Artikel aus dem Jahre 2008 - zur Sicherung wiederveröffentlicht auf Duckhome
Tipps zum Besseren Umgang mit viel versprechender Werbung. Worauf Sie achten sollten und wann eine gesunde Skepsis angebracht ist.
1. Das Versprechen: Frei von Nebenwirkungen
2. Garantiert abnehmen in 4 Wochen
3. Schnupfen, Husten, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen - Die Allrounder-Lösung
4. Vom natürlichsten Ort der Welt
5. Umfangreiche Erfahrungen geben uns Recht
6. Auch der Kaiser von China ist begeistert
7. Bewährungsprobe bestanden
8. Es wirkt! Kaufen Sie noch heute in Ihrem Discounter
9. Versorgungsmangel: Hier ist Ihre Extraportion
1. Das Versprechen: Frei von Nebenwirkungen
Versprechen kann man sich ja mal! Machen Sie sich bewusst: Es gibt nichts auf dieser Welt was zu 100% frei von Nebenwirkungen oder möglichen Reaktionen ist. Sollte Ihnen dieses Versprechen dennoch über den Weg laufen, rechnen Sie eher damit, dass Ihnen dieses Produkt nicht helfen wird. Sparen Sie sich Ihr Geld und gehen Sie stattdessen lieber in Ruhe ein Eis essen.
2. Garantiert abnehmen in 4 Wochen
Vergessen Sie auch dieses Versprechen! Jeder Körper ist individuell und reagiert dem entsprechend auch genau so. Erfolgsgarantien vermitteln eine 100% Lösung und schließen individuelle Abhängigkeiten aus. Wenn Sie unbedingt eine Garantie möchten, kaufen Sie sich doch lieber ein Elektrogerät.. - 2 Jahresgarantie garantiert.
3. Schnupfen, Husten, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen - Die Allrounder-Lösung
Viel versprechend klingen so genannte Allrounder, welche eine Menge an Symptomen, am Besten alle auf einmal, behandeln wollen. Fest steht: Es gibt nicht DAS Allheilmittel! Derart Versprechungen mögen zwar vorübergehend Symptome lindern - da die Produkte meist betäubend wirken, Ursachen bekämpfen diese jedoch nicht. Gönnen Sie sich stattdessen lieber ein wenig mehr Ruhe und Vitaminhaltige Nahrung.
4. Vom natürlichsten Ort der Welt
Derart Äußerungen suggerieren dem Verbraucher ein sauberes und chemiefreies Produkt. Im Glanz ferner Naturparadiese findet eine werbewirksame Produktaufwertung statt. Regulär sagt dies aber nichts über eine besondere Wirksamkeit aus. Ein Beispiel: Eine Lakto-Bazillus-Yoghurt produzierende Firma in Schweden wirbt mit dem Slogan „Vom reinsten Ort der Welt kommt der reinste Joghurt“. Was kaum einer weiß: Das Lakto-Bakterium ist
von der Brustdrüse einer Frau aus Cuzcoku in Peru entnommen worden.
5. Umfangreiche Erfahrungen geben uns Recht
Diese Umschreibung ist in den meisten Fällen eine Verschönerung des Umstandes, dass keine wissenschaftlichen Wirksamkeitsstudien vorliegen. Über tatsächliche Risiken sagen Erfahrungen allerdings genauso wenig aus wie Behauptungen die auf Idealen basieren. Lesen Sie statt über Erfahrungen lieber ein gutes Buch.
6. Auch der Kaiser von China ist begeistert
Sollte das Kaufkriterium wirklich davon abhängen welcher V.I.P. dieses Produkt bereits nutzt und wie begeistert er oder sie davon ist? In den meisten Fällen fand oder findet hier keine Prüfung durch Dritte, sprich Unabhängige, statt. Somit sind der Nutzen und das Risiko wieder einmal nicht ausreichend geklärt.
7. Bewährungsprobe bestanden
Und was ist mit der wissenschaftlichen Probe? Was sich seit Jahrzehnten bewährt hat, ist nicht zwangsläufig unbedenklich oder wirksam. Es zeigt lediglich, dass das entsprechend beworbene Produkt seit Jahrzehnten vermarktet und verkauft wird.
8. Es wirkt! Kaufen Sie noch heute in Ihrem Discounter
Spezielle Fälle gibt es bereits nicht mehr. Fast jedes Produkt kann durch den Ausruf „es wirkt“ mittlerweile in Discountern und Supermärkten verkauft werden. Von Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zu Waschmitteln. Wenngleich oral einzunehmende Produkte doch so wirksam sind, gibt es dazu keine Zulassung als Medikament. Das kann bisweilen 2 Gründe haben: 1. die Zulassungskosten sind unbezahlbar; 2. einer wissenschaftlichen Bewertung würden sie nicht standhalten.
9. Versorgungsmangel: Hier ist Ihre Extraportion
Noch nie waren die Lebensmittel so vielfältig wie in der heutigen Zeit. Dennoch wird heute - sogar seitens der Politik - mit Versorgungsmangel geworben. Vitamin- und Mineralienzusatzpräparate sind in der Regel laut Robert-Koch-Institut mehr als überflüssig, denn ihrer Studie nach würden die Deutschen ausreichend davon zu sich nehmen. Mangelerscheinungen können entweder Resultat einer falschen Ernährung sein oder aber die Symptome von Erkrankungen sein und sollten dementsprechend behandelt werden.
Weitere Informationen:
Genießen Sie den Widerspruch!
Dazu kommt, dass es möglicherweise bald ein Verbot des Handels mit Vitaminkonzentraten EU-weit geben wird. Deren Preise sind, zumindest in D, ja bereits exorbitant gestiegen (resp. die Zusatzmengen stark vermindert worden).
Wäre vielleicht keine schlechte Idee, sich Vitaminkonzentrate einzulagern für kommende Zeiten...