< Clement und Steinbrück - Die Totengräber der SPD | Asse II hätte nie für die Einlagerung von radioaktiven Abfällen benutzt werden dürfen >
Die Neoliberalen sind nicht tot, sie zersetzen weiter
Die Nachdenkseiten haben sehr gut zusammengefasst, wie die Neoliberalen, trotz der Weltwirtschaftskrise und dem kommenden Zusammenbruch der realen Märkte, einfach weiter machen wie bisher.
Sie wollen und können sich wohl auch die Niederlage des Raubtierkapitalismus nicht eingestehen, um sich selbst nicht in Frage stellen zu müssen. Deshalb müssen die Menschen sie in Frage stellen und das geht am besten, wenn man weiß für welche Lügen sie stehen.
So wollen Experten die deutsche Wirtschaft retten
Doch nach der Bundestagswahl, da sind sich die meisten Ökonomen sicher, werden die Folgen der wirtschaftlichen Schrumpfkur deutlich hervortreten. “Am Arbeitsmarkt, in den Sozialkassen und im Staatshaushalt wird erheblicher Druck entstehen”, sagt Michael Eilfort, Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft, einer liberalen Denkfabrik in Berlin. “Dann bekommen wir eine neue Reformdebatte.” Die Menschen hätten ein Gespür dafür, wenn Not am Mann ist, und seien dann auch bereit zu Veränderungen. Eilfort rät Politikern, “dieses Reformmomentum” zu nutzen.
Straubhaar plädiert für ein System mit niedrigen (Steuer-)Sätzen und wenigen Ausnahmen. So könnten Privilegien wie etwa die Steuerfreiheit von Nacht- und Sonntagszuschlägen gestrichen und die Regeln zu den Werbungskosten verschärft werden. Dazu sollten die sozialen Sicherungssysteme statt durch Lohnabgaben über Steuern finanziert und die indirekten Steuern erhöht werden. Auf diese Weise würde das Steuersystem effizienter, die Leistungsbereitschaft stiege und das Wachstumstempo würde beschleunigt.
“Die nächste Bundesregierung steht vor einem rentenpolitischen Scherbenhaufen, den die große Koalition angerichtet hat”, sagt Bert Rürup, der frühere Wirtschaftsweise und heutige Chefökonom des Finanzdienstleisters AWD. Durch diverse Eingriffe sei die seit 2005 geltende Rentenformel diskreditiert. “Ich erwarte deshalb für 2011 eine Rentenreform mit einer neuen Rentenanpassungsformel“, prognostiziert Rürup.
Die langfristigen Finanzprobleme seien in der gesetzlichen Krankenversicherung größer als in allen anderen Sozialversicherungen, warnt der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen: “Hier brennt es lichterloh.” Er plädiert dafür, die Finanzierung wie in der Schweiz auf ein Prämienmodell umzustellen, bei dem jeder Erwachsene die gleiche Pauschale zahlt und der Sozialausgleich über Steuern läuft. Damit würden die Gesundheitsausgaben nicht mehr als Lohnnebenkosten die Arbeit verteuern.
“Wir müssen politische Tabus überwinden“, sagt Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Vor dem Hintergrund der alternden Bevölkerung fordert der Ökonom, die Rente mit 67 schneller als bislang geplant umzusetzen.
Wachstumsfördernd wäre nach Einschätzung von IW-Chef Hüther auch eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts. So sollte man beispielsweise Beschäftigten bei der Neueinstellung die Option einräumen, auf ihren Kündigungsschutz zugunsten einer Abfindungsregelung zu verzichten.
Die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte wird nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Deutschen Bank (Walter) nur gelingen, “wenn wir die Aufgaben des Staates neu definieren“. Nötig seien eine Verringerung der Ausgaben und Effizienzsteigerungen.
Auf der Einnahmeseite biete es sich in vielen Fällen an, staatliche Leistungen über Nutzungsgebühren statt über allgemeine Steuern zu finanzieren. Dies gelte für eine Pkw-Maut ebenso wie für Studiengebühren, sagt Walter.
