Der Gesellschafter einer GmbH sieht da schon viel schlechter aus, weil er unter bestimmten Dingen durchaus in die Haftung geraten kann. Da reichen häufig schon kleinste Fehler bei den Terminen für Sitzungen oder der Berufung oder Abberufung von Geschäftsführern aus, um aus der vermeintlich sicheren GmbH eine BGB Gesellschaft werden zu lassen, in der jeder mit allem haftet was er besitzt.
So hätten natürlich die Aktionäre der Dresdner Bank und der Commerzbank für den Schaden haften müssen, den sie durch mangelnde Überwachung der von ihnen angestellten Manager mit verursacht haben. Ebenso müssten die Bayer Aktionäre für die Toten haften, die, die Babypille Yasmin bereits jetzt erzeugt und die von CO-Pipeline vom Bayer-Werk Dormagen nach Krefeld-Uerdingen, aufgrund zu geringer Wandstärke und anderer Fehler, zweifellos kommen werden.
Tatsächlich wird aber niemand haften. Die sogenannten Kollateralschäden werden von Gerichten auf günstigste Art und Weise abgebügelt und ehrliche Rechter erzählen dann noch unter der Hand, dass man ja auch an die Arbeitsplätze denken müsste. Dass die Politik in gewohnter gekaufter Kumpanei auch nichts unternimmt, ist ebenfalls klar.
Tatsächlich ist das aber der falsche Ansatz. Natürlich dürfen die Arbeitsplätze nicht leiden, wenn Schäden entstehen. Firmen die ständig auf der Überholspur mit hohem Risiko für andere arbeiten, handeln in Deutschland immer nur auf das Risiko der Arbeitnehmer und der Steuerzahler. Dieser Punkt muss gedreht werden.
Sobald Strafen und Ausgleichszahlungen für Schäden nicht mehr als Aufwand durch die Bücher laufen, sondern von der Gemeinschaft der Aktionäre getragen werden muss, sehen die Dinge gleich völlig anders aus. Wenn diese Firmen Schulden haben, dürfen sie diese Strafen und Ausgleichszahlungen nicht einmal aus dem Gewinn bezahlen, weil ein Gewinn ja in Wirklichkeit nicht zur Verfügung steht. Sie müssen das Geld bei ihren Aktionären einsammeln.
Natürlich antworten die armen Aktionäre jetzt, dass sie doch gar keine Gewicht mit ihren Stimmen hätten. Das mag richtig sein. Um aus der Haftung herauszukommen, müssten sie aber dann wenigstens laut und deutlich erklären, dass sie bestimmte Entscheidungen nicht mittragen. Da dies aber vom Aufwand her kaum zu realisieren ist, bleibt nur der Ausstieg aus solchen Papieren.
Natürlich ist es übel, dass in Deutschland die meisten Aktien bei Banken und Versicherungen liegen und dazu noch die Banken meist die Stimmrechte für die in ihren Banken geführten Kundendepote erhalten. Wer aber sein Stimmrecht seiner Bank überträgt, übernimmt damit die Meinung seiner Bank und geht mit ihr in die Haftung. Vielleicht könnte er sich ja durch die Bank von seiner Haftung freistellen lassen.
Lustig wird es auch wenn die Aktionäre selber Aktiengesellschaften sind. Auch diese dürften Strafen und Ausgleichszahlungen nicht als Betriebsausgaben verbuchen und müssten sich das Geld letztendlich von ihren Aktionären holen. Sehr schnell würden die Kosten dann bei den menschlichen Aktionären landen und ein Schrei der Empörung ginge um die Welt.
Genau dieser Schrei der Empörung ist aber notwendig. Erst wenn die Aktionäre verstehen, dass sie auch über ihr eingesetztes Kapital und bis zu ihrem gesamten Vermögen dafür haften, was in ihrem Namen geschieht, wird klar, dass sich die Aktionäre kümmern müssen. Wenn sich die Aktionäre als verantwortungsvolle Unternehmer sehen, wird vieles von dem, was heute die Manager anstellen nicht mehr möglich sein.
Aktionäre in die Verantwortung zu nehmen bedeutet also die Wirtschaft insgesamt verantwortungsvoller zu machen. Und mal im Ernst. Was spricht dagegen, das Sal. Oppenheims Gesellschafter und frau Schickedanz und ihr Clan für die Schäden bei Arcandor und Opel aufkommen. Jeder andere der fahrlässig, oder wie man in Bezug auf die Mieten wohl auch annehmen kann seinen Besitz schädigt oder gefährdet, muss auch dafür aufkommen.
Gibt es wirklich einen Grund die Schäden bei Opel durch den Steuerzahler bezahlen zu lassen und nicht durch die Aktionäre. Die haben noch Dividenden eingestrichen als längst klar war, wohin die Reise geht. So bekommt das Großkapital immer noch Gewinne ausbezahlt, während den Arbeitnehmern der Lohn gekürzt wird. Das kann so nicht weiter gehen.
was ist eigentlich mit der Badenia AG, die mehrere Menschen durch Schrottimmobilien in den Suizid getrieben hat, unter anderem eine 24-jährige junge Frau. Hat die jemand dicht gemacht? Ist dort irgendjemand ins Gefängnis gewandert? Mussten Aktionäre dafür zahlen?
Hat irgendjemand sich für die Toten interessiert und deren Familien?
achne, sind ja nur Kollateralschäden - kann man nix machen.. so ein Pech auch