Leiharbeit als westliches Modell des chinesischen Wanderarbeiters?
Der „zweite“ Arbeitsmarkt ersetzt und verdrängt zunehmend den „ersten“ Arbeitsmarkt.
Und es ist immer wieder das gleiche. Wenn Medien über Leiharbeit berichten oder im Fernsehen, Studiogästen diskutieren, könnte mir schlecht werden. Unternehmer der Branche loben ihr Geschäftsfeld in der und lenken kritische Anmerkungen auf andere "schwarze Schafe".
Gewerkschaften werden wegen ihrer „drangsalierenden“ Tarifpolitik nicht offen kritisiert, aber ein zunehmender Kostendruck beschworen. Der Gesetzgeber wird wegen seiner Bürokratie angegriffen und ständig darauf hinwiesen, dass die Leiharbeit Arbeitsplätze bzw. Jobs schaffe.
Es wird die Notwendigkeit der Leiharbeit, als Flexibilitätsinstrument herausgehoben, damit die Wirtschaft schnell und effizient auf Marktentwicklungen reagieren könne. Zudem würde Leiharbeit Arbeitsplätze absichern, weil Leiharbeit als Konjunkturpuffer vor betriebsbedingten Kündigungen schützt. Die Unternehmen der Branche fühlen sich als „die Guten“.
Politiker werden nicht müde, gebetsmühlenartig zu wiederkäuen, dass ohne die Leiharbeit viele Jobs ins Ausland abwandern würden, weniger Menschen eine Erwerbstätigkeit finden würden und ohne Leiharbeit demzufolge wesentlich mehr Arbeitslosigkeit bestehen würde. Sie verteidigen ihren Sozialabbau und die Abschaffung gesetzlicher Regulierung der Leiharbeitsbranche mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten und dem Ziel der Vollbeschäftigung.
Werden Leiharbeiter befragt, hängt es von deren persönlichen Erfahrungen ab, ob sie Leiharbeit verfluchen oder als positive Chance darstellen. Wer ausgenutzt wurde oder sich als Billiglöhner durchschlug, wird kritischer mit Leiharbeit umgehen, als derjenige, der nach einer langen Arbeitslosigkeit durch die Leiharbeit in eine "für ihn" akzeptierbare Erwerbsarbeit gelangen konnte. Durch Leiharbeit wurde ihre Flucht aus Hartz IV möglich, dass wird dankbar bewertet.
Denn für Langzeitarbeitslose ist Leiharbeit oft die einzige Chance, doch noch eine Erwerbsarbeit zu finden. Überwiegend werden sie für drei Monate beschäftigt und verlieren ihren Job wieder.
Der Ausweg aus der Armut führt oft über die Leiharbeit und von dort wieder zurück. Die Aussicht auf Altersarmut steigt auch Leiharbeiter enorm an. Jeder dritte Leiharbeiter bezieht zusätzlich Leistungen von Hartz IV, weil deren Lohn so gering ist.
In den letzten Jahren wurde in den Medien immer wieder kritisch über Leiharbeit berichtet, wurden Missstände aufgezeigt, aber auch positive Beispiele dargestellt. Viele Unternehmen nutzen die Vorteile der „vor gelagerten“ Personalabteilung, mit der kurzen Kündigungszeit (Leiharbeiter einfach abbestellen, wenn die nicht gebraucht werden) sowie den Kostenvorteil durch einen Lohnunterschied von bis zu 40% durch geringerer Entlohnung der Beschäftigten.
Auch die Auswahl von geeignetem Personal überlassen sie dem Leiharbeitsunternehmen, das ist effizient und spart Zeit. Aber anders als oft durch die Branche behauptet, werden auch längerfristig Beschäftigte der Leiharbeit nicht entscheidend besser bezahlt.
Die Medien konnten bisher keine Stimmung herbeiführen, die zu einer Umkehr in der Arbeitsmarktpolitik geführt hätte. Zwar konnte die Diskussion um Mindestlöhne angefacht werden, aber die Lobbyisten haben sich erfolgreich bemüht, gesetzliche Initiativen zum stolpern zu bringen. Auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen können sie mit dem Mindestarbeitsbedingungengesetz nicht erreichen, wenn es keine Kontrollen gibt und mutige Bürger, die bereit sind, Verstöße auch anzuzeigen. Kontrollen der Gewerbeaufsicht, die zur Zeit verschärft sind, belegen immer wieder, wie häufig gegen gesetzliche Regeln verstoßen wird.
