Die Valovis-Bank, die dem Pensionsfond der Arcandor Mitarbeiter gehört, hatte Quelle am Tag der Insolvenz von allen Einnahmen abgeschnitten und lässt bis heute keinen Geldfluss in Richtung Quelle zu. Damit kann natürlich kein Unternehmen überleben. Vermutlich wird die Valovis-Bank erst dann wieder Geld an Quelle weiterleiten, wenn alle Forderungen beglichen sind.
Ob Quelle so lange überleben kann, darf bezweifelt werden. Auf jeden Fall sollte sich das Quelle Management aber sofort von dieser Bank trennen. Sollen die ihre Forderungen doch abschreiben. Aber vermutlich handelt es sich um ein abgekartetes Spiel, bei dem die 50 Millionen von Bund und Ländern nur als Mitgift für die Besitzer von Arcandor durchgereicht werden sollten.
Das wäre aber äußert peinlich wenn sich noch vor der Bundestagswahl herausstellen sollte, das Seehofer und Merkel von den Gesellschaftern von Sal. Oppenheim und der Schickedanz Gruppe nur abgezockt wurden. Das könnte sich glatt auf das Wahlergebnis auswirken. Aber vermutlich wird es bald noch mehr Geld geben und der Katalog wird irgendwie fertig. Der Steuerzahler zahlt schon. Den fragt ja auch keiner.
Nun haben wir auch ein Gesetz über Bad Banks. Schlechte Banken hatten wir ja vorher schon. Aber nun gibt es die Dinger auch hochoffiziell. Das Ziel ist einfach. Die Bank lagert ihre Wertpapiere ohne Wert an eine eigene Bad Bank aus, wo sie zum Buchwert weitergeführt werden. Deshalb haben die Banken ja auch so vorsichtig abgeschrieben, weil sie es dann in der Bad Bank irgendwann gefahrlos tun dürfen. Bis dahin erhalten sie für den Wert, den sie selbst ihren wertlosen Wertpapieren zubilligen sogar noch Geld vom Steuerzahler.
Damit der deutsche Michel nicht vor Wut aufschreit oder die Regierung stürzt, wird natürlich versichert, dass auf den Steuerzahler keine Lasten zukommen. Das ganze finanziert sich also von selbst und wer es glaubt wird selig. Aber selbst Bundesfinanzminister Steinbrück, der letztendlich für den Unfug verantwortlich zeichnet, hat seine Zweifel.
Wenn die Banken auch nach den Bad Banks keine Kredite an die Wirtschaft ausreichen, dann will er andere Maßnahmen treffen, die er aber nicht näher bezeichnet. Vermutlich wird er dann öffentlich weinen. Aber ob das Weinen eines Oppositionspolitikers die Banken wirklich beeindruckt, bleibt offen. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Manfred Weber, freut sich über die 200 Milliarden, die den Banken so geschenkt werden und grinst fröhlich in die Runde. Aber auch er hat noch einige Sorgen. Nach der Wahl wird er die Hilfen für die Armen senken lassen, damit die, die Bankster nicht weiter belastet werden.
Auch Franz-Christoph Zeitler, der in der Bundesbank für die Bankenaufsicht zuständig ist, hat Sorgen. Er sorgt sich darum, dass die Ratingagenturen endlich ihre Pflicht tun könnten, und all die wertlosen Papierchen auf denen Banken und Anleger so herumsitzen, als den Junk bewerten könnten, der sie sind. Sobald man die Bonitität der Herausgeber von Papieren mit dem Papier zusammen bewertet, sieht die Welt ganz anders aus als bisher und die Blase könnte sehr schnell platzen. Angst hat Zeitler vor allem um den
deutschen Pfandbrief dessen Krise und Schwächen ja schon seit vorigem Jahr ein Thema auf Duckhome sind.
Zwei
Zahlen sind allerdings noch wichtiger. Zur Zeit soll 12 mal soviel Geld im Umlauf sein, wie es Waren und Dienstleistungen gibt und die Menge des Geldes das noch als Crashkapital in Blasen umherirrt soll 18.200 Milliarden Euro betragen. Diese beiden Zahlen tauchen in ähnlicher Form immer wieder auf und dürften wohl zutreffend sein.
Das bedeutet im Klartext, dass das weltweite Bankensystem pleite ist und dass die IKB wieder einmal mit 7 Milliarden Euro gestützt werden muss, ist dabei nur ein Indikator. Auch wenn Warren Buffet jetzt von
finanziellen Massenvernichtungswaffen der angelsächsischen Hochfinanz aus London und New York spricht und über einen Krieg gegen Europa und China spricht, so trifft das nicht den Kern der Dinge.
