Miguel d’Escoto Brockmann hat noch kräftige Träume. Der Präsident der Generalversammlung der Vereinten Nationen, ehemaliger Priester in Nicaragua, war von 1979 bis 1990 Außenminister von Nicaragua im Kabinett von Daniel Ortega. Es ist der alte
sandinistische Kampfgeist, der ihn treibt – und der gleichzeitig dafür sorgen wird, dass er erfolglos bleibt.
Aber immerhin marschiert er mit klaren Vorstellungen in die für Anfang Juni geplante UNO-Konferenz zur Weltwirtschaftskrise und fordert, dass sich die Konferenz für die Abschaffung des Dollar als Reservewährung einsetze und fordert zudem:
Die Konferenz muss den Ruf nach mehr Gerechtigkeit und besserer Repräsentanz in unserem globalen Wirtschaftsleben widerspiegeln
Er möchte, dass die Staaten der UNO möglichst hochrangig an der Konferenz teilnehmen, und träumt wirklich von einem Wandel. Es wird allerdings ein Traum bleiben.
Die Konferenz wird mit den üblichen Verdächtigen besetzt sein, und sein Vorschlag wird nicht einmal mehr im Abschlusskommuniqué erwähnt werden, weil die Interessenlage einfach anders ist. Von denen, die den Dollar und US-Schatzbriefe gehortet haben, wird jeder alles vermeiden was dem Dollar schaden könnte. Allen ist klar, wie fragil der Dollar ist und dass es kein Halten mehr gibt, wenn der Run losgeht.
Schon deshalb wird die Masse der Teilnehmerstaaten sich hinter den Dollar stellen, um genau diesen Run nicht auszulösen. Brockmann hat recht, dass damit eine Chance vertan wird, die Dinge schnell und auf die harte Tour zu klären. Momentan hofft alles mit dem neuem
Spielzeug ETF schnell noch einmal voll abgreifen zu können.
Die Casinos haben rund um den Erdball wieder geöffnet, und auch die Deutsche Bank und die anderen üblichen Verdächtigen sind voll mit dabei. Das billige Geld von den Notenbanken und staatliche Milliardenunterstützungen für Banken und Großkapital erzeugen die nächste Blase. Schon jetzt ist klar, dass alleine bei den Gold-ETFs etwas nicht stimmen kann.
Im ersten Quartal wurden 470 Tonnen Gold über ETFs gehandelt, während im ganzen Jahr 2008 nur 630 Tonnen physisches Gold gehandelt wurden. Der Goldpreis selbst verlässt seinen Schwankungskorridor kaum, obwohl der Ankauf von physischem Gold nicht nachlässt. Das kann aber nicht sein. Denn wenn sich Gold-ETFs und physischer Goldhandel wie bisher entwickeln, dann müsste der Goldmarkt explodieren, weil die gesamte Kapazität der Goldminen erreicht würde, die ungefähr bei 2.500 Tonnen liegt, da 2700 Tonnen nachgefragt würden.
Die ETFs sind nichts anderes als eine neue Form des Betruges. Auch wenn es immer wieder behauptet wird, es liegt kein Gold und vermutlich auch nichts anderes irgendwo in einem Lagerhaus, das die Spekulation absichert. Es gibt bestenfalls Verträge, mit denen die einen sich einen Verkauf von den anderen zusichern. Dabei beißt sich die Katze schnell in den Schwanz, und wenn die Blase platzt, dürfte endgültig die Geschichte dieses neoliberalen Manchesterkapitalismus beendet sein.
Die Staaten wollen nicht handeln und die Bafin will nicht kontrollieren. Jeder Euro, der jetzt in die Banken gepumpt wird, ist bereits verloren. Aber Miguel d’Escoto Brockmann wird sein Ziel im Endeffekt erreichen. Der Dollar wird sich selbst zerstören – und bezahlen werden es die armen und ehrlichen Menschen überall auf der Welt.
http://www.youtube.com/watch?v=9cu_-uUThWc&feature=related
Why the Federal Reserve Violates U.S. Constitution
http://video.google.com/videoplay?docid=5232639329002339531
Die Warenlieferungen für Papierdollar können als Tribut an die Weltmacht USA betrachtet werden. Die Erfindung der Reservewährung hat den nur den Zweck gehabt die überflüssigen Geldmengen auf Kosten der Gläubiger vom Markt zu nehmen.
Die Komödie endet in einer Tragödie und hat demnächst ihre große Schluss-Szene.
Den Letzten beißen die Hunde.
Tja dann können wir ja bald den zweiten Teil unseres www.weristschuld.com produzieren.
Diesmal waren es aber dann eindeutig die Politiker, die die Milliarden in den Markt gepumpt haben.