Die Aufgabe von Gewerkschaften und Gesetzgeber als Regulator oder Katalysator der Wirtschaft ist immer noch die Grundlegende und Voraussetzung für die Arbeitswelt. Wenn sie als Aufsichtsorgan nachlässig werden, spüren dies insbesondere die prekär Beschäftigten, also vor allem Leiharbeiter. Gerade jetzt in der Krise müssen für die Zeit danach Lösungen her.
Gern vergleiche ich die moderne Leiharbeit Europas mit dem chinesischen Wanderarbeiter.
Auch sie wandern mit der Arbeit im Land umher, leben teilweise auch auf der Arbeitsstelle und auch sie verlieren als Erste ihre Arbeit. Wie Tagelöhner sind sie heute hier und morgen da, aber nie lange an einem Ort. Die Ausrede der Industrie, das könne nicht vergleichbar sein, soll davon ablenken, dass es wie zu Feudalzeiten noch immer um die Frag geht, wer der Herr und wer der Sklave ist. Der Unterscheid zwischen dem Leiharbeiter Europas und dem chinesischen Wanderarbeiter liegt im Wesentlichen darin, dass es einfach besser Arbeitsbedingungen gibt, dass diese per Gesetz und in einem Arbeitsvertrag fixiert sind. Leiharbeit ist Arbeit zweiter Klasse und wird bei hoch qualifizierten Berufen anders gewertet, um die Fachkräfte zu halten.
Zwar waren die in den letzten Jahren durch die Gewerkschaften geführten Kampagnen zur Leiharbeit erfolgreich und es konnte in vielen Betrieben, erhebliche Verbesserungen erzielt werden, aber eben nur dort, wo die gewerkschaftliche Organisation durch einen Betriebsrat existiert. Wo es keinen Betriebsrat gibt, sind betriebliche Regulierung nicht drin und die Zahl der Betriebe, wo es keine Mitbestimmungsorgane der Beschäftigten gibt, nimmt ständig zu.
Gerade in der aktuellen Krise zeigt sich die Fratze der prekären Erwerbsarbeit von ihrer schlimmen Seite, wenn man bedenkt dass die Leiharbeitsbranche in Deutschland innerhalb weniger Monate um über 40 Prozent geschrumpft ist. Während es Ende Oktober etwa 850.000 Leiharbeiter gab, sind es im Mai noch knapp 500.000 Leiharbeiter, mit der Tendenz weiterer Schrumpfung. Weitere knapp 40.000 Leiharbeiter werden als Kurzarbeiter durch die BA erfasst.
Die Branche nutzt Kurzarbeit kaum, weil sie darin kaum einen Vorteil für sich sehen und die Kosten lieber gleich sparen wollen. Genutzt wird Kurzarbeit von den großen Konzernen der Leiharbeit wie z.B. Adecco oder Randstad, die damit ihre hoch qualifizierten Spezialisten im Unternehmen halten wollen, denn irgendwann ist diese Krise ja vorbei.
Leiharbeit gilt als Indikator für den Arbeitsmarkt, denn hier wird zuerst der neue Personalbedarf der Unternehmen angefragt, wenn die Wirtschaft nicht genug Personal hat.
Die Jobmaschine Leiharbeit hat ihre Kinder gefressen und ausgespuckt. Viele Betroffene erkennen die „Schleuderbrettfunktion“ der Leiharbeit heute anders als vor der Deregulierung.
Denn im Zuge der großen Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) durch die Schröder Regierung (Hartz I) wurden die gesetzlichen Bestimmungen gelockert. Danach herrschte Goldgräberstimmung in der Branche und die Leiharbeit wurde zu dem Jobmonster, dass wir heute kennen. Der Arbeitsmarkt explodierte förmlich weil überall Firmen, wie Pilze aus dem Boden schossen, die sich ihren Teil vom lukrativen Kuchen sichern wollten.
Die Branche die sich gern hinter dem harmlos klingenden Begriff der „Zeitarbeit“ versteckt, ist einer der widersprüchlichsten Arbeitgeber des Landes. Erst vor kurzem sorgte die Werbekampagne eines mittelständischen Dienstleisters, der mit der Werbebotschaft „Alle müssen raus“, Leiharbeiter verramscht werden sollten, für großen Unmut in der Öffentlichkeit.
Nachdem die Krise für die Leiharbeitsbranche desaströse Ausmaße angenommen hat, fragen sich viele, wie es nach der Krise mit der Leiharbeit weitergehen wird?