Das den 54 Billarden Dollar an realwirtschaftlichen Werten eine Geldmenge von 600 Billiarden gegenüber steht, ist keine kriegerische Entwicklung, sondern eine Folge der Gier. Da hat niemand mehr gefragt, welche realen Werte hinter den Optionen, Futures, Swaps und sonstigen Derivaten steckt und selbstverständlich waren und sind auch Derrivate auf Derrivate möglich.
Selbstverständlich wäre es einfach, sämtlichen Derrivatehandel ab einem bestimmten Zeitpunkt zu verbieten. Der 1. November 2009 wäre ein schönes Datum. Bis dahin müssten alle Derivate glatt gestellt werden. Vermutlich würden sich damit 100 Billiarden in Luft auflösen und es wäre nur noch zehn mal mehr Geld als Waren im Umlauf.
Natürlich wäre dann auch ein Großteil der Banken und institutionellen Anleger in großen Schwierigkeiten, die sich von den Schwierigkeiten die sie jetzt haben, aber deutlich dadurch unterschieden, dass sie in den Bilanzen sichtbar wären. Bei großer Offenheit, wäre auch große und langfristige Hilfe möglich.
Wird aber wie bisher weitergemacht, so erleben wir eine Deflation. Allerdings wird es eine seltsame Art der Deflation sein. Verbilligen werden sich sogenannte Kann-Güter, die man kaufen kann, aber eben nicht wirklich braucht. Bei diesen wird es zu einem rasanten Preisverfall kommen, der schlussendlich zum Konkurs von vielen Anbietern führen wird.
Bei den Muss-Gütern, wie Nahrung, einfache Kleidung und Energie werden wir steigende Preise und eine rasante Inflation erleben. Dazu gibt es eine sehr hohe Arbeitslosigkeit. Die USA gibt zur Zeit eine Arbeitslosigkeit von 9,5 Prozent zu, bei einer seriösen Rechenweise liegen sie schon über 20 Prozent. Auch Deutschland und die anderen Regierungen verstecken die wahren Arbeitslosenzahlen in einem Haufen von statistischen Tricks und Mogeleien. Für Deutschland ist zur Zeit von 12,5 Prozent Arbeitslosigkeit auszugehen. Tendenz stark steigend.
Verschärft wird diese Situation durch einen weltweit steigenden Protektionismus. WTO-Generaldirektor Pascal Lamy spricht in seinem dritten Protektionismusbericht davon, das alleine seit März 2009 83 neue Handelsbeschränkungen in Kraft getreten sind. Diese Situation wird sich bei steigenden Arbeitslosenzahlen noch deutlich erhöhen.
Alles in allem ist festzustellen, dass es noch viele Möglichkeiten zum Handeln gibt, diese aber von einer gekauften oder nicht interessierten Politik einfach liegen gelassen werden. In Deutschland haben die Menschen die Chance die Befürworter des verantwortungslosen Raubtierkapitalismus einfach nicht mehr zu wählen. CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne haben den Raubtierkapitalismus freigelassen und alle Zäune niedergerissen. Dafür müssen sie mit Abwahl bestraft werden.
Aber wenigstens weiß ich, wie das gekommen ist - so: http://www.moodway.de/2009/02/23/wie-viel-geld-willst-du-verdienen/
aber
Das Ohr riss sich vom Kopf und sprang auf den Tisch
verbeugte sich höflich und brav in die Runde
Jetzt hört Ihr einmal auf mich
sprach es, und lauscht meiner Kunde
Ihr labert, quatscht, plappert tagaus tagein
manche von Euch lassen es nicht mal im Schlafe sein
argumentiert, diskutiert, schwadroniert, paroliert
habt ihrs nur ein mal mit Schweigen probiert
Habt ihr nicht, aber ihr werdet es müssen
denn wir betten uns jetzt auf die Kissen
legen die Arbeit nieder und bleiben dort
hören ab sofort nie wieder ein Wort
Aber das wird euch wohl weiter nicht stören
da es ja eh nicht Eure Art ist aufeinander zu hören
so bleibt schließlich alles beim alten
und wir beschränken uns drauf Eure Brillen zu halten
http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/arcandor-betriebsrentner-sitzen-auf-dem-trocknen_aid_413699.html
Bei Mill*** vorhandenen Vermögen?
