Man könnte also mit Freude in die nächsten Schuljahre schauen und vermutlich hätten wir es hier mit der ersten wirklich erfolgreichen Schulreform zu tun, die ich in den letzten 40 Jahre gesehen habe. Aber auch hier steckt der Teufel im Detail. Kinder sind nicht genormt und entsprechen eben nicht dem Denken von Verwaltungsbeamten.
Deshalb sind in jeder Schulklasse und gerade bei den Schulanfängern immer wieder Kinder, die entweder noch nicht schulreif sind oder besondere Förderungen brauchen. Genau diese Kinder bräuchten schnell wirksame Maßnahmen, sollen aber für das erste Schuljahr in den Klassen verbleiben. Um die Enttäuschung dieser Kinder nicht allzu tief einreißen zu lassen, erfordern sie viel Aufwand von Lehrern und Erziehern, die letztendlich nichts am Schulwechsel ändern. Ein frühzeitiger Schulwechsel (Halbjahr) wäre hier eine echte Hilfe.
Zu Beginn von JÜL wurden Eltern und Lehrern von der Politik Versprechungen gemacht, die maximal 24 Schüler in einer JÜL-Klasse vorsahen. Mittlerweile ist klar, dass es 29 Kinder werden sollen. Besonders verbittert es die Eltern dann, wenn Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner auf offiziellen Presseterminen immer mit einer Schüler-Lehrer-Relation von 17,3 hausieren geht, die nichts über die Realität im Unterricht aussagt.
Zöllner benutzt damit eine statistische Methode, die so in der Realität nicht vorkommt, um sich und Berliner Senat aus der Verpflichtung für eine bessere Bildung herauszureden. Für deutsche Politiker ist das ja überhaupt eine feine Methode sich aus der Verantwortung zu stehlen und den regierenden Partybürgermeister Wowereit interessieren die Menschen in dieser Stadt schon lange nicht mehr.
Tatsächlich zerstört der verantwortungslose Senat dabei ein sehr vernünftiges Schulkonzept, weil schon jetzt klar ist, dass einige Lehrer die 29 Schüler nicht schaffen werden und sich vermutlich versetzen lassen oder aufgeben. Das wird den Druck auf die anderen Lehrer nur erhöhen und das an sich vernünftige Konzept wird aufgeweicht und am Ende haben alle verloren.
Die jetzt noch hochmotivierten Schüler werden schnell feststellen, dass ihr Engagement in zu vollen Klassen, die oft schon räumlich, gerade mal für 24 Schüler ausreichen, keinen Sinn mehr macht und die Lehrkräfte werden sich kaum noch um den einzelnen Schüler kümmern können. Die sozialen Bindungen der Schüler untereinander werden zerbrechen.
Dieser Staat der den Bankstern Milliarden in deren unersättliche Rachen schaufelt, bezahlt lieber für arbeitslose Lehrer, als dass er diese an den Schulen einstellt. Es kann nicht zu viele Lehrer geben. Je mehr Lehrer wir haben, desto besser wird die Bildung. In der Grundschule legen wir die Wurzeln für den Lebenserfolg. Der Lebenserfolg unserer Kinder ist der Erfolg Deutschlands. Wer hier versagt, hat komplett versagt.
Herrn Zöllner und Wowereit ist mit Vernunft nicht zu kommen. Dieses Schuljahr ist so gut wie vorbei. Aber spätestens mit Anfang des neuen Schuljahres sollten die Berliner Grundschulen ständig Besuche beim Bildungssenator, der wohl besser Senator gegen Bildung genannt würde und dem Regierenden Bürgermeister machen, falls der nicht gerade wieder auf einer Party ist. Es wäre auch nett einmal nachzufragen, wo denn die Berliner Linke geblieben ist. Aber die haben so schwer an den Freuden ihrer Mandate zu tragen, dass sie sich nicht mehr rühren könnten.
Es nützt auch nichts, sich darauf herauszureden, das CDU und FDP noch weniger Lehrer einstellen würden. Das ist bei diesen Parteien klar. Gebildete Menschen sind für die eine Gefahr, weil sie von wirklich Gebildeten nicht gewählt werden.
Es kann also nur darum gehen, den Druck auf der Straße zu erhöhen. Wenn Wowereit und Zöllner nicht mehr ausgehen können, ohne nach den realen Verhältnissen in unseren Schulen gefragt zu werden, dann werden sie handeln. Nicht weil ihnen das, was sie tun peinlich wäre, sie sind Politiker denen ist nichts peinlich, sondern um ihre Ruhe zu haben. Gehen wir ihnen auf die Nerven.