Stephan Hilsberg ist
am Ende seiner Abgeordnetenkarriere. Die gemeinen Delegierten des Wahlkreises Elbe-Elster/Oberspreewald-Lausitz II haben ihm einfach die Wiederwahl und die Rückkehr in die Pfründe verweigert. Natürlich weiß Hilsberg als deutscher Politiker genau, welchen Fehler die Delegierten gemacht haben.
Vernünftig erscheint sie mir nicht. Es bleibt das schale Gefühl, dass in dem erkennbaren Wunsch der Leute, nach jemanden „aus der Region“, „von hier“ sich nicht die regionale Verankerung niedergeschlagen hat, sondern die Weigerung über das Zeitalter von Braunkohle und ostdeutscher regionaler Gefühligkeit hinauszuschauen. Sie sind die Vertreter einer modernen europäischen Region, aber mental sind sie noch in der alten Industriegesellschaft, die unseren Wohlstand nicht sichern kann und im Saldo Arbeitsplätze verliert.
Ja, ja. Immer sind es die bösen Anderen, nie ist so ein Politclown selbst schuld. Er kommt überhaupt nicht auf die Idee, selbst eventuell falsch liegen zu können. Er kennt nur einen Gegner – und das ist die SED, die er in Gestalt der Linken bis auf den heutigen Tag bekämpft. Dabei ist es ihm egal, was er um sich herum zerstört, Hauptsache er bleibt an seinem Feind dran.
Es wäre ihm lieber, die CDU regierte, als dass Rot-Rot etwas für die Menschen tun könnte. Genau dafür wurde er von den Delegierten bestraft. Sie haben die Nase voll von Leuten, die in der DDR zwar jeden Vorzug mitgenommen haben, wie klein er auch gewesen sein mag, sich aber dann als angebliche Bürgerrechtler genauso verhalten, wie es die SED getan hat. Sie verschanzen sich hinter einem geschlossenen Weltbild und wollen jedes neue Denken verhindern.
Stephan Hilsberg verabschiedet sich jetzt mit einem für ihn
großen Knall:
Der brandenburgische SPD-Bundestagsabgeordnete Stephan Hilsberg erwägt, Schwan die Stimme zu verweigern. «Wie ich abstimme, überlege ich mir jetzt noch mal. Die Verabschiedung vom Begriff Unrechtsstaat ist für mich nicht hinnehmbar», sagte der frühere Bürgerrechtler dem Berliner «Tagesspiegel» (Dienstagausgabe).
Schwan hatte erklärt, sie lehne den Begriff Unrechtsstaat ab, weil er diffus sei: «Er impliziert, dass alles unrecht war, was in diesem Staat geschehen ist. So weit würde ich im Hinblick auf die DDR nicht gehen.» Hilsberg wertete Schwans Äußerungen als «Verharmlosung» der Diktatur: «Und wer Diktaturen verharmlost, bereitet den nächsten den Boden.»
Ja so ist er der Hilsberg. Er schüttet das Kind mit dem Bade aus. Es gab zweifellos eine Menge Unrecht in der DDR, und die DDR war eine Diktatur. Wenn man sich aber das Unrecht ansieht, an dem Stephan Hilsberg als Abgeordneter fröhlich mitgearbeitet hat, dann stellt sich die Frage, wo das Unrecht für die breite Masse größer war.
Die Bundesbürger dürfen reisen, können es sich aber dank der Hilsbergschen Gesetze eh kaum noch leisten. Die Freiheit des Wortes wird dank seiner Zustimmung hier immer mehr unterdrückt, er ist dabei, wenn Bürgerrechte abgebaut werden. Niemand hat seine Stimme gegen Zensursula gehört, aber dafür ist für die Aufsplitterung der Menschen in Religionen. Er sprach nie hörbar gegen den Krieg – und war nie für den Frieden.
Es ist gut, dass er nicht wieder aufgestellt wurde. Er soll mit seinem Hass gehen und seine Pension verfressen. Es sei ihm alles Schlechte gegönnt. Für Frau Schwan ist es egal, ob sie von ihm gewählt wird. Sie hat ohnehin keine Chance, aber Hilsberg auf Köhlers Seite, das gefällt. Nun ist er da angekommen, wo er schon immer hingehörte.
Leute wie Hilsberg sind ein Grund, nie wieder SPD zu wählen. Wer dauernd nach hinten schaut, kann nämlich nicht vorwärts kommen. Vielleicht stellt ihm mal irgendjemand die Frage, wie er Nazideutschland bezeichnen will, wenn die DDR schon komplett ein Unrechtsstaat war. Oder doch besser nicht. Seine Antwort könnte Erschrecken auslösen.
Wo zieht man da die Grenze?
Bei denen, die meinen, im Dritten Reich sei ja auch nicht alles schlecht gewesen und der Adolf hätte doch die Autobahnen gebaut?
Das schlägt genau in dieselbe Breche.