Die Branche selbst gibt sich optimistisch und prahlt bereits über die neue Boomzeit die aus ihrer Sicht kommen wird. Wenn die Konjunktur anspringt, wird kurzfristig viel Personal gebraucht, das die Unternehmen nicht „vorgehalten“ können, da wird die Leiharbeit gefragter sein denn je.
Experten erwarten Zuwachsraten wie in den besten Boomjahren und Beschäftigtenzahlen jenseits der Million. Die Branche jedenfalls glaubt sich gut aufgestellt und steht bereits in den Startlöchern, zurzeit grasen sie den Arbeitsmarkt nach geeignetem Personal ab.
Betriebsräte aus den Unternehmen, wo Leiharbeiter zum Einsatz kommen könnten, glauben teilweise, dass sich das Problem Leiharbeit gerade „von allein“ gelöst habe und verkennen dabei, dass sie jetzt für den kommenden Boom vorsorgen müssen, indem sie Regelungen treffen, die den Einsatz künftiger Leiharbeit regulieren, daran ist Interesse nicht sehr hoch.
So mancher Betriebsrat scheut die Auseinandersetzung, die Konfrontation im Betrieb oder die Gespräche mit den Kollegen. Denn die Angst vor dem eigenen Jobverlust gegenüber dem Einsatz von Leiharbeit wirkt wie das sprichwörtliche Damoklesschwert, mit dem sie erpressbar sind. Der Lohnunterschied des einen, wird zum Argument der Arbeitsplatzssicherheit des anderen, die Spaltung der Belegschaften manifestiert sich hauptsächlich darin. Nicht selten entscheiden sich Betriebsräte unter diesem Druck, für den Einsatz von Leiharbeit im Betrieb. Leiharbeit wird deshalb als Puffer zur „Scheinsicherheit“ für die Beschäftigten und den Erhalt ihrer tariflichen Regelungen verstanden, die aber durch Leiharbeit nicht erhalten werden.
Leiharbeit kann zum Bumerang werden, wenn Betriebsteile ausgelagert werden und Personalleasing Unternehmen die Auftragsbearbeitung als Werkverträge weitergeführt.
Mit einem hohen Organisationsgrad wäre es möglich, Leiharbeitstarife flächendeckend durchzusetzen und auch die Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifen wäre möglich.
Der Gesetzgeber wollte keine gesetzlichen Mindestlöhne einführen und die Gewerkschaften haben nur begrenzte Kraft in der Branche. Die Regulierung wird nur halbherzig betrieben und so ist zu befürchten, dass ein Wirtschaftswachstum wieder auf dem Rücken der Beschäftigten erzielt wird. Leiharbeiter werden einen starken Anteil daran haben und werden vom Aufschwung am wenigsten abbekommen, sie gelten als austauschbar und bleiben prekär Beschäftigte.
Der Wanderarbeiter von heute ist nicht immer Chinese, aber zunehmend Leiharbeiter!




















GLEICHER LOHN FÜR GLEICHE ARBEIT, GLEICHE RECHT FÜR ALLE - also auch gleiches Recht für alle Arbeitnehmer.
Würden diese Grundsätze in den heutigen "westlichen Demokratien" noch irgend eine relevante Bedeutung haben, so müsste die Leiharbeit entweder total umgekrempelt oder aber gleich verboten werden!
In ihrer heutigen Form stellt sie auf alle Fälle eine Verletzung der Menschenrechte dar - siehe Deklaration der Menschenrechte durch die UNO aus den Jahre 1948.
Jeder Vesuch, der heutigen Leiharbeit irgend welche "positiven Effekte" anzudichten ist Lüge und Betrug, verlogenstes Pharisäertum!
Keiner unserer Politiker, Wirtschaftsbosse, Wirtschaftsprofessoren, "Experten" wäre doch bereit, auch nur einen Tag für 6, 7 EUR Brutto pro Stunde arbeiten zu gehen.
Denn sie haben es ja nicht "nötig", sind bis zur Bahre bestens versorgt...., weshalb man dann auch als "Experte" in Sachen Leiharbeit besonders "überzeugend" auftreten kann....
Ich persönlich wäre für ein sofortiges Verbot der Leiharbeit - aus und Basta!
