Nein, die Überschrift ist kein Rechtschreibfehler. Es gibt ja nur wenige Politiker, die ihren Missmut über das unwillige Volk in klarer Sprache herauslassen. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im deutschen Bundestag Dr. Dieter Wiefelspütz ist so einer, der zwar gerne zugibt, eigentlich von nichts eine Ahnung zu haben, aber sich trotzdem für kompetent genug hält, jede Entscheidung zum Schaden anderer zu fällen. Nur Kritik an seinem überragenden Geist darf selbstverständlich nicht geübt werden.
Der nächste ist der Vorsitzende der Jungen Union Deutschlands und CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Mißfelder, der sich vor allem gegen alte und kranke Leute und Hartz-IV-Empfänger wendet, aber das ganze Proletariat der Nichtreichen ablehnt. Höhepunkt in Deutschland ist der ehemalige Berliner Finanzsenator und jetzige Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin, der seinen Hass auf die sozial Schwachen absolut nicht zügeln kann.
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Volksam sein
Im Grunde genommen geht dieser Hass fast aller Politiker gegen das ganze Volk, oder doch zumindest die Menschen, die in der kommenden 20:80 Gesellschaft vermeintlich nicht mehr gebraucht werden.
Als die Digitale Revolution und die Globalisierung in den 1990er Jahren ihren Siegeszug antraten, sagten Zukunftsforscher den Weg in eine 20:80 Gesellschaft voraus. Nur 20 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung würden im 21. Jahrhundert ausreichen, um die Weltwirtschaft in Schwung zu halten. 80 Prozent der Bevölkerung wären demnach arbeitslos und müssten mit „Tittytainment“ bei Laune gehalten werden.
Diese geistige Haltung, verstärkt durch neoliberale Einflüsterungen, Parteispenden, Bestechungsgelder und Zusagen für die eigene persönliche wirtschaftliche Zukunft, nach dem Ausscheiden aus dem Mandat, haben dazu geführt, dass die meist schon von Grunde auf nicht mit besonderer Intelligenz, sondern lediglich mit gutem Sitzfleisch ausgestatteten Politiker, die Lage vollständig verkennen.
Zwar reden sie alle ständig von Wachstum, begreifen aber nicht, dass ein ständiges Wachstum einen ständig steigenden Verbrauch voraussetzt. Den Verbrauch kann man durch immer kürzere Produktzyklen steigern, was aber nichts anderes als eine versteckte Preiserhöhung ist. In jedem anderen Fall muss man neue Käuferschichten erschließen. Dies geht aber nur durch Einkommensverbesserungen, die mehr Konsum erlauben.
Nur wenn sich global für alle Menschen ständig die Lebenssituation signifikant verbessert, wäre dieses Wachstum denkbar. Dass dabei die Umwelt schlussendlich zerstört würde und damit das Wachstum ein jähes Ende finden würde, kompliziert die Dinge noch weiter. Es macht sie so kompliziert, dass Politiker und Manager, die in sehr engen geistigen Kreisen verkehren, sie einfach nicht mehr verstehen.
Eines der Ergebnisse ist die augenblickliche Weltwirtschaftskrise. Typen wie Sarrazin, die außer Volkswirtschaft nichts Brauchbares gelernt haben und nie in ihrem Leben in der realen Welt arbeiten mussten, werden, trotz ihrer Affären und vermutlichen Straftaten, alleine durch Volksverhetzung in den Vorstand der Bundesbank gespült, die ja eigentlich für alle Deutschen arbeiten sollte.
Dieses System hat Methode. Zwar haben die Neoliberalen, die Finanzhaie, das Großkapital und Politiker wie Sarrazin alles vergeigt, was eben zu vergeigen war, und liegen nun mit Forderungen in Billiardengröße dem Steuerzahler auf der Tasche, aber das hindert sie nicht, sich als Elite zu empfinden. Als Sarrazin damals seine Tempodromgeschäfte machte, sah er sich im Recht, weil er sich als Elite empfindet.
