gezogen werden, und neben Ackermann sollten da der ganze Vorstand und Aufsichtsrat mit einbezogen werden. Vermögen wird sich aus der Deutschen Bank wohl keines retten lassen; wenn denn ehrliche Bilanzen mit wahren Bewertungen sogenannter Wertpapiere aufgestellt werden, dürfte diese Bank wohl pleite sein.
Es ist ein Wettlauf. Wird aus der dumpfen Wut ein offener Aufstand, hat Ackermann verloren und die Merkel gleich mit ihm. Die Frage ist, wie lange die Deutschen noch belogen und im Unklaren gehalten werden können. Für Ackermann dürfte die Zeit zu lang sein, da Merkel nach der Bundestagswahl nicht mehr mitspielen muss. Denn ihr Interesse ist, die Krise nach der Wahl schnellstens auf den tiefsten Punkt zu bringen, um dann mit viel Glück in vier Jahren schon wieder von einem Aufschwung zu profitieren. Dafür wird sie ihren Ackermann wohl opfern müssen.
Ackermanns Spruch und die Tatsache, dass es mal wieder der Springer-Verlag ist in dem er steht und von dem er vertrieben wird, treibt mir immer wieder alte Gedanken auf die sich kräuselnde Stirn. Sind Ackermann und der Springer-Verlag womöglich in der Zeit Gefangene?
"Wir sitzen alle in einem Boot" ist seit jeher die Parole der Ausbeuter und Faschisten. Wie geschichtsvergessen sind eigentlich die übrigen Presseorgane die sich auf diese Meldung berufen und sich damit, ganz unterwürfig wie in den 70er Jahren schon, zum Erfüllungsgehilfen Springers machen? Haben sie denn wirklich gar nichts gelernt, oder steht der nächste Gleiwitz-Akt, die nächste Sauerland-Gruppe als eine weitere Lüge von Euch Imperialisten bereits ins Haus? Mit dieser Lüge werdet Ihr wieder einmal, wie schon so oft, scheitern. Man wird Euch wieder einmal, wie in den vergangenen Jahren immer öfter, auf die Schliche kommen. Ihr habt aufgerüstet, doch es wird Euch am Ende nicht helfen. Viele Bürger fragen sich längst nicht mehr warum Gewalt Gegengewalt hervorbringt. Auch geistige Gewalt ist Gewalt. Sie kann Ursache für etwas sein, das sich möglicherweise jahrzehntelang, verborgen im stillen Kämmerlein, entwickelt und ungeahnte Kräfte freisetzt. Bricht dies aus, ist dies zunächst nur Selbstschutz, dann entwickelt es sich ganz solidarisch, bündelt mit anderen die Kräfte, wird zum Selbstläufer und wendet sich gegen Euch. Es wendet sich gegen den Verursacher, gegen die schadhaften Mechanismen, die Ihr hervorgerufen habt. Ist das in Eurem Sinne? Dann wären die Opferrollen anders verteilt und es würde Euch kein Jammern und kein Zetern helfen. Wir werden Euch mit Euren eigenen Waffen schlagen. Wie gewöhnlich werdet Ihr die Schuld bei Anderen suchen, denn das habt Ihr immer getan. Das wird Euch dann niemand mehr glauben, denn dann wird klar sein: Wir sitzen eben nicht alle in einem Boot und wir saßen auch nie alle in einem Boot!
Die sitzen auf einer Yacht, wir in einer Nußschale - noch.
Zu Gleiwitz: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberfall_auf_den_Sender_Gleiwitz
Zur sauerland-Gruppe: http://www.radio-utopie.de/2008/09/06/CIA-Informant-lieferte-Sauerland-Zelle-militaerische-Sprengzuender & http://www.saarbreaker.com/2009/04/sauerland-gruppe-bka-hat-sich-enttarnt/
Mal ehrlich, warum dackelt der Mann überhaupt noch jeden Tag in seinen Frankfurter Glaspalast und belästigt die Öffentlichkeit von seinem Schreibtisch aus? Was will er überhaupt mit dem ganzen Geld das die Aufsichtsräte ihm einverleibt haben?
Aber was soll's...
Realismus.exe_on:
Er hat recht, wenn er meint, man müßte gegen evtl. soziale Spannungen etwas tun und die "Seinen" darauf anspricht.
Den meisten wird es (leider) egal sein, warum es ihnen wieder besser geht, falls es ihnen wieder besser geht.
Sind wir also gnädig mit ihm, er hat mal 'ne vernünftige Idee, schließlich will er "sein" System retten - und hier wollen die Menschen in Würde und mit Knete leben.
Alles andere ist den meisten (leider) eh egal.
Realismus.exe off
Will Ackermann uns einwickeln oder was bezweckt er wirklich?