Der Trottelbot am 26. Mai 2009
Fangen wir erst einmal ganz klein an: Der Posten unseres Bundespräsidenten, kurz BundesPräservativ genannt, ist ein rein repräsentativer ohne eigentliche Machtbefugnisse. Dies ist wichtig um zu verstehen, warum ständig solche Zäpfchen in dieses Amt gebracht werden und keine echten Menschen.
Das Amt des Bundespräsidenten sollte nicht nur der Gewaltenteilung dienlich sein, sondern gleichzeitig auch der Bundesrepublik Deutschland (in den Jahren vor 1990) einen offiziellen Repräsentanten bieten, mit dem sie in der Welt ihre Waren feilbieten konnte. Ansonsten besitzt dieses Amt so viel Biss wie eine vergammelte Torte, da der Bundeskanzler bei uns sowieso tun und lassen kann, was er will, ohne Konsequenzen zu fürchten. [Schlimmstes Beispiel: Wiedervereinigungs-, Jahrtausendkanzler und T€uro-Bringer Dr. Helmut Kohl.]
Der jetzige Amtsinhaber jedoch stellt eine ganz besondere Personalie dar, deshalb mußte ich ein wenig recherchieren. Zum ersten: Er ist ein Reichsdeutscher, kein Westdeutscher. Diese Vermutung ergibt sich daraus, wenn man sich einmal anschaut, wo denn BundesPräservativ Köhler (der Vollhorst) geboren worden ist: Skierbieszów, Polen.
Der Bundespräsidentendarsteller
Als aus reichsdeutscher Familie stammender, und natürlich mit zu den Vertriebenen zählenden Wurzeln, war ihm eine politische Karriere sowieso in die Wiege gelegt. Jedoch liegt es bei ihm anders: Er ist kein Volksschlesier, der im Rahmen des Zweiten Weltkrieges aus seiner jahrhundertealten Heimat vertrieben wurde, sondern ein echtes Vertreibungskind, wie die Anführerin des VdK. Also auch nur ein scheinbares, aber kein echtes, Opfer.
In den 1960er Jahren diente er zwei Jahre als Zeitsoldat bei einem Panzergrenadierbataillon in Ellwangen und ging als Leutnant der Reserve ab. Von 1965 bis 1969 studierte Köhler an der Eberhard Karls Universität Tübingen Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaften und wurde 1969 Diplom-Volkswirt. Köhler war Mitglied der Verbindung Normannia Tübingen. Von 1969 bis 1976 war er am Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen wissenschaftlicher Referent. 1977 schloss er dort seine Dissertation mit dem Thema „Freisetzung von Arbeit durch technischen Fortschritt“ ab.
Ja, so begann seine Karriere im Westen, in den seine Familie 1953 aus der DDR geflohen war, weil ihr der Osten zu sozialistisch wurde. Interessant ist hierbei, das der junge Horst von seinem Lehrer in Backnang für das Gymnasium vorgeschlagen wurde. Und dies, obwohl er aus einer Vertriebenenfamilie stammte. Es ist irgendwie irritierend, wenn doch die heutige Schulpolitik fordert, das Migranten- oder Flüchtlingskinder nicht weiter als bis zum Ende der Grundschule zu kommen haben.
Seine berufliche Karriere begann unscheinbar. Aber sie geschah überdeutlich. Auch hierzu wieder ein Auszug:
Von 1976 bis 1980 war er im Bundesministerium für Wirtschaft in der Grundsatzabteilung tätig. 1981 wurde Horst Köhler Mitglied der CDU und wechselte im gleichen Jahr in die Staatskanzlei der Landesregierung von Schleswig-Holstein unter Ministerpräsident Gerhard Stoltenberg. Auf dessen Vorschlag hin wurde Köhler 1982 Leiter des Ministerbüros und Leiter der Unterabteilung I A im Bundesministerium der Finanzen. 1987 wird er Leiter der Abteilung I im Bundesfinanzministerium für Grundsatzfragen der Finanzpolitik, finanzielle Fragen einzelner Bereiche und industrielles Bundesvermögen. Ab 1989 war er Leiter der Abteilung VII des Bundesfinanzministeriums für Geld und Kredit.
Als CDU-Mitglied machte er Karriere im Norden unserer Republik, und wenn man da seine Examensarbeit betrachtet, wird man misstrauisch. Freistellung von Arbeit durch verbesserte Technik - Arbeitslosigkeit auf Kosten technischen Fortschrittes. In einer anderen Welt, zu einer anderen Zeit, hätte ihm mit dieser Arbeit eine glorreiche Karriere als Weltverbesserer offengestanden. Aber da Herr Köhler ja eindeutig mit unter jene Generation fällt, die den nachfolgenden Generationen die Zukunft raubten, verwundert dies auch nicht weiter. Durch Karriereschübe im Bundesfinanzministerium fiel er regelrecht die Leiter hinauf. Ja, er wurde regelrecht hinaufgeprügelt. Warum nur? Weil die konservativen, erzreaktionären Kräfte keinen dümmeren für den Job fanden? Durch Arbeitsleistung kommt diese schnelle Art der Beförderung nicht zustande. [Denn Merke: Wer in einem Amt (egal, ob auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene) wirklich Einsatz zeigt, wird grundsätzlich bei Beförderungen übergangen. Insider!]