(http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?titel=Rechtsschutz+f%C3%BCr+die+Haube&id=41757832&top=SPIEGEL&suchbegriff=gestellungsvertrag&quellen=&qcrubrik=artikel)
Dieser Zustand endete erst in 1970er Jahren. Zum einen setzten vermehrt Gewerkschafter der ÖTV in den Kliniken eine Gleichstellung durch und eine Auflösung der Gestellungverträge. Zum anderen zogen immer mehr Pflegekräfte den Wechsel als ungelernte Arbeitskraft in der Industrie der Ausbeutung durch das "Mutterhaus" vor und, durch den dadurch bedingten Mangel an Pflegekräften, den vermehrten Pflegefehlern, waren die Kliniken gezwungen, Fachkräfte aus Korea einzustellen.
So weit und so schlecht zur Geschichte. Der Zeitarbeitsstrich, der lange gänzlich und aus guten Gründen aus den Kliniken verbannt war, erlebt vermehrt im Pflegebreich ein Come-back. War es bei den kirchlien Trägern sowie beim Roten Kreuz in der letzten Zeit schlechter Brauch, sich vermehrt vom geltenden Tarifrecht abzukoppeln, dieses verbunden mit den zweifelhaften Sonderrechten der Tendenzbetriebe, so werden jetzt vermehrt anstaltseigene Leiharbeitsfirmen gegründet. Neueinstellungen finden so gut wie nicht mehr statt, Angestellte der Einrichtungen werden massiv zum Wechsel auf den Zeitarbeitsstrich erpreßt. Zum Wechsel in den Niedriglohnbereich, zum Wechsel in die betriebliche Rechtlosigkeit.
Ein Zustand, der jetzt wieder und in schlechter Tradition, noch dem Pflegebereich vorenthalten ist. Ein Zustand aber auch, an den - bis jetzt - annähernd nur der Deal von Opel mit dem Arbeitszuhälter Adecco erinnert. Das dem so ist liegt zum einen an der relativ starken Position der IG-Metall bei Opel, das liegt aber auch zum anderen daran, daß dem Adecco-Knecht Clement schlicht und ergreifend die Geschichtkenntnisse fehlen, was mit Gestellungsverträgen einmal möglich war.
Wird der Zustand in den Kliniken und Pflegeeinrichtungen, der Zustand daß der größte Anteil der Arbeitskräfte vom Zeitarbeitsstrich kommt, zur "Deutschen Leitkultur" auch für andere Betriebe, dann gute Nacht. Dann gute Nacht "made in germany". Denn wie im Pflegebereich die Anzahl der Pflegefehler mit dem Anstieg der Rechtlosigkeit des Personals zunimmt - darüber berichten die Medien periodisch - so wird der Ausschuß in der Industrieproduktion sich erhöhen.
Das "Wirtschaftswunder" der 50er und 60er Jahre stellt sich einem da natürlich sofort in einem etwas anderen Licht dar, lösen sich manche schöne Mythen zu puren Schwindel auf.(Ich selbst habe diese Zeit nicht erlebt)
Bemerkenswert aber ist, dass damals, in den frühen 70ern, als Brandt BK war und auch die FDP sich noch als recht fortschrittlich darstellte, a u c h die Gewerkschaften zumindest teilweise eine fortschrittliche Rolle spielten, besonders auch für normale, einfache , aber durchaus hart arbeitende Arbeitnehmer einiges rausholten, darunter auch mehr Arbeitnehmerrechte... - allerdings vor beinahe 40 Jahren! UFFFFF....
Heute steht der erdrückende Teil der Gewerkschaften still und heimlich auf der Kapitalseite, werden die Rechte und berechtigten Ansprüche von Millionen von Arbeitnehmern verraten und verkauft, geht es n u r und ausschließlich um die Rettung oder Konservierung der Rechte und Ansprüche der festangestellten "Kollegen" - und d a s völlig ungeniert auf dem Rücken von Leiharbeitern, Befristeten, verarschten Langzeit- "Praktikanten".
Und die Begründung ist immer diesselbe: Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze! WOW! Was man aber nie laut, nur hinter vorgehaltener Hand meint und sagt: Psssst: N u r für unsere Festangestellten!
Diese Taktik kann man praktisch in j e d e n Unternehmen, welches Leiharbeiter beschäftigt beobachten, gerade auch in den vielen so oft als "sozial" gepriesenen mittelständischen Betrieben.
Denn auch diese sind inzwischen massenhaft auf den Geschmack von billigen, weitgehend rechtlosen Lohnsklaven gekommen.
