Die schweigende rechte Mehrheit
Von Andreas E. am 15. Juni 2009 auf Trottelbot
Allmählich komme ich mir hier vor, als sei ich der Autor eines Watchblog gegen die rechtsdrehende Szene in Deutschland. Vor einigen Tagen stieß ich bei einer altbekannten Quelle auf einen Text, der mich persönlich nicht sehr überraschte. Immerhin sind dort Verfassungsfeinde am Werke - und sie entblöden sich nicht, unter Beweis zu stellen, daß sie keine PISA-Veranstaltung für sich entscheiden könnten. Nicht einmal im Vergleich mit den ach so viel gescholtenen Migranten.
In dem Artikel, der mir Übel aufstieß, wurde wieder einmal ganz gezielt gegen die linke Kraft in diesem Staat gehetzt. Ironischerweise jedoch gegen die Jugendorganisation des aktuellen Koalitionspartners in Berlin. Anscheinend haben die Blogautoren, so verstrahlt sie auch sein mögen, keinerlei Cojones, um den Feind direkt anzugehen. Statt dessen verbeißen sie sich, ganz wie ein tollwütiger Hund, in die Jugendorganisation der ASPD. Ja, die JuSo’s sind für Überraschungen gut. Und nachfolgender Absatz des in Frage kommenden Artikels fiel mir besonders ins Auge (weil er der einzige Teil des Artikels war, der nicht vor Polemik strotzte):
Ein weiterer Antrag auf dem Bundeskongress der Jugendorganisation der SPD, der Jungsozialisten (Jusos), gibt dem NS-Komplex der Partei eine Form. Nachdem sie auf ihrem Kongress den Bund der Vertriebenen (BdV) als “NS-Hilfsorganisation” bezeichnet hatten, forderten die Jungsozialisten zum Kampf gegen studentische Verbindungen auf, da der Dachverband der Deutschen Burschenschaften “von der rechtsextremen Burschenschaftlichen Gemeinschaft dominiert” und diese “Vorfeldorganisationen der rechtsextremen Szene” seien. Zudem verfügen diese Verbindungen laut Jusos über ein “eindeutig biologistisch, völkisch, großdeutsch und patriarchalisch” ausgerichtetes Weltbild. “Deshalb bekämpfen wir Jusos burschenschaftliches Gedankengut und Organisationen an den Hochschulen.”
Ich bin weder ein sonderlicher Freund der ASPD, noch der JuSo’s, aber noch weniger einer Freund der Burschenschaften. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, das es zwischen dem Themen ‘Weikersheim’ und ‘Burschenschaften’ durchaus Querverbindungen gibt, von denen die Parteibasis der NSDAP-Nachfolgepartei nichts wissen will. Zuviel bekannte Wahrheit kann auch weh tun. (Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob besagter Blogautor nicht täglich vor Schmerzen heult, bei dem Müll, den er da täglich verbricht.)
Nun verhält es sich jedoch so, das die meisten (mir bekannten) Burschenschaften einen sehr guten Draht sowohl zur bundesdeutschen CDU (aka NSDAP-Nachfolgepartei), als auch zur braunen Pest mit dem Namen NPD unterhält. Dabei ist es unabhängig davon, ob wir es mit einer schlagenden Burschenschaft oder mit einer Saufkompanie zu tun haben.
Hier, unweit meines Wohnortes gibt es im Bereich der Universität einige Burschenschaften, von denen öffentlich bekannt ist, daß sie entsprechende Kontakte und Querverbindungen aufweisen. Jedoch sieht sich die Stadtparlamentskoalition außer Stande etwas dagegen zu unternehmen. Immerhin fallen die Burschenschafter nur dann negativ auf, wenn mal wieder Heiner-Fest oder eine andere größere Festivität ansteht. Oder auch die riesige Abifeier am Stadtschloß, bei der es in jedem Jahr zu einigen Opfern übermäßigen Alkoholkonsums kommt. Entweder durch eben jenen Alkohol, oder aber durch die nach dem Gelage statt findeten Prügeleien zwischen verfeindeten Burschenschaften. Inzwischen sind die damit im Zusammenhang stehenden Messerstechereien geringer geworden, aber hin und wieder wird ein migrantiler Mitbürger schon schwer verletzt. (Und diese Fälle werden nicht als ausländerfeindlich Übergriffe in die Statistik aufgenommen, sondern nur als Unfälle bei Festivitäten.)
Man muß aber auch wissen, das der Befürworter des rechten Randes im hessischen Landtag, Herr Christean Wagner, sehr gute Verbindungen zu einigen schlagenden Burschenschaften in Darmstadt unterhält. Immerhin kommt er von dort und ist auch bei einer Mitglied, obwohl er aus seiner Mitgliedschaft eher ein größeres Geheimnis macht.
Sind einem solche Fakten bekannt, kann man natürlich verstehen, warum die Bundes-JuSo’s mit einem Mal wollen, das Burschenschaften wieder verboten werden. Wer die Geschichte kennt, wiederholt nicht die Fehler der Vergangenheit - heißt es. An dieser Stelle zu behaupten, das die hessischen Burschenschaften, die sich vermehrt im Studentenmilieu ihre Opfer (und auch Täter) suchen, gamz harmlose Vereinigungen sind, wäre eine offenkundige Falschdarstellung.
