Ein reines Gedankenspiel
Von Roberto J. De Lapuente, ad-sinistram via Kriegspostille, am 14. Mai 2009
Nehmen wir doch mal an, ein Politiker oder jemand, der bis vor kurzem in der Politik war, würde sich dieser Tage öffentlich hinstellen und darüber sinnieren, dass es notwendig sei, dafür zu sorgen, dass zukünftig nur solche Menschen Kinder kriegen können, die es sich finanziell auch leisten können. Nehmen wir das einfach nur mal an, auch wenn man sich das heutzutage nur schwer vorstellen kann, dass sich ein halbwegs gebildeter Mensch in diese Richtung äußern würde; nehmen wir es nur mal an, auch wenn heute sicherlich niemand mehr Interesse an jener Diskussion hat, die schon einmal geführt wurde, die dann in Zwangssterilisationsgesetzen und später auch in Euthanasie endete. Man braucht schon eine große, vielleicht sogar eine kindliche naive Phantasie, sich etwas derart Abwegiges vorstellen zu können und zu wollen.
Da stellt sich in unserer Phantasie so ein elitärer Zeitgenosse hin und will dafür gesorgt wissen, dass künftig Kinder nurmehr einer bessergestellten Gesellschaftsgruppe möglich gemacht werden. Kinder zu bekommen dürfe keine finanziellen Vorteile mehr bieten, Kinder zu bekommen dürfe den Lebensstandard der Unterschicht nicht steigern, so könnte so ein Kerl argumentieren, malt man sich geradezu bildlich aus. Logisch ist das freilich nicht, denn ein Kind kostet mehr, als Kindergeld und Elterngeld bieten können, doch um Logik geht es auch nicht, wir zeichnen nur ein phantasievolles Bild von einem Menschen, der sich elitär in Verachtung der Unterschichten übt. Dass solche Menschen gemeinhin nicht sonderlich logisch denken, verknüpfen wir an dieser Stelle mit dem Vorzustellenden.
Stellen wir uns einen solchen Schnösel vor, wie er arrogante Worthülsen drescht, wie er überheblich seinen gesättigten Hintern kratzt, während er eloquent den Stammtisch nährt, kurzum: stellen wir uns das Paradebeispiel des elitären Snobs vor, mit all seinen Allüren und Lächerlichkeiten. Jetzt stellt sich uns die Frage: Kann man einem solchen Kerl, der ganz ungeniert aufgreift, was hierzulande schon mal im Wahnsinn endete, kann man so jemanden begegnen, ohne straffällig zu werden? Ist es machbar, so eine Menschenverachtung stillschweigend zu ertragen, ohne eine Beleidigung, eine Unterstellung, eine grobe Äußerung fallenzulassen? Liegt da nicht das „Faschist“, „Nazi“, „Arschloch“ automatisch auf der Zunge?
Ich kann nicht von uns allen sprechen, nur von mir. Daher lege ich dar, wie es für mich ist, das heißt, wie es für mich wäre, gäbe es da einen solchen Kotzbrocken, der seinen geistigen Offenbarungseid in dieser Weise öffentlich ausbreiten würde. Mir würde das Stillhalten schwerfallen und ich glaube fast, in ethischer Hinsicht, ja auch im Hinblick auf die Gesellschaftspolitik, die im Dritten Reich praktiziert wurde, die ihren Keim aber schon davor im gesellschaftlichen Konsens fand, dass die Beleidigung kein Stilbruch mehr ist, sondern eine logische moralische Reaktion. Denken wir doch zurück, machen wir uns bewußt, dass die Politik vor Hitler schon in gleicher Weise fühlte, in gleicher Weise bestimmten Unterschichten keine Kinder zugestehen wollte. Das Ende ist uns bitter bekannt. Angesichts dieses historischen Wissens, würde eine solche Äußerung jeglichen verbalen Amoklauf rechtfertigen. Denn das ist die Beleidigung letztlich: sie ist ein unkontrollierbarer Amoklauf. Aber sie ist eben auch menschlich, denn wenn die Ohnmacht Einzug hält, schießt man hilflos wild um sich. Das ist bei den Tragödien, in denen Amokläufer hemmungslos um sich schießen nicht anders, als bei jemanden, den solche menschenverachtenden Äußerungen mit braunen Anstrich, zum Durchdrehen nötigen.
