In den USA gelten bereits die Lebensversicherer Allstate, Ameriprise Financial, Hartford Financial Services Group Inc., Lincoln National Corp., Principal Financial und Prudential Financial Inc. als sichere Kandidaten für ein Bailout durch den Staat. Über das Programm Tarp werden wohl rund 100 Milliarden in den Bereich der Lebensversicherer fließen.
Es gilt als sicher, dass andere Versicherungsbereiche und die Pensionskassen folgen werden. Die EU will die größten europäischen Versicherer im nächsten Jahr einem Stresstest unterziehen. Vermutlich erst im nächsten Jahr, weil sie im Moment die Ergebnisse fürchtet. Hohe Garantieverzinsung und sinkende Werte von Aktien und Immobilienanteile könnten auch in Europa schnell zur Falle für die Versicherungen werden.
Die Universität St. Gallen hat die Bilanzen der Dax-Unternehmen untersucht und festgestellt, dass über 43 Milliarden Euro an stillen Verlusten angefallen sind, die aus Beteiligungen, Töchtern und Wertpapieren stammen. Wären diese Verluste ordentlich verbucht worden, hätten alle Dax-Unternehmen rote Zahlen präsentieren müssen. Alleine die Allianz war mit knapp 9 Milliarden beteiligt.
Dummerweise gibt diese Auswertung nur den vorjährigen Stand in der Krise wieder. Aktuell dürften erneut Verluste in ähnlicher Höhe eingefahren worden sein, die sich bis zum Jahresende und in den Jahren 2010 - 2013 noch steigern werden. Die aktuellen Aktienkurse sind ein Dampfventil, weil einfach zuviel Liquidität im Markt ist und ständig neue Liquidität in die Banken gepumpt wird.
In der realen Wirtschaft geht es fast überall so krass zu wie beim
Anhängerbauer Schmitz Cargobull, der eigentlich alles richtig machte – und trotzdem sind m ersten Quartal des Jahres 94 Prozent des Umsatzes eingebrochen, und eine Besserung ist nicht in Sicht.
Wer genau aufpasst, hört, dass
Arcandor dringend eine knappe Milliarde vom Staat braucht, um die Insolvenz zu vermeiden. Das Bankhaus Sal. Oppenheimer kann und will wohl auch nicht mehr helfen. Karstadt-Chef Stefan Herzberg und ver.di barmen gemeinsam um 50.000 Arbeitsplätze,, die mit dem Untergang verloren gingen. Dabei würde das Geld vom Staat das Elend nur verlängern. Arcandor hatte nie einen vernünftiges Konzept für die Zukunft.
Hertie ist bereits erledigt, und im gesamten Einzelhandel geht man von einer Überkapazität in Höhe von 25 Prozent aus, die im weiteren Verlauf der Weltwirtschaftskrise auch leicht auf 50 Prozent steigen könnte. 25-30 Prozent Überproduktion sind auch die Werte, die für die Überproduktion in der weltweiten Autoindustrie angesetzt werden. Der Tod von GM, Chrysler und Opel könnte das Problem ansatzweise lösen, weshalb auch der Imitator eines Wirtschaftsministers, Herr Guttenberg, bereits von einer geordneten Insolvenz spricht.
Insolvenz wird das Stichwort der kommenden Monate sein. Die 30 Milliarden Euro, die in eingefrorenen Immobilienfonds liegen, werden auch weiterhin nicht freigegeben, aber irgendwann wird man die Wundertüten auch dort aufmachen müssen. Mittlerweile rutschen die Gewerbe- und Wohnungsmieten bereits kräftig, und der Leerstand nimmt zu. Welchen Wert die Pfandbriefe wirklich noch besitzen, möchte auch lieber niemand wissen.
Die Versicherungen und Pensionskassen verlieren schnell an Substanz. Die Banken ebenso. Selbst der BaFFin-Präsident Jochen Sanio bekommt es langsam aber sicher mit der Angst zu tun und rügt vorsichtig die Bilanzierungsmethoden der Banken. Denn die bewerten genau wie die Versicherungen ihre angeblichen Werte sehr großzügig und sehr positiv. Dabei hat alleine die Deutsche Bank stille Verluste von 5,9 Milliarden nicht bilanziert und hat weitere stille Verluste von 3,3 Milliarden dadurch vermieden, dass sie Wertpapiere für 35 Mrd. Euro in einen Langfristposten der Bilanz umbuchte.
Besonders traurig ist, dass sich Sanio nicht in der Lage sieht, eine Schätzung der Kredite abzugeben, die in Folge der "
schärfsten aller bisherigen Rezessionen mit Sicherheit auf die Banken als Schadensfall zukommen. In einem Wahljahr seriöse Einschätzungen zu geben, wäre ja vielleicht auch politisch kontraproduktiv. Aber so sehr das unfähige Regime um Merkel und Steinmeier sich auch bemüht, den Zeitpunkt für den vollen Durchbruch der Krise hinter den Bundestagswahltermin zu schieben, ist doch schon absehbar, dass es nicht klappen wird.
Man kann die Löcher nur noch stopfen, indem man anderswo größere Löcher aufreißt. Aber natürlich lässt sich das nicht noch weitere Monate durchhalten. Spätestens im Augst beginnen die Massenentlassungen, weil die Manager Angst haben, es nicht rechtzeitig zu schaffen, sich von den Mitarbeitern zu trennen. Die Manager, die ihre Auftragsbücher kennen, wissen, dass es zügig weiter nach unten geht, auch wenn sich die Fallgeschwindigkeit verringert.
Es wird nichts anderes übrig bleiben, als sämtliche Wertpapiere, Immobilien, Industriebetriebe, Handwerker und Dienstleister neu zu bewerten. Je länger diese Neubewertung hinausgeschoben wird, desto tiefer wird der Fall.
ich muss ihnen hier widersprechen,denn die Massenentlassungen werden erst nach der Wahl durchgeführt, wenn der Schutzschirm für Manager und Politiker durch Bundeswehreinsätze im Inland gesichert ist.
Das Hantieren mit dehnbarer Buchhaltung ändert nichts an der wirtschaftlichen Wahrheit. Gewerbliche Kreditnehmer werden dieses Gebaren mit Erstaunen zur Kenntnis genommen haben. Denen werden die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung auferlegt. Die gehen mit der Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse ihres Unternehmens einher. Deren Nichtbeachtung führt zur sofortigen Kündigung des Kredits. Hier wird offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen.
Wer die Summe und die Auswirkungen der Krisen anerkennt, kann zwischen den Zeilen der Statistiken herauslesen, dass es zu einer wirtschaftlichen Vollbremsung kommt. Es ist zu hoffen dass die ökonomischen und politischen Realisten das Ruder noch herumreißen können um das Schlimmste zu verhindern. Die realwirtschaftliche Substanz ist noch vorhanden. Ist die erst einmal vernichtet, ist es schwer eine neue zu schaffen. Es ist an der Zeit den "kreativen Zerstörern" das Ruder aus der Hand zu nehmen.