Mit dieser Karikatur hat der
Bürger-Herold die Sache auf den Punkt gebracht. Das Kerlchen ist erbost, dass seine Partei so bescheiden abgeschnitten hat. Anstatt nach den Gründen zu fragen, weshalb die Wähler ihn und die anderen Politclowns nicht wollen, betreibt er Wählerbeschimpfung und will die Wähler für ihr "ungebührliches" Verhalten bestrafen, als ob die mit Politikern wie ihm, nicht bestraft genug wären.
Um diese Weltsicht des Herrn
Jörn Thießen auch nur ansatzweise begreifen zu können, muss man sich ein wenig mit seinem Werdegang beschäftigen.
Nach dem Abitur 1981 an der Kaiser-Karl-Schule in Itzehoe absolvierte Thießen ein Studium der Evangelischen Theologie, der Germanistik und der Geschichte der Medizin in Kiel und Berlin, welches er 1992 mit dem ersten theologischen Examen beendete. Neben dem Studium war Thießen von 1985 bis 1987 Mitarbeiter der SPD-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein und im Abgeordnetenbüro des damaligen Oppositionsführers Björn Engholm. Nach der Wahl von Engholm zum Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein war Thießen von 1988 bis 1992 dessen persönlicher Referent und stellvertretender Büroleiter.
Von 1992 bis 1994 war Thießen Assistent am Institut für Systematische Theologie an der Christian-Albrechts-Universität Kiel und leistete gleichzeitig sein Vikariat in Hamburg-Bahrenfeld ab. 1994 erfolgte dann nach seinem Examen die Ordination zum Pastor.
1997 wurde Thießen Mitarbeiter im Abgeordnetenbüro des damaligen Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Rudolf Scharping. Nachdem Scharping nach der Bundestagswahl 1998 zum Bundesminister der Verteidigung ernannt worden war, wurde Thießen zunächst sein persönlicher Referent und übernahm später auch die Leitung des Ministerbüros. Nach der Entlassung von Rudolf Scharping im Juli 2002 schied auch Thießen aus dem Verteidigungsministerium aus. Von 2002 bis 2005 war er Direktor und Professor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr.
Dann wurde er 2005 über die Landesliste in den Bundestag gehievt. Dazu muss man wissen, dass sein Vorgänger den Wahlkreis 003 Steinburg - Dithmarschen Süd noch gewonnen hatte. Bei seinem ersten Antritt zu einer Wahl, vergeigte er diese. Das ist schon ein Trauma, dass ihm die Wähler da beigebracht haben.
Evangelischen Theologie, Germanistik und Geschichte der Medizin sind Studienfächer die natürlich hervorragend zusammenpassen und so richtig einen Sinn ergeben. Wenn man Berufspolitiker oder doch politischer Beamter werden will. Im Grunde genommen hat er alles richtig gemacht um nie ernsthaft arbeiten oder Verantwortung übernehmen zu müssen. Ein typischer Parteisoldat.
Mit Engholm und Scharping hat er zweimal auf den Verlierer gesetzt und musste eine Auszeit nehmen, die ihn dann aber sofort wieder ins System zurückbrachte. Nein, es lohnt sich nicht, die Frage zu stellen, was ihn dazu befähigte an der Bundeswehrhochschule ein sozialwissenschaftliches Institut zu leiten. Ein Druckposten für den Übergang. Nicht mehr. Findet man bei vielen Politikern und muss auch nicht verstanden werden.
Wenn man böse, wie Duckhome es nun einmal ist, subsumiert, dann ergibt sich unter dem Strich ein Leben an den Futtertrögen der Politik. Ernsthafte Arbeit, wie z.B. die einer Sachbearbeiterin an einem Verkehrsamt, die eines Straßenfegers oder gar Baggerführers kommt in dieser Karriere nicht vor. Es ist ein Leben in völliger Abgehobenheit von der Realität. Ein Leben in der Kaste der Politiker.
Deshalb fordert er auch aus vollem Herzen die Bestrafung von Nichtwählern. In seiner Art des Denkens muss die Politik gut sein, weil er sich selbst auch als gut ansieht. Sein Weltbild kann nicht zulassen, dass er und seine Mitpolitiker als der Abschaum gesehen werden, der sie für den Normalbürger sind. Das, was an jeder Ladenkasse zu hören ist, dass man dieses Pack aufhängen oder totschlagen solle, kommt ja gar nicht bis in seine Welt. Natürlich sind derartige Ansichten falsch, aber das ist Volkes Stimme.
