Es gilt bis auf Weiteres der Notfahrplan, den Sie unter "Aktuelle Themen" auf unserer Startseite finden. Wir bedauern die durch die zusätzlichen Fahrzeugüberprüfungen bedingten Betriebsein-schränkungen und entschuldigen uns bei Ihnen für die dadurch entstehenden Unannehmlichkeiten.
so lapidar ist die Geschäftsleitung der
Berliner S-Bahn mit dem fertig, was eigentlich ein Supergau für das Unternehmen sein müsste. Aber wozu soll man sich auch aufregen. Als 100 prozentige Tochter der DB-Regio hat man ja nur das getan, was von der Geschäftsleitung der DB gewollt wurde. Man fährt den Mehdorn Kurs.
Mehdorn wollte die Bahn privatisieren. Um ihm das zu ermöglichen, sollte die Bahn Profit machen. Viel Profit. Solch ein Profit ist aber durch Tickektverkäufe nicht zu realisieren und auch die öffentlichen Auftraggeber für die Bereitstellung von Beförderungsleistung können nicht endlos gemolken werden. Deshalb muss an anderer Stelle gespart werden.
Am leichtesten sparen kann man beim Personal und bei der Wartung. Allerdings hat die Bahn schon lange viel zu schlecht bezahlt und weitere Entlassungen würden den Betrieb gefährden. Deshalb sparte man an der Wartung. Bahnhofsgebäude und Strecken verfallen. Wo es eben geht werden Strecken stillgelegt, aber auch hier ist das Potential fast erschöpft, weil ja schon seit Jahren so gespart wird.
Als nächstes kann man bei den Fahrzeugen sparen und genau das hat man getan. Wartungsintervalle wurden leichten Herzen immer mehr erweitert und die Regeln des Eisenbahnbundesamtes einfach missachtet und selbst zugesagte Sicherheitsüberprüfungen wurden nicht gemacht. Das führte dazu, dass von 1260 Fahrzeugen nur 330 einsatzbereit waren, während 74 Prozent der Fahrzeuge, also 930 Fahrzeuge aus Sicherheitsgründen nicht fahren dürfen.
Natürlich wurden die vier Geschäftsführer der Berliner S-Bahn entlassen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, hat allerdings nicht verraten, wie neue Geschäftsführer den Ertrag erbringen sollen, den auch Grube für seine Privatisierungspläne braucht. Die Schuld auf die Hersteller zu schieben wird ihn auch nicht weiterbringen, weil die Radsätze ja grundsätzlich brauchbar sind, aber aufgrund ihrer Konstruktion einfach häufiger geprüft werden müssten.
Es ist auch nicht anzunehmen, dass dieses Problem nur bei der Berliner S-Bahn auftritt. Es wird in allen Bereichen der DB gespart und in mehr oder weniger kritischer Art und Weise wird die Wartung gehandhabt. Solange nichts passiert, kritisiert auch niemand. Allerdings kann solch ein Verfahren nicht dauerhaft funktionieren. Irgendwann kommt es zu einem Unfall den man dann aber nicht mehr tragisch, sondern systembedingt nennen muss.
In England wird die Privatisierung der Bahn gerade rückgängig gemacht und in Deutschland sollte sie gar nicht erst beginnen. Wenn man sich die Mastbrüche bei den Stromunternehmen, den laxen Umgang mit Atommüll in Asse II und Morsleben ansieht und dazu auch Vattenfall und die anderen Atomkraftwerke einbezieht, dann wird schnell klar, dass es Bereiche gibt, die nicht privatisiert werden dürfen.
Das gilt für alle Leitungsnetze bei Gas, Wasser, Öl, Strom und Telefon. Es gilt für Verkehrswege jeder Art und natürlich auch für das Schienennetz. Es muss für die Wasserversorgung und die Bildung der Kinder, aber auch für Altenheime und Krankenhäuser sowie die Flugsicherung gelten. Die Privatwirtschaft kann nichts besser, sie kann alles mit weniger Qualität und viel teurer.
Der Grund hierfür ist einfach der das wir hier etwas machen was die anderen nicht machen.
Hmm was eigentlich? Es kommen eventuell die gleichen Investoren. Setzt man von Staatsseite die Gesetze so fest, dass sich an Sicherheit und Bezahlung nichts ändert, wie soll ein Privatunternehmen dann besser klarkommen als ein öffentliches? So lange das Bild des Staates als Kamin wo Geld verbrannt wird nicht verschwindet wird sich an der Marktreligion der privaten Unternehmen auch nichts ändern. Bei Konsumartikeln mögen die Privaten super sein, aber bei der Versorgung breiter Bevölkerungsschichten und das teilweise auch ineffektiv und zu einem passablen Preis sicher nicht.
Der Notfahrplan sollte wie bei Hartz in Mehdornfahrplan umbenannt werden, das hat er verdient.
Es ist in Berlin schön anzusehen wie das Grün die verwahrlosten Anlagen und den rumliegenden Müll überdeckt. Nicht nur in den Zügen sollte mal aufgeräumt werden.
Eine komplexe Infrastruktur wie die Bahn bedarf der ständigen Wartung und Pflege als laufenden Prozess. Einmal versäumtes ist nur mit enormen Kosten wieder herzustellen. Ausbessern hilft dann oft nicht mehr.
Das Eisenbahnbundesamt hat nur die sicherheitsrelevanten Mängel offengelegt. Von den anderen Mängeln die keine unmittelbare Gefahr darstellen wissen wir noch nichts.
Die Bahn soll ohne Wartung auskommen, während dahin Mrd gepumpt werden.
Es war immer schon so, dass Umweltschutz Geld kostet.