Leo Tolstoi notierte 1857 in Baden-Baden in sein Tagebuch:
"Roulette bis sechs Uhr abends. Alles verloren"
So ähnlich mag auch die
deutsche Axa gedacht haben, als sie sich jetzt mit ihrem Produkt "Twin Star", mit dem sie sich vor einigen Jahren auf die deutschen Märkte wagte, nun wieder zurückzog.
Variable Annuitäten galten noch in 2007 als das Zukunftsgeschäft. Heute gelten sie als große Gefahr.
Axa sieht die Lage genauso und wohl auch richtig.
„Aktuelle Risikoanalysen zeigen, dass unter dem Einfluss der Finanzmarktkrise die in der Produktvariante Twin Star Invest angebotenen Dach- und Einzelfonds verschiedener Kapitalanlagegesellschaften erhöhte Schwankungen aufweisen, die aus kurzfristigen Änderungen des Anlagemanagements resultieren.“ Die Fondsmanager reagierten auf die Krise durch häufige Umschichtungen. „In der Konsequenz bedeutet diese erhöhte Volatilität, dass langfristige Garantieabsicherungen bei Twin-Star-Modellen mit frei handelbaren Investmentfonds heute deutlich höhere Kosten verursachen.“
Mit anderen Worten heißt das, dass man keine Gewinne mehr mit diesem Modell erwirtschaften kann und es deshalb kein Neugeschäft mehr mit Twin Star gibt. Eine weise Entscheidung. Andere sehen das anders und wollen schon bald eine neue Blase aufbauen. Sofern denn die Anleger dumm genug sind mitzuspielen. Aber jeden Morgen steht eine Dummer auf, der auf neues Glück hofft.
Ein weiteres neues Glücksspiel sind die
Exchange Traded Funds (ETF), die im Grunde genommen nichts anderes als Wetten auf den Index sind. Dazu ist jeder Index geeignet, und das schöne an diesen Geschäften ist, dass die Dinger nicht einmal gemanaged werden müssen. Es reicht, sie einfach dem jeweiligen Index und dessen Veränderungen anzupassen. Ob Dow, Dax oder Eurostocks. Völlig egal. Es gibt sogar schon Derivate darauf.
Die
FTD spricht vom handelbaren Hoffnungsträger. Natürlich ist die Deutsche Bank mit ihrer Tochter DB X-Trackers und 14 Prozent Marktanteil dabei. Irgendwie muss sich Ackermann ja sanieren und an der nächsten Blase mitspielen. Natürlich werden sie hinterher wieder alle sagen, nichts von den Gefahren gewusst zu haben.
So bietet DB X-Trackers einen ETF auf den "ShortDax" an, der steigt, wenn der Dax fällt.
...
"Marktteilnehmer können sich jetzt schon auf unsere Innovationen 2009 freuen", sagt etwa X-Trackers-Chef Michalik. Sein neuster Streich ist ein ETF auf die Wertentwicklung von Hedge-Fonds. Vor den handelbaren Fondshüllen ist scheinbar nichts mehr sicher.
Nun, die Banken haben ja genügend Geld von den Notenbanken. Die können die neue Blase locker anheizen. Die dummen Anleger werden von der Finanzpresse oder den Börsensendern und Börsenbriefen in die neue Blase gejagt. Wenn das Ganze dann auch wieder platzt, zahlt der Steuerzahler. Dem Wahnsinn kann aber leider mit den aktuell agierenden Politikern keine Grenze gesetzt werden.
Angela Merkel und Peer Steinbrück würden eher das Herz des letzten deutschen Neugeborenen verkaufen, als die Bankster zur Ordnung zu rufen. Da, wo der Staat versagt, ist der Bürger gefragt. Dieser Staat ist mit diesen Parteien und diesen Politikern nicht mehr zu retten.
Dies ist zwar wirklich empörend, dennoch sollte alle Empörung uns nicht davon abhalten die Dinge auch weiterhin klar und nüchtern zu sehen, nämmlich, dass sich unsere "Eliten" - sowohl national als auch international - noch sehr fest und sicher in ihren Satteln fühlen, wähnen, protektioniert aus riesigen heutigen und zukünftigen Steuermitteln von dienstbaren (meist gekauften)Geistern, die sich den einfachen Menschen als "Politiker" darzustellen versuchen, also Gauklern, Betrügern, Lügnern...
Sollte nun aber erst mal die Realwirtschaft so richtig betroffen werden, d.h. werden die Auswirkungen all dieses verbrecherischen Treibens unserer Bankster und deren gekauften Polit-Huren bei der ganz großen b r e i t e n Masse der Menschen richtig angekommen sein, dh. echt w e h tun, dann, so denke ich, könnte es mit dieser Ruhe bei unseren "Eliten" schneller vorbei sein als sie noch ihre Champusgläser leerkriegen.
Wie man so hier und da lesen konnte, beschleichen sogar den Herrn Ackermann gelegentlich düstere Vorahnungen...
Aber bis zum Herbst erwarte ich keine größeren Erschütterungen, zumindest nicht hier in Deutschland.
"Aber jeden Morgen steht eine Dummer auf, der auf neues Glück hofft."
Was wenigstens eine Zeit für eBay-Händler galt, nehmen sich andere auch zu Herzen...
Das Finanzroulette dreht sich bis nichts mehr geht.