Machen wir uns nichts vor. In Deutschland ist einiges nicht mehr in Ordnung. Wir sind mit Deutschland nicht auf dem Weg der Besserung, sondern wir befinden uns auch meiner Meinung nach, auf dem direkten Weg in die Diktatur. Zensur ist eine Begleiterscheinung der Diktatur. Abmahnungen, repressive Gesetzesauslegung und hohe Verfahrenskosten sind ein probates Mittel um Zensur zu unterstützen.
Die
Perspektive 2010.de ist deshalb gegangen. Sie veröffentlicht ihre Meinung nun nicht mehr von einem deutschen Server aus, sondern von einem internationalen Server unter
Perspektive 2010.org.
Dieser Schritt ist gut begründet und auch nachvollziehbar. Es macht das Leben leichter, auch wenn man dann noch zur Beschickung des eigenen Blogs, über verschiedene Umwege gehen muss und trotzdem die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, das zumindest Geheimdienste jederzeit nachweisen können, wer der Urheber des Blogs ist. Es gibt einfach zu viele Spuren. Aber zumindest sind so Fälle wie Hubertus Albers und andere, dann vom Tisch.
Tatsächlich berichtet aber weder die Perspektive 2010, noch mein Tagebuch hier über solche Themen wie Hubertus Albers, oder bestenfalls mal als Scherz am Rande. Wir bekämpfen unsere Regierung und deren Behörden, sowie deren neoliberale wirtschaftsfaschistische Stichwortgeber und eigentlichen Befehlshaber über Politik und teilweise auch Verwaltung. Denen steht zur Gegenwehr aber immer der gesamte staatliche Repressionapparat zur Verfügung. Vor denen können wir uns nicht schützen, auch nicht mit einem Server im Ausland. Wir müssten dann dort völlig neu anfangen und jeden Zusammenhang, ja jeden Link mit unserem bisherigen Blog oder Tagebuch vermeiden. Wir könnten auch keine Texte mitnehmen. Trotzdem ließe sich alleine an meinen Rechtschreibfehlern, beim das oder daß und der völlig fehlgeleiteten Interpunktion, der Autor leicht nachweisen.
Ich halte Weggehen schon aus diesen Gründen für falsch. Auch wenn ich es verstehe. Ich schreibe unter meinem realen Namen, stehe in meinem Impressum mit meiner Adresse. Ich bin meine Texte und meine Texte sind Ausdruck meines Ichs. Gut, auch ich kann mein Ich, des öfteren nicht leiden. Da muss ich dann halt durch, mit meinem Ich und andere auch. Ich führe ein persönliches Tagebuch in Blogform. Ich drücke meine persönliche Meinung und meine Bedenken, klar und deutlich aus. Für manche überdeutlich.
Ich glaube nicht, das ich wirklich viel bewege, ich bin mir nicht einmal sicher ob ich überhaupt irgendwo neue Gedanken anstoße. Die Leute die bei mir kommentieren, sind meist auf ähnlichen Gedankenpfaden, wie ich auch. Aber anders als die Perspektive 2010 tue ich das, was ich tue unter meinem Namen, weil meine Identität, politisch, gesellschaftlich und sozial die Grundlage ist aus der heraus ich schreibe, und aus der heraus ich nur verstanden werden kann. Das gilt natürlich ausschließlich für mich selbst und ist weder eine Aufforderung zur Nachahmung an andere noch ein erhobener Zeigefinger, den ich eh nicht leiden kann. Es ist nur erklärend gemeint.
Ich persönlich glaube, das wir diese allfälligen Verfahren, Abmahnungen und die damit verbundenen Zensurversuche, aggressiver als bisher angehen müssen. Das mit dem Stier und dem roten Tuch ist zwar nur ein Ammenmärchen, aber im Prinzip müssen wir so reagieren wie wir uns diesen Stier vorstellen und nicht wie eine Horde Lämmer blökend im Kreis herum rennen. Wir müssen den Angreifer mit Gegenangriffen überziehen.
Damit bin ich bei Hubertus Albers. Wir haben ihn im Grunde genommen mit seinen Spinnereien entkommen lassen, auch wenn er jetzt einen Prozess verloren hat. Hätten wir unsere Möglichkeiten genützt, könnte er jetzt seine Karriere als Komiker falten und abheften. Er hat den Leuten die er verklagt hat Zeit gekostet und Kraft, die sie auf wichtigere Dinge hätten verwenden können. Natürlich ist der gar nicht wichtig genug für diesen Aufwand. Aber es gibt andere die diese Aufmerksamkeit wirklich brauchen können.
Deshalb meine ich das wir in Klein-Bloggersdorf vor der grundsätzlichen Frage stehen, ob wir weggehen oder kämpfen wollen. Ob wir uns als einzelne Strohhalme, oder als ziemlich geschlossenes Bündel sehen wollen. Ich glaube das diese Frage für unsere Zukunft wichtiger ist, als die Frage ob jemand die falsche Werbung macht, oder unter fragwürdigen Umständen bepreist wird.
Ich für meinen Teil werde nicht weggehen, sondern gelassen und mit viel Spaß den Kampf aufnehmen und ich werde die Regeln des Kampfes meinen Bedürfnissen anpassen. Es geht mir, wie ja schon so oft gesagt nicht unbedingt um den Fairnesspokal, weil ich zu faul bin das Ding zu putzen, wenn ich es errungen habe. Es geht darum zu gewinnen und Zensur, wie aber auch die Angst vor Zensur und Abmahnung zu bekämpfen und damit die Zensur zurückzudrücken. Kampfgeschrei statt Eiapopeia!
wenn du es probiert hast, wäere es vielleicht nicht verkehrt, wenn du über dieses Thema so eine Art Schulungsbeitrag schreiben würdest, damit sich nicht jeder neu auf die Suche machen muss.
So ähnlich wie die Geschichte mit den peer to peer Netzwerken.
Gruß
Alex