Von DOMINIC JOHNSON auf taz.de am 5. Mai 2009
Tödliche Meningitis in Westafrika
Während der Westen seine Blicke auf die Schweinegrippe konzentriert, wütet in Westafrika die schlimmste Epidemie seit 1996. Tausende sind bereits gestorben.
Die Afrikanische Union (AU) und die westafrikanische Regionalorganisation Ecowas (Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft) haben wegen der Schweinegrippe aus Mexiko ihre Mitgliedstaaten aufgerufen, Notfallpläne aufzustellen. Das Paradox: Die neue Seuche hat Afrika gar nicht erreicht. Dafür wütet in Westafrika die schlimmste Meningitis- und Masernepidemie seit Jahren.
Über 1.900 Menschen sind seit Jahresbeginn im Norden Nigerias sowie in grenznahen Teilen der nördlichen Nachbarländer Niger und Tschad an Meningitis (Hirnhautentzündung) gestorben, berichtete das Hilfswerk Ärzte ohne Grenzen (MSF) Ende April. Die Organisation hat daher ihr bisher größtes Impfprogramm gestartet, für 8 Millionen Menschen. Es sei die schlimmste derartige Epidemie seit 1996, als der verheerendste Meningitisausbruch in Afrikas Geschichte 25.000 Tote forderte.
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