Natürlich wäre es für Sachsen und Bayern grausam, wenn die Quelle Mitarbeiter ihren Job verlieren. Für die Arbeitnehmer und ihre Familien wäre es ein Drama. Die CDU bzw. die CSU könnten für die Bundestagswahl stimmen verlieren. Aber rechtfertigt das, dass 50 Millionen im ersten Atemzug verbrannt werden. Wohl kaum. Dabei sah alles doch schon so gut aus. Bayern hat Berlin bewusst missverstanden und Hilbers hatte ja schon am Freitag, ohne wirklich über Geld zu verfügen den neuen Quellekatalog bestellt.
Unter normalen Kaufleuten nennt man so etwas einen Eingehungsbetrug, weil aufgrund der wirtschaftlichen Lage schon ersichtlich war, dass der Katalog vermutlich nicht bezahlt werden kann. Das muss also auch dem Auftragnehmer, der Bertelsmann-Tochter Prinovis bekannt gewesen sein. Aber der Springer Konzern der an dem Unternehmen mit 25,1 Prozent der Anteile hat ja schon im vorigen Jahr 60 Millionen Euro auf diese Beteiligung abgeschrieben.
Rechnet man Bertelsmann die gleiche Abschreibung zu, so hat der deutsche Steuerzahler bereits im vergangenen Jahr rund 240 Millionen für Prinovis opfern dürfen. Denn Abschreibungen sind nichts anderes als Verkürzungen der eigenen Steuerlast. Die Allgemeinheit bekommt also weniger Steuern, als sie bekommen hätte, wäre in dem Unternehmen ordentlich gewirtschaftet worden.
Deshalb verwundert es jetzt ein wenig, dass es nicht einmal einen Massekredit für Quelle gibt. Denn von den fünfzig Millionen die dafür im Gespräch sind, gehen wohl um die 20 - 30 Millionen für den Katalogdruck drauf. Wenn Prinovis die nicht von Quelle bekommt, dann schreiben die Inhaber eben diese Summe ab. Vermutlich machen sie eh beides.
Interessant ist das Treiben des Ministers Guttenberg. Seine Taktik ist nicht zu begreifen. Auf die 50 Millionen kommt es in diesen Tagen doch gar nicht mehr an. Auf dieser Welt wird doch gar nicht mehr in Millionen gedacht. Da geht es nur noch um Milliarden. Warum also ist der Freiherr der gar nicht so frei zu sein scheint, dann so kleinlich. Ist Quelle nicht einmal bis zur Bundestagswahl zu retten? Will er den Seehofer in die Wüste schicken und selbst als bayrischer Regierungschef sich aus dem Berliner Chaos retten?
Mal im Ernst. Wer möchte in der nächsten Legislaturperiode schon Wirtschaftsminister in Berlin sein. Höchstens ein Masochist. Der Fall der Weltwirtschaft wird tiefer sein als bei der großen Depression. Genau wie damals gibt es immer mal wieder ein paar Zwischenerholungen, aber nichts grundsätzlich neues. Selbst wenn dann irgendwann die nächste Aufschwungphase beginnt, wird sie quälend langsam sein und auch bei der nächsten Bundestagswahl keine Freude machen.
Der Freiherr von und zu Guttenberg, wäre gut beraten sich in die bayrische Heimat zurückzuziehen, wo die Uhren und die Geister bekanntermaßen noch völlig anders ticken. Die Industrie in Bayern ist ja schon seit langem praktisch ausgestorben und da kann er dann hoffen zu überwintern ohne mit Angela Merkel in den Abgrund gezogen zu werden.
Vor allem kann er immer mit Recht darauf verweisen, dass die Hilfen ja eh nichts gebracht hätten. Mit etwas Pech explodiert der Frau Merkel und dem Herrn Koch nämlich auch noch Opel unter den Händen, bevor es zur Bundestagswahl kommt. Wie die WAZ berichtet und wie es auch von Seiten Opels bestätigt wird, verliert Opel täglich zwischen 5 und 6 Millionen Euro. Das ist mehr als geplant.
So reichen die 1,5 Milliarden vom Steuerzahler vermutlich nicht einmal bis zur Wahl. Da sich der Fehlbetrag aber auch ständig erhöht, könnte schon Mitte August das Totenglöckchen läuten. Wie megapeinlich das wäre, könnte man dann sicher auch am Wahlergebnis ablesen. Man müsste also zügig die Beihilfe erhöhen, steht sich aber dabei selbst im Wege. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich die Herrschaften da heraus winden.
Vermutlich werden sie einfach lügen und betrügen. Das können sie ja alle sehr gut.
Abschreibungen führen zu Aufwand, der den Gewinn schmälert. Ohne Aufwand also höherer Gewinn - insofern auch höhere Steuern. Soweit so gut. Jedoch bedeuten 240 Millionen Abschreibungen nicht, dass dem Steuerzahler 240 Millionen verloren gegangen sind.
Zum einen wird nur ein Teil des Gewinns als Steuer ans Finanzamt abgeführt. Zum anderen fallen die heuer gemachten Abschreibungen dann ja nicht in den kommenden Jahren an, so dass dort dann der Gewinn entsprechend höher ausfällt und versteuert werden kann.
Macht Karl Kapital genau das gleiche, schreibt er den Verlust ab und verrechnet ihn mit Gewinnen.
Karl Kapital lässt also die Allgemeinheit für seine Dummheit zahlen, während Otto Arbeiter nicht nur für seine Dummheit zahlen muss, sondern anteilig noch für die von Karl Kapital aufkommen muss, weil die Steuern die Karl Kapital nicht zahlt ja von Otto Arbeiter und seinen Kollegen bezahlt werden müssen.
Solange immaterielle Güter und Luxus sowie Dämlichkeit abgeschrieben werden können, ist Abschreibung ein Systemfehler.
>Nach Angaben von Görgs Beauftragtem Hans-Gerd Jauch verfügt Quelle über umfangreiche Werte wie unbezahlte Ware. Den erzielbaren Liquidationserlös schätzt Görg auf 72 Millionen Euro. "Damit sollte die Masse für 50 Millionen Euro Kredit auf jeden Fall ausreichen", sagte Jauch der "Financial Times Deutschland".
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,632781,00.html
Und die Mitarbeiter sind über den Pensionsfond sogar Ihr eigener Gläubiger! Die haben sogar eine Bank ... Valovis wo das Kundengeld zur Zeit eingeht, weswegen Quelle trotz Verkäufen kein Kundengeld mehr bekommt, aber da sollte doch Geld kein Problem sein
http://www.faz.net/s/Rub6099194AC2F24A61BD837672B9F8CC8E/Doc~E43058160BC9E411B8F6B0ADA8637CCA3~ATpl~Ecommon~Scontent.html