Ich will auf die Tat an sich hier gar nicht weiter eingehen. Klar ist Geiselnahme eine Straftat und klar ist diese abzulehnen. Aber was wieder mal auffällig war, ist mit welcher monströsen Strategie und „Manpower“ (Hubschrauber und über 100 Mann gegen zwei Fastrentner – was bekannt war) der Staat in Form seiner Ordnungshüter vorging! Dieser sich selbst immer als demokratisch bezeichnende Staat geht aber vielmehr immer öfters in allerbester Diktatoren- und Juntamanier in Wirklichkeit seit einigen Jahren gegenüber unliebsamen Zeitgeistern, Krawalldemonstranten, Kleinkriminellen, oder wie eben in dem Titelzitat ausflippenden älteren Leuten derart drastisch vor, dass man noch nicht mal mehr von dem berühmten Schießen mit Kanonen auf Spatzen sprechen kann! Es soll keinesfalls der Eindruck entstehen, dass ich den Umständen entsprechenden gewaltsamen Aufwand gegen kriminelle Handlungen grundsätzlich ablehnen würde. Jedoch muss der Aufwand immer angemessen sein, was er meiner Meinung heutzutage genau dann nicht mehr ist, wenn entweder von vornherein feststeht, dass die Polizei der Sieger bleibt oder wenn es aus Sicht der sich selbst so bezeichnenden Gewaltmonopolisten nicht darauf ankommt, welche Folgen sich abzeichnen könnten! Zum besseren Verständnis seien mir nachfolgende historische Erinnerungen meiner eigenen Familie gestattet:
- Mein Vater (Jahrgang 1926) hat mir schon als Steppke zu den Gendarmen in seiner Kindheit erzählt, dass er in seinem Großstadtbezirk (nicht Nazideutschland) in den 30-ziger Jahren des letzten Jahrhunderts beobachten konnte, wenn sich die Arbeiter am wöchentlichen Lohntag in der Kneipe nebenan prügelten, dass dann der Quartiersheriff (allein!) auf einer Harley Davidson mit Beiwagen vorgeknattert kam und es hat ausgereicht, wenn er seinen dicken Bauch in die Pinte hineinschob! Augenblicklich war Ruhe! Und wenn das aber trotzdem nicht genügt hat, dann wurde die Trillerpfeife bemüht! Dann war aber endgültig Schluß im Bus, äh in der Kneipe (Bus kommt später)!
- Oder wenn meine Mutter aus den 50-zigern in der DDR erzählt, als bei der Wismut die rauen, aber herzlichen Bergleute sich ebenfalls am Lohntag (oder nach Schichtschluss) alles was drehte in den Hals schütteten und dann Kleinholz aus den Bahnhofs- oder Dorfkneipen machten, reichte es aus, wenn das Überfallkommando mit der Minna anrollte und es Mann gegen Mann Knüppel aus dem Sack gab! Aber ohne martialische Ausrüstung; dafür mit einem schicken Schakko!
- Mir selbst ist aus dem Ende der 70-ziger Jahre in Erinnerung, als ein paar Companeros aus Kuba in meiner Heimatstadt einen ganzen Bus samt Fahrgästen als Geisel nahmen, weil sie irgendwelche Probleme mit dem Busfahrer hatten. Der Fahrer fuhr aber auf dem schnellsten Wege zum nächsten VPKA (Volkspolizeikreisamt) und dort stürmten eine Handvoll bullige (nicht im Sinne des Schimpfworts) Schupos den Bus und es gab wieder ordentlich Knüppel aus dem Sack, selbst als die Erben der Revolution ihre Messer im Kampf zeigen wollten. Den Rest besorgte dann Fiedel zu Hause!
Was will ich mit den drei Beispielen sagen? Früher hat die Polizei kleinere, mittlere und teilweise auch größere Probleme schnell, zielgerichtet und ohne große Lagewichtung in Form der Rolle der Bedeutung praktisch im „Alleingang“ und ohne Einsatz der Gimmicks aus Robocop und Demolition Man geregelt.
Klar, die Zeiten haben sich geändert. Das Gewaltpotential, die Hemmschwelle, die Brutalität und die Intensität der Taten an sich sind exorbitant gestiegen. Dennoch sehe ich es nicht ein, dass von der Polizei in postrambonaler und predatorhafter Art und Weise vorgegangen wird! Denn des Öfteren hört und liest man, dass die Polizei einen „Verwirrten“, der im Alkohol- und/oder Drogenrausch mit einem Messer rumfuchtelte, einfach abgeknallt hat. Früher hätte so einer vom Schutzmann eine schallende Ohrfeige bekommen und fertig! Nur wenn man mal die Netzsuchmaschinen mit dem Satzfragment „Polizei erschießt“ füttert, kann jeder dann wahrscheinlich erstaunt die dortige Treffer zur Kenntnis nehmen!