Von 1990 bis 1993 war Köhler Staatssekretär im Bundesfinanzministerium als Nachfolger von Hans Tietmeyer. Er war verantwortlich für finanzielle und monetäre Beziehungen und damit der maßgebliche deutsche Unterhändler bei den Verhandlungen zum Vertrag von Maastricht und teilweise bei jenen für die Deutsche Wiedervereinigung. Köhler, der mit Russland Milliardenzahlungen für den Abzug der Sowjetarmee aus Deutschland aushandelte, regelte auch die deutsche Finanzhilfe für den Golfkrieg 1991, d. h. die Zahlung von ca. 12 Mrd. DM an die USA.
Ein Schelm, wer jetzt Böses dabei denkt. Natürlich war es nicht so. Natürlich war er monatelang im Saarland ansässig, um die Verträge und Gespräche im luxemburger Maastricht unter Dach und Fach zu bringen. Seine Sprüche aus jener Zeit, die er in Trier, Merzig und Saarlouis seinerzeit losließ, gehen zu weit unter die Gürtellinie. Die saarländischen Kohlekumpels faul zu nennen, war da noch einer der kleineren Fauxpas, die ihm da unterliefen. [Insider!]
Als so genannter Sherpa des Bundeskanzlers Helmut Kohl sowie als dessen persönlicher Vertreter bereitete er die G7-Wirtschaftsgipfel in Houston (1990), London (1991), München (1992) und Tokio (1993) vor. Laut Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Tagesspiegels, war Köhler in seiner Eigenschaft als Staatssekretär hauptverantwortlich für die Gestaltung der Währungsunion.
Unser BundesPräservativ zeichnet sich in voller Schuldigkeit für die Einfürhung des T€uro verantwortlich. Dies sollte man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Ein Mann allein, im Regierungsauftrag, aber von eigentlicher innereuropäischer Buchhaltung absolut keine Ahnung habend, schafft eine Kunstwährung, deren inflationärer Wert immens ist. Absicht? Man sollte auch die Bezeichnung Sherpa nicht zu ernst nehmen. Ein Sherpa ist ein Andenführer, der nach getaner Arbeit, die vorher ausgemacht war, die Reisegruppe dort stehen lässt, wo er sie hinbrachte. Also nicht eben eine vertrauenswürdige Person (es sei denn, im Preis ist die Rückkehr in zivilisierte Gebiete mitinbegriffen.)
1993 bis 1998 leitete er als Präsident den Deutschen Sparkassen- und Giroverband und anschließend zwei Jahre lang (bis 2000) die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE).
Ich mag Sparkassenfilialleiter. Sie haben so etwas an sich, was mich dazu bringt, ihnen nicht vertrauen zu können. Ich weiß nicht, ob es dieschmierige Art ist oder allein das Vorhandensein von abstehenden, behaarten Ohren. Jedenfalls sind es in meinen Augen Menschen, denen zu vertrauen sehr leicht zum Verlust sämtlicher Ersparnisse führen kann.
Im Jahr 2000 wurde Köhler auf Vorschlag von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zum Geschäftsführenden Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) bestellt, als achter für eine Amtszeit von fünf Jahren.
Und hier erkennt man die Verquickung von Macht (Kapital) und Politik. Unser BundesPräservativ wurde vom Kanzler der Bosse (nicht des Volkes) zum IWF-Direktor bestellt und ruinierte in seiner kurzen Amtszeit nicht nur Südamerika weitgehends, sondern fast komplett Afrika. Dort gäbe es, ohne unser BundesPräservativ, heute kaum noch Armut, geschweige denn eine gesteigerte AIDS-Gefahr.
Köhler ist darüber hinaus Mitglied der Trilateralen Kommission. Inwieweit Köhler sich von der Politik seiner Vorgänger gelöst hat, ist unklar, seine Nominierung zum Amt des deutschen Bundespräsidenten durch die später in der Bundestagswahl unterlegene wirtschaftsliberale Koalition aus FDP und CDU verdankte er sicher seinem Ruf als Vertreter dieser politischen Richtung.
Unser BundesPräservativ hat sich von gar nichts gelöst. Nach wie vor befürwortet er eine menschenfeindliche Politik und bringt manchmal echt geniale Sätze wie: “Ganz Deutschland muß seinen Gürtel enger schnallen, da wir ALLE über unsere Verhältnisse gelebt haben.” Solche Aussagen von ihm, bei denen man eine Ahnung bekommt, welchen Schaden übermäßiger Drogenkonseum in der Jugend anrichten kann, sind jedoch nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
Dazu nun Urban Priol, der das BundesPräservativ so darstellt, wie es ist:
Tags für diesen Artikel: brd, bundespräsident, cdu, ddr, deutschland, ebwe, horst köhler, iwf, polen, politik, spd
Artikel mit ähnlichen Themen:
Trackbacks
Trackback-URL für diesen Eintrag
Keine Trackbacks





















