Halt, Halt und nochmal Halt. Ich bin mit seinem Artikel Beendet die Auslandseinsätze fast uneingeschränkt einverstanden. Ansonsten liege ich weiterhin bei den meisten Themen mit ihm über Kreuz. In seinem Artikel für die Rheinische Post gibt es nur einen Absatz den ich als überzeugter Demokrat niemals teilen kann:
„Volkes Stimme“ hat Recht: Die Bundeswehr sollte schnellstens zurück nach Deutschland. Die öffentliche Meinung ist ein gewichtiger Faktor - aber nicht in strategischen Fragen. Wäre Bundeskanzler Kohl 1982/83 der öffentlichen Mehrheit gefolgt, hätte der Westen nicht das Wettrüsten gewonnen und damit die Kommunistische Welt politisch (nicht militärisch!) besiegt; die Mauer stünde noch heute und Osteuropa bliebe versklavt.
Es ist abenteuerlich davon zu reden der Westen sei der Gewinner des Wettrüstens gewesen. Das waren die Hersteller von Waffen. Die Entwicklung in der Sowjetunion, war nur eine Wegmarke eines Prozesses zur Beendigung des Stalinismus. Die wäre auf jeden Fall gekommen, da es völlig unerheblich ist, wie groß die Overkillkapazität eines Landes ist. Man kann nämlich nur einmal sterben. Natürlich braucht das Militär, die Politik und vor allem die Waffenlobby und Waffenindustrie die Mär vom gewonnen Wettrüsten, um uns jederzeit wieder erneut finanziell ausbluten lassen zu können.
Die Anwesenheit der Bundeswehr in Afghanistan war zunächst berechtigt. Um, wie Ex-Verteidigungsminister pseudostrategisch behauptete, „Deutschlands Freiheit am Hindukusch zu verteidigen“? Das war stets Unsinn und gipfelt in der Absurdität, dass wir die Freiheit des Opiumanbaus verteidigen – der weltweit Menschenleben zerstört.
Es musste verhindert werden, dass Afghanistan eine Basis des internationalen Terrors bleibt. Das haben die USA im Oktober 2001 ohne unsere Hilfe geschafft. Restarbeiten“ waren danach auch militärisch nötig. Dabei hätte die Bundeswehr helfen sollen, können. Sie hat sich jedoch im (damals) befriedeten Norden ebenso rührend wie hilflos um Ziviles bemüht. Was hat es gebracht? Jetzt wird auch die Friedensarmee, der Gute Engel Bundeswehr, beschossen. Ihr Chef, Minister Jung, entging jüngstens einem Attenat.
Unmittelbar nach dem Sieg über die Taliban hätten die USA ´rausgehen sollen, müssen. Sie können (so wenig wie im Irak) den Einheimischen den Aufbau ziviler, innenpolitischer Strukturen abnehmen. Sollten die Taliban an die Macht zurückkehren, wäre dies unerfreulich – doch nicht unser Problem, sofern und solange sie nicht dem internationalen Terror eine Basis bieten. Wenn sie klug sind, verzichten sie darauf. Dann leben sie als Diktatoren vor uns und „dem Westen“ so sicher wie Robert Mugabe in Zimbabwe und die Islamisten im Sudan, die unbehindert ihr eigenes Volk abschlachten. Warum intervenieren wir nicht im Sudan, um den Völkermord zu beenden?
Schön ist, das auch Prof. Wolffsohn die Verteidigung einer deutschen Freiheit am Hindukusch für Unsinn hält und das auch er erkannt hat, das wir nur noch die Freiheit des Opiumanbaus verteidigen.
Wer moralisch zurecht „rein“ geht, muss vorher Ziele und „Raus“-Bedingungen festlegen, um nicht dauerhaft drin zu bleiben. Wer das unterlässt, will zwar Frieden stiften und „Freiheit sichern“, und schubst sich selbst in Kriege. Das sieht dann so aus: Dort werden wir in einen Guerillakrieg verstrickt, hier schlägt der Terror zu.
Deutlicher hätte man es nicht sagen können. Wenn man daraus noch den Umkehrschluß zieht, daa alle die uns noch tiefer in diesen Konflikt treiben wollen, gar kein Interesse an Afghanistan haben.
Zusammen mit dem SPD-Außenexperten Hans-Ulrich Klose (SPD) schlug Guttenberg vor, die drei bestehenden Afghanistan-Mandate in ein einziges zu überführen. Das Mandat für die deutsche Beteiligung an der Anti-Terror-Operation "Enduring Freedom" (OEF) sowie jenes zur Entsendung deutscher "Tornados" sollten in dem für die Internationale Schutztruppe ISAF aufgehen. Das hieße auch, dass Deutschland die bisher für OEF angezeigten Spezialkräfte in den Dienst der ISAF stellen würde.
Eine solche Mandatsänderung kann mit großer Zustimmung der ISAF-Führung in Kabul rechnen. Deren Stabschef, der deutsche Generalmajor Bruno Kasdorf, forderte in der afghanischen Hauptstadt eine deutliche Aufstockung der rund 40 000 Mann umfassenden Internationalen Schutztruppe ISAF sowie die Möglichkeit, diese im gesamten Land einzusetzen. Bisher hatte sich die Bundeswehr hauptsächlich auf den Norden beschränkt und nur zeitlich sowie personell begrenzten Einsätzen in anderen Landesteilen zugestimmt.
Über die Motive und die Hintermänner solcher Entscheidungen kann nur spekuliert werden. Das ein Militär Krieg haben will, ist ja noch zu verstehen, schließlich ist Krieg sein Beruf. Das Militärs selten vernünftige Entscheidungen treffen, liegt daran, das es eine gewisse geistige Mentalität braucht, um sich in einem derartig geregeltem, hierarchischem System ohne eigene Denkompetenz wohlzufühlen. Ich weiß ja noch wer aus meiner Schule als Berufssoldat zum Bund ging.
Politiker die für einen Krieg sind, den wir weder gewinnen können und in dem wir auch keine erreichbaren Ziele mehr benennen können, müssen andere Gründe haben. Klose ist ja bekanntlich ein ausführendes Organ der Amerikaner, was ihn verständlich macht. Über Guttenberg weigere ich mich zu schreiben. Wenn ich meine Meinung zu dieser Person kund tue, explodiert die Tastatur unter meinen Fingern. Aber jeder ist ja in der Lage den Typen zu googlen.
Für die Regierung an sich ist die Ausweitung des Afghanistan Einsatzes gut. Schäuble braucht seinen Terroranschlag um mit seiner Diktatur weiterzukommen. Blutige Kriege schaffen Arbeitslose beiseite, die Waffenindustrie und ihre Lobbyisten sind glücklich und das Volk wird von innenpolitischen Problemen abgelenkt und muss weitere Lohnsenkungen hinnehmen, da sich das Land ja im Krieg befindet.
Den Nachteil haben die Bürger, die Leben, Bürgerrechte, persönliche Freiheit und Einkommen opfern müssen um den Herrschenden die Macht zu erhalten. Langsam wird klar, das diese Regierung den Krieg gegen das Volk will. Bleibt die Frage ob wir uns und unsere Kinder in Auslandseinsätzen abschlachten lassen wollen, oder ob es einen Weg gibt diese Regierung und vor allem diese Art von Politikern, aus dem öffentlichen Leben zu nehmen, ohne alles was wir aufgebaut haben, zu zerstören.



