... da reichen die 50 Millionen "Massenkredit" noch nicht ganz aus, Hauptsache Karstadt zahlt weiter Miete
http://www.focus.de/finanzen/news/versand-der-neue-quelle-schock_aid_414515.html
Aufgenommen wird nur wer eine Mindestausbildungsquote erfüllt und nicht zuviel Umsatz macht (max. 100 Mio. pro Jahr als Hausnummer?).
Trotz Basel II und zu erwartenden Widerständen einer bestimmten Branche (eventuell Finanzbranche, aber nur eventuell) müßte es doch möglich sein bei 1% Leihgebühren und sagen wir mal 6% Verleihgebühren (gegenüber aktuell 9% bei "normalen" Finanzinstituten für Kleinkredite), hier ins Geschäft zu kommen?
Das müßte doch den Wirtschaftsminister, den Finanzminister und auch die Kanzlerin freuen, wenn mal ein frischer Wind um die Bankhochhäuser weht und die mittelständischen Firmen nicht pleite gehen, sondern gegen den Trend für Beschäftigung sorgen.
Hah! Das wäre doch eine super Vorlage für den Wahlkampf!
Hallo ludo vici,
ich glaube es wurde nicht nur in Deutschland noch viel zuwenig geredet, vor allem wir mit vielen anderen Leuten und die anderen Leute unter sich.
Die Prohibition in den 30er Jahren (Al Capone und so) wurde, so munkelt man, eingeführt, damit die amerikanischen Arbeiter während des kurzen Feierabends, den sie gerne in ihren Stammkneipen verbrachten, nicht zuviel über ihre Arbeit erzählten und was man alles besser machen könnte.
Dieses über Nacht hereingebrochene Rauchverbot in Europa (nachdem Jahrzehnte vorher die Prozesse gegen die Stengelgrößen im Besten Falle immer nur mit einem Vergleich geeendet haben) und die sich langsam anschleichende Alkoholdämonisierung lassen für mich irgendwie den Verdacht aufkommen, dass da jetzt auch jemand bei uns das Schmuggel-Gangsterwesen wiedererwecken will.
Unzählige Menschen in Deutschland haben in den letzten Jahren geschuftet bis zum geht nicht mehr (spät Abends, am Wochenende, oft ohne Ausgleich) und haben die Klappe gehalten und trotzdem waren sie Schwupps auf einmal auf der Straße wegen Umstrukturierung, billigerer Löhne in Osteuropa oder Südostasien, der Konkurrenz aus dem Ausland oder wegen zu geringer Rendite oder weil der Rasierpinsel ins Klo gefallen ist etc.
Die gleiche Chose mit der Rendite oder der Konkurrenz im Ausland wurde auch den Arbeitern im Ausland erzählt (z.B. in den USA).
Tja, wenn sich da die Arbeiter aus dem Ausland mal mit den Leuten hier im Inland unterhalten hätten. Vielleicht hätten sie dann nur gelacht als der Chef von Umstrukturierung etc. erzählt hat und hätten weiter gearbeitet und wenn sie nicht gestorben sind, dann würden sie noch heute arbeiten.
Durch´s reden keman d´leut zam
ich befürchte, und da bin ich ja nun mal nicht allein, das das Gespräch zwischen den Ländern, das ja hauptsächlich über das Web geführt wird auch massiven Eingriffen ausgesetzt sein wird. Das Problem der Mächtigen bestand ja nun immer darin zu verhindern, dass die anderen erkennen, dass sie schlicht und ergreifend mehr sind.
Ein hübsche leicht blutige Allegorie dazu findet sich in Georg Romeros "Land of the Dead" (wenn man so was mag)
Alles andere ist letztlich nur Quatsch, ewige "Don Quichotterei"!
So auch letztlich das "Wählen" unter den Bedingungen dieser Lohnsklaverei bei sonstiger Apathie, Untätigkeit, schlucken aller dargereichten "Kröten"wegen "Arbeitsplätzen", etc...
Um so mehr man den heutigen neoliberal aufgemotzten barbarischen Kapitalismus mit nüchternen Augen betrachtet, so auffälliger ist es doch, wie Recht schon der alte Marx einst hatte.
Und das Schöne daran ist, dass es gerade diese so wild,so übermütig gewordenen Protagonisten, Akteure des Kapitalismus selbst sind, die gerade heute, nach dem "Ende des Kommunismus" (genauer: zum damaligen Zeitpunkt noch recht unterentwickelter Staatssozialismus) diesem Marx Recht geben.
Ich meine, es wäre höchste Zeit, sich mal wieder Gedanken über das W I E einer neuen, demokratischeren, besseren SOZIALISTISCHEN GESELLSCHAFT zu machen.
