Eine einheimische Pflanze beginnt sich zum Problem zu entwickeln. Das
Jakobskreuzkraut oder auch Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea). Das Jakobskreuzkraut enthält Pyrrolizidinalkaloide, die schwer leberschädigend sind und auch in getrockneter Form oder in der Silage noch wirksam sind.
Am gefährlichsten ist das Jakobskreuzkraut für Pferde und Rinder, gefolgt von Schafen und Ziegen. Es wird jedoch ein Fall einer schwangeren Frau aus Baden-Württemberg berichtet, die sehr große Mengen eines Gesundheitstees getrunken habe, der Teile dieser Pflanze enthielt und daran verstarb. Es ist also wichtig, das Jakobskreuzkraut sicher zu erkennen.
Jakobskreuzkraut im zweiten Jahr
Senecio jacobaea ist eine meist zweijährige, manchmal auch länger ausdauernde krautige Pflanze. Im ersten Jahr besteht sie ausschließlich aus etwa 20 cm langen Grundblättern. Eine oft dunkelrot überlaufene, aufrechte Sprossachse (Stengel) mit Blütenständen entwickelt sich erst im zweiten Jahr. Bei den leierförmig fiederteiligen Laubblättern sind die unregelmäßigen und stumpf gezähnten Abschnitte zum Ende hin verbreitert; an ihrer Basis weisen sie Öhrchen auf.
Die Pflanzen erreichen Wuchshöhen von 30 bis 100 cm, wobei im oberen Teil die zahlreichen gelben Blütenköpfchen in einer weitverzweigten, vielblütigen Schirmrispe sitzen. Die Blütenköpfchen haben einen Durchmesser von etwa 15 bis 25 mm.
Das Jakobskreuzkraut blüht um Jacobi, also um den den 25. Juli herum. Es ist also genügend Zeit, die Pflanze auf Weiden und am Wegesrand noch zu erkennen und auszureißen. Das ist wichtig, weil die Pflanze zur Zeit der Blüte am giftigsten ist. Nach der Blüte verteilt sie ihren Samen mit dem Wind. Dabei können einige wenige Planzen sehr schnell eine ganze Weide befallen. Da sie sehr genügsam ist, kommt sie mit Weges-, Feld- und Wiesenrändern hervorragend aus.
Grundsätzlich haben die Erwerbslandwirte, die ihre Weiden regelmäßig mähen, weniger Probleme mit dem Jakobskreuzkraut. Sie verträgt ein ständiges Mähen nicht. Allerdings können ihre Samen bis zu 10 Jahre im Boden überleben und sie treibt aus dem Strunk häufig wieder aus. Am meisten betroffen sind Nebenerwerbslandwirte und Leute, die Tiere als Hobby oder zur Eigenversorgung halten und meist nicht die technischen Möglichkeiten haben, sicher zu mähen und das Mähgut zu entsorgen.
In diesem Fall hilft nur Ausstechen oder Ausreißen vor der Blüte. Alle Pflanzenteile müssen so entsorgt werden, dass sie nicht mehr in die Nahrungskette von Tieren geraten. Wenn bereits Samen gebildet wurden, ist der Kompost der falsche Platz. Dann ist eine Entsorgung über den Müll das beste, wobei nicht die Biotonne verwendet werden sollte.
Im Fall eines großen Anteils von Jakobskreuzkraut kann auch mit Herbiziden gearbeitet werden. Dazu setzt man sich am besten mit den Experten der jeweiligen Landwirtschaftskammern in Verbindung, die normalerweise Rat wissen. Da die Pyrrolizidin-Alkaloide milchdurchgängig sind, sollte Milch von erkrankten Tieren nicht mehr getrunken oder verarbeitet werden.
Allerdings liegt genau da das Problem. Richtig sicher diagnostizieren kann man die
Seneciose, den Leberkoller oder die Schweinsberger Krankheit leider nur am toten Tier. Aus England gibt es Zahlen von über 150 Pferden, die daran gestorben seien. In Deutschland gibt es keine Zahlen, mangels seiner sicheren Diagnostik, aber der Anteil dürfte kaum niedriger liegen.
Auch wenn es einen Bericht über eine
mögliche Heilung durch Homöopathie gibt, sollte man die Warnungen der Autorin beherzigen.
Die einzige wirkliche sicher wirksame Hilfe besteht darin, jedes Vorkommen der Pflanze im Bereich von Äckern und Weiden möglichst ohne Herbizide zu unterdrücken. Gerade bei Brachflächen macht es Sinn, sie vor Beginn der Brutzeit von Vögeln zu mähen oder dies im Herbst zu tun. Die rund 700.000 Hektar Brachfläche sind eben ein Hauptrückzuggebiet des Jakobkreuzkrautes.
Aber Panikmache wegen dieses Krautes scheint mir nicht angebracht.
Wir haben seit Jahren Pferde und Rinder auf den Wiesen,wo auch dieses Kraut wächst.Sie fressen es einfach nicht.Das ist wohl noch Naturinstinkt.
Gemäht und Kraut ausgerissen wurde auf diesen Bergweiden noch nie.
Also immer Ruhe bewahren.
Selbstverständlich mag es Pferdeschläge geben die das Jakobskreuzkraut kennen und meiden. Leider gibt es auch viele andere. Deshalb sollte das Kraut auf Weiden und an den Rändern von Weiden vernichtet werden.
Wir haben seit Jahren Pferde auf den Wiesen,wo auch dieses Kraut wächst.Sie fressen es einfach nicht
zeugt von einer Gleichgültigkeit gegenüber Deinen (?) Pferden, dass einem schlecht wird!
Eben wegen solcher Typen bekommt diese Pflanze die Chance sich auszubreiten. Dir sicherlich egal, erst wenn Dein Pferd tot da liegt, ja dann kommen die dicken Tränen.
Es ist zu prüfen, ob Dein Verhalten nach Tierschutzgesetz - hier § 1, § 2 Abs. 2 insbesondere aber § 3 Abs. 10 - strafbar ist.
Ein Problem ist wohl die Anreicherung der Leber mit dem Gift; d.h. es "summiert" sich im Laufe der Zeit. Wenn es dann zu einer (tödlichen) Erkrankung kommt, wird selten festgestellt, woran das Tier wirklich gestorben ist. Sicher muss die (Gift-)Pflanze auf der Weide bekämpft werden.
Zum Fressverhalten der Pferde: Jedem Halter ist bekannt, dass manche Pferde (vor allem bei knappem Weidegang) gierig und unterschiedslos "reinschaufeln" - andere sehr selektiv fressen. Die verschiedenen Kreuzkräuter sind für den Laien nicht immer gut zu unterscheiden (siehe Youtube-Videos, da fallen die Kreuzkräuter recht unterschiedlich aus...). Daher (ganz ohne Panik) bei der nächsten Landwirtschaftskammer, Gartenbauvereien, Giftberatungsstelle informieren und entsprechend zügig reagieren.