In vielen Unternehmen werden inzwischen die Leiharbeiter ganz offen und ungeniert als "Schutz und Puffer" für die Stammbelegschaften bezeichnet - sogar in Betriebsversammlungen.
Daher nochmals: Diese gesamte Zeitarbeitsstrich gehörte unverzüglich verboten!
Mag sein, daß den Kollegen klar wird, daß der Maßstab ihrer Entlohnung nicht mehr der Tarif ist, der Maßstab der betrieblichen Ordnung nicht mehr bestehende Betriebsvereinbarungen sind, sondern die Niedriglöhne und Machenschaften des Zeitarbeitsstrichs, ihr Handeln beeinflußt.
Fakt allerdings ist, gegen Tarif-Verträge mit den Arbeitszuhältern, Tarif-Verträgen die weit entfernt vom Equal-Pay waren, hat sich die IG-Metall innerhalb des DGB's am entschiedensten ausgesprochen. Jene Tarif-Verträge, die von Adecco, Randstad und Co. als vermeintliches Gütesiegel mißbraucht werden.
Fakt ist auch, daß Randstad-Betriebsrat in der IG-Metall-Zeitung vom Mai diesen Jahres wegen rechtswidrigen Betriebsvereinbarungen öffentlich abgewatscht wurde. Der Arbeitszuhälter Randstad, der immer so tat, als stünde er voll hinter dem Betriebsverfassunggesetz, der, was im normalen Betrieb eine Selbstverständlichkeit ist, als Gütesiegel den Betriebsrat und die DGB-Tarife exhibitionierte.
Die Kampagne der IG-Metall "Übernahme jetzt", die "Truck-Tour Leiharbeit" und das "Schwarzbuch Leiharbeit" sind erst der Anfang.
Möglich, daß einzelne DGB-Gewerkschaften noch nicht so weit sind. Richtig aber ist, waren die Aktionen der Agenda-Fetischisten die Ergüsse kranker Gehirne, so konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß das Handeln der Arbeitszuhälter nicht mehr vom Gehirn, sondern von den Harnorganen bestimmt wurde. Sie haben sich selbst in die Schmuddelecke zurückmanövriert, aus der sie kamen, in die sie gehören.
Wie war es in der Vor-Clement-Zeit? Die Zuhälter der Zeitarbeit rekrutierten ihr Personal fast ausschließlich aus jenen zweifelhaften Gestalten, die aus den unterschiedlichsten Gründen in einem seriösen Betrieb nicht integriebar waren. Nicht integriebar waren wegen mangelhafter Qualifikation, chronischer Unkolligialität oder Unzuverlässigkeit. Zum einen allderdings hatten die Zuhälter annähernd den gleichen Lohn zu zahlen, zum anderen überlegten sich seriöse Betriebe sehr genau, mit dieser miesen Branche überhaupt Geschäfte zu machen. Zum einen wegen der zweifelhaften Kollegen, zum anderen, weil die Kosten für die Tagelöhne erheblich über denen der Festangestellten lagen.
Der Zeitarbeitsstrich hat sich längst von jenen, sozial verwahrlosten, Mitarbeitern getrennt. Mitarbeitern, die sich wie Abschaum fühlten, wie Abschaum sich verhielten und die von den Arbeitszuhältern entsprechend behandelt wurden. Ersetzt wurden sie durch hoch qualifizierte Facharbeiter. Facharbeiter, die zum einen nicht bereit sind, sich als Abschaum behandeln zu lassen, die des weiteren nicht bereit zur sozialen Verwahrlosung.
Denkbar sind zwei Varianten nach der Krise, die längst noch nicht überwunden ist, zuerst die Schlechtere: Maßstab im Arbeitsleben werden die Zustände der Arbeitszuhälter. Die Bessere und meines Erachtens wahrscheinlichere, der Zeitarbeitsstrich wird auf das Minimum wieder reduziert und in die Schmuddelecke zurückgedrängt, wie in der Vor-Clement-Zeit. Das ganz einfach aus der Tatsache heraus, daß zum einen die Arbeitszuhälter sich im Verhalten zu ungehemmt ihren Kollegen vom Rotlichtmilliö angenähert haben, zum anderen, weil zu offenkundig die Mogelpackung, "das Jobwunder Zeitarbeit" zusammengebrochen ist.
Ein Zurück in die Vor-Clement-Zeit ist nur möglich mit starken Gewerkschaften. Die IG-Metall ist dazu bereit. Und ich bin dabei.