Quelle: Welt Online
Anmerkung WL: Darauf weisen wir nur deshalb, damit Sie sich schon mal darauf einstellen können, was nach dem 27. September auf der Tagesordnung sein wird. Es sind dieselben „Experten“, die seit Jahren nur immer noch mehr „Reformen“ fordern und damit die Senkung der Löhne (Lohnebenkosten sind auch Lohnkosten), Steuersenkungen vor allem für Kapitalbesitzer bei gleichzeitiger Erhöhung der Verbrauchssteuern oder die Einführung von Gebühren, Privatisierung der sozialen Sicherungssysteme, Abbau des Kündigungsschutzes und Verlängerung der Arbeitszeiten meinen. Es sind dieselben Experten, die jämmerlich versagt haben, und jetzt schon wieder den dicken Max spielen.
Elfort will das die kommende Regierung Merkel, schnell die allgemeine Not und Arbeitslosigkeit dazu nutzt um auch die letzten Rechte von Arbeitnehmern und die solidarischen Versicherungen zu zerstören. Walter der im Auftrag der Deutschen Bank die Leute belügt, will das gleiche, nur möchte er dazu auch noch eine Maut für PKW und mit höheren Studiengebühren, die Leute vom Studium abhalten, damit möglichst wenige ihm widersprechen können.
Hüther will den Kündigungsschutz total abbauen, aber wenn jemand versucht Hüther in die freie Wirtschaft zu schicken, wo er nicht mehr steuerfinaziert Propaganda machen kann, dann wehrt der entsetzt ab. Er will für sich größtmöglichste Sicherheit.
Rürup und Raffelhüschen, die beiden Versicherungsvertreter wollen genau wie Walter die Rentenversicherung und die Krankenversicherung zerstören um der Versicherungswirtschaft ein gutes Geschäft zu geben und den Menschen die Sicherheit zu nehmen.
Straubhaar, die Rache der Schweiz an Deutschland, will wieder einmal Steuern für die Reichen senken und für die Armen erhöhen. Der Mann ist in einer Gedankenwelt gefangen die man nur kurios nennen kann, die aber ihren Mann leider gut ernährt.
Wer Merkel im September wählt, wird genau das was diese Herren fordern bekommen. Sie werden mitten in der größten Depression den Menschen jeden Schutz nehmen und sich feixend freuen. Sie können nur überleben, indem sie Leute wie Merkel voran schicken, um dann das Geld in die Taschen ihrer Auftraggeber zu schaufeln, um dann von deren Brosamen zu leben.
Diese Bundestagswahl stellt die Systemfrage, wie es noch nie eine Wahl in Deutschland getan hat. Wird die Systemfrage falsch beantwortet, bedeutet das den totalen Untergang für mindestens 15 Millionen Menschen in diesem Land und eine signifikante Verschlechterung für 57 Millionen Menschen. Lediglich 8 Millionen werden profitieren.
Deutschland ist mehr als diese 8 Millionen Raffzähne. Es ist an der Zeit für einen Systemwechsel.
Tags für diesen Artikel: experten, leiharbeit, mindestlohn, neoliberal, qualität, verantwortung, wirtschaftsfaschist
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und was ist mit der letzten alternative - die linken? wenn ich mir so ansehe, was da in berlin passiert ist und mir das personal aus in ihren alt-organisationen zu kurzgekommenen ex spdlern und -gewerkschaftern ansehe, die sich nun schon "pragmatiker" nennen und die partei auf regierungsfähigkeit - sprich alt-spd kurs bringen wollen und auch entsprechende forderungen in die partei einbringen - nur etwas sozialabbau für alle und weiter so wie gestern, dann seh ich diese typen nicht als alternative. veränderungen zum guten können wohl nur auf der strasse und in den betrieben erreicht werden.
Wenn Veränderungen kommen sollen, müssen sie von außerhalb dieses korrupten gekauften Parlamentes namens Bundestag kommen, oder es geht eben weiter wie bisher, zum Nachhteil von Millionen von Menschen und zum Nutzen und Frommen der reichen Eliten und ihrer bestens versorgten Speichellecker aus dem "Überbau" der Gesellschaft.
Wahrscheinlich ist es völlig egal, ob oder was man diesen September wählt, die "staatstragende" Gemeinheit aller Demokraten wird im Auftrag ihrer ewig-gleichen Herren alles versuchen, die gigantischen Folgekosten der Krise nach unten durchzureichen, egal was da vom wem im Parlament gelabert wird.
Wie viele Stimmen auch DIE LINKE bekommen mag, sie kann aus dem Parlament heraus absolut nichts "verhindern", nur endlos "kritisieren", eventuell "anklagen" und .... jammern...