In diesem Sinne, Hansi
"Eine Untersuchung zur Tätigkeit der sozialdemokratischen Fraktion im Mecklenburg-Schweriner Landtag bis 1932 beschreibt das anschaulich: » Während ein großer Teil der Arbeiterschaft des Landes der Sozialdemokratie bis 1933 nicht die Treue versagt, obwohl es wahrlich genug Kritisches über die Parteipolitik zu sagen gab und auch die nationalsozialistische Bewegung immer einflussreicher wurde, sah sich die Führung der KPD zentral wie regional keineswegs veranlasst, Taktik und Stoßrichtung ihres Kampfes wesentlich zu verändern. Im Gegenteil hoffte sie, aus der Schwäche der SPD für sich selbst Kapital zu schlagen. Aber sowohl bei der sozialdemokratischen Mitgliedschaft als auch bei ihren Wählern verzeichnete die SPD bis zum Jahre 1929 keine wesentliche rückläufige Bewegung. Landarbeiter, Arbeiter in Klein- und Mittelbetrieben sowie Angestellte, Beamte und Teile der Intelligenz hielten zu ihr. Erst als es zu größeren sozialen Einbrüchen als Folge der Wirtschaftskrise kam - mit teilweise empfindlicher Beeinträchtigung ihrer Lebenshaltung - ergaben sich Verluste, von denen in erster Linie die NSDAP und teilweise auch die KPD profitierten. «10 "
10 Klaus Schwabe "Zwischen Krone und Hakenkreuz. Die Tätigkeit der sozialdemokratischen Fraktion im Mecklenburg-Schwerinschen Landtag 1919-1932, Anita Tyke Verlag, Sindelfingen 1994, S. 55
Dieses Buch beschreibt sehr anschaulich die Geschichte der DDR (u.a. auch die langwierige Entstehung der SED) und speziell der von Mecklenburg-Vorpommern.
Bernhard Quandt, ehemaliger Minsterpräsident von Mecklenburg-Vorpommern (1951/52) hatte den Spitznamen "Roter Teufel". Dieser stammt von einem Besuch auf einer Nazi-Veranstaltung auf der er sich nach einer kurzen Rede nur mit einem mutigen Sprung von einem Tisch mitten durch die Nazi-Anhänger vor gravierenden Verletzungen retten konnte.
Die KPD benannte oft die Fehler beim Namen und war besser organisiert als die SPD, aber da sie Deutschland quasi zu einem neuen Bundesland der Sowjetunion machen wollte, bekam sie trotzdem nur relativ wenige Stimmen.
Im Osten gab es übrigens keine CARE-Pakete, auch wenn dort dank Verwandten welche hinkamen: http://www.zeitzeugenforum.de/Krieg%20-%20Nachkriegszeit,BI/sitefriederike,Rol%20lder%20Frau.htm
Es gab wegen der CARE-Pakete keine Verträge zwischen den USA und der SBZ.
Ein Beispiel wie es gehen könnte mit einem besseren Leben und Arbeiten für alle habe ich vor kurzem in einem Artikel über den Spanischen Bürgerkrieg gefunden (auch wenn das jeweils nur für Monate oder ein bis zwei Jahre funktioniert hatte):
" Spanische Revolution 1936
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Die allgemeinen Löhne wurden erhöht, die hohen unproduktiven Gehälter der Direktoren etc. wurden abgeschafft. Bettler waren aus dem Straßenbild verschwunden, ihre Betreuung wurde von den Wohlfahrtsausschüssen der Gewerkschaft übernommen. Die Verkehrsbetriebe wurden in Arbeiterselbstverwaltung betrieben, die Abschaffung der Direktoren und deren Gehälter hatte zur Folge, daß die Löhne der Arbeiter erhöht, die Fahrpreise und die Arbeitszeit gesenkt werden konnten. Insgesamt funktionierte das Verkehrswesen nach der Kollektivierung, auch aufgrund einer Reduzierung des Verwaltungsaufwandes, erheblich besser als vor der Revolution.
...
Vorher gab es nur acht Lehrer am Orte. Nur die Kinder der Wohlhabenden konnten zur Schule. Nach dem 19. Juli wurde das anders ... Von der Lehrergewerkschaft aus Barcelona wurden zehn Lehrer angefordert. Schulmaterial wurde angeschafft, Bänke und Stühle von den Kollektivisten selbst freiwillig und kostenlos hergestellt. Nun können alle 1233 Kinder des Ortes die Schule besuchen ... "