Das der Don Alphonso nicht kommt, um Journalistenküken über die Federn zu streicheln, kann sich jeder ausrechnen, der seine Blogs liest. Das dies den Küken nicht gefällt ist auch klar, zumal sie nach eigener Aufzählung bisher Typen aus der Realität hatten, die eigentlich keinen Journalismus betreiben, sondern entweder Gewünschtes nacherzählen oder als Moderatoren so tun, also ob sie selbst journalistisch gearbeitet hätten. Das ganze ist eigentlich nicht erwähnenswert, sondern nur ein harter Kratzer für die Journalistenküken, denen das Leben schon bald zeigen wird, das ihre Eltern den Spruch des Dons besser beherzigt hätten.
Ich greife das Thema nur auf, weil Don Alphonso heute noch einmal nachgelegt hat um seinen Spruch zu untermauern. Nicht für die Küken sondern für die verständigeren Leser.
Seine Ode an die heitere, gelassene und qualitativ hochwertige Arbeit der Installateure unter und in der Autofabrik, ist leider soweit in der Vergangenheit, wie die Schulzeit des Dons. Unsere Wegwerfgesellschaft braucht eben keine Qualität mehr, weil die Einsatzdauer eines Produktes immer kürzer wird. Qualitätsmängel sind definierte Sollbruchstellen. Es interessiert nicht ob eine Billig-Waschmaschine nach drei Jahren durchgerostet ist, weil Hersteller, Marke und Modell kaum wieder auffindbar sind. Kinderspielzeug das maximal von einem Kind kurzfristig bespielt werden kann. Geiler Geiz der sehr teuer ist.
Die Welt die der Don beschreibt, gibt es so gut wie nicht mehr. Dafür aber Ein-Euro-Shops, Resterampen und Billigläden, in denen Wertloses, wenn auch zu Kleinstbeträgen, aber immer noch zu teuer für die miese Qualität, verkauft wird. Made in ganz billig und haltbar bis zum Auspacken. Verpackter Schrott ist die Realität. Der Don sucht sich die Nischen und macht das richtig und gut.
Aber diese Nischen finden die Journalistenküken und der größte Teil der Menschheit doch nie. Das kleine Seitental ist doch nur dazu da, das der Verkehr schnell an seinem Eingang vorbeirauscht. Andere Wege gehen, bedeutet langläufig doch nur Umwege machen. Ich habe lange Jahre so getan als ob ich Vertriebsleute führe und mich gut dafür bezahlen lasse. Immer wenn die mich gefragt haben, wo sie neue Kunden herbekommen sollen, habe ich sie gefragt wie sie durch ihr Gebiet fahren. Immer möglichst gerade, die Hauptstraßen lang und ohne jeden Blick zur Seite, war die Antwort in Zusammenfassung. Die waren immer ganz entsetzt, wenn ich ihnen aufzählte, an wieviel Firmenneubauten, Erweiterungen oder ganzen Gewerbegebieten sie vorbeifuhren. In der damaligen Zeit des Papiers habe ich den Leuten einen Block mit einem Kugelschreiber für Notizen ins Auto kleben lassen. Bei den meisten völlig witzlos. Den hätte ein Kunde vom Himmel vor das Auto fallen können, die hätten ihn überfahren und sich beschwert, über den Trottel, der da im Weg ist.
Dons Welt der Qualität. Eine schöne Welt, weil es auch eine Welt der Würde ist. Arbeit kann Anerkennung ja nur von Leuten finden, die wissen was Arbeit ist. Deshalb haben wir ja heute überall Manager die möglichst weit von der realen Arbeitswelt weg sind und in ihrem Wolkenkuckucksheim, das sie für einen Elfenbeinturm mit Aussicht halten, an Ideen basteln, die nichts mit der Realität zu tun haben. Hochbezahlte Spinner, die nur das Glück haben, das es unter ihnen intelligente Leute gibt, die trotz ihrer Führung, den Laden noch am laufen halten.
Die Medien sind nicht anders. Deshalb ist es egal ob meine Kinder auf dem Bau Mist bauen oder in der Zeitung. Die Zukunftschancen sind auch überall die gleichen.
Und dann ist da noch die Frage der Zukunftssicherheit. Ich bin jetzt rund 10 Jahre dabei, von der Jobmaschine Internet bis zur Verlagerung der Schreibarbeit auf Programme und in die Tschechei oder nach China. Ich glaube, man wird im Journalismus sehr bald mit einem Callcentenproblem konfrontiert sein, und die Standorte werden nicht in Deutschland liegen. Das meiste, das heute als Textmaterial für Medien produziert wird, können mutmasslich auch gut ausgebildete Inder billiger in die Zeilenvorgaben pressen. Den eigentlichen Job werden die Mediendesigner übernehmen, der Journalist oder was davon übrig ist wird so individuell und ersetzbar sein wie der Soldat in einem Massenheer. Das ist keine Zukunftsvision, das ist das, was heute bereits ausprobiert wird. Mit dem Niedergang der Abozeitung und den zynisch konsumierenden Internetlesern geht die lokale Bindung ohnehin verloren, man wird sich vermehrt auf Zuträger verlassen, oder es kommt zu einer Kannibalisierung durch Fanblogs. Journalismus in Deutschland im Sinne von Nachrichtendurchreiche ist ein schrumpfender Beruf unter enormen Kostendruck und billigen Alternativen. Das geht nicht von heute auf morgen, aber das Leben eines Menschen währt 80 Jahre, und da ist es schon ein Unterschied, ob er 30 Jahre von Billigjob zu Billigjob tingelt, oder konsequent ein Auskommen hat, weil man seine Leistung hier und jetzt braucht.
Dem ist nicht zu widersprechen. Dem kann ich nur etwas hinzufügen. Frau Schavan will nämlich jetzt dafür sorgen, das die Einkommen nach oben gedeckelt werden. Ab 40.000 Euro per Anno will sie den Leuten von außerhalb der EU den jederzeitigen unbeschränkten Zutritt zu unserem Arbeitsmarkt erlauben. Die Idee ist nicht neu. Das hatten wir alles schon mal mit den Gastarbeitern. Aber jetzt geht es darum nicht nur die unteren Lohngruppen zu drücken sonder alle zu begrenzen. Die Frage der Zukunft ist also, ob jemand für maximal 40.000 seine Dienste anbietet, oder ob derjenige arbeitslos wird.
Die Welt der Qualität die der Don so preist und die ich auch gerne hätte, rückt damit in weite Ferne. Es ist eigentlich egal wo unsere Kinder kein Geld verdienen und ihre Meinung nicht sagen dürfen. Wenn sie nichts mehr gut, oder gar besser machen dürfen, sondern alles nur billiger sein muss, dann sollten sie den Schrott nur ohne nennenswerten eigenen Aufwand herstellen und sich in die innere Emigration in ihren Garten und die Familie zurückziehen können.























Und sie wird dicker, je mehr man gegen sie rennt. Jetzt mal wieder DA. Es ist sehr erstaunlich und gar nicht verwunderlich, was bei argumentativen Texten herauskommt, wenn man sie auf die Höhe herunterre... ...