So betreibt eine dieser Burschenschaften in Egelsbach eine eigene Segelflug- und Fallschirmspringertruppe. Wie man aus dem Umfeld der Universität vernehmen kann, gibt es im Zusammenhang mit jener Burschenschaft einige merkwürdige, jedoch zum Glück nicht tödliche, Unfälle mit Neumitgliedern. Das wegen dieser Unfälle mehr Semester gebraucht wurden, das Studium abzuschließen, läßt die hessische CDU unter den Tisch fallen, da sie nicht erkennen lassen möchte, daß es eben jene Mehrsemester der eigenen Leute waren, die hier die kurzzeitige Einführung der Studiengebühren unumgänglich machten. Obwohl ja eigentlich die betroffene Universität für den Schaden hätte gerade stehen müssen - zusammen mit der Burschenschaft, die daran beteiligt war.
Ich plädiere hier genauso, wie es die JuSo’s tun, für ein generelles Verbot von deutschen oder internationalen Burschenschaften. Diese zum Teil sehr rechtsnational eingestellten Gruppierungen haben in einem gesunden Universitätsbetrieb nichts zu suchen. Wie auch bereits ausgesagt, gibt es eindeutige Hinweise (und auch Fakten), die darauf hinweisen, das zumindest hier in Darmstadt mit den Odenwäldern NPDlern sehr oft gemeinsame Sache gemacht wird. Und ich spreche hier nicht von gemeinsamen Saufgelagen, sondern auch zu den Fenstereinwurfaktionen bei linken Organisationen oder Ortsgruppen im Stadtgebiet. Deren Treffpunkte werden systematisch terrorisiert - von Burschenschaftern, denen man nicht nachweisen kann, das sie Sympathisanten oder gar Mitglieder der hessischen NPD sind. (Viele davon führen auch offiziell noch zusätzlich ein schwarzes Parteibuch der CDU mit sich, damit die Polizei sie automatisch laufen läßt [was hin und wieder auch bei sympathisierenden Polizisten geschieht]).
Fakt ist, wenn sich nun ein angebliches CDU-Blog (den ich mittlerweile in die gleiche Kategorie wie kewils Schmiereien oder PI einordne) auf die Seite von rechtsnationalen Burschenschaften schlägt, scheint meine tendenzielle Meinung von der NSDAP-Nachfolgepartei wohl richtig zu sein. Hier sind eindeutig Faschisten am Werk, die mit einer Augenwischerei versuchen, bei denen, noch nicht geistig verdrehten, Parteimitgliedern Werbung für ihr faschistisches Tun zu machen.
Man darf also gespannt sein, wie die schweigende rechte Mehrheit im Land diesen Vorstoß dieser angeblichen Parteibasisleute letztlich von der Basis aufgenommen wird. Lustig in dem Zusammenhang ist nur, das wohl auch mittlerweile viele CDU-Mitglieder zu begreifen scheinen, das sie Mitglieder in der NDSAP-Nachfolgepartei sind (bei der Europawahl gingen immerhin stolze 6% an Stimmen allein auf deutschem Grund verloren). Und dies bedeutet, das nicht jeder Konservative per se als späterer NAZI-Parteigänger zu verurteilen ist. Jedoch sollte man die Macher jenes Drecksblogs eindeutig kalt stellen, da die Verdrehungen und Lügen, die dort zu lesen sind, nicht nur wider den guten Geschmack gehen, sondern auch aufzeigen, wie es diese Partei mit der Ehrlichkeit hält. Zumindest kann sie jetzt nicht mehr abstreiten, dies alles der ASPD beigebracht zu haben. Das deren Jugendorganisation sich eben nicht unterwandern läßt, zeigt deren offener Protest gegen die Burschenschaften.
Wir können gespannt sein. Der Kamf gegen den rechten Sumpf hat gerade erst begonnen. Als weitere Information kann man auch offen zugeben, wenn man schon so ein Blog betreibt, das es die eigenen Leute sind, die bei friedlichen Demonstrationen den gewaltbereiten schwarzen Block stellen. Immerhin sind die Mehrzahl der Verhafteten entweder Mitglieder in einer Burschenschaft (was sehr tief blicken läßt) oder eingetragene NPD-Mitglieder. (Auch darüber gibt es Quellen.)




















Sie scheinen hier einiges durcheinander zu werfen:
- Die AK Flieg hat keine Fallschirmgruppe - vor allem keine FallschirmTruppe.
- Es gibt in Darmstadt keine verfeindeten Burschenschaften, die sich (öffentlich oder nicht öffentlich) prügeln. Das ist völlig unakademisch und widerspricht unserem Selbstverständnis.
Oder meinen sie die Kirmes-Burschenschaften der Ortsteile? Die haben dann aber wieder nichts mit der TUD zu tun, dazu kann ich auch nichts sagen.
- Die Burschenschaften in Darmstadt sind nicht rechtsextrem. Sie können an jedem Haus klingeln und fragen. Wir geben ihnen (und allen anderen Interessierten) gerne ehrlich Auskunft. Wir sind konservativ und verfassungstreu.
Nehmen Sie die Einladung bitte an! Zu meinen Quellen: Ich bin Darmstädter Burschenschafter und somit Insider. Ihre Quellen halte ich für nicht stichhaltig; die gesamte Darmstädter Korporationsszene schüttelt verwundert den Kopf über Ihre streckenweise paranoid anmutenden Anschuldigungen. Tragen Sie doch bitte auch etwas zur Klärung Ihrer seltsamen Verschwörungstheorie bei - wenn Sie schon nichts belegen können.
Vielen Dank,
Uli Tramiz