Zuversicht ist eine gute Sache. Gerade wenn es den Menschen schwer ums Herz wird, dann ist die Hoffnung für sie überlebenswichtig. Denn Hoffnungslosigkeit kann schnell zu wirklich schlimmen Krankheiten führen. Oft sind Depressionen die Folge. Ja, sogar zu Revolutionen kann es kommen. Die erstere Krankheit ist für die Eliten eher unerheblich. Sie verfügen schließlich über eine jahrelang angehäufte oder geerbte Immunität dagegen. Bei der zweiten sieht es denn aber schon anders aus. Die überaus schmerzlichen Nebenwirkungen geben dann doch Anlass zur Sorge. So hat die Geschichte gezeigt, dass es dabei sogar schon zu Todesfällen im Kreise der Herrschenden gekommen ist.
Doch wie kann man nun diesen Krankheiten begegnen? Ein guter Arzt würde wahrscheinlich die Änderung der Lebensgewohnheiten anraten. Eine langfristige, schwere und auch oft schmerzhafte Therapie. Das ist aber oft unpopulär. Beliebter sind da schon Wunderheiler wie ein Carl-Peter Forster. Die versuchen es einfach mit einer Art Valium.
Sehr geehrter Herr Forster.
Es ist schon faszinierend wie wandlungsfähig Sie sind. Gestern waren Sie noch eine typischer Mangager. Sie haben das Ihnen anvertraute Unternehmen gewissenlos in die dunkle Höhle des Untergangs gesteuert. Dann haben Sie vom Steuerzahler die Finanzierung des roten Fadens gefordert, der noch tiefer in die Dunkelheit führt. Jetzt wo alle ausweglos gefangen sind, zünden Sie in der Höhle ein Feuerwerk. Das soll, wenigstens kurzzeitig, den Eindruck eines Ausganges vermitteln. Sie sind jetzt also zu einer Art Religionsführer geworden. Laut F.A.Z. glauben Sie sorgar selbst "absolut" an das was Sie da sagen.
Dieses Licht am Ende des Tunnels sollen viele neue Modelle sein. Darum lassen Sie diese auch kräftig entwickeln. Noch schöner, noch besser und selbstverständlich noch teurer. Dem neutralen Betrachter mag das als eher ideenlos vorkommen. Denn diese Strategie hat ja eigentlich in den Tunnel geführt. Doch der Glaube soll ja manchmal Berge versetzen. Ich bezweifle aber doch, dass es, in Anbetracht des derzeitigen Problemgebirges, so funktioniert. Denn war es nicht die Gläubigkeit von Ihnen, Herrn Demant und den anderen Entscheidern, die zu den Absatzzahlen bei Opel geführt hat? Meinen Sie nicht, dass Nachdenken statt Glauben vielleicht doch besser gewesen wäre?
Stellen Sie sich einmal vor, sie wären die letzten Jahre mit offenen Augen durch die Welt gegangen. Dann wäre Ihnen sicher aufgefallen, dass sich diese Gesellschaft verändert hat. Sie hätten sich beispielsweise einmal fragen können, woher das ganze Geld kommt, das Sie, Ihre Managerkollegen, Investoren und Politikerfreunde so gerne einstreichen. Wie es Ihren potenziellen Kunden denn so wirtschaftlich geht. Was man tun muss , um eine Gesellschaft zu haben, in der sich die Menschen noch Opel kaufen können. Das wäre doch mal ein Ansatz gewesen. Wenn Sie schon nicht so viel Weitsicht haben, dann hätten Sie aber wenigstens über Folgendes nachdenken können. Welche Autos eigentlich eine Gesellschaft, die nur noch aus arm und superreich besteht, gebraucht hätte. Schließlich haben Sie und ihresgleichen diese ja geformt. Da hätten Sie die passenden Opel gleich mitliefern können.
Ich hatte das seinerzeit schon dem Herrn Demant geschrieben. Wenn man seinem potenziellen Kunden die wirtschaftliche Grundlage entzieht, dann kann er sich auch nichts mehr kaufen. Oder um meine Mutter zu zitieren: "Nehme mal 'nem nackschen Mann was aus der Tasche." Da hilft alles Glauben nicht, das funktioniert nicht. Noch dazu, wenn ein Glauben so fern jeder Realität ist wie der Ihre. Sie sagen:
"Mit diesen Autos fahren wir aus der Krise ... Opel fährt in der Mitte der deutschen Gesellschaft.“
Es tut mir ja wirklich leid. Aber das ist der größte Blödsinn, den ich in der letzten Zeit gehört habe. Denn Opel fährt überhaupt nicht mehr. Opel steht wie die anderen Autokonzerne bis zur Bodenwanne im Sumpf. Dass Opel noch nicht versunken ist, liegt lediglich an der Frau Merkel. Weil die nämlich Angst hat, gleich mitzuversinken, versenkt Sie mittels Abwrackprämie einfach sinnlos Steuergelder. Solange sie die unten nachschiebt, bleibt halt der ganze Mist an der Oberfläche. Wenn nichts mehr da ist, heißt es ganz schnell "gluck, gluck und weg".