Josef Ackermann und Herr von Pierer sehen sich ebenfalls als Elite. Das ist natürlich nur ein Defekt in der Eigenwahrnehmung und in der Persönlichkeitsstruktur. Eigentlich sind diese Leute vermutlich sehr krank und brauchten dringend psychologische Hilfe. Aber diese Hilfe können sie nicht suchen und annehmen, weil sie ja ständig von anderen Leuten mit den gleichen Defekten in ihrem Irrtum bestätigt werden.
Wenn man ein wenig nachdenkt, ist es klar, das Thilo Sarrazin nicht einmal die Fähigkeiten hat, eine Landfiliale der Volksbank von Kleinsiehstemichnicht im Ortsteil am Ende der Welt zu führen, weil man auch dafür Menschlichkeit und ein einigermaßen höfliches und freundliches Benehmen braucht. Sarrazin würde die letzten drei Kunden verjagen und sich dann selbst zur Beförderung vorschlagen, weil er den Aufwand für die Filiale gesenkt habe. Er würde nicht merken, dass kein Geschäft auch keinen Gewinn bedeutet, weil er vor Überheblichkeit platzt.
Diese Überheblichkeit hat er sogar auf seine Frau übertragen, die in Berlin als Lehrerin eine hochbegabte Schülerin tatsächlich mitten im Unterricht um eine Klasse zurückgesetzt hat, weil sie es einfach mal eben so wollte. Ohne Rückhalt mit der Lehrerkonferenz, ohne die Gesamtelternvertretung, einfach aus persönlichem Machtdünkel. Der Schulrat, der nachfragen wollte, wurde über wundersame Wege (Hallo Thilo Sarrazin) versetzt.
Noch einmal. Es geht nicht um Sarrazin. Bei dem Typen wird das Defizit der Herrschenden nur besonders deutlich, weil er sich absolut nicht unter Kontrolle hat. Frau Merkel schaut die Menschen an, lächelt sogar, aber wer auf ihre Augen schaut, der weiß was sie meint. Frank-Walter Steinmeier versucht den Blicken gleich auszuweichen, und manchmal, wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass er mit dem Volk zusammenkommt, dann hat er Mühe, ein Schütteln und die Gänsehaut zu verbergen.
Nein, sie mögen das Volk nicht. Es ist ihnen zuwider. Leider können sie noch nicht vermeiden, dass der große Trampel Volk alle paar Jahre zur Wahlurne stapfen und Kreuzchen machen darf. Normalerweise haben sie auch das gut unter Kontrolle, weil sie ja bestimmen, wen das Volk wählen darf. Aber nun hat ihr System versagt. Es gärt im Volk. Das Volk ist nicht mehr volksam. Es könnte aus den Trampelpfaden ausbrechen und andere wählen.
Dummerweise gibt es für das Volk eine Alternative. Die Linken. Natürlich ist das keine dauerhaft tragfähige Alternative, weil die Linke sich schnell kaufen lassen wird. Aber es ist zunächst einmal Sand ins Getriebe der Politik. Ähnlich wie damals bei den Grünen, könnten die eine Entwicklung hemmen und den Menschen Zeit verschaffen für die Gründung oder Weiterentwicklung einer wirklich menschlichen Partei.
Deshalb will ja Schäuble unbedingt die Bundeswehr im Innern einsetzen können. Der Kauf von 405 Puma-Panzern für 4 Milliarden Euro ist da ein weiterer Meilenstein. Die Panzer taugen zwar nichts für die Kriege in Afghanistan oder Somalia, weil sie viel zu schwer sind, um dorthin transportiert werden zu können, selbst mit dem in weiter Ferne gerückten Airbus M400 nicht.
Deshalb muss man sich klar sein, dass sie für den Bundeswehreinsatz im Inneren gedacht sind. In Deutschland sind sie eine mächtige Waffe, um die Aufstände in Berlin, Hamburg oder Köln unter Kontrolle zu halten oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Sie würden dem Volk schon Volksamkeit beibringen – oder es einfach töten.