Ist es denn juristisch antastbar, wenn man einen solchen Brandstifter als Verbrecher bezeichnet? Nicht hinter vorgehaltener Hand, sondern ganz offen, ganz ungeniert, so ungeniert wie ein solcher Brandstifter zuweilen selbst ist, wenn er sich darzustellen versucht. Juristisch antastbar vielleicht. Oder anders gefragt: Darf man das? Darf man jemanden als Verbrecher oder Kriminellen titulieren, wenn er ärmeren Gesellschaftsschichten das Kinderkriegen verunmöglichen will? Nein, man darf es nicht: man muß! Mag die Justiz davon halten was sie will, mag sie sich noch so sehr an Gesetze halten, die ehrabschneidende Phrasen verbieten – eine zielgerichtete Ethik verlangt es von jedem denkenden Menschen, dass er einen solchen Zeitgenossen nicht euphemistisch umschreibt, sondern beim Namen nennt. Ja, für mich wäre ein solcher Widerling ein Verbrecher, ein Arschloch sowieso, jemand um den ich sicherlich nicht trauern würde. Meine Güte, wie tief bin ich gesunken, wie tief wäre ich gesunken! Wie gerne wäre ich doch abgebrüht gegenüber solchen Dingen, doch ich fiele in tiefe Niveaulosigkeit. Was die Umwelt doch alles aus jemanden machen kann und könnte, aus jemanden, der eigentlich mit den besten Absichten durchs Leben zu gehen versucht.
Endet hier die moralische Denke? Beim Nicht-trauern? Könnte man es tolerieren, wenn erneut eine terroristische Gruppierung auf den Plan träte, um solchen Grobianen das Fürchten zu lehren? Ich spreche nur für mich, ohne Anspruch auf Objektivität: Nein, tolerierbar ist das nicht, man bombt Probleme nicht aus der Welt, weil die Bombe ein Problem dieser Welt ist – die Aufhebung des Problems mit einem anderen Problem führt lediglich zum Austausch der Problematiken. Nein, es ist nicht tolerierbar, aber erklärbar, aus der Situation heraus verständlich, begründbar - ja, das ist es allemal. Ich spreche mich da im Stile des Göttinger Mescaleros aus, wenn ich schreibe, das heißt, wenn ich schriebe, denn noch ist unser Scheißkerl ein Phantasieprodukt und wird es hoffentlich immer bleiben: „Meine unmittelbare Reaktion, meine "Betroffenheit" nach dem Abschuß des Scheißkerls ist schnell geschildert: ich konnte und wollte (und will) eine klammheimliche Freude nicht verhehlen. Ich habe diesen Typ oft hetzen hören, ich weiß, daß er bei der Verfolgung, Kriminalisierung, Stigmatisierung von Erwerbslosen eine herausragende Rolle spielte.“
Ja, das ist gewagt, das ist harter Tobak, ich gebe es zu. Klingt so gar nicht humanistisch. Aber was kann ich dafür, dass es mir an Mitleid fehlen würde? Mir fiele Mitleid mit einem solchen Hetzer schwer, um nicht zu sagen, ich hätte partout keines. Da fehlt es mir an Einfühlungsvermögen, da könnte ich mich in meinen politischen Gegner auch nicht hineindenken, würde mich gar nicht hineindenken wollen. Bevor man aus der Forderung, asoziale Elemente den Nachwuchs zu verwehren, konkrete Gesetze machte, wurde ganz höflich, ganz sachlich, ganz freigeistig darüber sinniert, dass es am Ende immer die falschen Gesellschaftsschichten seien, die Kinder in die Welt setzten. Wohin man kommt, wenn man solche Diskussionen auch nur im Keim toleriert, hat man letztlich gesehen. Da könnte ich mich nicht zurücknehmen, da würde es aus mir herausplatzen, da müßte ich einen solchen Geck als Verbrecher bezeichnen, ganz öffentlich, ganz gleich, was die Justiz davon hielte. Wenn man eine solche Äußerung seitens eines Selekteurs durchgehen ließe, während man denjenigen, der sich mit beleidigenden Worten der Ohnmacht (aus einem Angstgefühl heraus, in die Ecke gedrängt) wehrt, sanktioniert, dann wäre einmal mehr die Klassenjustiz bestätigt.
Ach, was soll der Quatsch? Ungelegte Eier! Wir leben in zivilisierten Zeiten, niemanden fiele es heute ein, solchen Schwachsinn von sich zu geben. Gäbe es einen solchen Fall, würden die demokratisch gesitteten Medien dieses Landes über ihn herfallen, würden einen solchen Geisteszwerg auf den Boden ringen, auf ihn eindreschen, seiner Karriere ein Ende setzen. Ich bin froh, in zivilisierten Zeiten leben zu dürfen, denn damit bleibt mir erspart, einen solchen Fatzke zu arschlochisieren, muß ihn nicht als Verbrecher bezeichnen und mir nebenbei die Justiz an den Hals hängen. Aber spannend, mal ein bisschen phantasiert zu haben – muß auch mal sein.
