Die Bayern sind immer wieder herrlich. Solange gefährliche Dinge nicht auf bayrischem Gebiet getestet oder durchgeführt werden, sind sie ständig dafür. Das
St. Florians Prinzip ist eine der wohl typischsten bayrischen Eigenheiten. Sehr schön zeigt uns dies wieder einmal
der Herr Ramsauer von der CSU.
CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer verwies auf Bedenken von Bauern und offene eigentumsrechtliche Fragen. Auch sei es mitnichten so, dass die möglichen Gebiete zur Verpressung von CO2 nur im Norden lägen. Ramsauer, der sich grundsätzlich als Anhänger der sogenannten CCS-Technologie bezeichnete, verwies darauf, dass die CSU bei den Bauern mühsam wieder Vertrauen aufgebaut habe, das man nicht wieder «einreißen» wolle.
Wenigstens ist er ehrlich der Herr Ramsauer. Wenn die Verpressungsgebiete für CO2 alle nur im Norden, also außerhalb Bayerns liegen würden, dann wäre Herr Ramsauer natürlich für die Verpressung. Heiliger St. Florian, verschon mein Haus, zünd andere an. Die niedersächsischen oder mecklenburgischen Bauern interessieren ja nicht. Von Interesse sind nur die Bayern und der Weg auf dem die CSU die meisten Wähler für sich sichern kann. Verantwortung für Deutschland ist wie immer bei der CSU absolute Fehlanzeige.
Tatsächlich gibt es natürlich eine Reihe von guten Gründen, die gegen eine übereilte Einführung der
CO₂-Sequestrierung wie die Deponierung von Kohlenstoffdioxid (CO2) offiziell bezeichnet wird, sprechen. Grundsätzlich ist Carbon Capture und Storage (CSS), eine gute Idee, aber niemand hat bisher auch nur annähernd über die möglichen Folgen geforscht.
Zur Zeit geht es immer nur um eine Deponierung in tiefen unterirdischen Schichten, die aber eben nicht unumstritten ist, während die Bindung und oberflächige Lagerung in Karbonaten kaum ein Thema sind.
Von den meisten Forschern auf dem Gebiet der CO2-Sequestrierung wird eine Lagerung in tiefen Sedimentschichten, deren Poren mit Salzwasser gefüllt sind, favorisiert. Ab ca. 800 m Teufe treten Drücke auf, bei denen das eingebrachte CO2 optimal verdichtet ist. Damit ein erneutes Zutagetreten des Kohlenstoffdioxids praktisch ausgeschlossen ist, müssen diese Schichten durch eine undurchlässige Deckschicht abgedeckt sein. Durch den dort herrschenden Druck besitzt das CO2 eine etwa so große Dichte wie das Salzwasser, wodurch es dieses aus den Poren verdrängen kann.
Bei der Nutzung tiefer Aquifere steht die Sequestrierung allerdings im Wettbewerb mit anderen Nutzungen, beispielsweise der Nutzung dieser Aquifere zur nachhaltigen Stromerzeugung aus Geothermie. Fragen der Umweltschädlichkeit der Endlagerung großer Mengen von CO2 in Aquiferen sind noch nicht untersucht. Auch ist die Speicherfähigkeit deutscher Aquiferen begrenzt. Die etwa 20 Mrd. Tonnen Speicherkapazität entsprechen etwa den CO2-Emissionen des deutschen Kraftwerksparks während 30-60 Jahren [7]. Da in Deutschland die Deponierung von Abfällen grundsätzlich nicht gestattet ist, sind auch rechtliche Fragen noch zu klären.
Tatsächlich würde die Nutzung tiefer und auch mitteltiefer
Aquifere vermutlich einen erheblichen Einfluss auf die Gewinnung von Energie aus Thermalwasser haben und wahrscheinlich auch irgendwann das Trinkwasser beeinflussen. Die Dichtigkeit von Deckgebirgsschichten und die Bereitschaft zu einer ehrlichen Risikoprüfung hat das Beispiel Asse II sehr deutlich gemacht.
Solange Wissenschaftler so vorgehen, wie es die Helmholtz-Gemeinschaft in Asse getan hat, muss jede Betriebsgenehmigung versagt bleiben und ist ein Gesetz dafür auch nicht wünschenswert. Leider haben wir, gewollt, auf eine gekaufte Wissenschaft gesetzt und jetzt das Problem, dass wir die Wahrheit nicht mehr erfahren können, weil unsere Wissenschaftler zu Interessenvertretern der Industrie und des Großkapitals mutiert sind.
Eine unterirdische Lagerung die einem Versteckspiel gleicht, oder dem hilflosen Hände vor das Gesicht halten, das Kindern eigen ist, die dadurch hoffen nicht gesehen zu werden, weil sie selber nichts sehen, ist eine fatale Lösung. Besser ist es, die Karbonatbindung zu versuchen, oder CO2 gegen das Methan in Kohleflözen, die sich nicht für einen Abbau eignen, auszutauschen und dabei auch noch das Methan zur Energiegewinnung zu nutzen.
All dies sind Möglichkeiten die noch viel Forschung erfordern. Aber genau diese Forschung verlangen die Bayern um Ramsauer nicht. Sie wollen nur, dass nicht auf bayrischem Gebiet eingelagert wird. Typisch unfair, wie es nur die Bayern in Deutschland sind.