Dass die Wiefelspütz, Mißfelder und Sarrazin ihre Verachtung für das Volk so offen heraushängen lassen, hängt damit zusammen, dass sie längst wissen, wie sie das Volk besiegen können. Sie wollen es mit der Bundeswehr, der Polizei und der politischen Justiz schaffen. Das hat allerdings die herrschende Klasse der DDR auch lange geglaubt. Aber Glauben heißt eben: nicht wissen – und wie die Geschichte verlief, wissen wir alle.
Noch haben sie die Hoffnung, dass das Volk volksam bleiben wird, dass der deutsche Michel seine Zipfelmütze aufsetzt und sich wieder schlafen legt. Ihre Einschlafmelodie ist das alte Eia-Popeia von der Welt, die zwar schlecht ist, aber sich nicht ändern lässt, und vom guten Herrscher, der doch nur das beste wolle. Schließlich lieben sie uns doch auch alle. So wie es der alte Mielke rief, nachdem seine Krallen von den Herzen und Hirnen der DDR-Bürger entfernt worden waren und er keine Macht über niemanden mehr hatte. Nicht einmal mehr über sich selbst.
Die Menschen in Deutschland müssen nur nicht volksam sein, sie müssen das Volk sein, und sie müssen gemeinsam ihre Ziele formulieren und diesen Abschaum, die Junta, von der sie belogen, betrogen und schlussendlich bedroht werden, endgültig abschütteln. Wir sind nicht mehr bei 1930. Heute gibt es schon jede Menge Ermächtigungsgesetze, die Zensur wurde wieder eingeführt, und alle Maßnahmen der Repression dürfen verdachtslos stattfinden.
Wer jetzt volksam ist, hat nach der Bundestagswahl eben keine Wahl mehr. Die, die das Volk heute nur verachten, werden morgen mit Freude zusehen, wie dem Volk der Gehorsam, das Volksam-Sein eingeprügelt wird, wie die Unbotmäßigen in Lagern verschwinden oder erschossen werden. Die, die dann ganz oben schwimmen, werden kein Mitleid, keine Gnade und keine Barmherzigkeit kennen, wie sie sie auch jetzt nicht kennen.
Seid nicht volksam. Seid das Volk!
Tags für diesen Artikel: bestechung, diktatur, mißfelder, neoliberal, revolution, sarazzin, wiefelspütz
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so früh und schon so viel Wut im Bauch. Allerdings kann ich Dich auch gut verstehen. Es ist ja nicht so, dass die meisten Politiker früher wirklich anders waren. Im Grunde haben sie sich immer kaufen lassen. Gewissenlosigkeit ist eine der Grundqualifikationen für diesen Beruf. Es mag auch Ausnahmen geben, die bestätigen aber dann auch nur die Regel.
Neu ist aber, dass sie nicht nur diese Politik machen. Nein, sie glauben nun auch noch die Betroffenen, verhöhnen und beschimpfen zu müssen.
Wahrscheinlich hat dieses Verhalten mit dem typischen Werdegang eines Politikers zu tun. Da hat er nun ein halbes Leben lang fremde Aktentaschen tragen müssen. Sich in den Dreck zu schmeissen, wenn sich der Nächsthöhere die Schuhe abputzen will. Ständig den Speichel Anderer lecken müssen. Dann noch dieses Leben ohne Rückgrat. Stell Dir einmal vor, du hättest keine Wirbelsäule und müsstes trotzdem so tun, als ob Du aufrecht gehen könntest.
Wenn das nicht solche unappetitlichen Existenzen wären, könnte ich eventuell sogar Mitleid, mit ihnen, in Erwägung ziehen.
Wie gesagt, wenn sie dann irgendwann auf der schleimigen Suppe aufschwimmen, in der sie jahrelang aufgequollen sind, wollen sie sich für all die Demütigungen rächen. Doch an wem?
Da bleibt nur das einfache Volk. Dort versuchen sie sich etwas zu holen, von dem sie eigentlich nicht wissen was es ist. Da sind sie wie jeder Schwächling. Sie suchen sich vermeintlich schwächere um sich an ihnen auszulassen. Nur wenn er die Unterlegenheit eines Anderen ausnutzen kann, kommt sich dieser Typus überlegen vor. Doch eigentlich ist es nur ein Zeichen von großer Schwäche.