Roberto J. De Lapuente
Stellen wir uns einen solchen Schnösel vor, wie er arrogante Worthülsen drescht, wie er überheblich seinen gesättigten Hintern kratzt, während er eloquent den Stammtisch nährt, kurzum: stellen wir uns das Paradebeispiel des elitären Snobs vor, mit all seinen Allüren und Lächerlichkeiten. Jetzt stellt sich uns die Frage: Kann man einem solchen Kerl, der ganz ungeniert aufgreift, was hierzulande schon mal im Wahnsinn endete, kann man so jemanden begegnen, ohne straffällig zu werden? Ist es machbar, so eine Menschenverachtung stillschweigend zu ertragen, ohne eine Beleidigung, eine Unterstellung, eine grobe Äußerung fallenzulassen? Liegt da nicht das „Faschist“, „Nazi“, „Arschloch“ automatisch auf der Zunge?
Ich kann nicht von uns allen sprechen, nur von mir. Daher lege ich dar, wie es für mich ist, das heißt, wie es für mich wäre, gäbe es da einen solchen Kotzbrocken, der seinen geistigen Offenbarungseid in dieser Weise öffentlich ausbreiten würde. Mir würde das Stillhalten schwerfallen und ich glaube fast, in ethischer Hinsicht, ja auch im Hinblick auf die Gesellschaftspolitik, die im Dritten Reich praktiziert wurde, die ihren Keim aber schon davor im gesellschaftlichen Konsens fand, dass die Beleidigung kein Stilbruch mehr ist, sondern eine logische moralische Reaktion. Denken wir doch zurück, machen wir uns bewußt, dass die Politik vor Hitler schon in gleicher Weise fühlte, in gleicher Weise bestimmten Unterschichten keine Kinder zugestehen wollte. Das Ende ist uns bitter bekannt. Angesichts dieses historischen Wissens, würde eine solche Äußerung jeglichen verbalen Amoklauf rechtfertigen. Denn das ist die Beleidigung letztlich: sie ist ein unkontrollierbarer Amoklauf. Aber sie ist eben auch menschlich, denn wenn die Ohnmacht Einzug hält, schießt man hilflos wild um sich. Das ist bei den Tragödien, in denen Amokläufer hemmungslos um sich schießen nicht anders, als bei jemanden, den solche menschenverachtenden Äußerungen mit braunen Anstrich, zum Durchdrehen nötigen.
Ist es denn juristisch antastbar, wenn man einen solchen Brandstifter als Verbrecher bezeichnet? Nicht hinter vorgehaltener Hand, sondern ganz offen, ganz ungeniert, so ungeniert wie ein solcher Brandstifter zuweilen selbst ist, wenn er sich darzustellen versucht. Juristisch antastbar vielleicht. Oder anders gefragt: Darf man das? Darf man jemanden als Verbrecher oder Kriminellen titulieren, wenn er ärmeren Gesellschaftsschichten das Kinderkriegen verunmöglichen will? Nein, man darf es nicht: man muß! Mag die Justiz davon halten was sie will, mag sie sich noch so sehr an Gesetze halten, die ehrabschneidende Phrasen verbieten – eine zielgerichtete Ethik verlangt es von jedem denkenden Menschen, dass er einen solchen Zeitgenossen nicht euphemistisch umschreibt, sondern beim Namen nennt. Ja, für mich wäre ein solcher Widerling ein Verbrecher, ein Arschloch sowieso, jemand um den ich sicherlich nicht trauern würde. Meine Güte, wie tief bin ich gesunken, wie tief wäre ich gesunken! Wie gerne wäre ich doch abgebrüht gegenüber solchen Dingen, doch ich fiele in tiefe Niveaulosigkeit. Was die Umwelt doch alles aus jemanden machen kann und könnte, aus jemanden, der eigentlich mit den besten Absichten durchs Leben zu gehen versucht.