Mal ganz abgesehen von den wirklich wie aus einem Zukunftsfilm erscheinenden panzer- und wasserwerfend fahrende und in Polizeikette laufende Robocops bei großen Demonstrationen, wie zum Beispiel bei den letzten G-Gipfeln oder den Mai-Randalen. Auch hier gleich meine Einstellung der Abgrenzung zur Gewalt, es geht nur um die Verdeutlichung, wie rigoros, vorbereitet und auch garantiert übend der Staat auftritt! Das hat ganz klare Ursachen und das hat klare Ziele. Die Ursachen liegen bekanntermaßen vor allem darin, dass der Staat bedingt durch seine unmenschliche Gesellschaftsordnung gegen das von ihm selbst gesäte Gewaltpotential vorgehen muss, um sich in der Alibifunktion zu üben, dass er natürlich seine friedliebenden und gutmenschlichen sowie politisch korrekten Bürger schützt und alles dafür tut, dass die öffentliche Ordnung und Sicherheit aufrecht erhalten wird. Das ist nicht nur im Wahlkampf nützlich! Die Ziele liegen aber auch darin, klar und unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen, dass man sich besser nicht mit der Gewaltmonopolmacht anlegt! Und das die Massen mittels politisch ideologischer Diversion durch die endzeitliche Verblödung und Verdummung durch permanent in den Medien vorhandener Gewalt sowie grottentief dümmlichster Medienpräsenz von Hass und hasserzeugenden Formaten gezielt „enthirnt“ werden, ist ja auch kein Geheimnis! Das aber führt natürlich kalkuliert wieder zu Gewalt. Als weiterer netter Nebeneffekt kann man seine „Eliten“ der Gewaltmachtmonopolistin auch an und bei solchen Einätzten für den wirklichen Ernstfall „in echt“ sehr gut trainieren!
Und man geht eben natürlich mit der Zeit, besonders der technischen. Ich möchte gar nicht wissen, was alles in den Panzerschränken in den unterirdischen Bunkern für neue Wunderwaffen liegen, die nur auf ihren Einsatz warten! Dagegen sind wahrscheinlich noch die Termintatoren, Prädatoren und Robocops Gestalten aus dem Märchenbuch der großen Gruppe aus dem Kindergarten!
Nur bei einem haben die großen Krieger bzw. deren Dienstherren bisher das Dünne in die Hose laufen lassen: wenn gleichwertige bzw. gleichwertig oder höher gerüstete (und das hat auch und nicht nur allein etwas mit der technischen Gleichwertigkeit zu tun) erscheinende Gegner gegenüber stehen. Sprich, sobald eine Armee von was auch immer da ist (und wenn es nur ein paar arme, hungrige und natürlich sau blöde Schweine sind, die vom Westen Piraten genannt werden, aber ne Menge Kalaschnikows zu benutzen wissen), dann ist es mit dem martialischen Auftreten erst mal vorbei. Dann wird auch schon mal gern kurz vorm finalen Rettungsschuss panisch Abbruch befohlen:
tagesschau
Man sollte sich auch davon verabschieden, dass im Falle eines Bürgerkrieges, Aufstandes und einer Revolution diesmal die Herrschenden (im Gegensatz zu ‚89 in der DDR) und deren Büttel nicht schießen werden. Im Gegenteil, geheime und geheimste Strategien sagen im System der Kapitalfaschisten aus, dass die Unruhen auch und vor allem damit zu befrieden sind, wenn sich nur genügend Rebellierende in ihrem Blut wälzen (umgangssprachlich übersetzt).
Und dass die Büttel keinen Bruder- oder Schwestermord begehen, davon kann sich das liebe Volk auch ganz schnell verabschieden. Indizien gibt’s dafür zur Genüge. Egal ob jemand hier auf duckhome beschreibt, dass sie bei einer „normalen“ Demo nur Hass und Kälte in den Augen der „Freunde und Helfer“ erkannt hat oder andere immer wieder berichten, wie sie mit absolut unangepasster Härte und Gewalt misshandelt wurden. Diese und solche Staatsknechte stehen niemals auf der Seite des Volkes.
Aber diesen „Eliten“ sei der neue Tarantino Film „Inglourious Basterds“ sehr empfohlen!
AdF = Armee der Finsternis = Der Film
Ich bin auch der Meinung, dass diese "hochgezüchteten" Bullen vor nichts zurückschrecken würden!
Wie man in letzter Zeit beobachten konnte, ist den Polizisten mittlerweile auch egal ob sie bei unangemssenen Gewaltaktionen (auf Demos) gefilmt werden oder nicht, denn sie können sich gewiss sein, dass unsere Massenmedien-Propaganda auch den härtesten Fall noch als positive Errungenschaft darstellt.
Trotzdem gibt es mM nach eine "kritische Grenze" bei der Anzahl der Protestierer. Wird diese Zahl überschritten, dann kann der Staat sich nur noch zurückziehen (oder einen Bürgerkrieg provozieren)!!
jüngere Bsp:
Island, Lettland, teilweise Frankreich und Griechenland