So wie diese Dummköpfe die Situation in Deutschland verkennen, irren sie sich auch bei ihren Beschützern. Das Kapital hilft ihnen nicht. Das sucht sich immer seinen Weg. Dieser Weg ist die menschliche Schwäche und Gier. Die gibt es in jeder Form der menschlichen Gesellschaft. Dazu braucht es nicht die eines Sarazin, (...Ich spare mir die Aufzählung weiterer Namen. Ich habe gerade gefrühstückt. Das soll ja noch etwas im Magen bleiben.).
Was nun die Polizei und das Militär betrifft, so haben sich die Zeiten auch etwas geändert. Auch diese Menschen werden von den selbsternannten Eliten genauso schlecht behandelt. Sie werden genauso herabgestuft und verspottet. Ich weiß ja nicht, wie weit denen ein Polizist hilft, der neben seinem Schichtdienst noch Pakete austrägt, um sein Häuschen abzubezahlen. Der sein Leben und seine Gesundheit für eine Gesellschaft riskiert, die seinen Kindern keine Zukunft bietet.
So da haben sie also schöne neue Panzer gekauft. Doch wer soll die fahren? Die Soldaten von heute sind nicht mehr nur dumpfe Lands- und Stiefelknechte. Die ganze moderne Waffentechnik beötigt Menschen, die damit umgehen können. Da braucht es mehr als eine Tigerfiebel. Da braucht es Menschen die auch kompliziertere Dinge und Zusammenhänge begreifen können. Da liegt denn auch das Dilemma dieser Armee. Einerseits rekrutiert sie ihre Mannschaften meist aus den benachteiligten Schichten. Doch sind das deswegen nicht gerade immer die Dümmsten. Die sollen ihren Eltern, Geschwistern, Freunden also ihrem ganzen privaten Umfeld demnächst mit einem Puma-Panzer begegnen? Wenn der Herr Schäble da mal nicht auf dem selben Holzweg ist wie Wilhelm II seinerzeit mit seinen Matrosen und Soldaten.
Mit deren Offizieren ist es auch so eine Sache. Wer denkt, dass nur weil die noch einen Mölders oder von Richthofen verehen würden sie jede Schweinerei gegen das eigene Volk mitmachen, denkt falsch. Das musste jener Herr Schäuble auch schon feststellen. Dazu lehrt man an den Führungsakademien offensichtlich zuviel Differenzierungsfähigkeit.
Nein, auf ihre Polizei und Armee können sie sich also auch nicht verlassen. Die Justiz ist aber ohne diese beiden völlig machtlos. Mal abgesehen davon ist sie sowieso eine Hure. Die wendet sich immer sehr schnell dem zu, bei dem sie überleben kann.
Es zeigt sich also auf welch dünnen Ast diese "Eliten" sitzen. Da sie nun schon selber so fleißig an ihm sägen, wird es wirklich Zeit ihn auch, herunter zu brechen. Dabei kann jedere behilflich sein. Dieses Jahr sogar zweimal.
Darum folge ich auch (aber mit einem gewissen Unbehagen) Deiner Wahlempfehlung für die Linke. Es wird wirklich Zeit Sand in, dieses Getriebe zu werfen. Da ist es wahrlich besser, in diese Buddelkiste zu greifen. Denn sonst besteht die Gefahr, dass eim brauner Schlamm sich breit macht.
Ich wünsche Dir und den Lesern noch einen schönen Sonntag.
sie sprechen mir aus der Seele. Diesmal wird die Basis verhindern, das die Mandatsträger gekauft werden. Wir haben gelernt.
Heil Sarrazin
http://www.moreweb.de/911-cd/nucleus3.1/index.php?itemid=4970
Spricht mir aus der Seele!
Aber wie kriegt man eine wirklich signifikante Mehrheit des Volkes dazu, ihre Stimme eben nicht mehr den "Systemparteien" zu geben? Es gibt (noch) zuviele Menschen, die sich nur vorstellen können, eine dieser Parteien zu wählen - eingelullt von Dauerpropaganda. Oder sie gehen gar nicht wählen, was verständlich ist, aber auch nur das System stützt!