Frank Stronach von
Magna International Inc. hatte immer schon große Ambitionen und hat sich in den letzten Jahren ein Imperium zusammengekauft, das zwar politisch über beste Verbindungen verfügt, wirtschaftlich aber stets gefährdet war. Nur Autozulieferer zu sein, ist eine zu enge Bindung an einen Sektor, der ein schnelles Aus bedeuten kann.
Es ist also nicht die Kompetenz von Magna, die diese Übernahme so gefährlich macht, sondern die mangelnde Finanzkraft, bzw. die Kontinuität dieser Finanzkraft in Krisenzeiten. Da hilft es auch nicht, dass die
Sberbank mit an Bord ist. Sie ist nämlich eigentlich nur deshalb an Bord, weil sie die 17 Prozent Anteile an Magna übernommen hat, die vorher dem russischen Milliardär Oleg Deripaska gehörten, der aber zur Zeit selber ins Trudeln geraten ist und sein Tafelsilber verhökern muss.
Wie viele Unternehmen in Russland ist Sberbank ein staatliches oder halbstaatliches Unternehmen. Sie gehört zu über 60 Prozent der russischen Zentralbank, und über ihre finanzielle Situation kann nicht viel gesagt werden, da es an harten Informationen mangelt. Im Rahmen der Weltwirtschaftskrise dürfte auch die Sberbank gehörig Schaden genommen haben, würde im Zweifelsfall aber wohl immer vom russischen Staat gedeckt.
Die Opel-Beteiligung macht eigentlich nur Sinn im Zusammenhang mit dem schwer verschuldeten russischen Autobauer
GAZ, der als billige Werkbank zu russischen Niedriglöhnen die Autos für Opel fertigen kann, was aber die Mehrzahl der Arbeitsplätze in Deutschland und Europa in Frage stellt.
Wie auch immer man die Dinge betrachtet. Opel ist alles andere als gerettet. Dass der Darsteller des Bundeswirtschaftsministers sich für eine Insolvenz von Opel ausgesprochen hat, hat aber nichts damit zu tun, dass er plötzlich, sozusagen über Nacht, zu Verstand gekommen wäre. Es geht ihm nur darum, das schöne Geld nicht für Arbeitsplätze zu verschwenden, sondern es ausschließlich für die Bankster und das Großkapital zu verwenden.
800 oder im Endeffekt wohl 1.500 Milliarden für die Bankster machen ihm keine Kopfschmerzen. 1,5 Milliarden oder im Endeffekt wohl 4 Milliarden für Opel sind ihm aber ein Graus. – Tatsächlich sind alle Maßnahmen, die nicht direkt die Kaufkraft des Bürgers stärken, völliger Unsinn. Hätte man das Geld, das die Banken nun in der nächsten Blase verbrennen, den Arbeitnehmern in Deutschland gegeben, wäre daraus Konsum geworden, der wiederum neue Arbeitsplätze geschaffen hätte. Ein sich selbst tragender Kreislauf wäre in Gang gekommen.
Tatsächlich geht es aber nur um das ständige Umverteilen von ganz unten nach ganz oben. Die Mitarbeiter von Opel sind da nur im Wege und werden aus wahltaktischen Gründen ruhiggehalten. Vermutlich bekommt auch Arcandor Geld, auch wenn jetzt schon bekannt ist, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, die mit der Prüfung des Arcandor-Begehrens betraut war, keinen Anlass für eine Unterstützung sieht.
Es ist im übrigen lustig, dass Frau Zypries beleidigt ist, dass die Bürger nun wissen was los ist, da das Gutachten öffentlich wurde. So können die Damen und Herren Politiker den Bürger nämlich nicht mit systemischen Notwendigkeiten verarschen, sondern werden das Geld entgegen der Sachverständigenmeinung in das Fass ohne Boden Arcandor werfen. Geht Arcandor dann kurz vor der Wahl trotzdem pleite, hätte die Politik den schwarzen Peter, könnte verantwortlich gemacht werden.
Es gibt nichts, was so ein Politiker mehr scheut, als verantwortlich zu sein.
Dann ist Zahltag - für die Bevölkerung.
Einen Vorgeschmack darauf hat DIW-Zimmermann mit seiner Forderung nach Erhöhung der Mehrwertsteuer bereits gegeben.
Dass Herr Gutenberg und sicher auch eine Menge anderer CDU/CSUler gegen die jetzige "Lösung" bei Opel waren, ist gut verständlich, ist diese "Lösung"(wohl eh nur bis zum Herbst?) doch vor allem ein Wahlkampfbonbon für die "SPD", ihre Stammarbeiter-Klientel, kleinen dummen Leute!
Ich denke ebenfalls, dass mit diesem ganzen durchsichtigen "Rettungs"- Mumpitz auf Staatskosten für "wichtige" Firmen nach der BTW im Herbst schluss ist, dafür aber Steuererhöhungen und möglicherweise auch (Leistungs)Kürzungen ins Haus stehen.
Denn dann haben die Herrschaften erst mal wieder 4 Jahre Ruhe vor den garstigen Wählern, können "parteienübergreifend" zu "harten Einschnitten"..., "unpopulären Maßnahmen" greifen...
Denn dann haben die Herrschaften erst mal wieder 4 Jahre Ruhe vor den garstigen Wählern, können "parteienübergreifend" zu "harten Einschnitten"..., "unpopulären Maßnahmen" greifen.../// hinzufügend:und das mit absoluter Gewissheit wird viele so hart treffen, dass ihnen die Augen tränen werden, dann sagt man(n) wieder, bei der nächsten wahl bekommen sie die rechnung, nur schade dass der Deutsche ein kurzzeit Gedächtnis hat und zu schnell vergist.