Es muss für einen Linken wie Ottmar Schreiner schon verdammt schwer sein, in der jetzigen SPD zu sein, die ja nichts mehr mit Sozial und nur ganz, ganz wenig mit Demokratie zu tun hat. Wenn er dann auch noch den Zustand kommentieren soll, ohne loszuheulen, dann kommt so etwas dabei heraus:
sueddeutsche.de: Herr Schreiner, Ihre Partei hat jetzt wieder ein prominentes Mitglied verloren. Leo Stefan Schmitt, früher in der Saar-SPD und bis Sonntag Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion in Sachsen, wechselt zur Linkspartei.
Ottmar Schreiner: Die SPD kann und wird den Verlust verkraften.
sueddeutsche.de: Ob Rente mit 67, Unternehmenssteuerreform oder Hartz IV - mehrheitlich wollen die Mitglieder Ihrer Partei eine andere Politik als die SPD-Führung in der Großen Koalition. Wie lange geht das noch gut?
Schreiner: Es ist ja nicht so, dass nur die SPD von ihren Anhängern offenkundig nicht mehr begriffen wird. Das scheint der CDU ja ähnlich zu gehen.
Natürlich kann die SPD jeden Verlust verkraften und der Weggang von Schmitt ist natürlich kein Signal. Es ist ein Einzelfall, wie die vielen anderen auch die schon vor ihm gegangen sind und noch nach ihm gegen werden. Lauter unbedeutende Einzelfälle, genau wie der Mitgliederschwund. Der Letzte macht dann das Licht aus.
Aber am traurigsten ist, das Ottmar Schreiner nicht begreift, das die CDU ihre Ziele, bzw. die von INSM und Mohn/Bertelsmann vorgegebenen Ziele, in dieser Koalition problemlos durchsetzt, weil Müntefering, Gabriel, Steinbrück und die gesamte Führungsriege alles tun, um an der Macht zu bleiben. Er versteht nicht, das Struck die Abgeordneten unterdrückt, um Macht zu erhalten, nicht um Politik zu gestalten, was die SPD ja schon seit Beginn der Schröder-Regierung nicht mehr getan hat.
Die SPD hat ihre Wähler verraten. Das ist der Grund für die Stärke der Linken. Die SPD wird ihre Wähler und alle Menschen in Deutschland weiter verraten und damit die Linken noch mehr stärken. Ich sehe eine SPD unter 19 Prozent und dann ist es wirklich egal, wer noch geht. Nur sollte Ottmar Schreiner den richtigen Zeitpunkt für seinen Absprung nicht verpassen. Er wird eigentlich, wenn er sich vom SPD-Sumpf befreien kann, noch dringend gebraucht. Er muss auch nicht treu zu Beck stehen. Beck versteht eh nichts, über Treue lacht er allerdings nur.



















