Den Beginn der aktuellen Weltwirtschaftskrise markierte der Zusammenbruch der Monoliner wie MBIA und Ambac, die anstatt beim langweiligen Versichern von amerikanischen Kommunal- und Bundeslandanleihen zu bleiben, am großen Rad der Versicherung von wertlosen Hypothekenkrediten verdienen wollten. Natürlich wurden sie gerettet, aber anders als die AIG mussten sie bisher nur wenig an ihre Gläubiger ausschütten.
Interessant ist die Begründung der Monoliner, die auf dem Standpunkt stehen, dass sie von den Banken durch unbotmäßige und unzureichende Sicherheiten betrogen wurden und somit sogar einen Anspruch auf Schadensersatz haben. Das stellt zum einen das ganze Kreditversicherungssystem in Frage, könnte zum anderen, zumindest in den USA, aber auch strafrechtliche Folgen haben.
Pfandbriefe, Kreditversicherer und die Angst vor der Wahrheit
Nun sind die Kreditversicherungen auf Hypotheken sicherlich weltweit ein Problem, und die aktuelle Talfahrt der Immobilienpreise ist ja noch lange nicht am Ende, in einigen Ländern hat sie kaum begonnen. Da nun langsam aber sicher auch die Versicherungen auf die Kreditkartengeschäfte ins Wanken kommen und nun auch die Kreditversicherungen auf Warenlieferung immer häufiger in Anspruch genommen werden, befindet sich das gesamte Geschäft der Kreditversicherer in allergrößter Gefahr.
In Deutschland haben die Ausfälle und Verzögerungen bei Warenlieferung sich in den letzten Monaten verdoppelt. Einen derartig schlechten Wert hat es seit 40 Jahren nicht mehr gegeben und die Tendenz scheint eine weitere Verschlechterung anzuzeigen. Dadurch verteuert sich die Kreditversicherung, und der Rahmen für neue neue Versicherungsverträge wird deutlich enger. Das betrifft direkt die Realwirtschaft und verstärkt die Krise.
Für den kommunalen Bereich, die Bundesländer und den Bund in Deutschland, gab es das Problem, dass in den USA die Monoliner ursprünglich versicherten, überhaupt nicht. In Deutschland können Kommunen, Kreise, Bundesländer oder der Bund nicht pleite gehen, und die Immobilienkredite dieser Körperschaften sind zu hundert Prozent sicher. Deshalb war der deutsche Pfandbrief in seiner ursprünglichen Form auch neben den Kommunalobligationen, Anleihen der Länder und des Bundes eine absolut sichere Geldanlage und ein bequemes Refinanzierungsmittel.
Nun wurden allerdings immer mehr Immobilien aus dem nichtöffentlichen Bereich in Pfandbriefe umgewandelt. Solange dies den Häuslebauer, normale Gewerbe- und Industriebetriebe betraf, war auch das relativ ungefährlich, das gleiche galt für die öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften. Sie alle spielten nicht mit dem Risiko und deshalb blieben die Ausfälle klein.
Mit dem Aufkommen von Sale-and-Lease-Back, änderte sich das. Bereits gebaute oder auch nur in Planung befindliche Gebäude wurden verkauft und zurückgeleast, oder manchmal auch nur langfristig gemietet. Selbst das wäre in Ordnung gewesen, wenn mit seriösen Zahlen gerechnet worden wäre. Aber mit diesem Spiel konnte man einem Unternehmen kurzfristig viel Liquidität verschaffen und hatte einen langen Rückzahlungsrahmen. Deshalb begann man damit Immobilien überzubewerten.
Gleichzeitig begannen sogenannte weiche Kosten die Immobilienpreise zu treiben. Meist sind dies Kosten, die nur entstehen, um Liquidität abzuschöpfen. Häufig konnte so mit mehr oder weniger fingierten Kosten der Eigenkapitalanteil nachgewiesen werden. In manchen Fällen betrugen weiche Kosten sogar mehr als 40 Prozent der Gesamtkosten.
Die in Pfandbriefen verbrieften Immoblienwerte wurden praktisch von innen ausgehöhlt. Die Pfandbriefkrise ist ja eigentlich schon lange ein Thema, auch wenn sowohl die deutsche Finanzwirtschaft als auch die deutsche Politik alles versuchen, um die Wahrheit zu verbergen. Allerdings macht die Wiederholung von Lügen die Lüge auch nicht wahrer.
Selbst die EZB musste jetzt mit 60 Milliarden Euro den Pfandbriefen und ihren Artgenossen unter die Arme greifen. Für diesen Betrag kauft sie diese Papiere und lässt dann den Steuerzahler für die sicher zu erwartenden Ausfälle aufkommen. Allerdings ist sie ein wenig zu spät in die Bresche gesprungen. Wer zu spät gerettet wird, ist trotzdem tot. Natürlich gibt es einen momentanen Run auf Pfandbriefe und ähnliche Covered Bonds. Das liegt aber nicht an deren Wert, sondern daran, dass einfach zuviel Geld im Markt ist, da die Notenbanken wie verrückt Geld schaffen.
