Von Andreas E. am 10. Juni 2009 auf Trottelbot
Nun ist es amtlich - Arcandor stößt Karstadt/Hertie wohl demnächst an Metro ab, bevor dann ganz groß Insolvenz gefeiert wird, weil die Familie Schickedanz und die Sal Oppenheimer-Bank sich total an der Börse verzockt haben. Oder war es nicht die Börse, sondern die Arbeitnehmer?
Fest steht mittlerweile: Arcandor war ein großer und fett gefressener Riese, der sich nicht beherrschen konnte. Und dort, wo keine Selbstbeherrschung vorhanden ist, feiert normalerweise die Unfähigkeit fröhliche Urständ.
Leider ist es nun schädlich für das deutsche Volksgut (sprich Arbeitnehmer), das hierbei nun ungefähr 58.000 Arbeitsplätze dem Gewinnstreben einer Handvoll gieriger Aktionäre geopfert werden. Dabei ist klar, das Karstadt prinzipiell gar nicht Pleite ist - nur sind die Besitzer zu geizig, Teile ihres Vermögens in das Unternehmen zu reinvestieren.
Quasi das gleiche Problem, das auch die geldgierige Frau Schaeffler erwischte, die sich, trotz eines € 6 Mrd.-Vermögens außer Stande sieht, sich nach der verpfuschten Continental-Übernahme, Teile dieses Vermögens ins Unternehmen zurück zu führen.
Hier war der Geiz Vater und auch Mutter des Gedankens. Geizige Chefs bezahlen Hungerlöhne für anständige Arbeit. Geizige Chefs invenstieren auch kein Geld in bessere Arbeitsmaschinen oder gar in Nachwuchs. Geizige Chefs hinterziehen Steuern in Liechtenstein (wie es Herr Zumwinkel vormachte) oder treiben die Abschreibungen so hoch, daß sie praktisch steuerfrei arbeiten können.
Aber wenn es darum geht, selbst verzocktes Firmenvermögen durch Eigenkapital wieder aufzustocken, ist nicht die notwendige Intelligenz da, die Insolvenz mit eigenem Vermögen wieder auszugleichen. Nein, hier verblendet der Geiz dann vollends.
Karstadt aka Arcandor gehört nicht gerettet, sondern in die Insolvenz getrieben. Genauso wie Opel (was die Opelaner, die hier mitlesen unter Garantie nicht gerne hören werden) oder wie die Schaeffler-Gruppe. Alle diese Firmen sind Opfer des Geizes des Managments. Opfer sind die normalen Arbeiter, deren Anstand nach wie vor hoch genug ist, um sich nicht an ihren Chefs gütlich zu halten.
Die Karstadt-Pleite ist gewollt - vom Finanzmarkt. Und wenn nun tatsächlich die Metro-Gruppe Arcandor so weit schluckt, entsteht ein neuer Monopolist, wie ihn eigentlich das Bundeskartellamt untersagen müßte. Opfer wird es also in jedem Fall geben. Selbst dann, wenn Metro bereit wäre, mit einem zinslosen Kredit auszuhelfen, sollte es mit der Übernahme nicht gelingen. Der Untergang der Karstadt-Gruppe zeugt eigentlich nur davon, das in Reichtum geboren nicht unbedingt ein Zeichen dafür ist, auch die notwendige Intelligenz zu besitzen, um diesen Reichtum dann später auch zu behalten.
Wenn die Bundesregierung hier wirklich eingreifen will, sollte sie die Familie Schickedanz, sowie die Sal Oppenheimer-Bank in ihren Anteilen bei Arcandor enteignen, vollständig. Nur so kann der Staat nämlich dann als Retter fungieren, wenn die Gründerfamilien des Pleitebetriebes keinerlei Anteile mehr an diesem Vermögen besitzen - aber weiterhin für den angerichteten Schaden haftbar sind.
Prost Mahlzeit!
Ordnungspolitik nach Gutsherrenart
http://www.weissgarnix.de/?p=2353
In einer Diktatur des Kapitals würde man nicht enteignen.
Mal abwarten in welcher Gesellschaftsform wir leben?!