Endet hier die moralische Denke? Beim Nicht-trauern? Könnte man es tolerieren, wenn erneut eine terroristische Gruppierung auf den Plan träte, um solchen Grobianen das Fürchten zu lehren? Ich spreche nur für mich, ohne Anspruch auf Objektivität: Nein, tolerierbar ist das nicht, man bombt Probleme nicht aus der Welt, weil die Bombe ein Problem dieser Welt ist – die Aufhebung des Problems mit einem anderen Problem führt lediglich zum Austausch der Problematiken. Nein, es ist nicht tolerierbar, aber erklärbar, aus der Situation heraus verständlich, begründbar - ja, das ist es allemal. Ich spreche mich da im Stile des Göttinger Mescaleros aus, wenn ich schreibe, das heißt, wenn ich schriebe, denn noch ist unser Scheißkerl ein Phantasieprodukt und wird es hoffentlich immer bleiben: „Meine unmittelbare Reaktion, meine "Betroffenheit" nach dem Abschuß des Scheißkerls ist schnell geschildert: ich konnte und wollte (und will) eine klammheimliche Freude nicht verhehlen. Ich habe diesen Typ oft hetzen hören, ich weiß, daß er bei der Verfolgung, Kriminalisierung, Stigmatisierung von Erwerbslosen eine herausragende Rolle spielte.“
Ja, das ist gewagt, das ist harter Tobak, ich gebe es zu. Klingt so gar nicht humanistisch. Aber was kann ich dafür, dass es mir an Mitleid fehlen würde? Mir fiele Mitleid mit einem solchen Hetzer schwer, um nicht zu sagen, ich hätte partout keines. Da fehlt es mir an Einfühlungsvermögen, da könnte ich mich in meinen politischen Gegner auch nicht hineindenken, würde mich gar nicht hineindenken wollen. Bevor man aus der Forderung, asoziale Elemente den Nachwuchs zu verwehren, konkrete Gesetze machte, wurde ganz höflich, ganz sachlich, ganz freigeistig darüber sinniert, dass es am Ende immer die falschen Gesellschaftsschichten seien, die Kinder in die Welt setzten. Wohin man kommt, wenn man solche Diskussionen auch nur im Keim toleriert, hat man letztlich gesehen. Da könnte ich mich nicht zurücknehmen, da würde es aus mir herausplatzen, da müßte ich einen solchen Geck als Verbrecher bezeichnen, ganz öffentlich, ganz gleich, was die Justiz davon hielte. Wenn man eine solche Äußerung seitens eines Selekteurs durchgehen ließe, während man denjenigen, der sich mit beleidigenden Worten der Ohnmacht (aus einem Angstgefühl heraus, in die Ecke gedrängt) wehrt, sanktioniert, dann wäre einmal mehr die Klassenjustiz bestätigt.
Ach, was soll der Quatsch? Ungelegte Eier! Wir leben in zivilisierten Zeiten, niemanden fiele es heute ein, solchen Schwachsinn von sich zu geben. Gäbe es einen solchen Fall, würden die demokratisch gesitteten Medien dieses Landes über ihn herfallen, würden einen solchen Geisteszwerg auf den Boden ringen, auf ihn eindreschen, seiner Karriere ein Ende setzen. Ich bin froh, in zivilisierten Zeiten leben zu dürfen, denn damit bleibt mir erspart, einen solchen Fatzke zu arschlochisieren, muß ihn nicht als Verbrecher bezeichnen und mir nebenbei die Justiz an den Hals hängen. Aber spannend, mal ein bisschen phantasiert zu haben – muß auch mal sein.
Roberto J. De Lapuente
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WebLog von Martin am
05/15/09 um 10:01
Was ist ein Sozialdemokrat?
Was ist eigentlich ein Sozialdemokrat? Wenn ich richtig lese, und diese Aussage deckt sich mit mein Schulwissen, ist ein Sozialdemokrat jemand, der aktiv in der Sozialdemokratie mitwirkt, welche ist die Bezeichnung für eine internationale politische Beweg ...
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Dies scheint entweder eine für das Volk bedrohliche geistige Krankheit zu sein, welche relativ schleunigst von Fachleuten ambulant oder am besten bis zu Genesung stationär behoben werden sollte. Oder er will politisch gesehen eine neue Art von Faschismus etablieren; mit Menschenwürde oder Demokratie haben seine Gedanken nichts zu tun und so sollte man dieses Individuum wegen Volksverhetzung und anderen staatsgefährdenden (Menschenrecht- wie Grundgesetzverletzenden) Reden einer gerechten Strafe unterziehen.
Solche Verhaltensweisen wie eines "Thilo Sarrazin" können nur von minderbemittelten Menschen -oder das wahre Präkariat- stammen, welche in sozialen Fragen keinerlei Kompetenz besitzen. Dieser Herr nicht einmal in ökonomischen Fragen großartige Kompetenzen, obwohl es zu seinem Berufsfeld gehört.
Ich denke erneut darüber nach, Strafanzeige gegen diesen ... einzureichen - in einer konzertierten Aktion muss das doch endlich etwas bringen.
Je mehr, desto besser.
Ich bin sicher paranoid, aber dieser ... soll nicht gestoppt werden, im Gegenteil.
Für mich kommt es so vor, als wolle dieser ... bewußt solange geifern, bis den Menschen endgültig der Kragen platzt. Dann hat ... den lange provozierten Aufstand.
Dann können seine Freunde die Armee im Lande marschieren lassen, der Rest ist sattsam bekannt.