Jetzt verstehe ich das auch, warum es zwischen den Bäuerinnen und der Kanzlerin zu keinem Gespräch kam. Frau Merkel hatte einfach keine Zeit. Man muss also Prioritäten setzen.
Gestern erfuhr ich aus einer Nachrichtensendung im Fernsehen, dass die Kanzlerin in Chemnitz war und die Jungs vom THW für ihre ehrenamtliche Arbeit gelobt hat. Das gefällt der Kanzlerin, nette junge Männer, und dann arbeiten die auch noch umsonst. Da lockt ein höherer Spaßfaktor als bei den protestierenden Milchbäuerinnen.
Und gerade berichtet die
Süddeutsche.de online:
Heimspiel für Angela Merkel: Im "Townhall Meeting" auf RTL gab sich die Kanzlerin durch und durch bürgerlich - eine politische Mutter Beimer.
Die Rouladenkönigin von Berlin-Mitte: Bundeskanzlerin Angela Merkel. (Foto: ddp)
Das Leben als Bundeskanzlerin kann so schön sein, selbst im Fernsehen. Lauter nette Fragen, sympathische Menschen und ganz viel Zeit für politische Luftblasen - Angela Merkel war am Sonntagabend zu Gast bei RTL.
Das ist der Sender, der es in Kürze in einer Spielshow Eltern ermöglichen wird, ihre Babys an Ersatzeltern zu verleihen, die sich dann am Nachwuchs versuchen sollen. RTL ist auch der Sender, dessen höchster Bestimmungsgrund nach 25 Jahren ist, Cashcow für Bertelsmann zu sein. Allzu viel Politik stört dabei, deshalb gibt man einer politischen Sendung gerne einen wohltönenden Namen wie townhall meeting. (...)
Selbstgekaufte Spreegurken
Da konnte die Frau, die aus Mecklenburg-Vorpommern stammt, ungebremst von ihren Erfahrungen beim Einkaufen im Supermarkt ("Früher sagte man 'Kaufhalle’") bramarbasieren und ihre Kochkünste loben. Kartoffelsuppe und Fisch gelängen gut, und ihre Gäste würden ihre Rouladen mit Rotkohl loben, verriet sie.
Angela Merkel als Rouladenkönigin von Berlin-Mitte, die sich ihre Spreegurken und ihre Rindfleischscheiben selbst im Geschäft kauft - da tobte das Publikum im Hauptstadtstudio von RTL. Der Spiegel, der über seine TV-Tochter diese Kanzlerin-Kloeppel-Kochshow mit veranstaltet hat, wird die wichtigsten Aussagen des Abends vermutlich dokumentieren müssen.
Klares Fazit: Es waren Minuten puren Betroffenheitsjournalismus'. Eine Simulation von Politik, ein Gipfel der Harmlosigkeit (...)
Ach sooooo - und schon wieder kapier ich was. Danke Frau Merkel. Die Milch kommt nicht von der Kuh. Und diese Bäuerinnen sind in Wahrheit hysterische und geldgeile Weiber. Wir kaufen einfach alles im Supermarkt ein!!! Und dank Gentechnik machen wir bald alles im Labor und dann können wir die landwirtschaftlichen Nutzflächen komplett in Landschaftsparks und Golfplätze umwandeln. Am Geschmacksdesign für die Spreegurke arbeiten sie Ihnen zuliebe bestimmt schon auf Hochtouren. Guten Appetit!
Fest steht, dass die Bauern sich auf bemerkenswerte Weise international solidarisiert haben und sich auf einen sehr schwierigen Kampf eingelassen haben. Denn es wird ja wohl niemand glauben, sie würden leichtfertig das Lebensmittel, das sie produzieren, v ...