Er kann auch nicht begreifen, dass die meisten Menschen es für völlig egal halten, ob sie wählen gehen oder nicht. Egal ob sie Thießen wählen oder nicht. Sie bekommen ihn über die Landesliste. Niemand kann mit seiner Stimme Thießen verhindern. Den einzigen Gott den Thießen noch fürchten muss, ist der Parteivorstand und diesem Gott wird er nicht widersprechen. Er bleibt im Mandat solange er brav das abnickt, was der Parteivorstand will.
Wenn aber die Wahlen keine Wahl sind, sondern das Ergebnis im Prinzip von Anfang an fest steht, wie erklärt man den Menschen dann, dass sie wählen gehen müssen, damit Leute wie Thießen nicht ertragen müssen, dass die Partei der Nichtwähler die stärkste Partei in diesem Land ist und ihm und anderen sagt, dass sie niemand will. Um gegen diesen Hass der ihm da entgegenschlägt vorzugehen, will er die
Wahlpflicht einführen.
Als Medizinhistoriker und Theologe muss er nicht wissen, dass diese Wahlpflicht auf deutschem Boden zuletzt von den Nazis und der DDR eingeführt wurde. Nein er ist kein Nazi, er ist deutscher Politiker und die haben weder ein Geschichts- noch sein sonstiges Bewusstsein. Tatsächlich denkt er aber genau in diesen totalitären Gedanklinien. Wer die Leute zur Wahl zwingen hat, kann verhindern, dass sie ihm durch Nichtbeteiligung in den Arsch treten. Darum geht es. Die Wahrheit verschleiern.
Im nächsten Schritt gibt es dann Wahlen wie in der DDR. Man braucht keine Wahlkabinen mehr, man muss den Zettel einfach nur noch falten, was im DDR-Jargon kniffen hieß. Thießen ist nicht intelligent genug um seinen eigenen Vorschlag und dessen Folgen in Deutschland zu kapieren. Deshalb ist er nicht zu verurteilen. Er ist halt nur ein Politiker. Die sind eben zu nichts zu gebrauchen.
Es stellt sich allerdings die Frage, ob solche Leute in ein Parlament oder doch eher in ein Projekt für betreutes Wohnen gehören.
Gestern hörte ich übrigens das Thießen eine Frühform von Wiefelspütz sei. Ich glaube, dass kommt hin.
Ach ja. Bevor ich es vergesse.
F!XMBR fordert die Politiker nach der Wahlbeteiligung zu bezahlen. Das ist eine gute Idee. Würde man sie nach Leistung bezahlen, müssten sie jeden Tag mehrere Kieslaster voll Geld mitbringen.
Mit dieser Wahlpflicht, verschwände die SPD ganz schnell in der Bedeutungslosigkeit. Und die CDU würde ihr nacheifern.
Ganz sicher.
zumindest nicht a priori, sondern hörensagen.
Der Herr Thießen empört, sicher. Sein ehemaliger Dienstherr Scharping hat als 'Verteidigungsminister' seine Kriegstreiberei verteidigt, und dabei noch geschwindelt, u.a. detailiert nachzulesen in Jürgen Elsässers Kriegslügen. Bei BriefwählerInnen wird ehedem geprüft, ob sie zum Zeitpunkt der Wahl überhaupt wählen dürfen, von dort ist es ein kurzer Weg, sich generell einen Überblick über das Wahlverhalten von jedem zu verschaffen. Namen braucht's da garnicht, das wird dann mittels der Abstimmbezirke und individuell zugeordneter Nummern gemacht, und, um zu ermitteln, wer, wie viele nicht wollten...
Die, die sich damals, vor der Annexion, geschlossen zur Wahl stellten, begründeten wenigstens noch, warum sie in einem Bezirk mit Anzahl der BewohnerInnen in Höhe von 'x' nur so und soviele FriseurInnenbetriebe zugelassen haben. Stichworte: Mindestlöhne, Qualität.