Gleichzeitig sinken die Mieten für Gewerbe- und Wohnimmobilien, genau wie die Verkaufspreise. Die in den Pfandbriefen eingerechneten Werte werden also noch einmal weniger wert. Einige Objekte sind, wenn man sie ehrlich betrachten würde, schon insolvent, aber im Moment will niemand hinsehen, weil jede Kontrolle die Situation noch mehr verschlechtern würde.
Peer Steinbrück spuckt also jede Menge Geld in die Hypo Real Estate, nicht weil die eine systemische Bank wäre, sondern weil er und seine Auftraggeber den Pfandbrief unbedingt als "über jeden Zweifel erhaben" erhalten wollen. Sie möchten im Zustand der Unschuld verbleiben. Mit großen, hoffnungsvollen Augen wollen sie auf die Wundertüte schauen und sich ausmalen, was da alles für tolle Dinger drin sind.
Natürlich kennen sie, wie die Kinder, die Enttäuschung, wenn die Wundertüte geöffnet ist. Ein wenig Puffmais, billiges Plastikspielzeug ohne Wert. Eine offene Wundertüte ist wertlos, eine geschlossene Wundertüte könnte immerhin noch ein Wunder enthalten. Zerstörte Träume machen Kinderherzen weinen und treffen auch Erwachsene.
Kinder dürfen die geschlossene Tüte über Jahre verwahren und ihren Schatz hüten. Erwachsene müssen sich dem Leben stellen. Das gilt auch für Politiker. Egal ob sie nun gekauft sind oder nicht. Sie müssen die Wundertüte öffen und damit leben, wenn sie dann nichts von Wert finden. Deshalb fordert Duckhome ja schon seit langem, einmal genau hinzuschauen, was denn in den Pfandbriefen verpackt ist, und dann die Spreu vom Weizen zu trennen.
Es macht keinen Sinn verfaulte Äpfel mit gesunden Äpfeln in einer Kiste zu lagern. Die verfaulten lassen auch die anderen verfaulen. Man muss sortieren. Das haben mittlerweile auch ein paar Politiker erkannt, die retten wollen, was zu retten ist. Nachdem Bundesbankpräsident Axel Weber nun beiläufig angekündigt hat, dass die Bonität des Herausgebers von Pfandbriefen in Zukunft von den Ratingagenturen in das Rating einfließen soll, ist Panik angesagt.
Eine große Anzahl von Pfandbriefen und ihren Artverwandten wären dann nämlich bei Null - oder besser: nur noch Junkbonds. Peer Steinbrück, der die Hypo Real Estate unbedingt retten will, um angeblich den deutschen Pfandbrief zu retten, möchte dies unterlaufen, indem er der HRE die Bonität der Bundesrepublik Deutschland verpasst und damit ein Signal aussendet, dass Deutschland dies immer wieder tun würde.
Josef Ackermann wird frohlocken. Damit sind auch die Papiere seiner Bank geadelt, ohne dass er sich dafür auch nur der geringsten Kontrolle unterziehen müsste. Allerdings gibt es ein paar politische Stänkerer, die im Untersuchungsausschuss zur HRE und Depfa die Frage stellen, ob die Bafin zumindest den Wert einzelner Vermögenswerte im Deckungsstock eines Pfandbriefes durch eine Vorortkontrolle untersucht habe.
Davor hat sich die Bafin allerdings strikt gehütet, und wenn sie dazu gezwungen wird, wird sie die wenigen Perlen untersuchen, sich aber keinesfalls in den Sumpf der Realität begeben. Sie will nicht wissen, was mit den unvermietbaren Bürokomplexen in Berlin ist, die reine Schimmelaufzuchtgebiete sind, sie will nicht wissen, was mit den leeren Gewerbeflächen in Ostdeutschland oder sonstigen Krisenregionen auf der Welt ist.
Die Bafin will ihre Wundertüte nicht öffnen, weil sie weiß, was nach dem Öffnen passiert. Anders als Lots Weib, das ja, nach einem Blick zurück, zur Salzsäule erstarrte, würde bei der Bafin beim Blick in die Pfandbriefe die steinerne Kruste zerbrechen und sie müssten nach Staatsanwälten und Richter rufen und nach viel Polizei, zur Festnahme einiger Bankster. Aber wer will das schon.
Bafin, Merkel, Steinbrück sitzen still vergnügt und dümmlich grinsend vor den verschlossenen Wundertüten. Ihre Welt ist in Ordnung. Sie sind vielleicht dumm, aber zumindest glücklich, und die Bankster sind es zufrieden. In Deutschland werden nur die kleinen Leute scharf kontrolliert. Die Milliardendiebe werden im Kanzleramt gehätschelt.
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"... In Deutschland können Kommunen, Kreise, Bundesländer oder der Bund nicht pleite gehen, und die Immobilienkredite dieser Körperschaften sind zu hundert Prozent sicher. ..."
Stimmt denn das tatsächlich?
Wo sind die mutigen Anwälte, die Strafanzeige wegen "Insolvenzverschleppung" gegen die "Bundesrepublik-Finanzagentur GmbH in Frankfurt a.M." erstatten???
Hier merkt doch ein Blinder, dass dieses Unternehmen PLEITE ist (mit über 1,65 Billionen Schulden)- nur traut sich keiner es LAUT zu sagen...
So siehts doch aus - oder?