Es ist aber auch nicht nötig, dass Opel wieder "fahren" kann. Denn da wo Sie "hinfahren" wollen, werden Sie, mit Opel, nicht ankommen. Das Ziel, das Sie anpeilen, gibt es nämlich nicht mehr. Die "Mitte der deutschen Gesellschaft“ ist nicht mehr vorhanden. Die ist weg, platt und abgestiegen. Warum, hatte ich Ihnen ja schon weiter oben erklärt. Wenn Ihnen das nicht reicht, so finden Sie hier bei Duckhome noch viel mehr zu den Gründen und Ursachen. Schlagen Sie einfach unter "neoliberal" nach.
Das mögen ja einige bittere Pillen für Sie gewesen sein. Doch die sollten Sie mal besser schlucken. Eventuell schafft das ja etwas Klarheit im Hirnkasten. Denn eigentlich sollten unternehmerische Entscheidungen auf Wissen und nicht auf Glauben basieren. Die Wirtschaft ist keine Kirche, sondern eine Lebensgrundlage für die meisten Menschen.
Nun könnte es natürlich sein, dass Sie eigentlich gar nicht selber glauben, was Sie da von sich geben. Eventuell wollen Sie ja nur andere nur glauben machen, dass es so sei. Weil Sie hoffen, so Ihr perfides Treiben noch weiter betreiben zu können, wenn Sie die Opelmitarbeiter und den deutschen Steuerzahler in Ihrem weltfremden Glauben belassen. Dann kommen die nicht so schnell auf die richtigen Gedanken. Das mag sicher, erst einmal, funktionieren. Doch wie lange, glauben Sie Herr Forster, wird das anhalten? Ich denke nämlich, dass der Verlauf der Krankheit und die Wirkung Ihrer Drogen sich entgegengesetzt entwickeln werden.
So, dann mal frohe Ostern! Auch ein Fest des Glaubens oder aber des Eiersuchens. Falls Sie es mit den Eiern versuchen, machen Sie es nicht wie in Ihrem Job. Zertretene Eier sind wirklich schwer aus dem Teppich zu bekommen.
Mit freundlichen Grüßen
J. Fuhrmann
So, und weil wir Feiertag haben, gibt es heute einen feinen Riesling aus der Wachau. Es mag zwar nicht unbedingt die Zeit zum Feiern sein. Doch mit einem Wösendorfer-Kollmitz Smaragd 2007 vom Weingut Schwaiger lässt sich der Tag dann doch gut herumbringen. Lieber beschwingt von einem guten Wein als betäubt von den Lügen der Eliten. Es wacht sich später einfach besser auf.
Worauf baut diese Zuversicht. Die Patente sind an Obama verpfändet - und wie die Amis das Leben anderer bewerten, konnte man beispielhaft am Beispiel der Anti-Aids-Mittel sehen.
Opel hat nach Meldung nicht einmal ein eigenes Konto in Europa - im grunde ist Opel nur noch das Namensschild und sonst nichts. Wer da investiert, kann sein Geld auch direkt über den Teich tragen - daß die Opel-Leute da noch dem Prinzip Hoffnung huldigen, ändert daran gar nichts.
mfg zdago
Und wie AdF schon geschrieben hat! Kein Mitleid mehr an die "Deppen" der Opel-Arbeiter.
Die sollen jetzt ersaufen. Wer sich nicht wehren will - alles hinnimmt, soll auch die Folgen zu spüren bekommen. Dieses "Blöde Volk!"
... ich vermute, dann werden einige der Eliten die Schuld am Ende Opels auch noch den Mitarbeitern geben. Die Bosse können dann leichter andere Führungsposten übernehmen, solange es noch welche gibt...
Mir tut momentan der Mittelstand richtig leid.
Der Mittelstand hängt genauso an der Strippe wie wir, mit dem Unterschied, er meint noch jemanden zu haben, zu dem er die "Tritte nach unten" weiterleiten kann - daß ihm diese Möglichkeit nur (noch) zeitlich begrenzt gegeben ist, muß er halt fühlen, wenn er's anders nicht kapiert. (Siehe Hundt+Co.)
Geht den Menschen, wie den Leuten.
C'est la vie.
Erhebe dich niemals über einen anderen.