Worauf es letztlich ankommt ist, so bald wie möglich effektiven Widerstand aus allen Bereichen der Gesellschaft heraus zu organisieren, selbst politisch motivierte Streiks sollten endlich kein Tabu mehr sein.
Kämpfen oder gnadenlos abgezockt und noch mehr als schon bisher entrechtet werden - das ist nun die Alternative!
Wie eben auch die meisten unserer Politiker, die auch nur noch für sich selbst sorgen.
Ja, ein Systemwechsel ist höchste Eisenbahn.
Allerdings bin ich nicht davon überzeugt, dass dies über die Bundestagswahl zu vollziehen ist. Für mich gilt mittlerweile eher die Devise: rollen lassen. Ich habe da grösstes Vertrauen, dass die Mitredenden mit ihren Handlungen das System selbst zersetzen. Es wird sich gnadenlos rächen, dass der Mittelstand schon seit Jahren ausgeblutet wird. Die gründlichste Form wäre der Totalkollaps. Soundso wird es schmerzhaft und teuer. Das Fühlen war schon immer die effektivste Art des Lernens. Für einen Systemwechsel reicht es nicht, die Führungsriege auszutauschen. In diesem System mit diesem Klientel finden Mutationen statt, so schnell kann man gar nicht denken. Bestes Beispiel: die Grünen. Dagegen kommt es viel mehr auf das Volk an... und das muss erst noch einige Lektionen lernen. Wir sind aber schon auf einem ganz guten Weg. Ich bin wirklich zuversichtlich.
"...wenn nicht mehr Menschen realisieren was wirklich vor sich geht..."
Wenn die Supermärkte leer sind und die schiere Überlebenssicherung ein Gutteil des Tages ausmachen, merken viele erst wieder unmittelbar, dass sie soziale Wesen (aufeinander ange- und verwiesen) sind. Das hat dann plötzlich Konjunktur. Das meine ich mit: "Diesmal geht es 'nur' um uns selbst"...und um kein Vertrösten mit schönen Worten. Da scheiden sich Spreu und Weizen - im Nullkommanix
Was denkt Ihr darüber?
Nun, dieses "Reformmomentum" wird man aber kaum nutzen können, um "mehr vom selben" für breite Massen nochmal akzeptabel zu machen - oder meint Ihr, das klappt schon wieder?
Sogar Steinbrück sagte doch mal zu all den Rettungsmaßnahmen wg. Finanzkrise, das gehe ordnungspolitisch nach hinten los - und ja, da hatte er wohl recht: es ist seit dem letzten September überdeutlich geworden, in welchem Ausmaß sich bestimmte Gruppen hier zu Lasten der Allgemeinheit bereichern - mit Unterstützung unserer jeweils Regierenden. In der Folge sehen es immer weniger Menschen ein, den Gürtel noch enger zu schnallen, damit die 25%-mehr-Party für die Nutznießer weiter gehen kann.
Es darf einfach nicht wieder gelingen, den schwarzen Peter an die "faulen Arbeitslosen" und "unflexiblen Arbeitnehmer" weiter zu reichen, während die Wirtschaft doch an der Kumulation von Kapital in zu wenigen Händen leidet - und nicht etwa an zu viel Schotter bei den "kleinen Leuten".
DerdenWaldliebt schrieb:
"Wenn die Supermärkte leer sind und die schiere Überlebenssicherung ein Gutteil des Tages ausmachen, merken viele erst wieder unmittelbar, dass sie soziale Wesen (aufeinander ange- und verwiesen) sind. Das hat dann plötzlich Konjunktur."
Was den Durchmarsch all dessen, was man heute mit "neoliberal" etikettiert, erfolgreich machte, war ohne Zweifel auch die fortgeschrittene Individualisierung: mit Gemeinschaft und aufeinander angewiesensein im Stil früherer Zeiten haben wir heute nicht mehr viel am Hut. Unsere Nachbarn müssen wir nicht kennen und die meisten finden das gut so. Wir sind froh, nicht mehr in Clans und Großfamilien eingebunden zu sein, sondern als frei schweifende Individuen unsere Wahlverwandtschaften und Communities selber zu wählen.
Politische Visionen, die hier etwas zurück schrauben wollen, sprechen evtl. einige romantische Herzen an, motivieren aber viele nicht zu echtem Engagement. Die Igel brauchen heute mehr Abstand zueinander, um sich wohl zu fühlen.. eben Raum zur freien Bewegung.
Vielleicht kommt ja jetzt die große Zeit lokaler Communities im Web?