< Das seltsame Verständnis des Skyguide Chefs Daniel Weder | Sonntagsgedanke: Einschulungsuntersuchung - Hören Sie auf zu heulen! >
Ach ja, die Opel Rettung
Selbstverständlich wird Opel gerettet. Zumindest wird man das bis zum 27. September 2009 18 Uhr behaupten. Dann ist die Bundestagswahl vorbei und die 26.000 Mitarbeiter von Opel zählen nicht mehr, weil sie ihre Stimme ja abgegeben haben. Sicher wird es ein paar Krokodilstränen aus der Politik geben und ein paar nette Ministerpräsidenten werden traurige Worte finden, aber dann geht alles wieder zur Tagesordnung über.
Damit das ganze nicht zu offensichtlich wird, muss natürlich eine gute Show geboten werden. Da gibt es Angebote und Nachbesserungen zu Angeboten. Der eine entlässt 2.500 in Deutschland, der andere 7.000, der dritte niemanden. Ein munterer Reigen der noch dadurch angetrieben wird, dass GM die Patente die sie bei Opel gestohlen haben, nicht wirklich freigeben will.
Deshalb dürfen die Chinesen mit BAIC auch nicht mehr mitspielen, denn die wollen bei einem Opelkauf ja tatsächlich auch Opel in alle Welt verkaufen und zwar mit den Teilen die Opel entwickelt hat. Sie wären also Konkurrenz zu GM, was natürlich nicht sein darf. Sonst wäre ja GM nicht gerettet. Natürlich wollten die Chinesen vor allem chinesische Opel verkaufen und hätten die Produktion ganz schnell nach Hause geholt.
Magna passt GM auch nicht so richtig. Denn bei denen besteht auch die Gefahr, dass die Autos bauen. Die wissen nämlich wie das geht und könnten die Opel Arbeitsplätze schnell zu Gaz nach Russland verlegen um dort billig und für die ganze Welt zu produzieren. Natürlich nützt dieses Szenario auch den Opel Beschäftigten nicht.
Der belgischen Finanzinvestor RHJ International würde GM am besten passen. Dieser Ableger des US-Finanzinvestors Ripplewood zeichnet sich dadurch aus, dass er keine Erfahrung hat und das ganze vermutlich innerhalb kürzester Frist vor die Wand fahren würde. In dieser Konstellation könnte GM übrigens den Großteil der Bundeshilfen abziehen und sie dann mit Ripplewood in den USA teilen, ohne das großartige Bürokratietricks notwenig wären. Ach ja. Die Arbeitsplätze wären dann auch weg.
Die Bundesregierung und die Länderregierungen haben ja eigene Experten entsandt. Da ist der Ländervertreter, der FDP-Politiker Dirk Pfeil dafür den Kram an RHJ International zu verkaufen, während der Bundesvertreter der Ex-Conti-Chef Manfred Wennemer für eine Planinsolvenz ist. Na gut. Das ist eben Wennemer, wenn der nicht mehr Chef bei Conti sein darf, dann macht er eben Opel platt.
Tatsächlich wird aber leider gar nichts außer der Insolvenz gehen. Der Lazard Angebotsvergleich der von der FTD geleakt wurde, macht das ganze noch schlimmer.
Nicht nur das alle Käufer lächerlich wenig Eigenkapital mitbringen, wollen doch alle über 3,3 Milliarden staatlicher Garantien die dann natürlich auch geleistet werden müssen. Magna will mit 4,5 Milliarden die größte Hilfe vom Steuerzahler, will davon aber gleich 700 Millionen in Russland anlegen womit das Geld von Magna und der Sberbank sofort wieder zu Hause wäre. Insgesamt kommt Lazard zu dem Schluss, dass Opel auch zusammen mit Vauxhall nicht lebensfähig ist und keines der vorgelegten Konzepte in der Realität etwas tauge.
Es ist alles nur Augenwischerei vor der Wahl. Geschickte Lügen halt.
Tote Hosen - Opel Gang
Die Ärzte - Wir fahren Manta Manta
OPEL - SONG 2009
Opel Kadett C Coupé Lied
Seht das Zeichen - Opel Kinderchor
Ich muss ehrlich eingestehen, dass mir der Kinderchor ein wenig die Tränen in die Augen trieb. Wie viel enttäuschte Hoffnung hat hier die ewige kapitalistische Gier geschaffen. Es sind ja nicht nur die Arbeitnehmer die um ihr Leben betrogen werden. Es sind vor allem die Kinder. Keine Musikschule mehr, keine Ferien, kein Geld für gar nichts und die fetten Bosse und Bankster fressen fröhlich weiter.
Ich wünsche meinen Lesern einen ruhigen und sturmfreien Sonntag. Ich glaube wir müssen demnächst wieder über Vergesellschaftung reden. Das Kapital hat gezeigt, dass es nicht in der Lage ist seine Besitzerpflichten zu erfüllen. Wir haben sogar schon ein Parteiprogramm, das wir nur noch umsetzen müssen.
Arbeits- und Menschrechte sind völlig auf den Hund gekommen, das Recht ist verbogen, gekaufte Manager, Gewerkschaftler und Politiker verhindern, dass die Menschen leben und Hoffnung haben können. Rund zehn Prozent der Bevölkerung beanspruchen mehr als 60 Prozent allen Besitzes und beeinflussen und kontrollieren den Wert und die Verwendung von weiteren 30 Prozent.
Wir haben gleichgeschaltete Medien und einen Innenminister der nur auf die Möglichkeit wartet, seine Bürger in Flugzeugen oder auf anderen Wegen, von der Bundeswehr bei Einsätzen im Inneren erschießen zu lassen und sich selbst aber als nicht völlig durchgeknallt bezeichnet. Wir haben eine SPD die freudig in jeden Krieg marschiert, nur weil ein alter Mann seinen Spaß daran hat, irgendwas durch das Blut der deutschen Kinder am Hindukusch zu verteidigen, während ein CDU-Kriegsminister von durchgebrochenen Erkennungsmarken träumt, mit denen er seine Gedächtnisbaracke verschönern will.
Wir haben einen Scherbenhaufen an Firmen, dessen Ausmaß sich in den nächsten Monaten erst zeigen wird und rasen auf eine Hyperinflation mit anschließender Stagflation und Depression zu, wie wir sie noch nie auf dieser Welt gesehen haben. Dazu haben wir eine Außenkanzlerin, die außer "Nein" nichts weiteres zu sagen hat und eben am liebsten weg ist, was bei der von ihr zu verantwortenden Politik, rund 80 Millionen Deutschen genauso geht.
Ach ja, der zitierte Text stammt aus dem Juli des vorigen Jahres. Es hat sich nichts gebessert, aber alles verschlimmert. wann wollen wir endlich anfangen zu kämpfen und uns unser Eigentum und dieses Land wieder zurück zu holen.
O..pel - Ich muss gehn
Tags für diesen Artikel: kannegiesser, nahles, neoliberal, opel, sinn, subvention, wirtschaftsfaschist
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